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Alt 27.05.2009, 19:12  
poor but loud
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Ganz anders in vielen Ballungsgebieten des heutigen Deutschland: Wer kein Geld hat, lebt inmintten von Leuten, die auch kein Geld haben. Die Armen ziehen sich gegenseitig herunter. Niemand sieht mehr eine Perspektive, weil er permanent von Leuten umgeben ist, die mit der Bierflasche vor dem Fernseher sitzen und es längst aufgegeben haben, Bewerbungen zu schreiben. Die Jugendlichen sehen in der Elterngeneration niemanden, der es zu etwas gebracht hätte. Schule und Ausbildung erscheinen entbehrlich. Wenn man etwas braucht, klaut man es. Niemand weiß, mit was für Leuten seine Nachbarn so zu tun haben. Keiner möchte dabei gesehen werden, wie er einen Polizisten in die Wohnung lässt oder wieder herauslässt. Schlägereien und Drogenhandel werden Tür und Tor geöffnet, weil sich niemand mit der Polizei einlassen will. Das, lieber Anarch, sind die Zustände, die Du im ganzen Land haben willst: Unbeschränkte Freiheit, keine Grenzen für den Einzelnen und somit das "Recht" des Stärkeren. Letzteres propagierte Hitler übrigens auch, mit dem Unterschied, dass sein Sozialdarwinismus nicht die Stärke des Individuums fördern wollte, sondern die Unterwerfung schwächerer Völker durch stärkere anstrebte. Denk Du, der Du mit den Hitler-Vergleichen angefangen hast, einmal in Ruhe darüber nach! So primitiv, einfach nur eine inhaltsleere Retourkutsche abzulassen, bin ich nämlich nicht.

Leider haben auch die leninistischen Staaten schwere Fehler gemacht. Stalin z. B. hatte, obwohl ich ihn ansonsten für den genialsten Wirtschaftspolitiker aller Zeiten halte, eine Hungersnot zu verantworten und war außerdem ein Gewaltherrscher.

So müssen wir uns eben mit der zweitbesten Lösung zufriedengeben, und das sind die Demokratie und die parlamentarische Monarchie. Diese Systeme sind es wert, verteidigt zu werden, denn hier können Menschen seit mehr als einem halben Jahrhundert in Frieden und ohne Angst aufwachsen. Und wenn jemand Hilfe braucht, bekommt er sie, zum Beispiel in Form von Alters- und Erwerbsunfähigkeitsrenten oder in Form einer Entziehungskur, die die Erwerbsunfähigkeit vermeiden soll. Eine solche Kur habe ich auch schon mitgemacht, und da wurde niemand gedrillt oder gefoltert. Wer weglief, durfte froh sein, wenn er überhaupt jemals eine zweite Kur bewilligt bekam. Und erzähle mir nicht, dass es anders war und dass ich es nur einfach nicht bemerkt hätte und dass Du Dich damit auskennen würdest. Der Einzige, der nichts merkt, bist Du.

Was Deine Wortspiele anbetrifft: Die sind nichts weiter als, pardon, aufgeschäumter Dünnschiss. "Sexueller Missbrauch" und "Vergewaltigung" sind angemessene Begriffe zur Beschreibung dieser Straftaten, und sie werden, wie ich schon erwähnt habe, unterschiedslos auf Opfer jeglichen Alters und Geschlechts und jeglicher physischen Konstitution angewandt. In dem Moment, in dem ein besonders muskulöser und mit besonderen Befugnissen ausgestatteter Dienstwaffenträger von einem 40-Kilo-Hänfling von hinten überwältigt und entwaffnet wird, ist der kräftigere der beiden Männer Opfer, das wirst Du doch wohl nicht bestreiten wollen?

Besonders peinlich sind Deine Ausführungen zum Thema abartig und Aufartung. Zunächst einmal geht es im einen Falle um schwere Sexualstraftaten und im zweiten um einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen ausreichend gereiften Menschen, die nach nationalsozialistischen Vorstellungen nicht zueinander passen, weil ihre Sexualbeziehung "Rassenschande" sei. Dies auf eine Stufe zu stellen, ist ein starkes Stück. Schade für Dich, dass es in Deutschland keine für Dich geeigneten Arbeitsplätze mehr gibt. Einen einzigen gab es mal, aber der wurde aufgelöst - sein bisheriger Inhaber hieß Joseph Goebbels. Deine "Argumentation" steht der seinen an Arroganz, Verlogenheit, Menschenverachtung und Skurrilität in nichts nach. Die größte Peinlichkeit Deiner "Argumentation" besteht übrigens darin, dass Du hier auf den Gegensatz zwischen auf und ab anspielst, aber "ab" ist in diesem Falle gar kein deutsches Wort. Abartig ist die deutsche Entsprechung von abnorm, und die Vorsilbe "ab" gehört zu einer Gruppe von Vorsilben (ab, an, il, im, in, ir), die in zahlreichen Fremdworten (z. B. abnorm, anorganisch, illegitim, impotent, inkonsequent oder irregulär) vorkommen und zeigen, dass es sich bei dem Wort um das Gegenteil des ohne diese Vorsilbe gebildeten Worts handelt.

Schon peinlich, wenn man tiefstschürfende Klugscheißereien über die Sprache ablässt und dabei über Begriffe stolpert, die man selber nicht versteht.
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