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Alt 05.09.2018, 16:11  
Gatsby
Junior Member
 
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Die Unfähigkeit Glück zu empfinden/schätzen

Hallo, ich bin 25 Jahre alt und habe ein Problem und würde gerne andere Meinungen als die meiner zu dieser Sache hören.

Zuallererst fange ich erst gar nicht an, warum ich das Problem habe, denn jeder hat sein Päckchen im Leben zu tragen und das würde auch den Rahmen sprengen. Kommen wir nun zu meinem Problem. Ich habe große Schwierigkeiten damit, mich in eine tiefergehende Beziehung einzulassen. Vor allem die Beziehung zwischen Mann und Frau, wo eine gewisse Intimität besteht. Es ist nicht so, dass ich nie die Möglichkeit dazu hätte, es ist viel mehr so, dass ich diese Chancen regelmäßig aussitze. Ich bin nicht der unattraktivste Mann und bin in Sachen Frauen nicht auf den Kopf gefallen. Trotzdem habe ich eine Blockade, die mich daran hindert auf das „Abenteuer“ einzugehen. Ich rede mir alle Frauen, die Interesse zeigen schon im Vornherein schlecht, sodass ich jegliches Interesse verliere. Außerdem verliere sehr schnell das Interesse an Menschen und bin regelrecht genervt. Ich kenne vermutlich keinen Menschen, mit dem ich jeden Tag meines Lebens verbringen möchte.

Soweit ist es eigentlich ein ganz normales Problem, den man mit „gib ihr eine Chance“ und „vielleicht waren die Frauen nicht die Passenden“ lösen könnte. Nun jedoch gibt es noch eine Variation des Problems, dass mich mein Kopf zerbrechen lässt.

Ich habe während des Studiums eine Frau kennenlernen dürfen. Von ihrer Art, ihrem Aussehen und alles drum und dran entspricht sie voll meinem Geschmack. Interesse hatte sie auch schon gezeigt. Mir wird sehr warm ums Herz, wenn sie anfängt zu lächeln. Dann denkt man sich doch „perfekt“ und versucht mit ihr in Kontakt zu treten. Ende der Geschichte, ich habe Desinteresse gezeigt und keinen Finger gerührt.

Warum zum Teufel stehe ich mir selbst im Weg, habe ich mich gefragt. Ich musste sehr lange darüber nachdenken. Ich bin tief in mich gegangen und konnte etwas Schreckliches feststellen. Was, wenn ich mit ihr eine Beziehung eingehe und trotzdem nicht glücklich bin, obwohl alle Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssten. Denn ich muss zugestehen, ich habe sehr lange mit Depressionen zu kämpfen gehabt und den Kampf habe ich stets alleine ausgetragen. Ich habe es verlernt glücklich zu sein, die melancholische Stimmung begleitet mich schon seit Jahrzehnten. Ich werde diesen Miesepeter an meiner Seite nicht los, der mich immer wieder runterzieht. Ich habe Angst davor, dass mich nichts im Leben glücklich machen und ich niemals Zufriedenheit erfahren könnte. Nach dem Motto, du hast alles im Leben erreicht und bist trotzdem unzufrieden. Was für einen Antrieb könnte ich denn noch haben um weiterleben zu wollen, wenn man weiß nichts im Leben kann einen glücklich machen, das Leben lebenswert.

Ich weiß wirklich nicht weiter. Ich komme mir so vor, als würde ich auf der Stelle treten und vieles im Leben verpassen. Als würde ich vor einem Scheideweg stehen und mich nicht entscheiden können. Mir bleibt nur die Hoffnung, dass ich dazu im Stande bin, nur die richtige Person hat sich nicht blicken lassen. Damit lüge ich mir in die eigene Tasche, aber das macht es erträglicher. Erträglicher als die Erkenntnis man könnte nie zufriedengestellt werden.

Danke fürs lesen.
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