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| | #1 (permalink) |
| ~senza fine~ Registriert seit: 09/2008
Beiträge: 5.871
| Beziehung mit psychisch kranken Menschen ![]() Immer wieder lese ich hier im Forum, dass man Menschen mit psychischen Problemen und Suchtverhalten verlassen sollte, bevor sie einem selbst schaden. Mich würde (gerne auch per PN) interessieren, wer hier einen Partner hat, der unter einer Suchterkrankung oder einer diagnostizierten psychischen Erkrankung (bitte kein: ich verstehe sie nicht immer, sie ist bestimmt Borderlinerin) leidet - und dennoch mit ihm zusammen ist. Welche Probleme treten dabei auf, wie werden sie umschifft? Natürlich dürfen auch jene, die sich eine Beziehung zu einem psychisch kranken Menschen nicht vorstellen können begründet schreiben, warum dies für sie nicht in Frage kommt. |
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| | #2 (permalink) |
| Junior Member Registriert seit: 02/2010
Beiträge: 1
| ich vermute, mein partner ist psychisch krank Ich bin mit meinem Freund jetzt seit 2 Jahren zusammen. Die Anfangszeit war wunderschön. Aber es haben sich auch bestimmte Verhaltensweisen abgezeichnet, die mir teilweise komisch vorkamen. Da war in erster Linie eine übermäßige Eiersucht und ein unbegründeter Hass auf alle meine Freunde. Komischerweise nur ein Hass auf Menschen, die mir wichtig sind. Flüchtige Bekannte gerieten nicht in seine Schusslinie. Er war sich einfach sicher, dass meine Freunde ihn nicht mögen und nicht wollen, dass ich mit ihm zusammen bin, obwohl nie ein Streit oder Ähnliches stattgefunden hat. Zusätzlich war er sich auch schnell sehr sicher, dass ich mit meinen wenigen männlichen Freunden ein Verhältnis habe. Außerdem ist die für ihn einzig logische Erklärung, warum ich mich mal mit meiner besten Freundin auf´n Kaffee treffe, die, dass wir Sex haben. Eine andere Begründung kann es nicht geben. Auch mit meinen Arbeitskollegen habe ich ein Verhältnis. Aber seine Vorwürfe ergeben keinen Sinn. Es passt nichts zusammen und ist soo fern von jeglicher Logik. Seit Weihnachten 2009 hat nun auch noch eine Antipathie gegen meine Familie begonnen. Mein großes Problem ist, dass es nicht möglich ist, mit ihm zu reden. Er ist sich allem so sicher und lässt keine andere Meinung als seine gelten. Ich habe seit ich ihn kenne noch nicht ein einziges Mal daran gedacht, ihn zu betrügen. Ich liebe ihn so sehr, weil er, von diesen Problemen mal abgesehen, ein ganz wunderbarer Mensch ist. Ich habe ihm schon so oft gesagt, wie ich für ihn empfinde und dass er ohne Zweifel der wichtigste Mensch für mich ist, aber er sagt dann nur, dass ich ihn ausnutze und alle anderen Menschen viel wichtiger für mich sind, als er. Ich verbringe 99% meiner Zeit mit ihm. Freunde treffe ich selten bis gar nicht, weil ich weiß, dass er dann ne Woche nicht mit mir redet. Das ist schon sehr belastend für mich,weil ich auch das Bedürfnis habe, Menschen, die mir wichtig sind, zu sehen. Die einzige Zeit, die wir nicht zusammen verbringen, ist meine Arbeitszeit. Er arbeitet nicht. Er wirft mir aber vor, ich würde ihn vernachlässigen, weil ich arbeiten gehe. Ich verbringe am liebsten soviel Zeit wie möglich mit ihm und das ist auch die Realität, aber er behauptet (ohne irgendeinen Bezug zur Realität), ich würde meine Zeit mit anderen Menschen verbringen.....! Jetzt habe ich mich mal im Internet umgeschaut und bin auf "Paranoide Persönlichkeitsstörung" gestoßen. Es stimmt einfach alles, ohne Ausnahme alles! Ich weiß, dass er ab und zu zu einer Neurologin geht, aber dass weiß ich nur, weil ich mal n Terminzettel gefunden habe. Er hat alles abgestritten, als ich ihn darauf angesprochen habe. Ich denke, dass es ihm vielleicht peinlich ist und hab dann nicht weiter nachgebohrt. Ich dachte mir auch, dass er vielleicht irgendwann von selbst auf mich zu kommt, aber bisher kam da noch nichts. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Ich würde gerne etwas für ihn tun. Ihn irgendwie unterstützen oder ihm helfen, aber ich weiß nicht wie. Mit ihm reden funktioniert ja nicht. Er fühlt sich einfach immer provoziert, wenn ich meine Probleme anspreche. Ich möchte reden, aber er blockiert. Ich kann mich auch nicht einfach trennen, weil ich schon denke, dass es keine Zukunft für uns gibt. Ich fühl mich einfach so gut bei ihm, wenn er nicht diese paranoiden Gedanken hat und einfach der Mensch ist, in den ich mich verliebt habe. Ich bin einfach ratlos und fühl mich irgendwie wie gelähmt, weil, egal was ich versuche, es geht einfach alles nach hinten los... |
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| | #3 (permalink) |
| Junior Member Registriert seit: 01/2010
Beiträge: 33
| Hallo, ich bin mit meinem Partner seit 4 Jahren zusammen. Wir haben uns in einem Internat kennen gelernt. Er war ein sehr ruhiger Typ und das hat mir gefallen, da ich genau gegenteilig bin und mir seine Ruhe immer sehr gut getan hat. Unser Bekanntenkreis hat mir abgeraten, was mit ihm anzufangen, da er in der Vergangenheit sehr große Probleme mit Drogen hatte. Sie meinten, wenn er einen Rückfall hat würde ich damit nicht klarkommen und unglücklich werden - ich solle das nicht riskieren. Ich habe nicht hin gehört und bin vor anderthalb Jahren mit ihm zusammen gezogen. Er hat in der vorherigen Zeit keine Drogen genommen, ist in unserer Beziehung richtig aufgeblüht. Habe ihn auch immer unterstützt und ihm zugehört usw... Nunja... letzten Sommer hat er eine neue Arbeitsstelle angefangen und dort Menschen kennen gelernt, die nicht gut für ihn gewesen sind. Sie haben ihn nach drei Jahren wieder an die Drogen gebracht... er konnte irgendwann nicht widerstehen.. Er hat in der Arbeit Alkohol getrunken und gekifft. Als ich ihn drauf ansprach wurde er plötztlich aggressiv. Er vernachlässigte mich und sich selbst wieder, half mir nicht im Haushalt, duschte nicht, achtete nicht auf sich und seine Hygiene... Wir stritten manchmal nächtelang - ich habe mich gewundert das nie jemand die Polizei gerufen hat - aber ich konnte zu ihm nicht durch dringen. Er hat mich zwar niemals geschlagen, aber Möbeleinrichtungen mussten herhalten, er hat nicht mehr gelacht, war nur noch nervös und depressiv, hat sich Filme geschoben die nicht mehr schön gewesen sind -> Psychose Wie er letztlich davon losgekommen ist, weiss ich nicht mehr. Er wollte ein paarmal ausziehen, ich hätte ihn ein paarmal fast rausgeschmissen. Er hat in seinem Wahn ein kaputtes Schrottauto gekauft was nach 3 Monaten der Benutzung total im Eimer war und unsere gesamten Erparrnisse dafür ausgegeben. Irgendwann hat er wohl selbst verstanden, dass mit ihm was nicht stimmt und er wurde auch wieder offener für Gespräche. Er hat verstanden, wie er mich behandelt, das er alles gefährtet, was wir uns je aufgebaut haben. Ich habe in der schlimmen Zeit gedacht, es würde nie wieder so schön werden wie es damals war. Er hat mir so gefehlt und ich hätte alles dafür gegeben, meinen "alten" Freund wieder zu haben, der stundenlang mit mir gekuschelt, mich in den Arm genommen hat. Mit dem ich was unternehmen konnte, lachen konnte. Jetzt weiss ich aber - ich habe ihn wieder. Es hat lange gedauert, es war kräftezehrend, es war teilweise grausam. Aber es hat sich gelohnt. Er hat dadurch gesehen, wie schnell ein Rückfall gehen und was man dabei alles zerstören kann. Er hält seitdem sogar Abstand von Alkohol. Eine Suchterkrankung ist nicht heilbar. Es besteht immer ein Risiko, dass die Menschen rückfällig werden - dann muss man immer wieder neu aufbauen. Man kann diesen Menschen nur Liebe und Geborgenheit geben, denn das brauchen Sie dringend. Ansonsten gehen solche Menschen irgendwann zugrunde. Ich liebe ihn und bin froh, das wir diese Krise überstanden haben. Ob ich das jedoch nochmal schaffen würde, weiss ich ehrlich gesagt nicht. |
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| | #3 (permalink) |
| Verbraucherinformant Registriert seit: 21.08.2005 Ort: Litfaß Beiträge: 4682 | |
| | #4 (permalink) |
| Member Registriert seit: 02/2010
Beiträge: 294
| Ich persönlich sehe es nicht so sehr als ein Problem an, ob eine psychische/körperliche Erkrankung vorliegt, sondern wie der/diejenige damit umgeht/umgehen kann. Was nicht geht und auch nicht funktionieren kann, haben die Vorschreiber geschildert. Da hat jemand mutmaßlich psychische Probleme (Sucht ist ja neben körperlicher Abhängigkeit oft auch ein psychisches Problem), beide wissen das, aber der Betreffende geht nicht verantwortungsvoll damit um. Da geht dann nur, sich mit dem unbefriedigenden Zustand arrangieren oder gehen. Schwierig ist der Umgang mit psychischen Erkrankungen eigentlich nur dann, wenn der Erkrankte akut erkrankt ist (also noch keine Therapie begonnen wurde) oder sich nicht um die Erkrankung verantwortungsvoll kümmert. Ist letzteres gegeben, dann gibts in der Regel keine großen Probleme, bzw. werden die Probleme immer kleiner. Bei Leuten, die so sehr psychisch krank sind, dass selbst bei verantwortungsbewusstem Umgang nur noch Krankheit übrigbleibt (das gibts ja durchaus) ist eine "gesunde Beziehung" eben manchmal schlicht unmöglich. Ein Komapatient kann auch nicht tanzen gehen-so isses nunmal. |
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| | #5 (permalink) |
| Junior Member Registriert seit: 02/2010
Beiträge: 13
| Ich will nicht zu tief aus meiner Vergangenheit hier graben. Ich war einige Zeit lang mit einer psychisch kranken Frau zusammen (inkl Suizidversuch ihrerseits). Der schwerste Punkt daran....also für mich...ist, das man als Partner nicht helfen kann. Natürlich möchte man seiner Frau helfen, sie idealerweise heilen- aber man selbst kann es nicht. Man kann viele kleine Dinge machen- den Rücken stärken, auch mal gepflegt den Kopf waschen, geborgenheit geben...aber eine psychische Erkrankung heilen eben nicht. Man ist selbst a) nicht dafür ausgebildet und b) selbst wenn man es wäre, zu befangen. Und glaubt mir...es gibt kaum etwas quälenderes als die Erkenntnis, dem geliebten Menschen nicht helfen zu können. |
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| | #7 (permalink) |
| Golden Member Registriert seit: 01/2009 Ort: Out of Space
Beiträge: 1.103
| Bin auch manchmal depressiv, einige Selbstmordversuche habe hinter mir, sind natürlich misslungen... ich weiß nicht ob das schon als psychisch gestört gilt, aber ich glaube sobald man sich die brutalsten Tötungsmethoden für sich selbst ausdenkt muss man das schon irgendwie sein... Ich habe noch nie, noch kein einziges Mal meine Depressionen und anderes an irgendeinem Mann ausgelassen! Es hat nie einer etwas davon zu spüren bekommen, größenteils habe ich das auch verschwiegen. Ehrlich gesagt glaube ich, dass psychisch gestörte Menschen/süchtige Menschen viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind um eine Beziehung zu führen. Dann geht es immer nur um ihr Wohlbefinden, um ihre Probleme und der Partner kommt zu kurz bis die Trennung unausweichlich ist. Selbst ich würde mir das nicht antun wollen. Ich kenn so einen armen Kerl, der mit einer Borderlinerin jahrelang zusammen war. Er hat ihre Launen ertragen, sich aufgeopfert, war immer nur für ihre Bedürfnisse da... und was ist? Sie hat ihn gleich nach einer Therapie verlassen, so als ob er an allem schuld gewesen wäre und sich dem nächstbesten in die Arme geworfen. Ich glaube sowas passiert recht häufig. Geändert von Verloren-im-All (12.02.2010 um 04:58 Uhr) |
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| | #8 (permalink) | ||
| Member Registriert seit: 02/2010
Beiträge: 294
| Zitat:
Und das jemand jemanden verlässt und am nächsten Tag wen neues hat, auch das gibts zu hauf in der Welt unabhängig von irgendwelchen Krankheitsbedingungen. Zitat:
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| | #9 (permalink) | |
| Guest | Zitat:
Und das finde ich im nachhinein auch das grösste Problem zwischen uns...wir haben beide versucht für den anderen da zu sein, haben es aber nicht geschafft weil wir zu sehr mit unseren Problemen beschäftigt sind ![]() Ne' sehr nahstehende Bekannte die uns anfangs sehr oft miterlebt hat, meinte vor kurzem, das wir uns ständig gegenseitig runtergezogen haben und auch danach mit unserem liebevollen Umfang wieder aufgebaut haben - letztendlich haben wir uns dann aber wieder runtergezogen... | |
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| | #10 (permalink) |
| Guest | ich denke das jeder hat in gewisse sicht etwas von hau weg, also ich habe bis jetzt es gemerkt , einen menschen der alles geregelt hat in normalen bereich und stabil habe ich noch nicht kenngelernt.Ich glaube es geht bei diese thema nur darum wie man umgeht mit den andern und so das es der liebe nicht weh tut. Ich weiss das ich bestimmte erkrankungen eines menshchen könnte gut verkraften und lernen damit umgehen und es gibt wo ich in voraus sage das wird nicht gut enden den ich würde an meinen persöhnlichen grenzen kommen. Ich glaube diese thema liegt jeden für sich überlasen wie weit mann mit erkrankung anderes menschen umgehen kann oder nicht. |
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