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Alt 18.08.2000, 00:27  
C@t
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Schmerz, Sehnsucht und Realität

Jaja, immer wieder der gelegentliche Frust . Findet man mal jemanden, bei dem man schlagartig das tolle Gefühl bekommt, "der isses!" (kommt ja selten genug vor), gibt es meist andersherum Unsicherheiten. Und wenn dann von der anderen Seite noch kommt, "erst einmal Freunde sein", "laß uns mal Zeit" oder noch irgendwelche Einschränkungen (z.B. "Du könntest mehr aus Dir machen,..." + andere "wenn - danns"), dann ziehen da doch so gewaltig-herbe Gefühle durch Kopf und Körper - ist wie Stacheldraht langsam durchs Herz ziehen. Der Bauch verspannt sich, die Unruhe zieht durch den Kopf, der sich auf gar nichts mehr konzentrieren will, und am Ende kommt das traurige, einen selbst am Boden zerstörende Gefühl (=Gewißheit?) auf, daß man selbst einfach nicht ("ums "Verrecken" nicht!") das Glück finden kann, mit einem anderen Menschen positiv in die Zukunft sehen zu können und diese nach den eigenen Bedürfnissen aufzubauen, (wie man es doch so oft in Filmen gezeigt bekommt ), und das man immer noch so herbeisehnt. Daß man wohl einfach nicht der Typ ist, für den es "die zweite Hälfte" gibt, einen Menschen, mit dem man sich fast blind versteht und sich vertraut, der die gleichen - oder ähnliche Vorlieben - hat, der sich genauso verschossen hat wie man selbst und den gleichen Glauben daran, daß daraus die lang ersehnte Partnerschaft wird, die weit in die Zukunft reicht und nach der man so lange suchen mußte. Und der sich genauso freut, Dich getroffen zu haben wie Du ihn und den gleichen Drang hat, das dann auch mit Eifer und Energie in die Wirklichkeit umzusetzen. Nee, nee, für manche von uns gibt's das wohl nicht, weil wir wohl doch so aus der Reihe sind - für uns selbst unmerklich, für andere so, daß sie keine Möglichkeit sehen oder eben nicht den gleichen Willen verspüren, mit uns zusammenzusein - jedenfalls nicht auf Dauer, und wenn, dann triffst Du immer auf die falschen, die, die Dir nicht gut tun. Und Du versuchst es trotzdem, denn, wieviele Versuche hast Du denn? Und es gingen wieder ein paar Jahre ins Land... .

Dann greife zu Deinem "besten Freund" (bei mir sind das, wenn's ganz arg wird, ein Bier oder 'ne Weinschorle, manchmal werden es auch ein paar) und feiere Deine Einzig- oder Andersartigkeit, die Dich doch sooo sehr von den anderen, die ihren Partner finden oder zumindest eine zufriedenstellende Beziehung erleben können, unterscheidet, aber die ja Deine Individualität und all das ausmacht, was andere an Dir ja auch bewundern. Was soll's, wenn man nicht MIT jemand anderem glücklich werden kann, dann eben OHNE. Wäre da nur nicht die lange Zeit ... und die Momente, in denen einem das fortschreitende Alter bewußt wird, und man sich denkt, "wenn's aber doch einen gibt, dann solltest Du ihn finden, bevor Du noch älter wirst". Und die Momente, in denen Dir bewußt wird, wie sehr Du darunter leidest, daß es da niemanden an Deiner Seite gibt..., einen, dem Du blind vertrauen kannst, der Dich aufheitern kann, wenn Du mal durchhängst und der sich genauso nach Deiner Nähe sehnt wie Du, der Dich mal in den Arm nimmt, weil er das Bedürfnis dazu hat..., mit dem Du wirklich mal an einem Strick ziehen und die Zukunft gestalten kannst, dem Du Deine ganze Liebe schenken könntest, eine Familie gründen? und Dein Leben mit ihm teilen, in guten wie in schlechten Tagen, Zeit für Veränderung... . Wo ist das Bier nochmal?

Ciao,

Cat :cool:
[Geändert von C@t am 17.08.2000 um 17:13 Uhr]
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