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Alt 29.05.2020, 18:03  
Lilly 22
 
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Ort: Alb Donau Kreis
Beiträge: 11.761
Hallo Anna1905,

Zitat:
Zitat von Anna1905 Beitrag anzeigen
...Nichtsdestotrotz waren es immer Männer, denen ich deutlich an der Körpersprache, den Blicken, persönlichen Fragen usw. angemerkt habe, dass sie starkes Interesse haben. Einen weiteren Mann aus meinem Freundeskreis habe ich ein paar Mal getroffen. Ich wusste bereits von Freunden, dass er mich sehr gut findet und das hat man ihm auch angemerkt. Er war morgens sehr verkuschelt und anhänglich und wollte am liebsten den ganzen Tag mit mir verbringen. Letztendlich hat er mir auch seine Gefühle gestanden. Es war also von Anfang an klar, was er will...
vielleicht denkst du zu sehr in "Schwarz oder Weiß"? Vielleicht kommt bei
dir halt wirklich hinzu, dass du neben deinen eigenen Unsicherheiten, eben
noch nicht so viele Erfahrungen hast?

Wie bereits oben mal erwähnt, kann sich ein "Klammeraffe" im weiteren
Kennenlernen als genau so "unpassend" heraus stellen, weil er, auf ande-
re Art z.B. auch nur ein Egomane ist, der bespielt werden will und dich
anderenfalls "erdrückt" usw.

Genau so, wie sich dein OdB ggf. anders hätte gezeigt, wärst du hier selbst
zugewandter, wirklich offener usw. gewesen, anstatt in dieser Abwehr- bzw.
Habacht-Haltung, aus eigenen Unsicherheiten.
Schau, egal, was er sagte oder wie er sich verhielt, hast du ihm ja eher bö-
se Absichten, Gedanken usw. unterstellt. Damit drängst du ihn immerzu in
eine Ecke, aus der heraus er sich ständig rechtfertigen, dich ständig in dei-
nen Annahmen hätte korrigieren usw. müssen.

Gerade wenn ich z.B. der Ansicht bin, das OdB passt sonst ganz gut zu mir,
hätte ich meine Unsicherheiten definitiv mehr selbst reflektiert und mich ver-
sucht, diesen zu stellen. Verabschieden kann man sich ja immer noch. Aller-
ding würde ich es z.B. verdammt bereuen, hier vielleicht nur wegen meiner
eigenen Unsicherheiten, eine gute Chance selbst sabotiert, vergeigt zu ha-
ben. Zumal er dir ja immerhin reichlich Feedbacks gegeben hat, über die
man durchaus hätte nachdenken können.
Also nicht dieses Nachdenken a la "Boah, was erlaubt er sich, ich bin doch
gar nicht so", sondern: "O.k., ich wirke also so auf ihn, kann da was dran
sein (dass es beim anderen anders ankommt, als ich beabsichte) und wie
könnte ich das ändern bzw. mich besser vermitteln?". Hier kann man ja
durchaus auch selbst nachhaken, aufgrund welchen konkreten Verhaltens
der andere diesen Eindruck gewinnt.
Ich denke bei diesem Punkt immer noch, dass er mit seinen dzbgl. Feststel-
lungen nicht so falsch gelegen haben wird, da du selbst ja eben sehr unsi-
cher gewesen und aus dieser Unsicherheit heraus agiert/ reagiert hast.

Meines Erachtens nach zeigt er mittels dieser Feedbacks doch gerade auch,
hinter deine Fassade blicken, dich verstehen zu wollen, weil du im Außen
für ihn recht ambivalent wirkst und er sich daraus eben keinen Reim ma-
chen kann. Woher soll er auch wissen, was für Vorbehalte du alles pflegst
und welche Unsicherheiten dich herum treiben? Vielleicht wirkst du so u.a.
auf ihn selbst mega cool und er kann deshalb keinen Tiefgang fühlen? Dass
er sich quasi selbst gewünscht hätte, mehr Signale entnehmen zu können,
die eher für "Verliebtheit" bzw. "Interesse an mehr" sprechen.

Einem Mann, dem das egal gewesen wär und der dich nur für Sex hätte ha-
ben wollen, hätten solche Dinge doch überhaupt nicht wirklich interessiert.
Ein solcher hätte eher mitgenommen, was er mitnehmen kann und sei es,
dass er dich dafür einseitig u.a. nach Treffen hätte fragen müssen. Darauf
springst du schließlich an, also, was soll`s?

Ansonsten empfindest du es andersherum ja selbst als mühselig, dem an-
deren, gewisse Dinge usw. aus der Nase ziehen zu müssen. Nun, da ging
es ihm mit dir nicht anders, also gab er dir entsprechende Feedbacks.

Zitat:
Zitat von Anna1905 Beitrag anzeigen
...Für mich passt einfach sein ganzes Verhalten nicht zusammen. Ich weiß natürlich, dass er mich auf jeden Fall mochte. Ich weiß auch, dass er sich bemüht hat, mehrmals angesprochen hat, was ihn stört und mich weiter kennenlernen wollte (zumindest seinen Aussagen nach). Wenn ich dann aber wieder an diesen Morgen zurück denke, wird mir wieder ganz komisch zumute. Morgens ein "Was geht?" anstatt eines Kusses und kaum Zärtlichkeiten. Er wirkte genervt...
Er hat dir erklärt, dass dem nicht so war. Punkt. Hast du ihn an diesem
Morgen denn überhaupt selbst zärtlich begrüßt, geküsst usw. oder statt-
dessen ihm tatsächlich argwöhnische Blicke zugeworfen, weil du deine Un-
sicherheiten auf ihn projiziert hast? Wie mag das wohl auf ihn gewirkt ha-
ben? Kühl? Ausbremsend?

Es ist definitiv gut und gesund obendrein, wenn du nun erstmal lieber dei-
ne eigenen Baustellen angehen möchtest. Denn eins ist Fakt: wenn du von
deinem Gegenüber aus Unsicherheit, eine 24/7 Dauerbestätigung erwartest,
nur um "dann" ggf. mal aus dir selbst heraus kommen und "freundlich" usw.
sein/ reagieren zu können, wirst du für jede Beziehung eher zu einer echten
Dauerbelastung und machst dich, wie bereits erklärt, von deinem Gegen-
über emotional total abhängig damit. Ferner wärst du so wenn, dann über-
haupt nur am "Reagieren", je nach deiner Stimmungslage.

Zitat:
Zitat von Anna1905 Beitrag anzeigen
...Meint ihr wirklich, es gibt Menschen, die trotz "Verknalltheit" (ich spreche hier bewusst nicht von Verliebtheit) nicht das Bedürfnis verspüren, morgens Zärtlichkeiten auszutauschen? Man bekommt doch dann meistens nicht genug voneinander und will am liebsten den ganzen Tag im Bett bleiben...
Woher willst du das so genau wissen? Und wozu brauchst du diese Schwarz-
Weiß-Denke (Schublade)? Und nein, Menschen funktionieren unterschiedlich
und haben somit nicht nur andere Bedürfnisse, Vorstellungen, Prioritären
usw., sondern eben auch ihre jeweils (auch für den Moment) andere Emotio-
nen. Während du an jenem Morgen auf dem Bestätigtwerdenmüssen-Modus
verweiltest, war er -wie er ja selbst erklärte- bereits im Modus, seinen Ver-
pflichtungen nachkommen zu müssen. Auch daran, dass er dich eher als arg
ambivalent wahrgenommen hat, hatte sich zu diesem Zeitpunkt noch nichts
geändert.

Zitat:
Zitat von Anna1905 Beitrag anzeigen
...Ich habe ihn nach seinen Eltern, Geschwistern etc. gefragt. Ich habe oft tiefer nachgebohrt und wollte wissen, was ihn beschäftigt, was ihn auf die Palme bringt usw., um ihn besser kennenzulernen...
Das klingt eher nach einem stereotypen Aushorchenwollen. Solche Gesprä-
che sollten sich eher von selbst ergeben. U.a., weil man sich hierzu selbst
offen zeigt und das Gegenüber das aufgreift, darauf eingeht, selbst etwas
von sich hierzu offenbaren möchte. Wohingegen ein bloßes "Verhör" und
dazu mit "Nachbohrerei", eher blockiert. Man schafft damit keine Vertrau-
ensbasis.

Zitat:
Zitat von Anna1905 Beitrag anzeigen
...Ich frage mich halt jetzt: Kann man wirklich so aneinander vorbeireden?
Natürlich. Dazu genügt bereits, aus eigener Unsicherheit heraus zu agieren.
Da ist der Fokus nämlich einzig darauf gerichtet, nur irgendwie Bestätigung
heraus fischen zu wollen.

Er tanzt, ist dann kein "er tanzt", sondern ein "was soll das bitte jetzt, will
der mich verarschen oder was?" z.B. Dann fragt man aus dieser Perspektive
am besten noch: "Was soll das jetzt" und er antwortet: "na mir ist halt ge-
rade danach, macht mir eben Spaß". Und der Unsichere malt sich weiter
aus: "Kann ja wohl nicht wahr sein, es macht ihm auch noch Spaß, mich
so zu verarschen.". Und klar, das Gegenüber hätte bloß nicht tanzen sollen.
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