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Alt 03.05.2006, 15:25  
AndrewAustralien
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Zitat von Toktok
Das sind völlig übliche Vorgehensweisen, wenn es um Umfragen geht.
Bei Wahlumfragen wird es nicht anders gemacht; da werden auch oft nur 1000 Menschen befragt, und sehr häufig liegen hinterher die tatsächlichen Ergebnisse ziemlich nah an den Umfrageergebnissen. Die Umfrageergebnisse der verschiedenen Institute liegen ebenfalls sehr häufig nah beieinander.
Selbstverständlich kann es Abweichungen von den Prognosen geben, doch liegen diese in den allermeisten Fällen innerhalb der statistischen Unsicherheit.

Wenn 1000 Menschen vor einer politischen Wahl befragt werden, fragst du auch nicht, wie repräsentativ diese Auswahl tatsächlich ist. Wenn man Pech hat, wählt man per Zufall 1000 Menschen aus völlig verschiedenen Teilen des Landes aus, welche ihre Stimme alle ein und der selben Partei geben wollen. Das ist jedoch nicht nur statistisch extrem unwahrscheinlich, sondern auch in der Realität noch nie vorkommen, wie die tatsächlichen Wahlergebnisse hinterher stets belegt haben.

In diesem Fall sind deine Zweifel also völlig unbegründet. Hast du etwa andere Ergebnisse erwartet, oder besser gesagt: erhofft?

Sieh dir beispielsweise diese Umfrage an, die ergeben hat, dass die meisten Iraker einen möglichst baldigen Rückzug befürworten.

Dort hat man landesweit 1150 Menschen ausgewählt, darunter 150 Sunniten. Der Fehlerspielraum beträgt +/- 3%.
Bedenkt man, dass die Ablehnung der Besatzung unter den Sunniten noch viel deutlicher ausgeprägt ist, als unter allen anderen Bevölkerungsgruppen, und bedenkt man, dass sie zwischen 30 und 35% Anteil an der Bevölkerung halten, hätte die Umfrage höchstwahrscheinlich eine noch deutlichere Befürwortung des Rückzugs ergeben (auch wenn über 70% schon deutlich genug sind), wenn man unter den 1150 Personen nicht nur 150, sondern gemäß ihres Anteils an der Bevölkerung fast 400 Sunniten befragt hätte.
Wie ich gestern sagte, wie viele Menschen man befragen müßte, ist ein anderes Thema.

In meiner letzten Antwort über Meinungsforschung habe ich mich gefragt, nachdem ich die Info in deinen Quellen vergeblich (weil sie nicht da ist) gesucht habe, wie sie meinen, sie hätten die Leute neutral und geltend ausgewählt. Wie viele Sunniten, Schiiten und Kurden sie gefragt haben ist nur ein Thema. Man weiß ungefähr den Anteil jeder dieser größeren 3 Bevölkerungsgruppen an der Gesamtbevölkerung, das wäre also möglich. Aber das ist nicht alles. Man sollte zum Beispiel nicht alle Sunnis, die man fragt, in einem der Landesteile finden in dem sie eine Mehrheit sind.

Wichtiger, es würde im Irak Leute geben, die Angst hätten, mitzumachen (wie bei den Wahlen) und Leute die meinen, sie müßten eine bestimmte Antwort geben. Und wie man eine bilanzierte Anzahl an Menschen landesweit findet, ist mir immernoch nicht bekannt. Wie gesagt, auch bei der BBC wäre ich skeptisch. Wenn das (ganz spezifisch das, nicht die Anzhal der Befragten oder Erklärung der Mathe und Statistik) in einer Sondererklärung in deinem neuesten Link (im zitierten Beitrag) zu finden ist, kannst du mir sagen, dann schaue ich.
In deinen anderen Links war das nicht zu finden.
Nur die Anzahl an Menschen, die befragt wurden, und mal daß es "landesweit" gemacht wurde. (Keine Ahnung, wie, wenn es gefährlich ist und Bürgerkrieg gibt.) Und das reicht nicht. So kann man es ruhig in Ländern machen, in welchen es keine Kriegszustände gibt. Was ich als Ergebnis gern sehen würde, ist wieder etwas anderes und ändert die Gültigkeit einer Umfrage nicht. Meine Meinung passe ich auch nicht an die der Mehrheit an, egal was das Thema ist.

Geändert von AndrewAustralien (03.05.2006 um 15:31 Uhr)