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Alt 04.09.2016, 14:43   #2161
Silberlocke4904
verwarnter User
 
Registriert seit: 06/2004
Ort: Baden
Beiträge: 10.654
Zitat:
Zitat von Stan90 Beitrag anzeigen
Gut. Dabei nur nicht vergessen, dass Meck-Pomm ungefähr so bedeutend ist wie eine Hand voll Berliner Stadtteile.

Wenn ich lese, dass die Medien jetzt schon von einem Debakel für Merkel schreiben: Laut Umfragen zwei Prozentpunkte unter den letzten Wahlen - Journalisten habens oft nicht so mit Zahlen.
Ich warte auf morgen, dann kann man die Lage besser beurteilen.
Silberlocke4904 ist offline  
Alt 04.09.2016, 14:43 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 04.09.2016, 18:08   #2162
Stan90
abgemeldet
CDU und SPD verlieren moderat, AfD steigt mit 21,5% (erste Hochrechnung) ein.

Für die GroKo reicht es vermutlich wieder. Rot-rot-grün vielleicht auch.

Ich sehe nichts, was sich groß diskutieren ließe. In Ostdeutschland wird halt anders gewählt, das ist keine neue Erscheinung.
Stan90 ist offline  
Alt 04.09.2016, 18:37   #2163
Silberlocke4904
verwarnter User
 
Registriert seit: 06/2004
Ort: Baden
Beiträge: 10.654
Zitat:
Zitat von Stan90 Beitrag anzeigen
CDU und SPD verlieren moderat, AfD steigt mit 21,5% (erste Hochrechnung) ein.

Für die GroKo reicht es vermutlich wieder. Rot-rot-grün vielleicht auch.

Ich sehe nichts, was sich groß diskutieren ließe. In Ostdeutschland wird halt anders gewählt, das ist keine neue Erscheinung.
Es ist eine Blamage für SPD, CDU und vor allem Linke, wenn die AFD auf Anhieb 21% erzielt und mehr Stimmen bekommt als die CDU, was sich nicht mit " kleinem Bundesland" schön reden läßt.

Man darf nicht vergessen, dass sich in Mecklenburg-Vorpommern ein Trend fortsetzt, der bundesweit und nicht auf Ostdeutschland beschränkt ist.
Silberlocke4904 ist offline  
Alt 04.09.2016, 19:43   #2164
Stan90
abgemeldet
Zitat:
Zitat von Silberlocke4904 Beitrag anzeigen
Es ist eine Blamage für SPD, CDU und vor allem Linke, wenn die AFD auf Anhieb 21% erzielt und mehr Stimmen bekommt als die CDU, was sich nicht mit " kleinem Bundesland" schön reden läßt.

Man darf nicht vergessen, dass sich in Mecklenburg-Vorpommern ein Trend fortsetzt, der bundesweit und nicht auf Ostdeutschland beschränkt ist.
Ein Trend, der aber laut Umfragen schon lange stagniert, sich jetzt lediglich in den Parlamenten realisiert.

Und warum genau ist das Ergebnis der SPD (ca 5% verloren im Vergleich zur Vorwahl, aber bis zu 8% besser als Umfragen waren) eine Blamage?

Schließlich bleibt die Landesregierung in Mehrheit.

Die Blamage ist in meinen Augen eher der Wähler, der a) erschreckennd wenig zur Urne geht und b) die gesamte Politik bloß nur noch auf ein Thema reduziert.
Stan90 ist offline  
Alt 04.09.2016, 20:35   #2165
Silberlocke4904
verwarnter User
 
Registriert seit: 06/2004
Ort: Baden
Beiträge: 10.654
Zitat:
Zitat von Stan90 Beitrag anzeigen
........
Die Blamage ist in meinen Augen eher der Wähler, .............
Wähler sind eine Blamage
Silberlocke4904 ist offline  
Alt 04.09.2016, 21:04   #2166
Stan90
abgemeldet
Zitat:
Zitat von Silberlocke4904 Beitrag anzeigen
Wähler sind eine Blamage
Bzw. in erster Linie die nicht-Wähler. Ich gehe nämlich davon aus, dass die ~ 45% nicht-Wähler nicht überzeugte nicht-Wähler sind, sondern zum Großteil aus Bequemlichkeit nicht wählen waren. Und das halte ich für eine Blamage.
Stan90 ist offline  
Alt 04.09.2016, 22:11   #2167
Andreas8
Junior Member
 
Registriert seit: 02/2016
Beiträge: 49
Zitat:
Zitat von Stan90 Beitrag anzeigen
Die Blamage ist in meinen Augen eher der Wähler, der a) erschreckennd wenig zur Urne geht und b) die gesamte Politik bloß nur noch auf ein Thema reduziert.
Ich fand viel wichtiger, dass heute in den Kommentaren zur Wahl von allen Parteien die Stimmanteile verloren haben eine Sache nicht gesagt wurde:
"Wir haben verstanden"


Das ist nämlich in meinen Augen der Grund für das AFD Ergebniss.

Die AFD ist in meinen Augen eine Scheisspartei mit einem Beschissenen Programm.

ABER: Sie greifen die Wünsche eines nicht unerheblichen Teils der Bevölkerung bei momentan beherrschenden Themen auf.

Und das erklärt dann schon das Ergebniss - auf der einen Seite Parteien bei denen man den Eindruck hat, dass es ihnen völlig egal ist ob die Bevölkerung eigentlich etwas anderes will und eine populistische Partei die eben diese Unzufriedenheit kanalisiert.

Das Ergebniss war vorhersehbar und wenn die anderen Parteien nicht umdenken und mehr auf die Bürger eingehen werden sich solche Ergebnisse fortsetzen.


Mal abgesehen dass manche Politikerkommentare nach der Wahl einfach nur zum Kotzen waren.

Wie gesagt - man kann über die AFD denken was man will. Ich bin gelinde gesagt kein Fan. Aber auch hier ist der Punkt von wegen "nicht demokratische Partei" eine Lachnummer.

Es ist eine demokratische Partei.

Viele Teile des Programms werden von einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung unterstützt.

Und dann reagieren die Politiker der anderen Parteien quer durch die Bank mit diffamierung dieser Partei und der Wähler...

Nee - die Wahl hat zu keinerlei Lerneffekt geführt.

Muss das Programm "lernen durch Schmerz" eben weitergehen bis mal ein paar aufwachen.
Andreas8 ist offline  
Alt 04.09.2016, 23:17   #2168
Stan90
abgemeldet
Zitat:
Zitat von Andreas8 Beitrag anzeigen
Ich fand viel wichtiger, dass heute in den Kommentaren zur Wahl von allen Parteien die Stimmanteile verloren haben eine Sache nicht gesagt wurde:
"Wir haben verstanden"

[...]

ABER: Sie greifen die Wünsche eines nicht unerheblichen Teils der Bevölkerung bei momentan beherrschenden Themen auf.

In einem gewissen Grad gebe ich dir da Recht. Obwohl die Einsicht, dass in der Politik vieles falsch läuft und an vielen Stellen Transparenz fehlt, nicht erst durch die AfD bekannt wurde - oder zumindest geworden sein sollte.

Zitat:
Das Ergebniss war vorhersehbar und wenn die anderen Parteien nicht umdenken und mehr auf die Bürger eingehen werden sich solche Ergebnisse fortsetzen.
Was genau ist denn dieses "auf die Bürger eingehen"? Das wird oft so theoretisch erstmal in den Raum geworfen, wie sähe hier eine praktische Veränderung aus?

Zitat:
Mal abgesehen dass manche Politikerkommentare nach der Wahl einfach nur zum Kotzen waren.
0815 Kommentare. Die schaue ich mir überhaupt nicht an oder lese sie. Wozu? Immer derselbe Einheitsbrei, wie nach Fußballspielen die Spielerinterviews.

Zitat:
Es ist eine demokratische Partei.
Per Defintion "Partei"

Zitat:
Viele Teile des Programms werden von einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung unterstützt.
Und viele nicht. Ein Parteiprogramm besteht ja (sinnvollerweise) aus einem Überblick über alle Themen. Dass auch eine Partei, egal wie radikal sie bei einigen Themen ist, bei anderen Themen dann gemäßigter auftreten kann und dort dann vernünftiges/normales schreibt, ist doch nur erwartungsgemäß.

Zitat:
Und dann reagieren die Politiker der anderen Parteien quer durch die Bank mit diffamierung dieser Partei und der Wähler...
Das stimmt, aber das ist halt ein verflucht harter Umgang von beiden Seiten. Man kann sich über Sigmar Gabriels Stinkefinger aufregen - aber hört euch mal an, was genau ihm die rechten da zurufen. Mit denen soll er vernünftig reden und "auf sie zugehen"? Im Leben nicht.

Und wie soll ein Heiko Maas, eine Merkel oder sonstige Feindbilder mit dem rechten Spektrum reden, wenn sie dort konsequent als Volksverräter (Volksfahrräder) und schlimmeres bezeichnet werden? Und das nicht nur aus dem Mob heraus, sondern von führenden AfD-Politikern.

Bei dem Ton, mit dem Petry, Gauland, Höcke, Storch und co. die anderen Parteien und Politiker angehen:
Wie es in den Wald hineinschallt...

Sich dann aber von den anderen ausgegrenzt und benachteiligt fühlen - Ich finde diese Opfermentalität nur abstoßend.

Zitat:
Nee - die Wahl hat zu keinerlei Lerneffekt geführt.
Muss das Programm "lernen durch Schmerz" eben weitergehen bis mal ein paar aufwachen.
Da bin ich wieder bei dir. Aber wie sähe dieser Lerneffekt aus? Was müsste zum Beispiel die SPD grundlegend verändern? (Mal abgesehen davon, dass sie endlich wieder sozialdemokratisch werden könnte )
Stan90 ist offline  
Alt 04.09.2016, 23:44   #2169
Andreas8
Junior Member
 
Registriert seit: 02/2016
Beiträge: 49
Ein Patentrezept habe ich nicht - aber ich denke, dass eine Reform unseres politischen Systems in Richtung des schweizer Systems durchaus helfen könnte.

Mir konnte bis heute noch niemand schlüssig erklären warum etwas was in der Schweiz wunderbar funktioniert bei uns ein Ding der Unmöglichkeit sein soll.

Was denkst du hätten die Bürger zu TTIP, Euro Rettungsschirm oder der MwSt Senkung für Hotels zu diversen Auslandseinsätzen usw gesagt?

Da wird von oben herab bestimmt und die Bevölkerung darf murren aber hat ansonsten nichts zu melden.


Bei der Wahl war eben auch das bestimmende Thema die Flüchtlingspolitik.
Auch da wurde von unserer Kanzlerin im Alleingang die Richtung vorgegeben und erst jetzt wo sich abzeichnete dass man Pöstchen verliert wird reagiert.

Die Bürger akzeptieren einfach nicht, dass Menschen ohne Bleibeperspektive hier Straftaten begehen, weiter frei rumlaufen und noch alimentiert werden.

In MV hat es die AFD ganz gut geschafft mit Bildern aus NRW oder Berliner Bezirken Angst zu erzeugen.

Aber der Knackpunkt ist doch - diese Bilder sind in manchen Orten Realität. Und Jahrelang wurde geschlafen während die Stimmung mehr und mehr gekippt ist.


Auch hier bitte nicht falsch verstehen. Ich wohne in einem Ort mit 10k Einwohnern und wir haben hier knapp 500 Flüchtlinge. Ich engagiere mich selbst in einer privaten Flüchtlingshilfe und verstehe mich mit einigen der Jungs gut.
Und ich werde das auch weiter machen - mir ist es egal ob ich PCs repariere für unser Jugendzentrum oder für die Sprachschule für Syrer.


Aber - es gibt darunter auch selbst in unserem Idyll Fälle wo ich sage, dass etwas passieren muss. Einfach weil die Personen kriminell sind oder ihre gesellschaftlichen Vorstellungen hier weiterleben wollen. Und es passiert eben nichts. Es wird ausgesessen und der Bürger hat ja nur die möglichkeit bei Wahlterminen seinen Unmut kundzutun.

Und das macht er dann auch.
Andreas8 ist offline  
Alt 05.09.2016, 00:38   #2170
Stan90
abgemeldet
Zitat:
Zitat von Andreas8 Beitrag anzeigen
Ein Patentrezept habe ich nicht - aber ich denke, dass eine Reform unseres politischen Systems in Richtung des schweizer Systems durchaus helfen könnte.

Mir konnte bis heute noch niemand schlüssig erklären warum etwas was in der Schweiz wunderbar funktioniert bei uns ein Ding der Unmöglichkeit sein soll.

Was denkst du hätten die Bürger zu TTIP, Euro Rettungsschirm oder der MwSt Senkung für Hotels zu diversen Auslandseinsätzen usw gesagt?

Das Problem bei Volksentscheiden: Leute, die Putin für einen Demokraten und Merkel für eine Diktatorin halten, dürfen mitabstimmen und bestimmen durch die Angst schürende und hetzende Art den Wahlkampf.

Es ist schwer genug, hoch komplexe Themen ein paar Parlamentariern zu erläutern. Die Bevölkerung für einen Entscheid bei solchen Fragen ausreichend zu informieren halte ich für unmöglich. Und dann gibt es eben Ergebnisse wie in Irland, wo Leute glaubten, sie würden über Abtreibungen und Todesstrafe abstimmen, obwohl es eigentlich nur "EU-Bürokratie-Gedöns" war und nichts von den genannten beinhaltete. Eben eine Plattform für Lügner.

Obwohl du natürlich Recht hast, dass das "vorbeiregieren" an den Bürgern zum Beispiel bei TTIP auch nicht sein kann. So schlimm wie es oft gemacht wird, kann es aber auch nicht sein. Wieso geht es uns so gut (BIP, Gini-Koeffizient, Armutsquote, etc, pp) wie kaum einem anderen Land? Warum geht es uns besser als Briten, Franzosen, Spaniern, Italienern, Polen? Warum stehen in der Regel nur Kleinstländer wie Norwegen, die Schweiz und Luxemburg in diversen Indexen vor uns? Korruption ist immer ein Problem und wird immer ein Problem sein. Aber wenn unsere Politiker nicht mindestens halbwegs auch das Wohl des Landes im Sinn hätten (oder zumindest deren Berater), würde es uns im Vergleich nicht so gut gehen.


Edit: Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis schaffen es bloß 4 Parteien ins Parlament.

Damit würde sowohl Rot-Schwarz als auch Rot-Rot für eine Regierung reichen. Politische Veränderung: Null.

Hier eine Statistik, die Silberlocke wieder nicht hören will:

AfD-Wähler: Die Wahlentscheidung erfolgte aus:

1) Überzeugung von meiner Partei: 24%
2) Enttäuschung von anderen Parteien: 67%.

https://wahl.tagesschau.de/wahlen/20...MV/index.shtml

Sind insgesamt viele Interessante Themen dabei. Auch haben AfD-Wähler überwiegend nur wegen der Bundespolitik abgestimmt und nicht wegen der Landespolitik. Der große Unterschied zwischen niedriger und hoher Bildung ist ebenfalls wieder offensichtlich. Genauso die Differenz zwischen den Geschlechtern.

Ebenfalls sagt die Mehrheit der AfD-Wähler, dass "Flüchtlinge" das Wahlentscheidende Thema war.

Besonders letzteres finde ich nachwievor schade. Die GroKo im MV hat viel erreicht und die wirtschaftliche Situation des Landes in den letzten Jahren stark verbessert (das geben auch die Umfragen her!). Das wird einfach null honoriert, weil Flüchtlinge und Islam jedes andere Thema verdrängen.

Geändert von Stan90 (05.09.2016 um 00:54 Uhr)
Stan90 ist offline  
Alt 05.09.2016, 00:38 #00
Verbraucherinformant

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Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

 

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