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Alt 23.11.2010, 11:20  
Paradigma
Weisheit in Tüten
 
Registriert seit: 11/2010
Ort: östlich von Westfalen
Beiträge: 4.995
Hallo Kristina,

entschuldige die Verwirrung die mein Posting gestiftet hat.

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bsp bei solchen dingen immer total verarscht : alles gebügelt, schön in den schrank rein und er schmeißt JEDEN TAG seinen kompellten schrankinhaklt auf den boden!
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Weißt, es ist tatsächlich ok, wenn ein Partner die gesamte Hausarbeit übernimmt, und dafür weniger arbeitet. Nicht ok ist, wenn der Partner diese Hausarbeit so gering achtet.

Jetzt gibt es ja Menschen, die grundsätzlich das "Schlamper-Gen" in sich tragen. Mein Ex-Mann war so einer. Alles blieb liegen, nichts wurde fertig gemacht. Nervtötend. ABER er hat sich um Haushalt und Kinder und Einkaufen und alles mögliche gekümmert - halt auf seine eigene nachlässige Art.

Aber dein Mann scheint einmal anders gewesen zu sein, und hat dieses Verhalten erst in den letzen Monaten entwickelt, oder hab ich dich falsch verstanden? Ich glaube, euer Problem liegt irgendwo anders - auf dem Haushalts-Schlachtfeld wird nur der Kampf geführt, der eigentlich um einen ganz anderen Konflikt geführt werden müsste. Und ihr habt Euch da beide ganz schön reingesteigert, wenn ich das so lese:

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muss immer alles nachkonrollieren wie bei einem kleinkind, ob der kleine junge auch alles schön brav gemachct hat, was man ihm als aufgabene gegen hat!
ich hab sogar sorge manchmal für nur 2 tage wegzufahrne weil ich nur an die wohunung denken kann , was mit ihr ist..!
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Wie gesagt - für mich hört sich das nach einem verschobenen Krieg an: Warum hat dein Mann auf einmal keine "Lust" mehr, sich um euer gemeinsames Heim zu kümmern?

Ein paar Ideen:
- Es stinkt ihm, das er mehr arbeitet als du, und ist der Ansicht du nutzt ihn finanziell aus.
- Er hat es zuhause gelernt, das ihm "Bedienung" durch die Frau zusteht, und ist sauer, das du deinen Part nicht erfüllst.
- Er möchte keine Nähe mehr zu dir (Liebe abgeflaut, andere kennengelernt?). Damit zwischen euch keine Nähe aufkommen kann, lässt er das Haushaltsthema nicht zur Ruhe kommen.

Da Auszusteigen wird schwer. ICH bin zum Beispiel selber eine schlechte Hausfrau, und lebe mit zwei Teenagern zusammen. Die sind ähnlich drauf wie dein Mann Machen viel Dreck, aber nichts wieder weg – jedenfalls nicht freiwillig. Mir hat es geholfen, 3 Stunden die Woche eine Putzfrau anzustellen. Seitdem hab ich wieder saubere Fußböden.

Außerdem kümmere ich mich nicht um die Kinderzimmer - ihr "Zeugs" schmeiße ich in ihre Zimmer, und mache die Tür dahinter zu. Und einmal im Monat schaufeln mein sohn und ich zusammen die Schichten an dreckiger Kleidung, leergefutterten Chipstüten, halbgelesener Bücher und langvermissten Kaffeetassen vom Fussboden und widmen ein Wochenende dem Waschen und falten - und da muss er schon mit ran. (Meine Tochter ist seit 3 Monaten ganz von selber ordentlich geworden. Die Pubertät treibt seltsame Blüten)

Durch diese Mischung aus externer Hilfe und "Jedem sein eigenes Drecklevel im eigenen Bereich, gemeinsamer Wohnraum bleibt halbwegs ordentlich" konnte ich die "Ordnungsdebatte" deeskalieren. Außerdem müssen sich meine Kids meistens selber "bekochen" - die Unordung danach bekämpfe ich dann, wenn ich heim komme. Nicht optimal, aber lebbar.

Ohne deine Situation zu kennen: Ich würde für getrennte Schlafzimmer sorgen, mir einen Vollzeitjob suchen, und mir eine Putzfrau gönnen. Außerdem würde ich nur meine eigene Wäsche waschen. Wenn dein Mann für seine Wäsche fremde Hilfe (seine Mutter) in Anspruch nehmen will, ist das doch nicht deine Angelegenheit? Das ist eine Sache zwischen Mutter und Sohn.

(Ich als Mutter würde mich scheckig lachen, wenn mein Großer mit dem Wäschekorb anmarschiert käme, und würde ihn flugs heim an seine Waschmaschine schicken. Aber wenn sie gerne wäscht und sonst nichts zu tun hat - warum nicht? Er muss dann immer noch Waschkörbe tragen, und gefaltete Hemden in den Schrank räumen. Oder aus dem Waschkorb leben).

Schwieriger ist es mit dem Kochen. Notfalls würde ich mich eine Zeitlang mit Kantine oder Fertiggerichten begnügen, und gar nicht kochen.

Aber eines würde ich nicht mehr machen: Diskutieren und Meckern.
Hab ich versucht, hat nichts gebracht. Kann ich also nicht empfehlen.

Para
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