Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 17.03.2014, 09:54  
Equilibra
Cracking the whip
 
Registriert seit: 08/2009
Beiträge: 10.841
Das sind ja Horrorgeschichte, was ihr hier beschreibt

Auch ich dufte ab und zu die Unwissenden auf dem Weg zur Erleuchtung bringen. Und da habe ich ziemlich schnell geschnallt - außer meiner Mutter wollte niemand erleuchtet werden, nur Arbeit und Stunden des Ärgers abgenommen bekommen.

Meine härtesten Fallen waren mal zwei Bekannten meines Vaters, die sich unbedingt jeweils eine E-Mail-Adresse zulegen wollten. Auf den ersten Blick eine wirklich nicht schwere Aufgabe, doch da war schon die erste Hürde - ich bat sie zu mir zu kommen, da ich sie neben mir haben wollte beim Einrichten und Passwort Aussuchen. "Wie, ich muss aus dem Haus und zu Dir? Könntest Du nicht zu mir kommen?"
Nein, könnte ich nicht. Mit großer Überwindung und innerlicher Enttäuschung kamen sie an. Ich hatte an dem Abend noch Training und die vier bis dahin übrig bleibenden Stunden wären völlig zu viel der Zeit, dachte ich naiverweise. "Ich hab hier schon mal aufgeschrieben, wie meine Adresse heißen soll". Toll. Und jetzt zum Passwort. "Ich weiß nicht, was ich nehmen soll". Kurzes Überlegen von einer halben Stunde, während der ich meine Sportklamotten packe und mich aufs Training vorbereite. Endlich, Passwort ist ausgedacht, jetzt muss es nur noch eingetippt werden und die Sache ist geritzt. Doch, wer sich zu früh freut, wird meist enttäuscht. "Nein, ich möchte nicht, dass Du mein Passwort eintippst, ich mache es selbst". Klar, bitte. Es wird keiner glauben, er hatte zwei geschlagene Stunden probiert das Passwort richtig einzugeben. Mit der Geschwindigkeit ein Finger Klick pro 30 Sekunden...

Wie es mir ging, könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Ich bin wirklich ein ruhiger Mensch, aber da ist mir die Sicherung kaputt gegangen. Wenn man jemanden um Hilfe bittet, sollte man zusehen, dass man jemanden findet, dem man auch halbwegs vertraut.
Moral von der Geschichte, ich durfte das Passwort natürlich immer noch nicht selbst eintippen, was uns vermutlich recht schnell und effektiv vorwärts gebracht hätte, aber gut, ich bin nicht böse. Ich sagte dem Mann ganz klar und deutlich, dass meine Zeit kostbar ist und ich in meinem Leben auch noch paar andere Erledigungen habe, als darauf zu warten wie er zwei Stunden für ein Passwort braucht.

Seit dem nennt er mich "strenge Tochter". Ich nehme an es soll mich beleidigen, ist mir aber egal. Irgendwann hört die Hilfe auf, so selbstlos ist niemand.
Equilibra ist offline   Mit Zitat antworten