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Alt 21.05.2001, 06:43  
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Tja, ich versuche zwar, mein Selbstvertrauen immer wieder aufzupäppeln, aber nach so langer Zeit hat mich sein Verrat doch tief im Innern verletzt und mein mühsam erworbenes Selbstvertrauen angekratzt.
Ich zögere, alle Brücken hinter mir abzubrechen, da ich nicht überstürtzt geheiratet habe. Ich dachte, wir hätten uns gründlich geprüft und habe mir ein Leben mit ihm eingerichtet, seine Unzulänglichkeiten akzeptiert. Ich war nicht darauf eingestellt, nocheinmal ganz neu zu beginnen. Ich habe viele Kompromisse gemacht. Er hat mich auch mal geliebt. Jetzt scheine ich als Ehefrau aber nur die Ablösung seiner Mutter zu sein. Früher war sie seine Vertraute, seine Ratgeberin, seit vielen Jahren war ich es. Jetzt hat er sich von uns beiden emanzipiert und wirft uns weg. Ich wollte zwar, daß er lernt, sein eigenes Leben zu Leben, unabhängig zu werden, erwachsen. Doch wahrscheinlich hat er sich nur eine neue Vertaute gesucht, mit der er jetzt neues entdecken kann. Ich habe Vertrautheit als etwas Positives geschätzt. Für ihn bedeutet es Langeweile. Er sagt, daß er meine Vorlieben, meine Ansichten, jede Reaktion meines Körpers vorhersagen kann. Da fehlt das unentdeckte Land, das Abenteuer, die Jagd. Mit mir neues zu erforschen ist für ihn wie Schach gegen sich selber zu spielen. Außerdem investiert er nur Arbeit in eine Beziehung, wenn der Reiz des Neuen dabei ist. Ansonsten siegt sein unbändiger Drang zur Faulheit.
Als ich schwanger war, wurde ich ständig von Männern umschwärmt. Ihren Augen war deutlich anzusehen, daß sie unheimlich gerne meinen Bauch berührt hätten. Nur mein eigener Mann und der Vater meines Kindes tat dies fast nie und nur nach Aufforderung, wenn sich Kindsbewegungen zeigten.
Selbst sein eigener Bruder hat mich mal gefragt, wie ich es bloß mit ihm aushalte. Doch wenn er motiviert ist, ist er echt liebenswert. Doch leider kann ich ihn zur Zeit nicht mehr motivieren und wahrscheinlich nie mehr.
Doch was gewinne ich, wenn ich ihn verlasse ?
Ich schlafe nicht gerne alleine. Traurig, aber wahr. Der Mensch hat nur einen zu fürchtenden Feind: seinen Artgenossen. Einen Hund darf ich hier nicht halten. In einer neuen Wohnung würde ich darauf achten, daß Hundehaltung möglich ist. Hunde sind wenigstens treu....
seven of nine m. UE ist offline