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Alt 30.07.2021, 00:12  
Lilly 22
 
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Hallo PoPpYsEeD,

Zitat:
Zitat von PoPpYsEeD Beitrag anzeigen
...Es ist auch nicht so als hätte sich so überhaupt nichts verändert, ich denke häufig das es vielleicht auch einfach an mir liegt und an meiner nicht-Bereitschaft- meinem Mann zu verzeihen. Also das ich eigentlich das Problem bin, weil ich diese Vergangenheit einfach nicht ruhen lassen kann...
man muss nicht alles verzeihen (können). Da hat jeder -auch gesunde
Mensch- eben seine ganz persönlichen Grenzen. Und nur weil man die-
se hat, trägt man keine Schuld daran, geht es nicht mehr weiter, wur-
den diese übertreten.

Man sagt immer so schön, dass eine gute Beziehung in der Regel auf
so ca. 4- 5 Säulen (Vorstellungen zu etwas konkretem) fußt, wo man
selbst zu keinen Kompromissen usw. bereit ist (sein möchte) und der
Partner deshalb selbige teilen sollte. Daneben gibt es Bereiche, die ei-
nem ggf. zwar auch wichtig, aber die tolerabel und halt jene, die ein-
em einfach egal sind.
Zu den wichtigesten gehören i.d.R. u.a. gemeinsame Ziele, die Fami-
lienplanung, die konkreteren Vorstellungen darüber wie man seinen
Partner in Familie / Freundeskreis einbinden möchte und selbst auch
eingebunden werden möchte, wie es mit der zwischen menschlichen
Kommunikation aussehen soll und im sexuellen Bereich.

Viele Menschen stolpern immer wieder über ähnliche Probleme, da sie
sich solcher Tatsachen nicht bewusst sind bzw. sich diese nicht bewusst
machen. Noch weniger den Unterschied, da tritt ein Mensch in mein Le-
ben, der wirklich passt bzw. den werde ich mir schon passend machen
bzw. noch viel schlimmer: der wird sich aus Liebe schon entsprechend
anpassen.

Wenn ich etwas einfach nicht verzeihen kann, ist m.E.n. also die Frage,
passt mein Partner, wie er eben ist, einfach nicht zu mir und meinen
konkreten Beziehungsvorstellungen (dann habe weder ich, noch er da-
ran "Schuld") oder sind meine Vorstellungen womöglich komplett unrea-
listisch, ungesund, übertrieben, gar einengend usw. (dann trage ich am
Dilemma ggf. tatsächlich so etwas wie "eigene Schuld").

Oder, sollte ich z.B. vorwiegend darauf "stehen", dass er einfach nur
hübsch auszusehen, einen gewissen Status, eine gewisse Männlich-
keit zu verbildlichen hat, der ständig um mich herum schwirrt, weil
ich mich selbst nur so "gut" fühle, muss ich mich nicht wundern, wenn
eine dauerhafte Beziehung "ihre Defizite" in der Tiefe der Beziehung
aufweist.

Hapert es an einer wirklich gesunden und gewaltfreien Kommunikation
unter den Partner, obgleich einer der beiden sich diese wünscht, wird
das auch nie passen, egal, was der unpassende Partner aus Not ver-
spricht. Denn ein solcher versteht nicht, worum es dem anderen geht
und er kann das kann so auch gar nicht leisten. Er müsste versuchen
sich zu verbiegen, könnte es aber einfach nicht leisten, da er anders
gestrickt ist.

Und selbst, wenn Du z.B. einen arg verzweifelten Mann zur Seite hät-
test, der sich verbiegen lassen möchte, hättest Du keine greifbare Per-
son im Gegenüber, mit der Du in einer wirklichen Verbindung stehst.
Ja, man kann so einen Menschen gewissermaßen kontrollieren, bevor-
munden usw. usf. Aber, so ein Mensch ist niemand, auf den man wirk-
lich "bauen", "vertrauen" usw. kann. Niemand auf Augenhöhe oder vor
dem man Respekt pflegen kann. An so jemanden wächst man zudem
auch nicht. Man kann über einen solchen nur prima eigene Baustellen
kompensieren. Tritt also auf der Stelle.

Also mal beispielhaft.
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