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Alt 28.03.2016, 14:01   #221
Sailcat
lass das!
 
Registriert seit: 01/2001
Beiträge: 35.344
Dann wäre das ja geklärt und der Exkurs ist damit beendet.
Bitte kommt zum Thema zurück.
Sollte das nicht gelingen, schließe ich hier ab.

Geändert von Sailcat (28.03.2016 um 14:05 Uhr)
Sailcat ist offline  
Alt 28.03.2016, 14:01 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 28.03.2016, 14:06   #222
Trimalchio
abgemeldet
Zitat:
Zitat von Sailcat Beitrag anzeigen
Dann wäre das ja geklärt und der Exkurs ist damit beendet.
Bitte kommt zum Thema zurück.
Sollte das nicht gelingen, schließe ich hier ab.
Habe ich erst nach meinem letzten Post gelesen. Aber ich glaube auch, dass das frühere Thema hier niemanden mehr interessiert.
Trimalchio ist offline  
Alt 28.03.2016, 14:08   #223
Silberlocke4904
verwarnter User
 
Registriert seit: 06/2004
Ort: Baden
Beiträge: 10.654
Zitat:
Zitat von Sailcat Beitrag anzeigen
Dann wäre das ja geklärt und der Exkurs ist damit beendet.
Bitte kommt zum Thema zurück.
Sollte das nicht gelingen, schließe ich hier ab.
ich bin für schließen
Silberlocke4904 ist offline  
Alt 28.03.2016, 14:11   #224
Sailcat
lass das!
 
Registriert seit: 01/2001
Beiträge: 35.344
Wenn dieses Thema keinen mehr interessiert, dann schreibt hier doch einfach nichts mehr rein.
Das sollte so schwierig nicht sein.
Sailcat ist offline  
Alt 28.03.2016, 15:04   #225
Scuderia
Hüter der Wahrheit
Themenstarter
 
Registriert seit: 05/2004
Beiträge: 4.509
Zitat:
Zitat von Trimalchio Beitrag anzeigen
Aber ich glaube auch, dass das frühere Thema hier niemanden mehr interessiert.
Doch, mich interessiert das Thema, darum habe ich den Thread ja auch eröffnet!

Mir ging es um die Veränderung der "alten Machtverhältnisse" und da es bis zur Bundestagswahl noch ne Zeit lang hin ist, wird das Thema auch bis dahin aktuell sein und evt. danach noch viel aktueller als man sich das im Moment vorstellen kann!

Wie ich schon sagte
Zitat:
Man sollte sich sachlich mit der demokratisch gewählten Partei auseinander setzen und den Wähler nicht versuchen zu belügen (auch wenn das bisher immer geklappt hat) sondern ich wünsche mir von den "Altparteien" dass sie sich ihrer eigenen Wurzeln wieder besinnen und endlich mal eine klare Linie aufzeigen an der sich der Wähler orientieren aber vor allem auch darauf verlassen kann.
Wenn das den Altparteien gelingt, ist die AfD ruck zuck "Geschichte"!
Scuderia ist offline  
Alt 28.03.2016, 21:02   #226
Unklug
Senior Member
 
Registriert seit: 04/2011
Beiträge: 732
Zitat:
Zitat von Stan90 Beitrag anzeigen
Wie kommt ihr eigentlich darauf, dass die AfD eine konservative gut-bürgerliche Partei wäre? Die Statistiken sagen nämlich für alle drei Bundesländer, dass die AfD bei Akademikern nur halb so viel oder gar noch weniger Stimmen abgreifen konnte als aus dem niedrig gebildeten Milieu.
Die AfD ist nämlich keine bürgerliche Partei, sondern für junge ungebildete Menschen eine Protestpartei. Zahlen lügen nicht.
Da wäre ich vorsichtig. Ja, die AfD hat bei Hochgebildeten weniger Stimmen bekommen. Der Zeitgeist dort ist links, das ist insofern auch nicht verwunderlich. Das heißt aber nicht gleichzeitig, dass die AfD keine bürgerliche Partei oder gar eine Partei für junge ungebildete Menschen wäre. Wenn du etwa die Mitglieder oder vor allem die Kandidaten in B-W betrachtest, dann ist das trotz der massiven Abwanderung zu Alfa immer noch eine Partei der Hochgebildeten. Wenn ich mich richtig entsinne, dann hat die Mehrheit ihrer Landtagsvertreter einen Doktortitel, das sind also keine dumpfe Proleten, sondern besorgte Bürger, die endlich wieder eine konservative Politik wollen.

Diese konservative Politik wollen übrigens nicht primär einheimische Deutsche, sondern vor allem auch Deutsche mit Migrationshintergrund. Die AfD hat relativ gesehen fast 7! Mal (und Nein, bei einem so krassen Unterschied können das nicht nur die von Putin gesteuerten Deutschrussen sein...) so viele Stimmen von Deutschen mit Migrationshintergrund bekommen als die Multikultipartei der Grünen. Offenbar besteht auf Seiten der integrierten Migranten kein Interesse an weiterer Schönrederei, sondern nach klaren Aussagen, auch wenn diese manchmal etwas plump sein mögen.

Die AfD nimmt eine Lücke ein, die ihr andere Parteien überlassen haben. Weder erinnert sich die CDU an ihre konservativen Wurzeln, sondern ist ebenfalls längst zur Gender-, Kinderkrippen- und Frauenquotenpartei mutiert, noch gedenkt die SPD sich ihrem ehemaligen Stammklientel zu widmen und schützt sie vor den katastrophalen gesellschaftlichen, sozialen und finanziellen Konsequenzen einer völlig aus der Kontrolle geratenen Zuwanderung.

Der einfache Bürger, der nach stundenlangem Anstehen in der Tafel plötzlich nur noch die Hälfte bekommt, weil er sich das nun mit neuen Bedürftigen teilen muss, der interessiert sich eher weniger für die Gutmenschengedanken, die der Sozialpädagoge in der SPD-Spitze hegt. Die alleinerziehende Mutter, deren Sozialwohnung nun aus Containern besteht und deren unmittelbare Nachbarn nun Hunderte junge Männer aus dem arabischen Raum sind, kümmert sich nur wenig um deren eingeengte Intimsphäre, sondern möchte vor allem ihre jungen Mädchen geschützt wissen. Der konservative Familienvater, der sich stört, dass in den Schulen kein Wissen mehr unterrichtet wird, sondern nur noch "Kompetenzen" zählen und durch neue Lehrmethoden sowie Inklusion um jeden Preis die Bildung seiner schulpflichtigen Kinder gefährdet sieht und außerdem endlich die geleistete Familienarbeit seiner Frau gewertschätzt sehen möchte, die sich lieber für Kinder statt für Karriere entschied, ja, auch der möchte sein Kreuz nicht mehr der CDU geben, weil diese ihn längst verlassen hat. Selbst liberal-konservative Intellektuelle, die Verantwortungsethik über Gesinnungsethik stellen und die Aspekte der Vernunft und Machbarkeit über Ideal und Motiv stellen und deshalb ideologiebasierende Utopien wie den Euro und offene Grenzen um jeden Preis ablehnen, suchen nach neuen Angeboten. Sie wollen nicht länger eine Regierung haben, die unentwegt Gesetze bricht, und nebenbei allmächtig nicht einmal mehr die Zustimmung des Bundestags sucht.

Für all diese Menschen war die AfD eine Option bei der Stimmabgabe und es ist skandalös, diese Menschen als Rassisten, Fremdenfeinde oder auch nur Spinner darzustellen. Sie haben der AfD ihre Stimme gegeben, weil sie eine überwältigende Einheit der restlichen Parteien in Kooperation mit den ihnen mehrheitlich wohlgesonnenen Medien verlassen hat. Die AfD stellte für viele von ihnen die einzige Möglichkeit dar, ihrer Sorge und Wut eine Stimme zu geben. Manch einer mag damit sogar die Hoffnung verbunden haben, dass die AfD tatsächlich etwas bewegen und verändern könnte.

Man muss nicht meinen, dass man Millionen von Menschen, die mit der "Modernisierung" der letzten 10-20 Jahre nicht einverstanden sind, kein Angebot mehr machen muss, weil diese Menschen keine Alternative zu wählen haben, weil diese per se fremdenfeindlich, homophob, undemokratisch und was auch immer sein müsse. Nein, so leicht kann man es sich nicht machen. Vergleichbares hat man bei den Grünen versucht, man hat es auch bei den Linken versucht. Heute stellen beide Parteien Ministerpräsidenten. Im Gegenteil, diese Ausgrenzung ist gefährlich. Sie verhindert, dass sich Personen aus der Mitte offen zur AfD bekennen und fördert damit dort allein die radikalen Kräfte. Da man aber gleichzeitig seine eigene Politik nicht ändern möchte, sondern sie dem Stimmvieh allenfalls besser "erklären" möchte, bleibt vielen Menschen, die in Sorge um unser Land, in Sorge um den Verlust unseres Wohlstandes, unserer Kultur und unserer Sozialisation sind, nichts anderes übrig, als sich, vielleicht auch zähneknirschend, für eine radikale Opposition zu entscheiden, um eine selbstzerstörerische Poltik auf Sicht, die Angela Merkels komplette Regierungszeit kennzeichnet, zu beenden.
Unklug ist offline  
Alt 28.03.2016, 21:34   #227
Unklug
Senior Member
 
Registriert seit: 04/2011
Beiträge: 732
Zitat:
Zitat von Scuderia Beitrag anzeigen
Außerdem stimme ich ebenfalls zu, dass es der AfD nur helfen kann, wenn man so weiter hetzt und diffamiert.
Man sollte sich sachlich mit der demokratisch gewählten Partei auseinander setzen und den Wähler nicht versuchen zu belügen (auch wenn das bisher immer geklappt hat) sondern ich wünsche mir von den "Altparteien" dass sie sich ihrer eigenen Wurzeln wieder besinnen und endlich mal eine klare Linie aufzeigen an der sich der Wähler orientieren aber vor allem auch darauf verlassen kann.
Wenn das den Altparteien gelingt, ist die AfD ruck zuck "Geschichte"!
Ich habe mir noch im Sommer 2015 nach den Geschenissen dort in Essen geschworen, die AfD nie wieder zu wählen. Angela Merkels weltfremde und verantwortungslose Flüchtlingspolitik sowie die permanenten Beleidigungen und Hetze, die Kritiker dieser Politik ausgesetzt waren, haben das verändert. Jede Ausfälligkeit eines Meinungsforschers (Manfred Güllner), eines Politikers (die Arroganz eines Nils Schmid in B-W war schon widerlich) hat diesen Umschwung verstärkt. Die AfD hätte praktisch jeden Bock bringen können, es wäre völlig egal geworden.

Angela Merkels Flüchtlingspolitik und die Hetzkampagne gegen die AfD haben nicht nur dafür gesorgt, dass die AfD dem sicheren Tod entging, sondern auch dafür, dass ihre seriöse Konkurrenz (Alfa) keine Chance hatte, sich zu etablieren und somit langfristig wieder Fachwissen in die politische Debatte zu bringen. Jeder Sechste wählt eine Partei und am Ende will es niemand gewesen sein, da läuft doch etwas ganz gewaltig schief.

Als die Wahl war und bereits um 17 Uhr zu lesen war, dass die Wahlbeteiligung eklatant gestiegen ist, war mir schon klar, wie das Ergebnis später sein würde. Ich muss nicht erwähnen, dass ich die nächsten Stunden beste Unterhaltung hatte und mich fast gekugelt hätte vor Lachen bei der Vorstellung, dass die CDU eine Koalition mit der Linkspartei eingehen hätte müssen (dazu hätten die Grünen in S-A nur minimal weniger Stimmen bekommen müssen und damit den Einzug in den Landtag verpassen).

Was ich vielmehr fragwürdig finde, ist die Tatsache, dass selbst die Prognosen die AfD noch unterschätzten. In B-W waren es dort 12 oder 12,5%, am Ende waren es über 15. Auch in R-P und S-A zeigte sich ein ähnliches Muster. Wenn die Menschen sich selbst anonym in einem rein für Prognosezwecken eingerichteten Wahllokal nicht mehr trauen, ihre Wahlentescheidung zu offenbaren, dann haben wir einen bedenklichen Zustand erreicht. Wenn Meinung und Haltung so versteckt werden muss, um keiner sozialen Repression (wie z.B. von besagtem Güllner gefordert) zu unterliegen, dann läuft etwas falsch in einer Demokratie.

Leider machen die Erfahrungen in Deutschland und im Ausland wenig Hoffnung. Die Attacken gegen die AfD werden wohl fortgesetzt und die Politik nicht verändert. In Frankreich und Österreich mussten die ausgestoßenen Parteien in Umfragen auch erst 35% erreichen und sich somit der absoluten Mehrheit bedenklich nähern, ehe die Regierungen einen Politikwechsel vornahmen. Die Zustände, die in Deutschland notwendig wären, um eine AfD zu haben, die ebenfalls in diese Größenregion vordringt, möchte ich mir aber erst gar nicht vorstellen. Mir wäre es hingegen viel lieber, die AfD würde morgen verschwinden, aber die Nicht-Reaktion der etablierten Parteien zeigt, dass man zwangsgedrungen der AfD weiter viel Erfolg wünschen muss, damit in Deutschland, wie auch in Österreich, zumindest beim Thema Flüchtlinge/Migration (gibt ja noch leider zahlreiche andere Baustellen) Vernunft einkehrt. Deshalb wünsche ich der AfD viel Glück, dass sich die verbliebenen seriösen Kräfte um Jörg Meuthen durchsetzen und sich nach und nach die Glücksritter und Spinner verabschieden. Bei den Grünen ging das auch nicht von heute auf morgen.
Unklug ist offline  
Alt 28.03.2016, 22:05   #228
Unklug
Senior Member
 
Registriert seit: 04/2011
Beiträge: 732
Zitat:
Zitat von Stan90 Beitrag anzeigen
Nein, aber offensichtlich haben bundesweit 12℅ der Befragten mindestens Sympathien mit Rechten.

Für mich bestehen keine Zweifel daran, dass die AfD ihre Kraft fast ausschließlich aus Fremdenfeindlichkeit verschiedener Stärken zieht. Und da Rassismus nun wieder salonfähig gemacht wurde, kann man auch gemäßigte Rechte ansprechen.
Es wurde nicht Rassismus wieder salonfähig gemacht. Es gibt einfach keine einzige etablierte Partei, die mit einer vernünftigen Politik Zuständen wie in Köln vorbeugt und Zustände wie sie in Brüssel bereits heute herrschen, im Deutschland der Zukunft überhaupt nur im Ansatz zu verhindern weiß. Nein, nicht einmal ernsthaft gesprochen wird über diese Probleme. Selbst wenn im linken Freiburg die Clubbesitzer am Rande der Verzweiflung sind, wird die Verantwortung für Fehlverhalten nicht bei den "Flüchtlingen" gesucht, sondern bei den ausgrenzenden Einheimischen. Dass selbst Gemeinden teilweise Flüchtlingen den Eintritt ins Hallenbad verboten haben, weil die Zustände dort unerträglich wurden, ist wohl auch geschenkt. Schlimm ist dabei auch, dass gar nicht erkannt wird, dass diese permanente Verharmlosung und dieses ständige Totschweigen nur dazu führt, dass dadurch nicht nur die anständigen Flüchtlinge unter Generalverdacht geraten, sondern selbst längst integrierte Migranten, die unsere Gesellschaft mehr als dringend braucht, wieder unter Generalverdacht geraten und beispielsweise vom Türsteher abgewiesen werden. Diese fühlen sich jetzt bestimmt wohl in unserer Gesellschaft.

Es gibt auch keine etablierte Partei, die mit unserem teuer und hart erarbeiteten Wohlstand sorgsam umgeht und nicht unsere ohnehin fragilen Sozialsysteme als Selbstbedienungsladen ansieht, deren knappe Ressourcen man nach Gutsherrenart an Wirtschaftsflüchtlinge und noch viel schlimmer, Terroristen im Präsidentenamt verschenken kann. Schwer wiegt auch, dass damit nicht mal den ernsthaft Bedürftigen effizient geholfen wird, denn wollte man das, dann könnte man mit dieser Summe nicht nur Millionen Syrer in Flüchtlingslagern in Heimatnähe versorgen, sondern nebenbei auch noch das Hungerproblem im Sudan, wenn nicht in ganz Schwarzafrika lösen.

Wenn sich dann noch gleichzeitig unser Bundesfinanzminister damit rühmt, eine schwarze Null zu haben, weil die Kosten der Flüchtlingskrise größtenteils von den Kommunen getragen werden müssen, die nicht nur monatelang auf Sporthallen verzichten müssen, sondern auf Dauer Sportplätze, Schwimmbäder und Spielplätze schließen sowie Straßen vergammeln lassen müssen, weil sie sonst unter der Kostenlast völlig zusammenbrechen, dann führt das nicht dazu, dass sich meine Stimmung hebt.

Ja, ich bin die gemäßigte Rechte. Ich gehöre zu jener gemäßigten Rechten, die es vor Merkel in Deutschland jahrzehntelang gab und die es im Ausland auf der ganzen Welt teils in Regierungsverantwortung gibt. Ich fühle mich aber nicht von Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit angesprochen, sondern "flüchte" vor einer selbstzerstörerischen, weltfremden und verlogenen Politik von Angela Merkel, die praktisch ohne Widerspruch und mit riesigem Rückhalt der Medien und der Politik nach gelebter Willkür agieren kann. Wenn interessieren schon Gesetze? Dafür interessieren sich doch nur böse Rechtspopulisten wie Horst Seehofer, wenn nicht gar die Obernazis von der AfD.
Unklug ist offline  
Alt 28.03.2016, 22:22   #229
Unklug
Senior Member
 
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Zitat:
Zitat von Stan90 Beitrag anzeigen
Grün-links, grün-links, grün-links.
Da wir aktuell eine große Koalition haben, merkwürdig. Wenn man selbst aber weit genug rechts sitzt, ist eben alles andere links und damit ein Feindbild, zu dem du hier auch die Grünen aufbauen willst. Und DAS ist genau, was du den Medien vorwirfst.
Angela Merkel betreibt eine grün-linke Politik, da ist die Partei, die sie ausführt, völlig egal. Eigentlich sogar viel mehr als das. Die Politik von Rot-Grün 98-2005 war wirtschaftsliberaler, konservativer und deutlich stärker auf Law&Order ausgerichtet, als alle 3 Koalitionen seither. Informiere dich z.B. mal über die Asylpläne von Otto Schily, die nicht an Deutschland, sondern an der Nichtbeachtung von Rest-Europa scheiterten. Gerhard Schröder hat nicht nur die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt liberalisiert, was Merkel versucht nach und nach umzukehren, sondern sich auch in einer Art und Weise über kriminelle Ausländer geäußert, die ihm heute das Attribut Rechtspopulist verleihen würden. Achja, Familienpolitik war damals für ihn auch nur Gedöns.

Refugees Welcome war traditionell eine Position, die ausschließlich von linksradikalen Strömungen vertreten wurde. Die herrschenden Parteien (vor allem die CDU natürlich) waren deshalb Hassobjekt der Antifa und wurden bitter bekämpft. Wenn hingegen vor wenigen Wochen im Wahlkampf Angela Merkel eine Rede hielt und sich Demonstrationen gegen sie ankündigten, wurden diese leidenschaftlich von der Antifa niedergeschrien und Angela Merkel bejubelt. So ändern sich eben die Zeiten. Angela Merkel hat Unterstützung für ihre Politik, sie hat allerdings ihren Unterstützerkreis vollends gewechselt. So verwundert es nicht, dass selbst Gregor Gysi kürzlich der CDU Koalitionen angeboten hat. Angela Merkel landet jetzt eben dort, wo ihre Wurzeln sind und sie schon immer hingehört hat: Am linken Ende des Parteienspektrums.
Unklug ist offline  
Alt 28.03.2016, 22:36   #230
Unklug
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Zitat:
Zitat von Silberlocke4904 Beitrag anzeigen
Genau das ist der springende Punkt.

Ein aktuelles Beispiel ist der Wahlerfolg von Winfried Kretschmann.
Ich bin davon überzeugt, dass viele ihn gewählt haben, weil er die Figur eines „Landesvaters“ darstellt, „der es schon richtig macht“ und wir, die Bürger, uns um nichts kümmern müssen.
Viele haben Winfried Kretschmann auch gewählt, weil sie gegen die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel sind. Ein wenig schizophren, aber ist so. Hatte solche Fälle auch in der eigenen Familie und auch der berühmte schwäbische Unternehmer Wolfgang Grupp hat so argumentiert. Aber irgendwie wird es auch wieder verständlich. Die CDU und die Grünen unterscheiden sich nur noch marginal, man ist mit der Kanzlerin unzufrieden, möchte ihr also einen Denkzettel verpassen. Gleichzeitig findet man den Kretschmann ganz sympathisch und authentisch, außerdem benutzt er nicht die üblichen Phrasen und wirkt zumindest ernsthaft bemüht. Da wählt man dann eben das bessere Original. Und ob man es glaubt oder nicht: Wähler der Grünen und Wähler der AfD können sich auch prächtig unterhalten, sehr ähnlicher Meinung sein und trotzdem so grundverschieden wählen. Es ist eben nicht so einfach, alle Menschen über einen Kamm zu scheren. Man darf gerne die handelnden Personen kritisieren, aber bitte niemals wie geschehen die Wähler beleidigen.

Dass man nun alle Stimmen der Grünen der Politik der Kanzlerin zuordnet, ist nicht nur absurd, sondern zeigt auch, dass nicht mehr mit den Menschen, sondern nur noch über die Menschen geredet wird.
Unklug ist offline  
Alt 28.03.2016, 22:36 #00
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