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Alt 08.07.2019, 22:59  
Lilly 22
 
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Hallo Moensche,

Zitat:
Zitat von Moensche Beitrag anzeigen
Zumal ich ihr ja auch sofort verziehen habe, sie mir aber nicht. Das passt nicht zusammen.

Lily, genauso gut könntest du meine Freundin analysieren. Eine Frau, die ihre Kleiderwahl wichtiger hält als den Kummer einer Freundin (und ich treffe maximal zwei Männer im Jahr, die mich interessieren, nicht ständig). Die keine gesetzten Grenzen akzeptiert, sondern einreißt. Mit dem Echo kann sie aber nicht leben.
du hast hier seit Oktober 2018 zu vier verschiedenen Kerlen geschrieben,
wo du dich emotional tangiert und schlecht danach gefühlt haben möch-
test, weil du mehr erwartet hast oder von mir aus verliebt gewesen bist.

Demnach gehe ich davon aus, dass du tendenziell dazu neigst, dich eher
im Leiden zu suhlen und hier entsprechend auch auf die jeweilige Auf-
merksamkeit in deinem Freundeskreis pochst. Das können deine Freun-
de dann also durchaus als sehr anstrengend empfinden. Vor allem, wenn
da quasi ständig nur "Gejammer" über irgendwelche Kerle von deiner
Seite kommt, belastest du deine Freundschaften damit einseitig sehr.

Im Übrigen kannst du nicht einfach behaupten, dein "Problem" sei wich-
tiger, als das deiner Freundin. Mit so einer Denke nimmst du die Proble-
me (bzw. deine Freundin) nicht ernst und wertest sie indirekt ab. Gleich-
zeitig erwartest du von diesen Leuten jedoch, dass sie dich ernst nehmen
und dir beistehen sollen.Tun sie das nicht, wie von dir erwartet, sind sie
gleich die Bösen.

Bei deiner Freundin sehe ich nur, dass sie dir gegenüber ihr Bedürfnis
nach freundschaftlicher Unterstützung/ Beratung kundgetan hat. Und
natürlich geht sie dann wohl erstmal davon aus, dass du ihr hier gern
zur Seite stehst. Im Grunde spricht sie dir zudem ein Kompliment da-
mit aus, wenn sie auf deinen Geschmack baut. Natürlich hättest du
ihr hier einfach und das sogar freundlich drauf entgegnen können,
dass dir danach gerade nicht zu mute ist und sie sich hier an jemand
anderen wenden möge. Du hast sie stattdessen auf Beziehungsebene
nieder gemacht, weil du das Gefühl für dich gepflegt hast, sie sei dir
gegenüber unempathisch, da sie sich deinem Kummer nicht anneh-
men würde und nur ihre ollen Kleider im Kopf hätte. Das ist kein ge-
sundes Grenzensetzen, sondern ein persönlicher Angriff auf den an-
deren. Erst recht, da du selbst dafür verantwortlich bist, deine Be-
dürfnisse entsprechend zu kommunizieren. Das so aber nicht tust,
sondern dann um die Ecke mit Anschuldigungen kommst, weil sie
nicht so tickt, wie du es gern für dich hättest.

Es geht nicht darum, ob dein "Liebeskummer" unwichtig ist oder
im Vergleich wichtiger, als ihre Probleme. Es geht mir hier einzig
darum, dass du auch mal deine Augen dafür öffnest, wie du selbst
mit deinen Freunden umgehst, diese auch hier in deinen Threads
desöfteren eher abwertest, auf der anderen Seite aber deren Un-
terstützung erwartest, wenn du gerade mal wieder leidest. Auch
darum, mal selbst zu verinnerlichen, welches Ausmaß deine Er-
wartungen an deine Freunde annimmt und das diese dir hier ei-
gentlich eher mal "gesunde Grenzen" setzen sollten bzw. dir mal
verdeutlichen sollten, dass du deine Bedürfnisse gesünder kom-
munizierst, anstatt frustriert pampig zu reagieren.

Du suchst dir schließlich deine Freunde selbst aus, genau so wie
eben jene Typen, die dir offenbar nicht gut tun, von denen du
aber genau so viel Aufmerksamkeit erwartest.

Denn entweder pflegst du hier selbst aussaugende, destruktive
Muster bei der Auswahl/ Pflege usw. oder du sabotierst hier un-
bewusst selbst -ansonsten, also objektiv betrachtet- gesunde
Beziehungen.

Sprich: vielleicht ist es dir desöfteren schlichtweg egal, ob dir
eine Beziehung (Freundeskreis/ potenzielle Partner/ Partner)
dem Grunde nach gut tut, hauptsache, du bekommst darüber
viel Aufmerksamkeit. Dann liegt das aber nicht an den ande-
ren, dass sie sind, wie sie sind, sondern es läge an deiner
hier eher oberflächlichen Betrachtungsweise usw., deren Kon-
sequenzen du am Ende nur zu spüren bekommst.

Ich hätte auch keine Lust darauf, mich deiner Probleme anzu-
nehmen, wenn ich auf der anderen Seite weiß, wie sehr du im
"Gegenzug" meine eigenen Probleme abwertend betrachtest
und im Grunde möchtest, dass sich alles stets nur um dich
kreisen soll.

Du hast dich bei ihr entschuldigt, pflegst über ihre Probleme
aber immer noch die selbe Ansicht. Demnach hättest du dir
eine solche Entschuldigung auch sparen können. Denn, was
soll sie deiner Meinung nach damit anfangen? Und was kon-
kret soll sie dir vergeben? Da du als ihre Freundin abgesprun-
gen bist, was sie wohl einfach nur richtig verstanden hat, wird
sie derzeit vermutlich eher damit beschäftigt sein, andere zu
fragen bzw. ihr Problem selbst anzugehen und zu lösen. Heißt,
sie wird unter Zeitdruck stehen und sich weniger einen Kopf
darüber zerbrechen, was du passiv von ihr erwartest bzw. er-
warten könntest. Und ja, vielleicht hat sie einfach auch keine
Lust mehr auf diese Freundschaft, in der du sie eher abwer-
tend betrachtest ("auch bei einer anderen habe sie...." usw.).

Wärst du selbst konsequent und würdest für dich dann eben
"gesunde Grenzen" setzen, hättest du eine Freundschaft, in
der du dein Gegenüber eher abwertend betrachtest bzw. in
der du das Gefühl hast, sie täte dir nicht gut, längst beendet.
Oder zuvor zumindest mal Tacheles geredet. Sprich, auf ge-
sunde Weise einfach mal dargestellt, was du selbst erwartest
(dir wie wünschst) bzw. was dich konkret stört und weshalb.

Gibt es in deinem Umfeld überhaupt etwas, das du wertzu-
schätzen fähig bist? Oder ist da ständig alles blöd usw. usf.?
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