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Alt 07.07.2019, 10:02  
Damien Thorn
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Beiträge: 7.692
Zitat:
Zitat von Robertalk Beitrag anzeigen
Ich habe mal aus Männermund folgendes vernommen:
Also einem Kerl, der notorisch heimlich fremdvögelte.
Meine Ansicht: Ihr könntet doch offene Beziehung vereinbaren, deine Partnerin scheint mir kein Kind von Traurigkeit zu sein.
Er: Nö, dann müßte ich ihr ja gestatten, dass sie mit anderen Kerlen herummacht, und das möchte ich nicht.
Das ist das gleiche, was Du bereits zuvor heruntergebetet hast, nur an einem Beispiel aufgeführt. Und wie bereits zuvor sage ich dazu, dass die Freundin mit anderen herummachen kann, wie sie will, ohne seine Erlaubnis dazu einzuholen - sie sollte halt nur vor sich selbst dazu stehen können. Wenn sie nur monogam bleibt, weil sie glaubt, dass er es auch tut, ist sie nichts weiter als eine Heuchlerin und gar keine Monogamistin. Das fängt nämlich bereits im Kopf an. Ein monogamer Mensch will gar keinen anderen Sexualpartner, egal, was das Gegenüber macht. Diesen Kram, den Du beschreibst - "wenn Du darfst, dann darf ich auch" - ist einfach nur Kindergartengetue.

Ergo: Wer sagt ihm, dass sie ihm nicht bereits schon längst fremdgeht? Der Typ in Deinem Beispiel ist ein Vollpfosten, weil er glaubt, er hätte durch irgendeine Erlaubnis oder Nichterlaubnis die Macht dazu, die Wünsche und das Verhalten anderer Menschen zu steuern.

So eine Kommunikation - und zwar nicht im Sinne einer Beichte, sondern im Sinne einer Auseinandersetzung mit dem Thema an sich - ist allenfalls dann sinnvoll, wenn es wirklich relevante Gründe gibt, zu glauben, dass der Partner darauf einsteigen wollen würde (und man selbst die offene Partnerschaft begrüßt), z.B. weil das Thema irgendwann schon mal aufkam und er geäußert hat, das früher schon mal gemacht zu haben. Oder weil man schon mal Dreier hatte etc. Aber dann bespricht man wie gesagt allenfalls solch ein Beziehungsmodell an sich à la "Was hältst Du eigentlich von Leuten, die offene Partnerschaften führen? Ich habe einen guten Bekannten, der das praktiziert, etc" - und nicht in Form einer Beichte, dass man bereits fremdgegangen sei. Und selbst dann sollte man sich relativ sicher sein, dass das Gegenüber darauf gelassen reagiert. "Kein Kind von Traurigkeit" ist kein Argument, es sei denn, es bezieht sich auf Orgien, Polygamie, Dreier etc. Ansonsten kann ein Mensch durchaus das Leben genießen und trotzdem absolut monogam sein. Außerdem sollte man darauf vorbereitet sein, Fragen gestellt zu bekommen wie "Weswegen kommst Du jetzt mit solch einem Thema daher?" oder "Wieso, bist Du fremdgegangen? Sei jetzt bitte ganz ehrlich!" Und da sollte man da lieber clevere Antworten parat haben.

Geändert von Damien Thorn (07.07.2019 um 10:15 Uhr)
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