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Alt 28.11.2008, 11:53  
Jetlag
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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
Da die Kapitalisten in stetem Wettbewerb stehen und der Erfolg von Toyota die Niederlage von GM bedeuten kann und damit auch der Erfolg der Japanischen Arbeiter, die Niederlage der Amerikanischen.
Warum sollte der Erfolg des Einen dem Anderen schaden? Seltsame Neid- und Missgunst-Theorie.

Wie gerade die Automobilbranche zeigt, ist das Gegenteil der Fall. Durch Konkurrenz und Wettbewerb entstanden in den letzten 100 Jahren weltweit Millionen von Arbeitsplätzen in der Auto- und Zulieferindustrie. Wie kann das sein, wenn (angeblich) der Erfolg des einen, die Niederlage des anderen bedeuten könnte? Es liegt das Gegenteil vor: der Erfolg des einen hat den Anderen beflügelt, im steten Wettbewerb. Beide sind enorm gewachsen. Und nicht nur die zwei, sondern mit ihnen zahlreiche andere Unternehmen, die sich schrittweise auf riesige Konzerne hoch hievten.

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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
(Oder z.B. Steuererleichterung in der Schweiz den entspr. Finanzplatz stärken und Deutsche Banken damit einen Wettbewerbsnachteil haben etc.) etc. - also die ganze Welt samt ihren Nationen und anderweitigen Gruppierungen in Konkurrenz stehen, - kann es im Kapitalismus nie eine wirkliche vereinte Welt geben!
Was hat das mit „Kapitalismus“ zu tun, wenn der Staat durch Subventionen oder Steuermaßnahmen in das Wirtschaftsgefüge eingreift? Eine vereinte Welt kommt nicht zustande, so lange Parteipolitik in den Ländern in die wirtschaftlichen Geschicke wettbewerbsverzerrend eingreift.

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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
Folglich heisst dies auch weiter, da die Kapitalisten (Produzenten, Konzerne, KMUs etc) und ihre Nationen immer auf ihr Wohl bedacht sein müssen (um im Wettbewerb nicht unter zu gehen),
Zunächst mal ist die Parteipolitik auf ihr Wohl bedacht. Sie wollen wiedergewählt werden. Da wird dann auch gerne kurzfristig und ad-hoc zu populären Maßnahmen gegriffen, die zwar bestenfalls nichts bringen (zumeist schaden), jedoch dem Volk vorgaukeln, dass was „getan“ wurde.

Übrigens sind nicht nur Produzenten „Kapitalisten“, sondern auch Konsumenten. Jeder, der am wirtschaftlichen Leben teilnimmt ist ein Kapitalist. Oder achtest Du etwa nicht darauf, für Dein Geld an Gegenleistung so viel wie möglich zu bekommen? Oder ein gewünschtes Produkt so billig wie möglich zu ergattern? Nichts anderes machen Manager in Konzernen auch, wie Du oder Lieschen Müller beim Wocheneinkauf.

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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
dass keine nachhaltigen Lösung von Politischen und humanitären Konflikten/Krisen möglich sind.
An den Konflikten dieser Welt trägt nicht der Kapitalismus die Verantwortung, sondern machtpolitische Interessen. Was hat es mit Kapitalismus zu tun, wenn ein dort alles bestimmender Warlord, Hasardeur, Diktator oder Despot durchknallt? Was hat es mit Kapitalismus zu tun, wenn Religionsführer zu „heiligen Kriegen“ aufrufen? Was hat es mit Kapitalismus zu tun, wenn sich zwei Länder um Gebiete streiten? Was hat es mit Kapitalismus zu tun, wenn der Iran an einer Atombombe bastelt?

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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
Zumal sogar gewisse Problemlösungen gegen die Interessen von gewissen Kapitalisten verstossen.
Welche Problemlösungen verstoßen denn gegen die Interessen von gewissen Kapitalisten?

Mir scheint, dass Du gar nicht weißt, was „Kapitalismus“ bedeutet. Du kannst es auch mit „freier Marktwirtschaft“ übersetzen.

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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
Interessengruppen, die aus diesem oder jenem Profit/Einkommen schlagen/generieren können.
Die nächste Neid- und Missgunst-Ideologie. Selbstverständlich ist *jeder* auf Profit aus. Du nicht? Wenn Du Dir einen Fernseher kaufen willst, vergleichst Du dann nicht Preise? Möchtest Du nicht möglichst viel für Deine Arbeitsleistung verdienen und möglichst wenig für das bezahlen, was Du konsumierst?

Tja, genau so ist das bei allen anderen auch!

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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
Die Welt gestaltet sich heute rein hegemonial. Das heisst, wer mehr wirtschaftliche Macht hat, gewinnt an politischer Macht. (z.B. China). Und auch innerhalb der Nationen (z.B. US-Rüstungsindustrie setzt sich mit Kriegsforderung durch)
Die Rüstungsindustrie ist ein Beispiel für eine Industrie, die ausschließlich deshalb zustande kam und existiert, weil es definitiver politischer Wille ist. Das hat mit Kapitalismus nichts zu tun. Gäbe es diesen massiven Einfluss der Politik nicht, gäbe es auch keine Rüstungsindustrie.

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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
Es ist nahezu unmöglich alle Interessengruppen zu durchleuchten. Von Pfarrern, über Lehrer, allg. Angestellten, über Arbeitgeber, Grosskapitalisten, Manager und Politiker. Es geht immer um Einkommen, Sicherheit und Macht.
Es geht um Freiheit und gleiche Spielregeln für alle. Und in dem Rahmen ist es völlig natürlich, dass sich jeder Partizipant darum bemüht, möglichst viel zu bekommen und möglichst wenig abgeben zu müssen. Das gibt nun mal die Natur, unsere Gene vor. Alle Versuche, den Menschen „umzuerziehen“, um einen „besseren Menschen“ zu schaffen sind grauenvoll gescheitert (100 Millionen Tote durch Sozialismus/Kommunismus, 60 Mio. Tote durch Nationalsozialismus).

Nationalsozialismus und Kommunismus/Sozialismus sind die politischen Ideologien, die das mit Abstand größte Leid über die Menschheit gebracht haben. In beiden Ideologien herrschte die Staatsmacht, die alles dirigierte und entschied. In keinem der beiden Systeme herrschte auch nur ansatzweise „freie Marktwirtschaft“. Die grauenvollen Ergebnisse maximalstaatlicher Intervention sollten alle aus dem Geschichtsunterricht kennen.

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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
Alle wollen sie ihren Posten, ihr Amt, ihre Kunden, ihre Arbeitgeber, (aber auch ihre Freiheit), ihre Gläubigen(Steuer-Kunden), etc behalten und wenn möglich ausbauen.
Richtig. Sie wollen sich weiter entwickeln. Ein ganz natürlicher Vorgang. Ebenso wollen sie Erreichtes absichern. Auch ganz natürlich. Das gebieten unsere Gene und mit ihnen unsere Grundbedürfnisse nach Absicherung, Sicherheit, Schutz, etc.

Was ist daran schlecht?

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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
Da ein Mensch mit einem limitierten Verstand aber nur einen Glauben haben kann und damit nicht gleichzeitig Moschee und Kirche anhängen/ernähren kann. Oder ein Arbeiter mit einem limitierten Lohn nicht einen Toyota und einen Opel gleichzeitig kaufen kann, zwingt alle "Lieferanten" zu gnadenlosem Wettbewerb ums Überleben(Sicherung des Einkommens).
Der „gnadenlose Wettbewerb“ in der Automobilbranche innerhalb der letzten 100 Jahre hat für zig Millionen von Menschen großen Wohlstand gebracht. Es ist eine absolute Erfolgsgeschichte, es ist einfach wunderbar.

Natürlich wird nicht jeder zwei Autos kaufen können. Braucht er auch nicht, denn wir reden hier über Massenmärkte. Und dort ist es so, dass der eine einen Opel kauft und der andere einen Toyota. Und man kann noch unter sehr viel mehr Automarken auswählen und bekommt qualitativ und technologisch hochwertige Gegenleistungen in Form eines Autos.

Es kann auch anders laufen. Wie man „gute“ Autos baut, wenn einzig der Staat entscheidet, können wir am Trabbi der DDR sehen. Es gab keine Auswahl, das Staats-Auto war technologisch völlig veraltet, obendrein qualitativ total bescheiden, maßlos überteuert und zu allem Überfluss auch noch absolute Mangelware!

Ja, SO läuft es, wenn es keine Konkurrenz gibt, wenn der Staat den Wettbewerb ausschaltet und meint, dass besser er die Autos herstellen lässt. Eine reine Farce!

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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
Immer muss Inovation herrschen,
Sehnst Du Dich nach dem Trabbi zurück? Natürlich wünschen sich Menschen Innovationen. Sie wünschen sich stets weitere Dinge, um ihr Leben sicherer, angenehmer, schöner gestalten zu können. Sie wünschen sich Autos, die ihnen maximalen Schutz im Fall von Unfällen bieten. Sie wünschen sich Autos, die zuverlässig sind, einen tollen Hifi-Sound haben. Die schick aussehen. Möglichst noch einigermaßen individuell wirken. Möglichst wenig Sprit benötigen aber möglichst viel Leistung haben. Möglichst viel Platz und Bequemlichkeit sollen die Autos bieten. Praktisch aber auch galant.

Die neuesten Innovationen: Einparkhilfe, Hinderniserkennung (z.B. von spielenden Kindern), Einschlafwarnung, Warnung vor dem unzulässigen Verlassen der Spur, Überwachung des toten Winkels, verbesserter Crash-Schutz bei Seitenaufprällen, bis hin zu verbessertem Fußgängerschutz im Falle einer Kollision. Dann noch ein ACC (Automatic Cruise Control)-System, welches Auffahrunfälle seltener macht. Neue akustische Lösungen, damit der Fahrer sich auch problemlos mit Beifahrern im Fond (z.B. den eigenen Kindern) unterhalten kann, ohne sich umdrehen zu müssen, ohne rumzubrüllen, ohne vom Fahren abgelenkt zu werden, automatische Verständigung vom Notruf im Falle schwerer Unfälle, usw.usf.

Jap, Innovationen. Ist gut so, ist wichtig, ist prima. Ich freue mich schon.

Sag mal, Du, der ja (angeblich) so gegen Innovationen bist, surfst Du mit einem 386er PC durchs Internet?

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Zitat von Arthurio Beitrag anzeigen
immer muss versucht werden den Lohn zu drücken,
Wer drückt denn den Lohn? Die eine Seite möchte möglichst hohe Lohnzuwächse (Arbeiter, Gewerkschaften, Angestellte), die andere Seite möchte möglichst niedrige (Unternehmer,…)

Stimmt. Ist so. Und? Was ist daran verkehrt? Ein völlig natürliches Verhalten.

So wie es bei jedem Menschen vorzufinden ist: möglichst viel bekommen und möglichst wenig abdrücken. Klar. Da machst Du auch keine Ausnahme. Ist auch gut und in Ordnung so. Problematisch wird das nur, wenn eine höhere Instanz meint, es „besser“ zu wissen, was „gut“ für Dich ist als Du selbst.

Gruß, Jet