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Alt 03.03.1999, 03:26  
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Hi Sydney,
alles in allem glaube ich nicht, daß Dein Freund gerade in eine andere verliebt ist. Aber das will nichts heißen. Daß erwachsene Männer sich verlieben ist selten.
Aber wo ist er die eine Nacht geblieben, als er nicht kam?

Ich glaube, dass der eigentliche Schlüssel zu dem, was Du erzählst in seiner „Untreue“ vor zwei Jahren liegt. Nicht nur Du hast alles nur verdrängt und nicht verarbeitet - sondern auch ER. Da bin ich mir ganz sicher.

copy and past: Artikel „Fremd verliebt“

Wenn alles stimmt in einer Beziehung, dann verliebt man
sich doch nicht!
Frauen, die sich Hals über Kopf verliebt haben, obwohl sie
in einer festen Partnerschaft leben, sehen das anders:
Eigentlich war alles ganz okay, bis dieser Mann kam...
Verliebtsein ist schön, aber wenn es bereits einen Mann
gibt, ein Kind oder auch zwei, dann ist diese Verliebtheit
immer auch ein Riesenschreck: Was immer man tut,
glücklich fühlt man sich nicht dabei. Es tut weh, sich den
anderen, in den man so gnadenlos verliebt ist, aus dem
Kopf zu schlagen. Und es tut weh, den Partner zu
betrügen.

"Wenn ich doch bloß beides haben könnte!" Solche
unrealistischen Wünsche haben in solchen Zeiten
Hochkonjunktur.
Manche versuchen es: treffen sich heimlich mit dem
einen, und suchen Ausreden für den anderen. Andere
ziehen sich von beiden Männern zurück und grübeln
darüber nach, warum sie sich verliebt haben, was das für
Gefühle sind, die der eine weckt und der andere nicht
mehr anspricht. Die meisten kommen zu der Überzeugung,
daß sie sich verliebt haben, weil ihnen endlich wieder
jemand das Gefühl gab, eine begehrenswerte Frau und
interessante Gesprächspartnerin zu sein.

Soll ich meiner Verliebtheit nachgeben? Oder sie
bekämpfen? Die bekannte Schweizer Psychologin und
Buchautorin Julia Onken sagt, daß nicht nur Fremdgehen
eine Ehe gefährdet. Sondern auch das Verdrängen von
Verliebtheitsgefühlen. Warum verliebt man sich, obwohl
man in festen Händen ist? Was tut man, wenn es passiert
ist? Soll man dem Partner/Ehemann alles beichten?
Heimlich beide Lieben leben? Gibt es einen Schutz vor
Fremdverlieben? Oder einen Weg, damit man sich künftig
vom langjährigen Partner genauso begehrt und bewundert
fühlen kann wie von dem Mann, der einem den Kopf
verdreht hat?

Habt ihr über das, was damals war, einmal wirklich offen gesprochen. Hat der alles verarbeitet? Fremdgehen gefährdet eine Beziehung (anfangs) nicht wirklich. Aber wenn man sich fremd verliebt, wird es haarig.
Und wenn man immer wieder fremd geht, ist das ein Indiz, das man sexuell seine Freundin aufgegeben hat.
Vielleicht hat er auch so viel „bereuen“ und Buße tun müssen, daß er dabei irgendwie seine Würde verloren hat? (Das spricht dafür: Du hast gesagt, daß er meinte, daß er schon zuviel bereut hat. Man will immer der „Gute sein“- es ist schlimm, wenn man vom anderen in die Rolle des Bösen gedrängt wird. Auch wenn man es ist.

Habt ihr mal über alles offen und ohne Anschuldigungen gesprochen? Ich habe es versucht, aber meine Freundin wollte nicht. Und je mehr ich es dennoch versucht habe, um so mehr habe ich ihr auch weh getan.

Menschen sind komisch: vor sich selbst will man der „Gute“ sein. Ich habe es gemerkt, als ich in eine andere Frau verliebt war, wie schlecht ich mich gefühlt habe. Tief im innersten hätte ich gewünscht, daß meine Freundin Schluß macht -oder mir eine Liebhaberin erlaubt.
(Da die fremde Frau im Ausland lebt, konnte ich nicht wie so viele andere ein Doppelleben führen). Und ich war meiner Freundin „böse“, daß sie mich nicht „freigab“. Und ich habe es nicht geschafft Schluß zu machen.
Natürlich auch , weil ich sie liebte. Und weil sie immer so lieb war, sie nicht weinen sehen konnte, mir immer sicher war, daß ich mit ihr alt werden wollte, wir so viele gemeinsame Erinnerungen hatten....und und und...
Und ich hatte eine Phase, in der ich ihr absichtlich weh getan habe: und gesagt habe, daß es nicht absichtlich war. Ich habe das alles getan, um meinen eigenen Liebeskummer zu kompensieren. Ich war bestimmt furchtbar.
Mir war das sehr bewußt, warum ich so war- anderen ist es vielleicht nicht bewußt.
Ich weis nicht, wie es in 1-2 Jahren sein wird. Ich werde (lach nicht) mir in diesem Frühjahr wieder ein Motorrad kaufen, um in den Momenten, in denen ich wütend bin, ein Alibi zu haben, alleine zu sein oder auch mal 2 Tage alleine wegzufahren.

Es kann wirklich sein, daß dein Freund ok ist und dass er nur zu überarbeitet ist, um auf Dich einzugehen. (Ich arbeite auch viel- aber trotzdem weis ich, daß „Arbeit“ die Migräne-Ausrede der Männer ist...)
Vielleicht aber kommen alle Dinge, die er nicht verarbeitet hat, in ihm hoch. Und ich könnte mir dann auch vorstellen, daß er insgeheim eine innere Genugtuung hat, so zu tun, als ob das alles nichts wäre und Du nur hysterisch bist.
Eine Möglichkeit ist auch, daß er einfach überhaupt nicht sensibel ist (soll ja bei Männern vorkommen). Aber falls er früher mal sensibel war, spricht alles eher für die oben genannten Dinge.

Hattest Du irgendwann den Eindruck, daß ihr nach Eurer Krise vor 2 Jahren wieder ganz ganz tiefen aufrichtigen wilden Sex hattet?
Und wie war es davor?
Ich glaube, daß alles was, über Beziehungen ohne tollen Sex geschrieben wird (das es wichtigerie Dinge gibt etc.) nicht stimmt.