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Alt 31.07.2018, 18:19  
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Eine Geschichte aus dem wahren Leben...

Hallo zusammen



Ich muss jetzt hier mal eine Geschichte erzählen, auch wenn wahrscheinlich viele Moralapostel auf mich einprügeln werden. Meine Freundin und ich (beide Mitte 20) sind seit 6 Jahren ein Paar. Wir sind allerdings im gleichen Dorf aufgewachsen und kennen uns seit wir Kinder waren. Ich habe eine bewegte Kindheit mit Heimaufenthalt etc. hinter mir. Meine erste Anzeige habe ich mit 13 bekommen und war kleinkriminell bis ca. 19. Ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt. Ich habe dann gemerkt, dass meine wahre Begabung mein (zeitweise )vorhandener Intellekt ist, habe nun studiert und eine gute Position in einer grossen Firma mit einem super Lohn. Ein Mensch der allerdings auch seine Fehler hat....

Im Laufe unserer Beziehung gab es viele Belastungsproben. Am Anfang unserer Beziehung war ich beruflich relativ viel unterwegs, auch auf anderen Kontinenten jedoch hat alles immer geklappt. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und einander Briefe geschrieben. In Südamerika hätte ich 1000 Gelegenheiten gehabt, sie zu betrügen (und sie wahrscheinlich auch mich). Jedoch ist nie was vorgefallen. Dann wurde ich während meiner Ausbildung schwer krank, habe beinahe mein Leben verloren. Ausserdem hatte ich Probleme mit Alkohol und 2mal in der Woche einen Vollrausch.

Es dauerte 1.5 Jahre bis ich die Krankheit besiegt hatte. In dieser Zeit hatte ich Depressionen, MASSIVE Schlafstörungen und Angst- und Panikattacken, Zwangsgedanken, das volle Programm. In dieser Zeit hat Sie mich immer unterstützt, ist neben mir wachgelegen. Monatelang. Ich konnte ihr alles erzählen. Ich habe ihr mehrmals gesagt, dass ich ihr ein Leben lang dankbar sein werde, da ich ohne sie diese Zeit so wahrscheinlich nicht überstanden hätte. Am Ende dieser Zeit musste Sie sich einer grossen Operation unterziehen und konnte 2 Monate nicht laufen. Ich habe sie überall hingefahren, sie unterstützt und versucht ihr ein guter Mann zu sein (habe ich immer).


Am Ende war ich jedoch so mit mir selbst beschäftigt, konnte mich nicht mehr auf die Beziehung konzentrieren. Ausserdem trank ich sehr viel. Sie fühlte sich nicht mehr geliebt und startete eine 2-monatige Affaire mit 2maligem, ungeschützten Sex. Ausserdem gab es noch einige andere Ausrutscher nicht-sexueller Art, welche allerdings KLAR die Grenze des Abgemachten überschritten.

Ich bekam dies alles spitz und es gab einen riesen Knall und wir trennten uns. Ich war so wütend. Danach hat sie ein halbes Jahr wie ein Tier um mich gekämpft. Wir haben eine Paartherapie gemacht, uns weiterentwickelt und viel viel geredet. Es dauerte lange, aber ich hege keinen Groll mehr. Ausserdem kann ich ihr wieder vertrauen. Dies ist jetzt 2 Jahre her und alles läuft super.

FAZIT: Das Leben ist halt leider kein Bilderbuch, Fehler passieren, Umstände bringen Leute zu Sachen. Mann soll einfach immer abwiegen, sondern nicht gleich mit der Moralapostel-Opfer-Täter-Keule kommen. Ausserdem ist das wichtigste im Leben finde ich, dass man Lösungsorientiert denkt. Und das haben wir immer getan. Wir haben noch nie länger als eine halbe Stunde gestritten. Naja...ausser als sie untreu war. Mittlerweile ist es anders, aber trotzdem besser als zuvor. Wir kümmern uns mehr umeinander, sind achtsamer. Ich bin gut zu ihr, trotzdem ein Mann. Sie ist manchmal hart mit mir, trotzdem eine gute Frau. Ich finde sie toll. Und sie mich auch.


Ich habe schon Ringe für uns bestellt und in 2 Wochen ziehen wir in eine gemeinsame Wohnung. Jeder meiner Freunde ist neidisch auf unsere Beziehung weil wir einfach wie Topf und Deckel zueinander passen! Und das ist nicht nur so ein Spruch... Ich könnte mir nach all diesen Erlebnissen (und da waren noch viel mehr) nicht vorstellen mit einer anderen Frau mein Leben zu verbringen. Und ihr geht es genauso. Wir sind einfach super-happy miteinander. Ich merke, dass ich der Mann bin den sie will. Ich gebe mir viel Mühe ein guter Mann zu sein, der allerdings sich auch durchsetzen kann und nicht so ein „Sofa-Lümmel“ ist sage ich mal. Ich übernehme den männlichen Part in der Beziehung und führe sie sorgsam, so lange sie das will und sie, möchte nichts anderes. Wir planen Kinder, Haus und Hund, wenn ihr wisst was ich meine…Wir fühlen uns beide einfach super wohl. Ausserdem sind wir Lohn-technisch und finanziell auf dem gleichen Level.



Und jetzt kommt der Haken, bzw. der Grund warum ich hier poste:


Letzte Woche waren wir mit 7 Jungs, das letzte Mal in unserem Leben in den Partyferien. Und wir haben richtig die Sau rausgelassen (einfach was feiern und Alkohol anbelangt, keine Frauen!). Ich hab mir gesagt, noch einmal, dann zieh ich mit meiner Freundin zusammen und werde spiessig-seriös. Dies habe ich mir nach meiner sehr bewegten Vergangenheit immer gewünscht.

Ich sollte weniger trinken, weil ich dann ein anderer Mensch werde. Ich kann mich nicht kontrollieren, bin zum Teil ein Arsch. Wir sind ein Freundeskreis von ca. 10-20 Mann die sich zum Teil wie Barbaren aufführen und viel trinken.

Auf jeden Fall war ich an einem Abend wieder sturzhagel dichtg. Ich kann mich nur noch lückenhaft daran erinnern, aber auf jeden Fall waren wir in einem Stripclub / Puff in den frühen Morgenstunden. Alle hageldicht. Ich hab dann im Vollrausch einen Lapdance (sie nackt) und ich bin mit ihr aufs Zimmer. Bei mir hat allerdings auf Grund des Vollrausches nicht viel funktioniert und sie hat dann mit Kondom geblasen und mit Nachhilfe meinerseits bin ich dann gekommen.

In diesem Moment wusste ich, dass ich einen Fehler gemacht habe. 2 Freunde (denen ich vertraue) von mir haben dies mitbekommen. Nun fühle ich mich schlecht. Schon danach fühlte ich mich schlecht und dies ist nun eine Woche her. Nun bin ich mit mir selbst am hadern, ob ich es ihr sagen soll.

Ich weiss, dass ich scheisse gebaut habe und ich schäme mich. Mit den Kollegen, dies wissen habe ich gequatsch und ich vertraue ihnen wenigstens zu 95%. Kenne die auch schon seit Kindesalter. Nun ist die alles entscheidende Frage: Was tun?

Ich habe mit meiner Mutter darüber gesprochen (klingt dumm aber sie hat viel Lebenserfahrung) und ich bin auf den Gedanken gekommen es ihr nicht zu sagen. Meine Strafe ist mein schlechtes Gewissen und mein Wissen, dass es irgendwann rauskommen könnte. Was ich aber weniger glaube.

Jetzt nur mal so eine Frage: Was würde es bringen wenn ich es ihr beichte. Ich bin mich grad übelst am selbstreflektieren und bereue es so krass, dass ich weiss, dass ich sowas nie wieder tun werde! Ich lebe mit meinem Gewissen, komme damit klar. So mache ich sie nicht zum Opfer. Ich weiss, dass verantwortungsvolles Handeln darin besteht, zu seinen Fehler zu stehen und dem Partner die Wahrheit zu sagen. Aber bedeutet verantwortungsvolles Handeln nicht eher, seinen Partner nicht mit einmaligen Fehlern zu belasten? Das Leben ist lang und wir Menschen sind tagtäglich irgendwelchen Eindrücken (nicht zwingend sexuell) konfrontiert. Wer hat noch nie einen sehr schweren Fehler gemacht und tut es nun nie wieder.

Ich bin der Meinung, dass Menschen sich unter gewissen Umständen ändern können. Das habe ich auch bei meiner Freundin nach ihrem Betrug gemerkt. Sie wurde ein anderer Mensch. Ich für mich kann sagen es war mir eine Lehre. Warum würde sie es wissen wollen, wenn dagegen Jahre oder Jahrzente des Glücks stehen. Und damit alles zu riskieren? Ich würde es bei einem einmaligen Ausrutscher, der nie wieder vorkommt und kein Einfluss auf mein Leben hat nicht wissen wollen. Wäre es nicht besser einen solchen Fehler für sich zu behalten? Vorausgesetzt natürlich man tut es nie wieder!

Wie würdet ihr euch verhalten? und was denkt ihr dazu?

Ich werde einen Brief schreiben und ihn auf Teufels komm raus verstecken. Ich gebe ihn ihr, wenn sie Wind bekommt. Darin werde ich mich entschuldigen und ihr alles erläutern. Ich weiss dass ich scheisse gebaut habe, also prügelt jetzt auf mich ein.

Fazit: Wir sind Menschen und Menschen machen Fehler. Niemand ist perfekt. Man sollte jedoch nicht die guten Jahre / Jahrzehnte mit einem tollen Menschen gegen einen einmaligen Fehler aufwiegen. Wie Jesus sagte: "Wer frei von Sünde ist..."


buoluc

PS: Ich werde das Thema Alkohol mit einem Psychologen anschauen

Geändert von buoluc (31.07.2018 um 18:34 Uhr)
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