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Alt 02.04.2015, 13:34   #31
St4y Tun3d
Member
 
Registriert seit: 11/2013
Beiträge: 171
Zitat:
Zitat von Dave Bowman Beitrag anzeigen
Wir alle bestehen aus Elementen, die irgendwann von sterbenden Sternen produziert wurden und wir alle verwandeln uns eines Tages wieder in ähnliche Elemente. Ich weiß wirklich nicht, was daran so erschreckend sein sollte, dass man sich dermaßen an der Vorstellung eines Lebens nach dem Tod festklammern muss.

Der Überlebensinstinkt zwingt einen doch, Angst davor zu haben, oder zumindest darauf zu achten, nicht zu sterben...
Aber warum spüren wir überhaupt Schmerzen - wieso werden wir so vor zu starken äußerlich auf uns einwirkenden Einflüssen "gewarnt"? Weiß unser Gehirn etwa schon, dass nach dem Tod nichts mehr sein wird? Warum sollten wir ein Überlebensinstinkt haben, wenn es nach dem Tod weiter geht?
Wieso versucht ein Gemisch aus "Elementen, die irgendwann von sterbenden Sternen produziert wurden" überhaupt sich so am Leben zu halten. Wäre das wahre Leben für "Elemente, die irgendwann von sterbenden Sternen produziert wurden" nicht erst wieder das wahre Leben, wenn es in seine ursprüngliche/n Form/en zurück verwandelt wurde?
St4y Tun3d ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2015, 13:34 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 02.04.2015, 16:12   #32
Luthor
 
Registriert seit: 02/2003
Ort: NW1
Beiträge: 15.162
Zitat:
Zitat von Dave Bowman Beitrag anzeigen
Bewusst im Hier und Jetzt zu leben hat überhaupt nichts mit Wissenschaft zu tun, es ist eine Entscheidung gewesen.
Heisst das, du hast dich zu einem Zeitpunkt bewusst dazu entschieden?


Zitat:
Dass ich keine Angst vor dem Tod habe, sollte er tatsächlich das große, traumlose Nichts sein, liegt wie gesagt daran, dass ich das Nichts jede Nacht erlebe, genauer gesagt, nicht erlebe. Etwas, das ich nicht wahrnehme, kann mir keine Angst machen.
Traumlose Naechte. Das kann ein Segen sein, aber auch a great loss.


Ich habe mich in der letzten Zeit mit Nahtoderfahrungen und empathischen Sterbeerlebnissen beschaeftigt.
Nicht aus Angst, sondern aus Interesse. Mich interessiert, was diese Menschen, die davon berichten erleben/erlebt haben.
Ob es der Blick ins Jenseits war, oder eine Sache fuer die noch nicht eine Erklaerung gefunden wurde, weiss ich nicht. Ich habe mich auch nicht festgelegt, was ich glauben kann oder moechte. Das lasse ich offen und lasse mich von der Lektuere anregen.


Zitat:
Warum aber ist die Angst nicht mehr zu sein bei vielen so groß und ausgeprägt? Da ist doch mehr dahinter, als nur die Furcht vor einem qualvollen Prozess des Sterbens. Das allein kann es nicht erklären. Vielleicht ist es wirklich der unterbewusste Schrecken, dass danach tatsächlich nichts mehr kommt, man einfach erlischt. Aber auch da frage ich einmal mehr: Na und? Was wäre daran schrecklich?
Zu sagen *na und* finde ich ein bisschen zu simpel. Es kommt imho sehr darauf an, in welchen Lebensumstaenden jemand lebt. Wenn man eine Familie hat und Liebende zurueck laesst wird man dem Tod anders entgegensehen und eventuell groessere Furcht haben, als jemand der alt ist und auf ein reiches Leben zurueckblicken kann.


Angst habe ich vor dem Tod keine. Wir sind uns schon 2x ziemlich nahe gekommen, enttaeuschenderweise hatte ich aber keine NTE.
Ich waere enttaeuscht und sauer, wenn ich jetzt sterben muesste. Ich bin noch nicht fertig, habe noch viele Dinge vor. Es waere ziemlich doof, wenn ich dazu keine Chance mehr haette. Yet, bin ich dann mal tot und tatsaechlich alles von mir wuerde erloschen sein, hat es nur noch eine Bedeutung fuer die Zurueckgebliebenen. Der Gedanke daran ist fuer mich relevant solange ich lebe. Das kann ich wirklich nur philosophisch betrachten.
Luthor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2015, 16:40   #33
Dave Bowman
Euer Liebden
 
Registriert seit: 05/2001
Ort: München
Beiträge: 14.553
Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Heisst das, du hast dich zu einem Zeitpunkt bewusst dazu entschieden?
Man könnte das so sagen, ja. Natürlich ist das nicht einfach so passiert. Davor standen Lektüre und ein dem folgender Prozess das Nach- und Neudenkens.

Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Zu sagen *na und* finde ich ein bisschen zu simpel. Es kommt imho sehr darauf an, in welchen Lebensumstaenden jemand lebt. Wenn man eine Familie hat und Liebende zurueck laesst wird man dem Tod anders entgegensehen und eventuell groessere Furcht haben, als jemand der alt ist und auf ein reiches Leben zurueckblicken kann.
So habe ich früher gedacht. Ich finde, wir machen zuviel Gewese um den Tod. Das meine ich überhaupt nicht despektierlich, in keiner Weise. Klar ist es für die Zurückgebliebenen schwer, oft sogar sehr schwer, mit dem Verlust umzugehen. Ich meine aber, das hat mit dem Thema nicht viel zu tun - das wäre einen eigenen Thread wert. Aber sprechen wir hier nicht über die Idee des Lebens nach dem Tod? Über den weitverbreiteten Wunsch, nach dem körperlichen Ableben irgendwie weiterzuexistieren? Ganz klar, dass man dem Ende auf verschiedene Weise entgegenblickt. Aber darum geht's meiner Ansicht nach hier nicht. Da reden wir nur vor dem "Davor".

Und weil dieses Davor auch ein Teil des Hier und Jetzt ist, habe ich es für mich so angenommen und denke nicht mehr darüber nach. Der Tod ist unabänderlich, ich kann ihm nicht entrinnen und will es auch gar nicht, da, wie ich heute irgendwann erwähnte, das Leben ohne Tod sinnlos ist. Alles braucht seinen Gegensatz um Bedeutung zu haben.


Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Angst habe ich vor dem Tod keine. Wir sind uns schon 2x ziemlich nahe gekommen, enttaeuschenderweise hatte ich aber keine NTE.
Ich waere enttaeuscht und sauer, wenn ich jetzt sterben muesste. Ich bin noch nicht fertig, habe noch viele Dinge vor. Es waere ziemlich doof, wenn ich dazu keine Chance mehr haette. Yet, bin ich dann mal tot und tatsaechlich alles von mir wuerde erloschen sein, hat es nur noch eine Bedeutung fuer die Zurueckgebliebenen. Der Gedanke daran ist fuer mich relevant solange ich lebe. Das kann ich wirklich nur philosophisch betrachten.
Siehst du - und ich betrachte das als Teil des Daseins und nicht als philosophische Frage.
Dave Bowman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2015, 17:48   #34
Luthor
 
Registriert seit: 02/2003
Ort: NW1
Beiträge: 15.162
Zitat:
Zitat von Dave Bowman Beitrag anzeigen


So habe ich früher gedacht. Ich finde, wir machen zuviel Gewese um den Tod.
Wer ist *wir*? Es gibt ja sehr unterschiedliche Auspraegungen und Einstellungen dazu, ungeachtet des Interesses.
Fuer die Religionen ist es ein zentraler Bestandteil und auch vor vielen vielen Jahren haben Menschen schon den Tod zelebriert und die Toten *vorbereitet*.
So neu ist es nicht, dass Menschen darueber nachdenken und dem Bedeutung beimessen.

Zitat:
Und weil dieses Davor auch ein Teil des Hier und Jetzt ist, habe ich es für mich so angenommen und denke nicht mehr darüber nach.
Neugierig bist du nicht?
Ich bin erstaunt.
Da Leben und Tod zusammenhaengen, finde ich es nur logisch, dass man ueber beides nachdenkt.
Ich frage mich ja auch immer wieder, wie das Bewusstsein entsteht, nicht nur, wohin es geht.


Zitat:
Siehst du - und ich betrachte das als Teil des Daseins und nicht als philosophische Frage.
Das ist aber kein Gegensatz.


Ich habe noch einmal nachgedacht. Es stimmt nicht ganz, wenn ich sage, ich habe keine Angst vor dem Tod. Es gibt Situationen, in denen ich Todesangst verspuerte und mit grosser Wahrscheinlichkeit auch wieder verspueren wuerde.
Ich vermute, genau dann, wenn man sich unvermittelt einer Gefahr ausgesetzt sieht, die man nicht einschaetzen kann.
Ich kann nicht sagen, ob diese Angst die Angst vor dem Nichts, dem Ende ist, oder eine Angst vor Schmerz und Versehrung.
Vermutlich wird gleich jemand sagen, es laege in dem Trieb der Arterhaltung begruendet.



Mich wuerde jetzt noch interessieren, was der Semih darueber denkt. Und wie war das mit seinem Bruder genau?
Luthor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2015, 17:53   #35
Orlando.
Galaxie-Reisender
 
Registriert seit: 01/2012
Ort: Galaxie: Milchstrasse, äusserer Spiralarm, (-)26.000LY-GC
Beiträge: 6.883
Zitat:
Zitat von Dave Bowman Beitrag anzeigen
Man ist leicht geneigt zu glauben, die Welt wäre ohne einen selbst nicht mehr dieselbe, dass man so einzigartig sei, dass man doch nach dem Tod unbedingt, in welcher Form auch immer, erhalten bleiben müsse.
Wer das ernsthaft denkt, leider mMn an Höhenflüge oder extremer Egomanie...beispielgebend gegen solche Vorstellungen sind die Verstorbenen der ...zig-tausenenden Jahre vor uns, dass sich die Erde weiter dreht...und wer damit ein Problem hat mat mM wirklich ein Problem...

Aber ich denke darum geht es gar nicht, sondern viel mehr darum den bevorstehenden Tod erträglich zu machen, die Angst zu nehmen. Und in der Religion bestärkt man sich darin gegenseitig, weshalb die Religionen Glaubensgemeinschaften sind.

Ich persönlich fände es gut ein Leben nach dem Tod, nicht wiedergeboren, sondern auf höherer Ebene und so zu sehen wie meine Kinder und Enkel aufwachsen...
Orlando. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2015, 17:56   #36
Dave Bowman
Euer Liebden
 
Registriert seit: 05/2001
Ort: München
Beiträge: 14.553
Zitat:
Zitat von Orlando. Beitrag anzeigen

Aber ich denke darum geht es gar nicht, sondern viel mehr darum den bevorstehenden Tod erträglich zu machen, die Angst zu nehmen.
Genau. Es gibt überhaupt keinen Grund, den Tod zu fürchten.
Dave Bowman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2015, 18:06   #37
Dave Bowman
Euer Liebden
 
Registriert seit: 05/2001
Ort: München
Beiträge: 14.553
Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Wer ist *wir*? Es gibt ja sehr unterschiedliche Auspraegungen und Einstellungen dazu, ungeachtet des Interesses.
Na, mit "wir" meine ich selbstverständlich die Gesellschaft in der wir leben, weil sie einen umgibt und natürlich beeinflusst.
Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Fuer die Religionen ist es ein zentraler Bestandteil und auch vor vielen vielen Jahren haben Menschen schon den Tod zelebriert und die Toten *vorbereitet*.
So neu ist es nicht, dass Menschen darueber nachdenken und dem Bedeutung beimessen.
Das können sie ja auch gern tun. Ich hab es getan und bin zu meinem beschriebenen Schluss gekommen.

Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Neugierig bist du nicht?
Nein, eigentlich nicht. Was immer da kommt, oder auch nicht, ich habe keinen Einfluss darauf. Wer aber versucht Einfluss auf etwas zu nehmen, das er nicht ändern kann, verschwendet seine Zeit. Ich lasse mich einfach überraschen.
Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Ich bin erstaunt.
Warum? Weil meine Sichtweise eine andere, gelassenere ist?
Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Da Leben und Tod zusammenhaengen, finde ich es nur logisch, dass man ueber beides nachdenkt.
Nochmal: Habe ich längst getan.

Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Das ist aber kein Gegensatz.
Wer spricht von Gegensatz? Für dich ist es eine philosophische Frage, für mich ist der Tod einfach nur das, was nach dem Leben kommt.
Dave Bowman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2015, 18:28   #38
Orlando.
Galaxie-Reisender
 
Registriert seit: 01/2012
Ort: Galaxie: Milchstrasse, äusserer Spiralarm, (-)26.000LY-GC
Beiträge: 6.883
Zitat:
Zitat von Dave Bowman Beitrag anzeigen
Nein, eigentlich nicht. Was immer da kommt, oder auch nicht, ich habe keinen Einfluss darauf.
Und genau das finde ich - bezugnehmend dieses Themas - essenziell, und absolut richtig. Alle Spekulationen dazu enden nie und nimmer...klar interessiert mich das, auch was ausserhalb des Universums ist...nur ich werde es (zu Lebenszeiten) nicht in Erfahrung bringen können..nix zu machen - und das ist eine Gewissheit, meine Erkenntnis.
Orlando. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2015, 19:23   #39
maenneken
Member
 
Registriert seit: 11/2010
Beiträge: 79
Hallo,

interessante Frage, ich stelle zusätzlich noch eine andere zur Diskussion:

Warum ist der Tod in unseren Breitengraden was schrechliches und in anderen wird fröhlich gefeiert?
Hat die Religion da einen (Häscher)einfluss?

Gruß

maenneken
maenneken ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2015, 19:46   #40
Luthor
 
Registriert seit: 02/2003
Ort: NW1
Beiträge: 15.162
Zitat:
Zitat von Dave Bowman Beitrag anzeigen

Warum? Weil meine Sichtweise eine andere, gelassenere ist?
Ich finde meine auch ganz gelassen, mich motiviert ja nicht Angst oder der Wunsch Einfluss zu nehmen, sondern die Neugier.
Menschen, die darueber gar nicht (mehr) nachdenken, erstaunen mich, vielleicht, weil ich das Thema tatsaechlich ausserordentlich interessant finde.
Nicht aus spiritueller oder emotionaler Sicht, sondern von der intellektuellen Perspektive.
Bin ich hier der Einzige?


Zitat:
Wer spricht von Gegensatz? Für dich ist es eine philosophische Frage, für mich ist der Tod einfach nur das, was nach dem Leben kommt.
Ein bisschen juckt es mich zu fragen, was vor dem Leben war.
Vielleicht ... nichts.
Luthor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.04.2015, 19:46 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

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