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Alt 02.11.2018, 22:33  
Hologramm77
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Bohemian Rhapsody - FSK 6

Ich war nun in dem Film, auf den ich soviele Jahre gewartet habe: Bohemian Rhapsody. Gern wollte ich mal erfahren wie die Anfangszeit so lief, wie die großen Songs und Shows so entstanden sind und natürlich wie es hinter den Kulissen gekracht hat und wieder versöhnt wurde. Nach den Shows zu gehen und was ich aus den Biografien wußte, musste es richtig wild zugehen. Auch die schwierigen Produktionsbedingungen konnten meine Vorfeude nicht trüben: "Wenn May und Taylor da mitmischen wird schon was Großes bei rauskommen". Diebisch habe ich mich gefreut, dass dieser peinliche Sasha Baron Cohen rausgeschmissen wurde "Hätte Freddie lächerlich wirken lassen". Dann wurden auch Regisseure gefeuert. "Ja ja, egal, wann kommt der Film ins Kino" war mein einziger Gedanke. Natürlich habe ich mir auch die Kritiken der letzten beiden Tagen angehört: Der Film wäre zu brav, der Hauptdarsteller hätte kein Charisma. Hab ich alles weggewischt: Typisch Kritiker, immer nur am Nörgeln, dachte ich.

Nachdem ich den Film nun gesehen habe muss ich sagen: Das beste am Film ist die Musik und vielleicht noch die Geschichte über die Liebe seines Lebens, Mary Austin - sein gutes gewissen. Der Film plätschert so dahin, beginnt sogar mit einer Heuchelei. Nach der Flucht von Sansibar wurde ein liebevolles Elternhaus in London vorgegaukelt. Dabei wurde Freddie als Kleinkind nach Indien auf ein Internat geschickt und war nur einmal im Jahr zuhause. Ein liebevolles Elternhaus schickt sein Kind nicht weg. Der Flim wird eigentlich erst zum Ende von Freddies Münchner Zeit interessant. Mary Austin öffnet ihm die Augen, wo er sich eigentlich befindet - in einer Welt ohne Freunde, während sein zuhause, seine Freunde & Familie (sie und die Mitglieder von Queen) woanders lebten und er nach hause kommen solle. Seine AIDS Erkrankung und sein ausschweifendes Partyleben wurden nur ganz knapp angetippt. Als Belohung für das Durchstehen winkt zum Schluß der Live-Aid-Auftritt. Leider endet der Film danach auch ganz unvermittelt.

Mein Fazit: Queen können Musikshow - bombastische, explosive, mitreißende. Aber Film können sie nicht. Man merkt wirklich wieviele Brüche in dem Film sind, wie unorganisch die Teile zusammengeschoben worden sind. Da fehlt der Fluss. Man merkt wirkich, dass entweder Regisseur oder Drehbuch oder noch mehr nicht passten. Die Hauptdarsteller sind viel zu brav.
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