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Alt 22.09.2001, 02:25  
Szeline
Special Member
 
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Beiträge: 7.914
ist schon komisch, daß wir beide das mit derKraft geschrieben haben.
Und im Moment habe ich keine Kraft mehr für andere.
Im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, mir fehlt die Kraft zum Luft hohlen.
Kennst Du das Gefühl, wenn man innerlich erstickt??
Ich beneide Dich so darum, daß Dujemanden hast an dem Du Dich lehnen kannst. Wo Du alles raus lassen kannst.
Ich habe das leider nicht. Das liegt nicht daran, daß ich keine Freunde hab.
Aber ich habe meinen Wohnort gewechselt. Die Menschen die vieles meiner Geschichte miterlebt haben, wohnen weit von mir weg.
Die schlimmste Zeit hatte ich vor zwei Jahren in Köln.
Die Freundin die meine totgeburt miterlebt hat ist weit weg.
Ich sehe sie so selten.
Und meine Freunde hier haben keinen Bezug dazu.
Sie haben nicht gesehen wie ich grün und blau gesclagen nach meiner Vergealltigung halb nackt an eine fremde Tür geklopft habe.
Sie sehen nicht die Frau die sich ein Jahr in ihrer Wohnung eingesperrt hat, weil sie Angst vor der Realität hatte.
Sie kennen auch nicht die Frau die monatelang geheult hat und auf die man aufpassen mußte, damit sie sich nix antut.
Sie kennen nur die Frau die mit einem Lächeln auf dem Gesicht durch die Welt läuft, als würde sie nur ihr gehören.
Ich habe aufgehört Menschen meinLeid zu erzählen.
Sie kennen mich nur oberflächlich.
Sie kennen nur das Partygirl was immer für gute Stimmung sorgt.
Sie kennen nicht mich.
Meine beste Freundin wohnt 700 km von mir weg.
Ich vermisse sie so.
Ich habe hier niemanden dem ich so vertraue wie ihr.
Und ich glaube, ich will auch niemanden mehr so nah an mich ran lassen.
Ich habe Angst anderen ein Klotz am Bein zu sein.
Ich bin in der Partygesellschaft. Da ist keinPlatz für Tränen.
Deswegen sieht auch keiner, daß ich am Ende bin.
Ich muß sagen, so schlimm wie jetzt ging es mir noch nie.
Und weißt Du was das schreckliche ist??
Ich fange an mich durch andere Menschen zu definieren.
Ich selber habe mir den Wert an meiner Person abgesprochen.
Ich komm mir vor wie ein Stück Scheiße.
Irgendwie muß ich das alles ja verdient haben. Ich fühle mich nur gut, wenn sich jemand anderes mit mir gut fühlt.
Ist das nicht traurig???
Und ich habe so eine Angst.
Ich habe Angst nicht mehr da zu sein. Ich hab ja schon mal geschrieben, daß ich letztes Wochenende bei Sternenfahrer geschlafen hab und ich das erste Mal seit langem wirklich schlafen konnte.
Ich weiß genau woran das liegt. Weil ich das Gefühl habe, wenn jemand neben mir liegt, dann habe ich keine Möglichkeit zu entfliehen.
Seit vier Wochen gehe ich Abends ins ett mit dem Wunsch nicht mehr wach zu werden.
Ich ertrag das alles langsam nicht mehr.
Das merkt aber keiner, denn ich sag es ja auch nie.
Ich bin ja immer ach so gut drauf und hab ja so tolle Laune.
Scheiß drauf. alles Maskarade.
In Wirklichkeit habe ich keine Lust mehr auf diese Gott verdammte Scheiße.
Und was das traurigste ist, ist miene Sehnsucht nach Banalitäten.
Ich wünsche mir nichts mehr in meinem Leben als einen Menschen, der mich einfach liebt. Mich in den Arm nimmt und der mich auffängt.
Denn im Moment befinde ich mich im totalen Sturzflug.
Und was für mich ganz schlimm ist, ist die Tatsache, daß ich so viele Menschen verschrecke.
So viele Menschen bauen keine Beziehung zu mir auf, weil sie sich mir nicht gewachsen fühlen.
" Ach bist Du eine tolle Frau. So viel erlebt und immer noch so lebenslustig. Da kann ich gar nicht mithalten"
NONSENSE.... Es sieht keiner wie zerbrechlich ich im Moment bin.
Gestern war ich an der Salzach spazieren. Ein großer kalter Fluß.
Ich stand an einem Abhang, schaute auf das dunkle Wasser und das einzige was mir durch den Kopf ging war : SPRING
So sieht es aus. Ich will keine Bewunderung mehr wie toll ich das doch alles verarbeite.
NIX absolut NIX ist verarbeitet.
Ich habe nur einen Weg gefunden mich damit abzufinden. Der Schmerz ist aber immer noch da.
Und die Tatsache, daß ich lebenslustig bin liegt nur daran, daß ich jeden Tag aufs neue meinen Kampf mit den Schmerz kämpfe.
Bis jetzt hab ich gesiegt.
Aber ich habe Angst, daß ich eines Tages den Kampf verliere.


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