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Alt 21.02.2019, 00:58  
Stricknadel
Junior Member
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Erstmal danke für euren Input.

Sorry, dass ich mich erst jetzt melde. Hat ein wenig gedauert und ich wollte mir eure Kommentare durch den Kopf gehen lassen.

Zitat:
Aber sie kommt aus München. Ich finde, Berlin ist eine deutliche Verbesserung.
So ganz richtig ist das leider nicht. Da war ich nicht ehrlich und will mich dafür auch entschuldigen.
Eigentlich wohne ich in Wien, aber ich wollte nicht, dass es sich bei dieser Diskussion auch um den "Kulturunterschied" und das "Ausziehen ins Ausland" dreht. Ich liebe Wien und mag Städte, aber um eben woanders hinzugehen, müsste ich sowieso ins Ausland gehen, das sollte daher nicht zur Debatte stehen. München erschien mir hier wohl am "passendsten".

Zitat:
Aus meiner persönlichen Erfahrung ist es klüger, nicht beim Partner einzuziehen, sondern sich gemeinsam eine Wohnung zu suchen. Das verhindert, dass man sich eher wie Besuch fühlt, als wirklich dort Zuhause zu sein. Dein Partner hat bisher die Wohnung alleine genutzt, jetzt muss er Platz machen. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Eine gemeinsame Wohnung richtet man dann ja auch gemeinsam ein, wählt gemeinsam die Tapeten aus oder was auch immer, es ist nicht seine Wohnung, in der du dir deine Nische einrichten darfst. Wirst du in den Mietvertrag aufgenommen werden? Darauf würde ich bestehen.
Naja, also er hat bis Januar in einer WG gewohnt und nun sind beide Mitbewohner ausgezogen und er ist Hauptmieter. Ich werde zur Untermieterin. Ich muss sowieso raus, wenn wir uns trennen sollten. Wir wollen eigentlich die Wohnung gemeinsam einrichten, aber ich merke schon, dass er jetzt schon anfängt, Dinge neu zu machen und am liebsten würde er gerne jetzt schon alle Möbel kaufen. Dabei muss ich erst meine Möbel in meiner Wohnung in Wien loswerden und habe dafür überhaupt keinen Kopf. Das nervt mich schon ein wenig...

Zitat:
Wenn die Wohnung gekündigt ist, aber es noch keinen Nachmieter geben sollte, würde ich zunächst einmal die Wohnungskündigung zurückziehen. Dann bist du nicht mehr im Zugzwang. Wenn du an deinem Wohnort nach dem Praktikum weiterarbeiten kannst, solltest du das tun. Und dann die Reihenfolge oben beachten: Job am anderen Ort suchen, eigene Wohnung oder neue gemeinsame Wohnung suchen, und dann irgendwann zusammenziehen. Vielleicht nimmt dir das die Angst, weil du dort nicht deine Eigenständigkeit verlierst. Wie schnell kannst du mit deiner Qualifikation denn Arbeit finden? Ist das bei ihm überhaupt möglich?
Wenn die Angst auch bei besseren Startbedingungen nicht verschwindet, würde ich auf das Bauchgefühl hören.
Nein, leider ist das schon zu spät. Für meine Wohnung gibt es bereits eine Nachmieterin. Ich rechne damit, dass ich ein halbes Jahr arbeitslos sein werde und ich habe auch irgendwie Angst davor.

Zitat:
Alleine die schlechte Planung, also nicht die Suche nach Arbeit in Berlin oder nach einer eigenen Wohnung zeigt doch, dass sich irgendwas in der Stricknadel gegen diese Beziehung wehren möchte.
Wenn eine Beziehung ohne Verpflichtungen schon über ein Jahr Anlass zu negativen Gedanken gibt, sehe ich keinen Grund, diese fortzuführen.
Wobei auch zu hinterfragen ist, warum jemand, der immer nach Berlin wollte, das plötzlich nicht mehr will. Liegt das nur am Mann?
Ich weiß es nicht, woran es liegt. Ich war noch nie so sesshaft in Wien wie jetzt. Vor drei Jahren als ich unbedingt nach Berlin wollte, war das ganz anders. Ich glaube auch, dass das Älterwerden da eine Rolle mitgespielt hat.

Zitat:
Worauf ich hinaus will, er könnte doch auch den Sprung wagen, für ihn sind es ebenfalls 700 km. Das wuppt man nicht mal eben so. Ok, räumlich und mit dem ganzen Behördenzeugs, Ummeldung etc. das ist zwar nervig aber noch nicht mal das Hauptproblem. Du willst nicht wirklich bzw. du stehst nicht 100% dahinter. Hast du ihn mal gefragt, ob er u.U. bereit wäre, ebenfalls diesen Schritt zu wagen? Eins ist klar bei einer Beziehung über so eine große Entfernung hinweg, dass einer von beiden über kurz oder lang bereit sein muss, wenn das wirklich so ne tolle Geschichte ist, vorausgesetzt, Opfer zu bringen. Ja, der Wunsch, mit dem Partner Tisch und Bett dauerhaft zu teilen und nicht nur 1-2x im Monat muss so stark sein, dass du sagst: ja, das mit dem Umfeld ist klar und sicher finden sich auch neue Bekanntschaften vor Ort. Bei Jobsuche ist immerhin gut, dass du nen Bezugspunkt hast.
Ich habe mit ihm darüber geredet und er meinte, er würde das auch für mich machen. Er meint auch, wenn ich mich in einem Jahr nicht wohlfühle, dann würde er mit mir nach Wien gehen. Ich weiß aber nicht, ob er das nur so sagt oder, ob er das wirklich ernst meint. Wenn ich z.B. bei einem Familientreffen das anspreche, klingt er in dieser Hinsicht nicht mehr so überzeugt.

Zitat:
Stimmt absolut! Das Unterbewusstsein unterminiert diesen Umzug also schon seit einem Jahr. Würde sie es wirklich wollen hätte sie sich um einen Job gekümmert.

Ich bin allerdings auch ein wenig bei Dex, die Ursachen dafür solltest Du liebe TE mal etwas genauer zu ergründen versuchen. Liegt es am Mann oder an der eigenen Angst vor dem Neuen/ Unbekannten? Wie schon geschrieben ist es ja zu einem Berufsstart gerade gut möglich in eine andere Stadt zu gehen. Insofern schwenke ich zu Manatis Post: erst einmal eigene Wohnung suchen, oder WG-Zimmer und dann mal schauen wie es sich in der neuen Stadt anfühlt.
Die Wohnungssuche von Berlin ist aber mehr als anstrengend. Ich glaube es grenzt an fast ein Wunder, wenn ich eine Wohnung finden sollte. Ich habe kein Einkommen, keinen Job, bin Ausländerin und habe nicht mal diese Schufa Auskunft, die man in Deutschland ja unbedingt braucht. Ich müsste wirklich viel Glück haben.
Aber wenn ich mir so vorstelle, die eigenen vier Wände zu haben, fühlt sich das ganze alles viel positiver an. Ich habe jetzt siebe Jahre alleine gewohnt und es ziemlich genossen und auch wenn ich dann wieder alleine in Wien bin und wir uns nicht mehr sehen, genieße ich es, mein Bett mit niemanden anderen teilen zu müssen.

Zitat:
Was die richtige Entscheidung ist? Schwierige Frage die letztlich Du entscheiden musst. Aus Erfahrung kann ich sagen: mache so etwas nur wenn Du „Fuck Yes!“ dazu sagst. Wenn Du es also wirklich willst. Bei Deiner negativen Disposition sieht das aber nicht gut aus. Denn eigentlich wäre es ja ideal zum Start ins Berufsleben, so musst Du keinen Job kündigen etc. Hast Du in seiner Stadt überhaupt nach Jobs geguckt? Klingt fast so das nicht.
Naja ich muss zugeben, dass ich bis jetzt dafür nicht wirklich viel Zeit hatte und mich vor dieser Jobsuche etwas fürchte. Außerdem will ich nicht für jedes Bewerbungsgespräch extra nach Berlin fliegen.
Im nächsten Monat habe ich noch wahnsinnig viel zu tun, auch was meine Familie betrifft, dass ich bis jetzt auch keine Zeit und Energie hatte, mich nach Jobs umzusehen.


Es ist wirklich interessant, dass der Gedanke an eine eigene Wohnung in Berlin innerlich mich gerade total beruhigt. Wir haben uns letztes Wochenende gesehen und ich habe dies angesprochen und ihn gefragt, was er davon halten würde, wenn ich zuerst in eine eigene Wohnung ziehe, bevor wir gemeinsam zusammen ziehen. Er ist davon überhaupt nicht begeistert und meint, es wäre ein Rückschritt für die Beziehung. Er ist sogar der Meinung, dass es dann besser wäre, sich zu trennen, weil er meint, dass wenn man nicht gleich zusammen wohnen kann, es nie können wird...

Nun habe ich ihm vorgeschlagen, es zu versuchen und wenn es nicht nach ein paar Monaten klappt, dass ich mir eine eigene Wohnung suchen werde.
Für ihn klingt das alles so in Stein gemeißelt und für mich bedeutet, ein Ausziehen/Umziehen nicht unbedingt eine Trennung. Außerdem hat sich dieser Gedanke, eine eigene Wohnung zu suchen, in meinem Kopf nicht verabschiedet. Bei ihm scheint es so, als würde er auch gar nicht darüber mehr reden wollen und als wäre alles schon so fixiert.
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