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Alt 02.08.2019, 16:24  
Kronika
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Zitat von Damien Thorn Beitrag anzeigen
Wer eine "Beziehung" sucht, sucht etwas, was er nicht kennt. Jede Interaktion zwischen zwei Menschen ist absolut individuell und entsteht aus den jeweiligen Charakteren. Und das Zusammenspiel lässt dann die Natur dieser Zwischenmenschlichkeit entstehen. "Beziehung" ist nur ein erbärmlicher da ungenügender Begriff, etwas in Worte zu packen, was nicht in Worte zu packen ist. Also: Wenn die TE nach einer "Beziehung" sucht, aber den Charakter und das Zusammenspiel zum Gegenüber noch gar nicht wirklich kennt, nach was sucht sie dann eigentlich?
Im ersten Punkt folge ich dir ja auch komplett: Jede Beziehung zwischen zwei Menschen ist individuell und muss erst gelebt werden, um sich selbst irgendwann definieren zu können.
Aber die Argumentation, dass man deshalb nicht auf der Suche nach einer dauerhaften, gut funktionierenden Bindung zu einem anderen Menschen sein kann, gehe ich da nicht mit. Ob man das nun "Beziehung", "was Festes" oder wie auch immer nennt, ist ja auch reine Haarspalterei.

Sex ist ebenfalls individuell und entsteht dann aus dem Zusammenspiel zwischen zwei Menschen und es ist jedesmal anders mit einem anderen Menschen. Heißt das deswegen jetzt dass du nicht mehr Lust auf Sex haben kannst, weil du noch nicht weißt wie es mit der nächsten Person wird? Nein, das würde dir komischerweise wohl niemand absprechen.
Aber im Grunde ist das auch genauso nur eine "Hülle" oder Vorstellung von etwas, die du dir auf Basis deiner bisherigen Erfahrungen mit Sex machst. Letztendlich ist das mit allen Dingen so die man sich wünscht und eben machen will/ haben will und die man bisher noch nicht hat und gemacht hat. Man hat immer nur eine Vorstellung davon wie es dann sein könnte, die man eben gut findet.

Die Frage ist doch am Ende eben wie man damit umgeht. Und ich wiederhole mich zwar aber: Nur weil man etwas gerne hätte, heißt das nicht dass es genau das wird oder werden muss was man sich mal vorgestellt hat. Es heißt auch nicht automatisch dass man darauf drängelt. Es heißt auch nicht dass man es über alles was einem über den Weg läuft drüber stülpt und der andere Mensch deswegen egal ist.
Das alles mag bei manchen Menschen der Fall sein, aber kann so nicht pauschalisiert werden.

Menschen ticken nun mal so dass sie sich Vorstellungen und Pläne machen. Das ist ganz normal. Nur sehr sehr wenige schaffen es wirklich, vollkommen in den Tag hinein zu leben. Ich finde das auch völlig legitim.
Am Ende kann es sein dass es dann eben doch ganz anders kommt und trotzdem super wird.

Fazit: Weil jemand sich gerade eine längerfristige Bindung als was tolles vorstellt, heißt das nicht, dass er sich deshalb bei einem Kennenlernen wie die Axt im Walde verhalten muss oder nicht sogar am Ende doch in einem ganz anderen Konstrukt landet wenn die Hormone durchbrennen.

Ich finde man kann so eine Einstellung auch einfach mal akzeptieren ohne jedem gleich deswegen Ignoranz und Spaßbefreitheit zu unterstellen.
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