Thema: Vertrauen
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Alt 26.03.2019, 20:59  
Lilly 22
 
Registriert seit: 05/2006
Ort: Alb Donau Kreis
Beiträge: 11.891
Hallo Saliya,

auf mich machst du (leider und das soll keine "Verurteilung" sein) auch den
Eindruck, dass du nicht unbedingt "die Wahrheit" erfahren, sondern eher
deine Illusionen aufrecht erhalten möchtest. Sonst hättest du m.E.n. schon
viel früher in eurer Beziehung Interesse daran gepflegt, Dinge mehr zu hin-
terfragen und wärst nicht all zu leichtgläubig gewesen, bei diesen Umstän-
den bzw. Hintergründen.

Und ja, ich sehe ebenfalls noch bei dir die Tendenz, dass du ihn dir weiter-
hin lieber schön reden möchtest (aus welchen Gründen auch immer), an-
statt ihn mal zu sehen, wie er eben ist. Damit versperrst du dich selbst der
"Wahrheit". Er geht ja nicht mal auf die Problematiken ein, sondern ver-
sucht dich lediglich zu "beschwichtigen", was aus meiner Sicht nichts ande-
res heißt, als dass ihm deine Belange, eure Beziehungsproblematik, schier
egal sind, hauptsache, es läuft für ihn auf "Friede-Freude-Eierkuchen" aus.


Zitat:
Zitat von Saliya Beitrag anzeigen
So treusorgend bin ich gar nicht Im Gegensatz zu ihm hab und hatte ich ja auch immer einen Freundeskreis, er war eher der, der immer zur Verfügung stand und zuhause auf mich gewartet hat...
Frag dich bei diesen Erkenntnissen mal selbst, inwiefern er da dich, die Per-
son, anstatt nur deine Funktion für ihn, vermisst bzw. vermissen wird?

Zitat:
Zitat von Saliya Beitrag anzeigen
Ich glaube nicht, dass ich ihn glorifiziere. Ich sehe seine guten und seine schlechten Eigenschaften, das eine schließt das andere ja nicht aus...
Nein, du willst ihn in seinen schlechten Seiten gerade nicht akzeptieren, wie
er nun mal wirklich ist. Du redest dir diese schön bzw. übergehst sie einfach,
anstatt dich damit "erwachsen" auseinander zu setzen. Eventuell auch nur,
weil du unbewusst selbst weißt, dass dabei niemals das raus käme, was du
in ihm sehen möchtest?

Zitat:
Zitat von Saliya Beitrag anzeigen
Und das unsere Beziehung bis dato gut war, ist nun mal Fakt. Das ändert sich auch nicht durch den Vertrauensbruch, ich finde man darf das ruhig differenziert sehen...
Dass jeder Mensch seine guten und schlechten, seine starken und schwachen
Seiten hat, ja! Schönreden gehört nicht dazu. Ebenso wenig, dass man auf
jemanden lediglich "projeziert", wie man ihn gern sehen möchte und sich für
die Realität "blind stellt".

Ich würde das anders sehen, wärst du bereits an dem Punkt, eben anerken-
nen zu können, dass zu seinen, ihn im Gro auszeichnenden Persönlichkeits-
merkmalen eben das "Lügen", die "Delegation von Eigenverantwortung" usw.
mit dazu gehören. Du räumst lediglich ein, dass das mal "Randerscheinun-gen"
von ihm wären. Das sind sie aber nicht und es gibt "Gründe", weshalb
Menschen so und nicht anders funktionieren. Ich schrieb bereits, dass das
sicher nichts mit dir, eurer Beziehung im Allgemeinen zu tun haben wird, aus-
ser dass du diese "schlechten" Eigenschaften sicher mit unterstützt hast, in-
dem du ihn lieber so sehen möchtest, wie es dir gerade noch recht ist.

Zitat:
Zitat von Saliya Beitrag anzeigen
Ich steh einfach auf die Wahrheit.
Nein, dann hättest du dich von Anfang an mehr mit seiner wirklichen Per-
sönlichkeit auseinander gesetzt und ich persönlich glaube kaum, dass es
dir "in den Kram passen würde", käme bei einer solchen Beichte z.B. raus,
dass er dich sehr wohl von Anfang an auch ständig belogen, vermutlich
weiter seine anderen ONS usw. gehabt hätte usw. usf. Einfach, weil das
Dinge sind, die du so nicht wahrhaben wollen würdest.

Da stecken oft eigene Ängste, Unsicherheiten bzw. Bedürftigkeiten dahin-
ter, wenn man sich so "blind" stellt und selbst die "Konfrontation" mit un-
liebsamen Dingen scheut und sich stattdessen lieber "leichtgläubig" gibt.
In dem Punkt habt ihr m.E.n. zumindest den "kleinsten, gemeinsamen
Nenner", denn ihr harmoniert beide wirklich gut da, wo es darum geht,
sich den Schwierigkeiten lieber nicht anzunehmen und echte Reibungen zu
scheuen. Für mich heißt das nichts anderes, als das man dem anderen bzw.
der Beziehung selbst nicht viel zu traut/ dieser nicht vertraut. Eine wirklich
"gute Beziehung" hält so etwas m.E.n. aber aus und bietet darüber die Mög-
lichkeit, sich wirklich anzunähern.

Zitat:
Zitat von Saliya Beitrag anzeigen
Du hast insofern recht, dass ich bei Kind 2 hätte Konsequenzen ziehen müssen. Allerdings war er bis Anfang dieses Monats, dachte ich, immer ehrlich. Die Kinder hat er mir nicht verschwiegen....
Das kannst du alles gar nicht wirklich wissen. Du möchtest es meiner Mei-
nung nach aber auf jeden Fall so glauben. Auf der einen Seite verständlich.
Denn, wer möchte im Nachblick schon gern "erkennen müssen", dass das
von Anfang an "blöde" lief und man selbst einfach "blind" dafür gewesen ist?
Auf der anderen Seite gab es m.E.n. so viele "Gelegenheiten" usw., dass man
gar nicht mehr (objektiv betrachtet) wirklich davon ausgehen hätte können,
dass er "ehrlich", wirklich "verantwortungsbewusst" usw. ist.

Und das sind eben Dinge, wo du nicht umherkommen wirst, dich selbstkriti-
scher hinterfragen zu müssen, was da bei dir selbst los gewesen ist usw. usf.

Nehmen wir mal ein konkretes Beispiel raus:

Er verkehrt ungeschützt mit ihm fremden Damen (während einer Beziehung
oder auch nicht, ist egal) und zeugt dabei gleich mal (offiziell?) zwei Kinder.
Du "begnügst" dich hier allein damit, dass er dafür sorgt, keine weiteren Kin-
der zeugen zu können und glaubst, damit sei alles "geregelt" / "geklärt"?!?

Aber, was konkret hast du damit bitteschön mit ihm geklärt? In Zukunft kei-
ne weiteren "bösen Botschaften" über weitere Kinder seinerseits zu erhalten?

Welche Botschaft hast du damit an ihn selbst ausgesandt? "Mach, was du
willst, aber belästige mich nicht mit weiteren Vaterschaftsfeststellungen!"?

Was ist mit dir, deiner eigenen Gesundheit, deinem Wohlergehen usw. usf.,
deinen Beziehungsvorstellungen über Treue, Ehrlichkeit usw. usf.? Wo hast
du diese bei dieser Art von "Klärung" bitteschön berücksichtigt oder über-
haupt ernst genommen gesehen? Oder, bist du dir selbst "egal"?

Sorry, aber selbst, wenn ich für eine "offene Beziehung" offen bin, möchte
ich zumindest darauf vertrauen können, dass man dabei Safer- Sex pflegt
und nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit dem Partner zumindest ver-
antwortungsvoll umgeht, dessen Belange auch im Blick hat.

Jetzt mal unabhängig davon, dass ich es jedenfalls schon als megakrass
empfinde und eben nicht nur als "kleinen Fehler, den jeder mal macht",
wenn so ein "Blödmann" so unterwegs ist und dabei gleich noch zwei Kin-
der in die Welt setzt, um die er sich weiter nicht mal kümmert usw. usf.
und wo sich bei ihm weiterhin nur alles um sich selbst dreht.

Klar, dir genügt es, wenn er behauptet, die Mütter wollen das nicht anders.
Spielt das, wenn überhaupt, eine Rolle?

In der Realität ist es im übrigen eher so, dass der vermutliche Vater, dessen
Daten man hat, von der Mutter meist selbst zunächst darum gebeten wird,
für das gezeugte Kind "grade zu stehen". Sprich, die Vaterschaft anzuerken-
nen, den Unterhalt zu zahlen/ zu titulieren und natürlich sich im besten Fall
auch persönlich um seinen Nachwuchs zu kümmern. Nur, wenn ein Mann
dem nicht freiwillig nach kommt, wird er über Ämter oder Gerichte dazu ver-
donnert. In welcher Welt lebst du also, wenn du "glaubst", er hätte vorher
nichts davon gewusst? Und überhaupt, ein "guter Partner" tickt deiner Mei-
nung nach wirklich so und macht eben ab und zu solch "kleine Fehler", aus
denen er ja ggf. irgendwann mal lernen kann?

Für mich wär so ein Typ ein absolutes "No-Go"! Ich würde definitiv erwarten,
dass ein Mann dafür einsteht und dabei wär mir egal, wie er dieses Kind ge-
zeugt hat. Also völlig wurscht, ob beim ONS oder gewollt, während einer Be-
ziehung oder als "Unfall" usw. usf. Ich hätte tatsächlich ein echtes Prob-
lem damit, hätte ich einen Mann an meiner Seite, dem sowas "egal" ist und
der sich hier nicht "kümmert" (und zwar von selbst...).

Und ich hätte bei deinem Typen ganz sicher in diesem Wissen obendrein ein
echtes Problem damit gehabt, mit diesem überhaupt ungeschützten Sex zu
haben. Also wär er definitiv keine Option für eine Partnerschaft gewesen. Es
sei denn, da wär von Seite aus selbst eine erkennbare Selbstreflektion und
ein entsprechendes Handeln erkennbar gewesen, dass mich wirklich davon
überzeugt, dass er sich mit der ganzen Problematik ernsthaft auseinander
gesetzt und daraus gelernt hat usw. usf. Nur hätte das sicher ganz anders
ausgesehen, als das, was dein Typ dazu abgeliefert hat und ja, das wär ver-
mutlich auf eine "harte" Bewährungsprobe hinaus gelaufen, in der ich zwar
"schaue", aber sicher nicht "diktiere".

Weshalb schickt er dir jetzt nichtssagende "Briefchen", "Blumen" usw. usf.?
Weil er weiß, wie leicht er dich mit solch einem theatralisch, oberflächlichen
Kram um den Finger wickeln kann?

Saliya, er zeigt dir damit, wie du selbst tickst und was er sicher von dir glaubt,
womit er dich überzeugen kann, damit seine Welt wieder "heil" ist
(und vermutlich eben auch "deine"). Das alles reduziert auf pure Oberläch-
lichkeiten und Schnulzenvorlagen.

Lies dich bei Wikipedia mal zu "Egozentrik" und "Egomanie" ein, weil du
wissen wolltest, wie ich bei ihm darauf käme. Und deine nächsten Fragen
sollten sich eher darum drehen, was bei dir konkret los war/ ist, dass du
dich darauf eingelassen hast und im Heute immer noch hoffst, dass genau
das, so weiter gehen könnte.

Ich kann deinen Schmerz, den du vermutlich jetzt, bei solch knallharter,
ungewollter Konfrontation verspürst, nachempfinden usw. usf. Darum geht
es hier aber nicht. Wach für dich endlich wieder auf und nimm dein wahres
Glück in eigene Hand und ja, lass von diesem Mann ab.

Geändert von Lilly 22 (26.03.2019 um 21:08 Uhr)
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