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Alt 27.09.2022, 17:02  
Damien Thorn
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Zitat von PeeNutz Beitrag anzeigen
Hallo,

mich beschäftigt aktuell ein Gedanke sehr und ich würde mich gerne hier mit anderen darüber austauschen.

Ich bin aktuell 30, werde bald 31, bin Single und habe keine Kinder. Bisher habe ich mir über Kinder auch ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht aber seit ein paar Tagen quält mich der Gedanke, im Leben versagt zu haben, wenn ich es nicht schaffe, mindestens ein Kind groß zu ziehen. Dass mein Leben dann verschwendet war und ich auch meine Eltern enttäuscht habe.

Mir ist schon klar dass es im Leben auch andere Dinge gibt, die einem ein erfülltes Leben geben können und ich sehe mich auch eher als jemand, der sich sein Leben lang kreativ auslebt und dass auch eher ohne eine Partnerin oder gar einem Kind. Aber trotzdem werde ich das Gefühl, versagt zu haben nicht los, es hält mich sogar Nacht sehr lange wach.
Sorry, aber wer sich mit 30 immer noch nicht soweit von seinen Eltern abgekapselt hat, um sein Leben eigenverantwortlich zu handhaben, zeigt in erster Linie, dass er nicht bereit für ein Kind ist. Da würde mir das gezeugte Kind ehrlich leid tun, das als Aushängeschild für Status und elterliche Anerkennung herhält.

Meine Partnerin und ich stehen mittlerweile auch vor der Frage, ob Kind oder nicht. In den nächsten 2-3 Jahren müssten wir uns entscheiden. Ich für mich kann mit beiden Entscheidungen glücklich sein und sehe das Kind nicht automatisch als Glücksweg. Vielleicht tendiere ich zu 55% gegen ein Kind, weil es erheblichen mentalen Aufwand mit sich bringt und die gemeinsamen Freiheiten, die ich mit meiner Partnerin liebe und genieße, natürlich einschränkt. Andererseits bin ich ein Familienmensch mag Kinder, sehe aber wiederum Familien, die zumindest von außen gesehen normal verliefen, die Kinder aber sonstwo abgedriftet sind. Meine Partnerin ist zu ca. 55% dafür, weil sie sich so ein Mäuschen, wie sie sagt, als gemeinsamen Lebensweg vorstellen kann und eben mit den Jahren auch entsprechend der Vorstellung zugeneigt ist. Finanziell sind wir abgesichert, das wäre also kein Kriterium. Aber ebenso ist es für mich kein Kriterium, im Alter nicht allein zu sein, da ich die relevante Qualitätszeit mit einem Kind in den ersten 18 Jahren sehe. Danach ist es erwachsen und führt ein eigenständiges Leben. Die gemeinsame Zeit dann ist also ein nicht vorhersehbarer Bonus, der sich situationsbedingt auch auf 0% reduzieren kann.

Wir haben also eine große Schnittmenge - die kommenden Jahre werden zeigen, wofür wir uns entscheiden. Bis dahin wird fleißig Karriere betrieben, sodass man sich danach nicht mehr so einen Kopf darum machen muss.
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