Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 23.05.2019, 18:41  
herzballon
Junior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 02/2018
Beiträge: 12
Zitat:
Zitat von Lilly 22 Beitrag anzeigen
eine Beziehung, bei der man für Unzufriedenheiten usw., ständig die Schuld
beim Partner sucht, ist sicher keine "Liebesbeziehung"! Man lenkt von sich
selbst und eigenen Unzulänglichkeiten ab, in dem man im Partner einen
Übeltäter auszumachen sucht.

Wenn dir etwas nicht passt, kannst du das konkret ansprechen und deinem
Partner die Wahl lassen, ob er sich damit beschäftigen (auseinandersetzen)
möchte oder eben nicht. Ist das Ergebnis dessen nicht das, was du dir er-
hoffst, solltest du in der Lage sein, für dich selbst, daraus die Konsequen-
zen zu ziehen. Genau das aber tust du nicht, sondern du rust dich lediglich
darauf aus, er sei Schuld, weil es dir in "deiner Beziehung" so schlecht geht.

Es ist doch völlig wurscht, ob er noch an seiner Ex hängt oder nicht. Ob er
sich deren Pornos anschaut oder nicht und weshalb usw. usf. Denn, wenn
du da nicht drüber stehen kannst und glaubst, dich deshalb verletzt oder
weniger geliebt zu fühlen usw. usf., passt er eben einfach mal nicht zu dir.

Und was soll dieses "Liebe seines Lebens"- Gequatsche? Brauchst du das
für dich und dein Selbstwertgefühl? Ich meine, brauchst du es, dass ein
Typ dir "Honig um`s Maul schmiert", egal, wie seine Taten in der Realität
aussehen bzw. egal, ob du dich in der Beziehung vernachlässigt, ungebor-
gen und unwohl fühlst?

Warum sollte er irgendwelche "Szenen" aufführen müssen, um dich wieder
rumzukriegen oder zu besänftigen? Ändert das etwas an der Qualität eurer
Beziehung oder an der Tatsache, dass ihr einfach nicht wirklich gut zuein-
ander passt?

Ich kann jemanden sonst noch wie gern haben oder gar lieben. Das ist nur
eine Vorraussetzung für eine "Liebesbeziehung". Denn, wenn man darüber
hinaus einfach mal so gar nicht zusammen passt (Persönlichkeit, Charakter,
gravierende Umstände, zu unterschiedliche Beziehungsvorstellungen usw.
usf.), macht das Ganze einfach keinen Sinn. Dann ist es einfach mal "egal",
ob man "Gefühle" füreinander bzw. zumindest Gefühle für den Partner hat.

Euer Beziehungsversuch bzw. eure "Kennenlernphase" scheint von Anfang
an unter keinem günstigen Stern gestanden zu haben. Ihr quält euch offen-
bar aber lieber miteinander herum, anstatt eigenständig zu sein und zu le-
ben und selbst etwas für euer Wohl zu tun. So könnt ihr wenigstem immer
wieder dem Partner die Schuld für euer eigenes Versagen in die Schuhe
schieben.

Der andere oder man selbst, kann aktuell z.B. ungünstige Lebensumstände
haben usw. usf. All das sagt aber nichts darüber aus, dass er von seiner
Persönlichkeit usw. her, dennoch ein "geeigneter" Partner sein kann, der
dennoch respektvoll, wertschätzend usw. mit einem umgeht, sich bemüht,
der etwas von sich gibt (geben möchte)... Vielleicht ist sein Tempo nur et-
was langsamer, vielleicht braucht er neben der "Beziehung" eben mehr als
üblich, auch Zeit für sich allein usw. usf.

Was du beschreibst, hat m.E.n. aber überhaupt nichts damit zu tun. Und wie
ein anderer User hier bereits meinte, bist du mit deinen eigenen Verhaltens-
weisen usw. auch nicht gerade eine "einfache (reife) Partnerin". Auch deine
Art der Kommunikation lässt zu wünschen übrig und kann schnell verletzend
wirken bzw. als "emotionale Erpressung" usw. empfunden werden. Z.B. diese
Schilderung, als er nachts im Bett nicht reden bzw. keine Probleme hat wäl-
zen wollen. Anstatt das Thema auf eine günstigere Zeit zu verlegen, springst
du dann eben mehr oder weniger beleidigt aus dem Bett und erhoffst dir hier-
durch "deine Aufmerksamkeit" bei ihm zu erhaschen. Machst die Nacht weiter
zu einer Schlammschlacht, wo es im Grunde nur darum geht, seinen Frust
am anderen auszulassen und Vorhaltungen zu pflegen.

Da das Ganze schon so lange bei euch derart destruktiv verläuft und im Grunde
genommen nie anders war, weil es von Anfang an so lief, würde
ich an deiner Stelle endlich mal wirklich konsequent bei einer Trennung
bleiben (und eine solche eben nicht "nur" als emotionale Erpressung aus-
sprechen, damit der Partner endlich mal was kapiert und um einen kämpft
usw. usf.- womit du im übrigen Verlustängste usw. bei diesem nur verschlim-
merst). Außerdem passt ihr nicht einfach nicht zusammen und tut euch gegenseitig
nicht gut.
Hallo Lily,

danke für Deinen langen Text. Ich suche die Schuld nicht ständig bei ihm. Das tut mir ein wenig weh zu lesen, da ich mir vor allem am Anfang der Beziehung oft selbst die Schuld gab an meinen Zweifeln.
Ich weiß ja, dass ich auch nicht einfach bin. Und wenn ich etwas sehe, dann versuche ich auch wirklich an mir zu arbeiten. Aber was da seinerseits abläuft, finde ich trotzdem nicht fair. Wenn ich sage, dass er etwas "falsch" macht, dann sage ich das, weil er genau das von mir nicht möchte, mich dafür verurteilt und sich dann umdreht und selbst tut. Ich habe ihm schon oft gesagt (auch jetzt), dass wir einfach nicht zusammenpassen. Ohne Schuldzuweisung. Er erwidert dann wieder, dass wir super zusammen passen und wir genau das selbe möchten, auch im Verhalten usw. Das ist der Punkt, wo ich dann sage - nein.

Ich wollte ja nie die Liebe seines Lebens genannt werden. Es hat mich nur verwirrt, da ich meine Liebes des Lebens anders behandeln würde. Falls das Sinn macht. Ich käme auch gut ohne diese Bezeichnung klar, sogar viel besser. Denn bei der Trennung denke ich nur "Hm ja, finde ich denn nochmal jemanden, für den ich die Liebe des Lebens bin?". Da blendet man natürlich gerne aus, was alles passiert ist.

Und was ich mit den Szenen meinte ist... Klar empfinde ich noch große Liebe für ihn. Sonst würde ich meine Verzweiflung nicht im Forum niederschreiben. Und da kann es passieren, dass wenn ich ihn verletzte sehe usw usf. schwach werde. So meinte ich das.
herzballon ist offline   Mit Zitat antworten