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Alt 14.05.2013, 12:51  
Sad Lion
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Beiträge: 13.461
Zitat:
Zitat von Sailcat Beitrag anzeigen
Nicht alle, die kritisieren machen das, was du gerade beschrieben hast.
Natürlich nicht. Mit diesem Beispiel ging es mir nur um das Stichwort 'Gerechtigkeitsempfinden', das ich damit ein wenig relativieren wollte.

Zitat:
Zitat von Findus Beitrag anzeigen
Der Thread hat auch deutlich gezeigt, dass nicht objektiv in der Sache argumentiert wird, sondern schön nach Sympathie oder Antipathie argumentiert wird.
Ich bin weder Fan des FCB noch von Herrn Hoeneß, aber trotzdem erscheint mir deine Themeneröffnung zu polemisch. Hier geht es zwar um eine Person des öffentlichen Lebens, die aber rein privat Mist gebaut und sich deshalb auch selbst angezeigt hat. Aufgrund des Steuergeheimnisses hätte die Öffentlichkeit eigentlich nichts davon erfahren dürfen, aber obwohl er diese Selbstanzeige bereits im Januar getätigt hat, wird diese Geschichte erst kurz vor dem CL-Halbfinale von den Medien ausgeschlachtet. Sowas macht mich stutzig. Dich nicht?

Und wie gesagt: unser Staat bietet - zumindest noch - diese Möglichkeit der Selbstanzeige gegen Straffreiheit ganz legal (und keineswegs uneigennützig) an und nicht nur ein Herr Hoeneß hat davon Gebrauch gemacht. Er war weder der Erste noch wird er der Letzte sein. Aber weil er als Manager des FCB die Bevölkerung polarisiert - genau wie sein Verein ja auch - wird daraus in der Öffentlichkeit eine Grundsatzdiskussion generiert, die aufgrund seiner privaten Verfehlung seine berufliche Leistung in Frage stellen will.

Ob man ihn nun mag, oder nicht - der FCB wäre ohne ihn nicht da, wo er heute ist und so entsteht sogar bei mir als Nicht-Fan immer mehr der Eindruck, als wolle man unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit lediglich den FCB schwächen. Dass er durch die Selbstanzeige den entstandenen Schaden beim deutschen Fiskus mit Zins und Zinseszins begleichen wird und streng genommen niemand davon hätte erfahren dürfen, wird dabei unter den Teppich gekehrt, denn es geht ja schließlich nur um Moral, Außenwirkung und Gerechtigkeit...

Das ist es, was mich an dieser 'Debatte' stört. Es scheint hier nicht um die Sache an sich oder gar um alle Fakten zu gehen, sondern nur darum, unter einseitiger Betrachtung den moralischen Zeigefinger zu heben und dem FCB eins auszuwischen.

Zitat:
Wahrscheinlich heißt man so ein Verhalten auch eher gut, wenn man selber Dreck am Stecken hat...und das finde ich bedenklich.
Ich habe weder Dreck am Stecken, noch heiße ich dieses Verhalten gut. Ich verstehe nur nicht, weshalb ein privater Verstoß gegen das Steuerrecht trotz freiwilliger Selbstanzeige als gesellschaftlich geächtetes Kapitalverbrechen diskutiert und die weitere berufliche Eignung in Frage gestellt wird, während man einen offenen Verstoß gegen das Steuergeheimnis - zufällig inmitten der finalen CL-Phase - als Kavaliersdelikt geflissentlich abwinkt und ignoriert. Das hat zumindest für mich ein eigenartiges "G'schmäckle", weshalb ich versuche, diese Geschichte möglichst objektiv zu betrachten und nicht eins mit dem anderen zu vermischen.
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