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Alt 16.12.2015, 23:48  
TommyMo
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Zitat:
Zitat von Lilly 22 Beitrag anzeigen
Ich halte deine "große Liebe" für einen völligen Trugschluß.
Und das ist nicht böse gemeint.
"Große Liebe" ist ein Beschreibung, wie man selbst fühlt. Dieses Gefühl sagt leider nichts darüber aus, wieviel Erfolg einer solchen Beziehung vergönnt ist - und was nun genau der andere fühlt. Aber ich mißtraue ihm nicht. Wenn das Leben so einfach wäre, wie hier oft unterstellt, wäre die Hälfte von uns nicht geboren worden.

Meiner Erfahrung nach ist "große Liebe" leider in der Regel zum Scheitern verurteilt, weil man an diese Beziehung zu viele Ansprüche stellt. An Beziehungen mit einem Schuß "Vernunftehe" geht man sehr viel realistischer heran. So ist ja auch die Schilderung, denn die beiden mit der großen Liebe stritten sich offensichtlich erheblich mehr unter einander als mit ihren "Vernunftspartnern".

Variante A: Für mich hört sich das alles so an, als wenn er bei der Frau geblieben ist, von der er wußte, daß sie ein Kind von ihm bekam.

Variante B: Ich halte es inzwischen für normal, daß "große Liebe" ein Wunschtraum ist, der nicht in Erfüllung geht. Man ist zu sehr "ganz man selbst". Z. B. frage ich mich, wie die TE wohl ausgesehen hat, als er ihr sagte, er wolle auf jeden Fall SIE irgendwann heiraten. Da ein falsches Gesicht gezogen - und klar war er dann drei Tage später weg.

Es ist immer wieder erstaunlich, mit wie wenig falscher Reaktion man (m/w) Körbe verteilen kann, wenn der andere eine ganz andere Reaktion erwartet hatte.

Keiner weiß, welche Variante zutrifft, vielleicht treffen auch beide zu, wenn es ganz dumm gelaufen ist.

Ein Kind zu verlieren ist eine schwierige Sache. Liebe TE, ich möchte vermuten, daß dieses Problem bei Dir doch im Vordergrund steht, auch wenn sich das für Dich vielleicht anders anfühlt zur Zeit. Klar, die große Liebe und ein Kind zu verlieren, ist schon unglücklich, vor allem wenn eine andere dann eins haben wird mit ihm.

Die einen haben Glück, die anderen haben Pech. Das ist im Leben nicht besonders gerecht geregelt. Man muß lernen, damit zu leben.

Vermutlich ist er auch für seine jetzige Partnerin die große Liebe, so wie Du vielleicht für Deinen Partner die große Liebe bist. Religiös betrachtet könnte man sagen, es war ein Gottesentscheid, Gott der Herr wollte, daß Ihr zusammen bleibt. Man könnte auch sagen, das Schicksal wollte, daß Ihr zusammen bleibt.

Es kommt immer sehr darauf an, was man daraus macht, nachdem etwas passiert ist. Mit dem Schicksal zu hadern hat jedenfalls noch nie zu etwas geführt.

Ich vermute, Du kannst Dich darauf verlassen, daß er nichts von Euch erzählt. Es bleibt Dir auch erstmal gar nichts anderes übrig. Er sollte Dich vielleicht mal nicht ganz so demonstrativ ignorieren, das fällt nur auf.

Ich habe absolut keine Meinung dazu, ob Du die ganze Sache Deinem jetzigen Partner beichten solltest. Um ehrlich zu sein, ich würde es auf einen anderen Zeitpunkt verschieben, denn stell Dir vor, da käme in Deinem jetzigen Zustand noch eine kritische Reaktion. Ich glaube, das solltest Du Dir zur Zeit lieber ersparen. Nicht daß es da irgendwelche Kurzschlußreaktionen gibt, die hinterher nur sehr schwierig zu kitten wären.

Eine Aufarbeitungstherapie kann man nur empfehlen. Wobei das Wort viel zu hoch gehängt ist, es geht letztendlich darum, mit einem verständigen Menschen offen darüber reden zu können.

Mein Ratschlag? Heiraten und Kinder kriegen. Besonders letzteres hilft doch enorm.

TommyMo ist offline