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Alt 05.08.2003, 17:13   #1
pepper
Senior Member
 
Registriert seit: 03/2002
Ort: Hamburg
Beiträge: 743
Extreme Stimmungschwankungen

Was macht man wenn man unter extremen Stimmungschwankungen leidet?

Wenn man sich selber nie versteht, ausser in den Momenten wenn man mit allem glücklich ist?

Wenn man kurz davor steht zum Chef zu gehen und einfach zu sagen: tschüss, ich hau für immer ab? Und dies nicht nur 1x....

Wenn man die Möglichkeit (rein gedanklich) hätte sein Leben zu beenden einfach ja dazu zu sagen und es zu tun (gedanklich - ich bin nicht Suizidgefährdet, aber es gibt zuhauf Situationen wo ich gedanklich sofort ja sagen würde)?

Wenn man sich immer und immer wieder selbst aufgibt um dann Tage / Wochen später nicht mehr zu wissen wieso und versucht wieder Pluspunkte zu sammeln und zu zeigen das man es doch kann (zb Arbeit). Ist dies erreicht folgt irgendwann wieder die Selbstaufgabe?

Wenn man eine Stunde später über eine Ansicht lacht weil auf einmal alles wieder ok ist?

Wenn man sich vor anderen versteckt statt auf sie zuzugehen - obwohl man weiß das man so nie Freunde finden kann? Dies obwohl man Freunde verloren hat und dringend neue braucht?

Wenn man einfach diesen Launen ausgesetzt ist und sie auch mit fast 30 einfach nicht unter Kontrolle hat?

Wenn Bekannte denen man seine Probleme erzählt diese einfach nicht sehen und nicht darauf eingehen (können) weil sie denken: ach da ist doch nichts...? Wo ist Dein Problem?!

Und das ist es eben: es gibt keine Gründe für diese extremen Schwankungen da mein Leben geordnet verläuft.... himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt - und dies ohne Ende..

Wenn man vermutet das dies Schäden aus der Kindheit sind?

Wer kann einem da eigentlich helfen?
pepper ist offline  
Alt 05.08.2003, 17:13 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hallo pepper,
Alt 05.08.2003, 17:22   #2
Jill
Senior Member
 
Registriert seit: 09/2002
Ort: Bremen
Beiträge: 994
Mich zurück ziehen. Ich kenne das Gefühl der Leere (?).
Bist Du mit Deinem Job zufrieden, hast Du Dir frühere Träume erfüllen können oder verfolgen sie Dich?
Jill ist offline  
Alt 05.08.2003, 17:34   #3
pepper
Senior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 03/2002
Ort: Hamburg
Beiträge: 743
Mit Job zufrieden? Nein und ja. Eher nein, aber ab und zu wieder ja. Grundsätzlich will ich schon lange hier weg was aber aufgrund der Marktsituation nicht einfach ist.

Ich ziehe mich auch zurück aber ich bin nicht gerne alleine. Meist ziehe ich mich zurück, dann fällt mir die Decke auf den Kopf und ich nehme Drogen (zb Alkohol). Dann gehts mit für den Abend gut, am nächsten Tag auf der Arbeit hänge ich dann durch und hasse mich wieder weil ich es gedanklich nicht auf die Reihe bekomme anständig zu arbeiten... Ich kann einfach nicht zuhause sitzen und die Decke / TV anstarren, dann gehts mir richtig schlecht.

Dies ist aber nicht jeden Abend so!!! Ich hasse mich manchmal und manchmal mag ich mich. Aber ich verstehe nie wieso?! ich bin doch jetzt schon alt genug um mal ein bisschen ruhiger zu werden. Seit ein paar Wochen hasse ich mich.

Ich habe Angst vor dem alleinsein und ziehe mich aber auch vor anderen zurück

So hat mir ein neuer Kollege der sehr nett ist heute zum 2ten Mal angeboten was zu machen. Und was mache ich? Ich sage ab, weil es mir nicht gut geht.... ja ich könnte mich über mich selber totlachen. Ein drittes Mal wird er wohl kaum fragen.

Ich denke eben ich bin so langweilig und verbreite so eine schlechte Laune das ich lieber alleine bleibe.

Frühere Träume? Habe ich nur einen: eine glückliche Familie.... Selbstverwirklichung (lol)... nein nein, nichts verwirklicht.
pepper ist offline  
Alt 05.08.2003, 18:10   #4
Mr.Writer
Member
 
Registriert seit: 05/2002
Beiträge: 181
Ich kenne das gefühl nur zu gut!
Ich habe aber etwas gefunden das mir hilft und mich meine Probleme verarbeiten läßt.
Ich habe wieder angefangen zu zeichnen. Wen ich mich down fühle, so fühle als wen alles keinen sinn mehr macht und ich am liebsten von vorne, bei null anzufangen um einiges anderes zumachen beginne ich zu zeichnen Comichafte Kurzgeschichten.
Zuweilen sind diese Comics oder Bilder die ich zeichne verdammt düster und erschreckend aber ich denke es paßt ja zur stimmung *g
Ich versuche auch Gitarrespielen zu lernen. Mehr schlecht als gut aber allein etwas kreatives, produktives zutun hilft unwahrscheinlich.
Freunde?!? Ich habe auch nur einen kleinen Freundeskreis und das ist auch gut so, es sind Leute auf die ich mich verlassen kann denen ich wirklich mein Leben anvertrauen würde und sie mir ihres. Solche Freunde sind wichtig, da brauche ich nicht hunderte Freunde von dennen ich dan eh nur einige wenige häufig zu sehen bekomme. Freunde kommen und gehen, wahre Freunde bleiben ewig!
Drogen, alkohol!
Scheiße ja nehme ich auch, aber es wird weniger und weniger. Ich habe einen anderen weg meine seelischen probleme zu verarbeiten und du wirst auch einen finden. Denke einfach mal drüber nach was es ist allein das hilft.
Mr.Writer ist offline  
Alt 06.08.2003, 09:33   #5
pepper
Senior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 03/2002
Ort: Hamburg
Beiträge: 743
Hi Mr.Writer,

danke für Deine Zeilen. Ich denke ein Ausgleich ist perfekt wenn man ihn dann hat. Ich flüchte mich dann oft in ein Computerspiel was aber leider ein sehr unkreativer Ansatz ist da man dabei nicht denkt sondern nur agiert und abgelenkt ist. Ich weiß nicht ob man mit verdrängen Probleme oder Stimmungen bewältigen kann. Wenn man zeichnet hat man viel Zeit dabei zu denken, und das ist irgendwie wichtig.

Ich denke genauso über Freunde, lieber weniger und richtige als duzende und oberflächliche. Leider habe ich 2 Freunde "verloren", und da ich nie viele habe ist der Verlust nicht schön.

Eigentlich hebe ich mir den Winter fürs Nachdenken auf, jetzt haben wir mal einen super Sommer und ich arbeite und arbeite und in meiner Freizeit genieße ich nicht sondern denke und versuche mich von diesen Gedanken irgendwann abzulenken. Irgendwie komisch.

Aber schön zu wissen das ich nicht alleine bin, ich denke manchmal das hängt mit der Kindheit zusammen und müsste therapiert werden.
pepper ist offline  
Alt 06.08.2003, 10:44   #6
MovieSister
Golden Member
 
Registriert seit: 12/2001
Ort: Siegen NRW
Beiträge: 1.020
Re: Extreme Stimmungschwankungen

Zitat:
Original geschrieben von pepper
Wer kann einem da eigentlich helfen?
Ein Therapeut. Das klingt für die meisten Menschen sofort abschreckend, ich weiß. Aber es ist kein Psychiater, den ich meine. Es ist ein Mensch, der Probleme dieser Art genau kennt, der weiß, wie man zuhört. Du sagst, dass dein Verhalten auf Schäden aus der Kindheit beruht. Das ist doch ein erster Schritt. Zusammen mit einem Therapeuten kannst du nun anfangen, diese "Schäden" aufzuarbeiten, damit du die Ursachen für dein Verhalten herausfinden kannst.
Es gibt so viele verschiedene Arten von Therapie, du musst für dich selber die richtige finden (ich könnte mir so etwas wie Gestalttherapie oder Psychotherapie vorstellen).

Ich wünsche dir auf jeden Fall jetzt schon einmal viel Glück
MovieSister ist offline  
Alt 06.08.2003, 12:24   #7
satinella
So Raw
 
Registriert seit: 10/2002
Beiträge: 7.888
An erster Stelle sollte man sich selbst so annehmen. Gleich zum Doktor rennen würd ich nicht. Wird eh viel zu gerne und oft vorgeschlagen.
Aber wem´s gefällt......

Man sollte seine Laune nicht von irgendwelchen Dingen abhängig machen. Oft leichter gesagt, als getan, aber daran kann man arbeiten.
Finde es gar nicht schlimm, wenn man so ist. Im Gegenteil.....
satinella ist offline  
Alt 06.08.2003, 13:40   #8
Hades
Special Member
 
Registriert seit: 06/1999
Beiträge: 2.643
Ich habe massive Probleme mit Menschen, die zu starken Stimmungsschwankungen neigen. Aus dem Grund, weil sie ihr Umfeld oft gnadenlos darunter leiden lassen.
Oft sind es in der Tat Luxusprobleme, die jene Spezies innerhalb eines Augenblicks vom umgänglichen Menschen in ein Häufchen Elend verwandeln. Kleinste Frustrationen und die Welt scheint einzustürzen. Manchmal reicht schon das sprichwörtliche Haar in der Suppe und alles ist Scheiße.
Mag sein, dass diese Leute mit sich selbst viel zu kämpfen haben, aber oft ist es nichts anderes als einfach viel zu viel Egozentrik, ein sich selbst viel zu wichtig nehmen, warum diese Menschen dermaßen hin und her geschossen werden zwischen Himmel und Hölle. Und wie gesagt, oft lassen sie ihr Umfeld, das ja wohl wirklich am wenigsten dafür kann, gnadenlos unter ihren Stimmungsschwankungen leiden.
Natürlich setzt jeder seine Maßstäbe was für ihn wichtig und weniger wichtig ist. Aber bei allem Verständnis, wenn der Pickel zur Katastrophe wird, jemand völlig auszuckt, weil halt mal nicht alles nach Wunsch läuft, dann hält sich meine Akzeptanz dafür sehr in Grenzen.
Ich meine jeder hat so hin und wieder seinen Scheiß, und man kann sich schon auch mal ein wenig zurücknehmen und zusammenreißen.
Hades ist offline  
Alt 06.08.2003, 14:03   #9
pepper
Senior Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 03/2002
Ort: Hamburg
Beiträge: 743
@ Satin - ja ich denke auch das das Leben ohne Launen langweilig wäre. Es ist fester Bestandteil und lässt einen das Leben spüren, ohne Launen wäre das Leben langweiliger. Wie sonst könnte man ein Hoch haben wenn es kein tief gibt. Nur verstehe ich sie nicht und leide teilweise darunter.

@ Hades: ich kann Dich verstehen. Früher habe ich meine Launen auch irgendwie ausgelebt und mein Umfeld musste darunter leiden. Da ich dies nicht akzeptieren konnte (mein Umfeld natürlich auch nicht) habe ich mich umerzogen. Mittlerweile bekommt mein Umfeld meine Launen kaum noch mit da ich den Menschen aus dem Weg gehe. Ich bin ruhig und sage nur das nötigste und zeige vielleicht ein bisschen das man mich heute besser etwas in Ruhe lassen könnte. Das Launenausleben bringt keinem was, und die Menschen fangen an einen lieber in Ruhe zu lassen da man ja nie von aussen sehen kann wie es einem heute geht.

Den Satz mit dem Pickel hat mir gefallen und das ist es auch in etwa was mein Problem ist. Ich sehe auf einmal nur noch Probleme (die eigentlich keine sind!!) und diese erdrücken mich. Ich sehe keinen Ausweg und werde noch depressiver, fühle mich zu dumm für den Job, zu unqualifiziert um mit einem Menschen ein normales Gespäch zu führen, sehe keinen Sinn in nichts - und einen Tag später ist wieder alles in bester Ordnung....

Hat man das Mal ist es ok, doch mich bestimmt dies z.zt. sehr extrem. Ich verstehe dies nicht da ich in "normalem" Zustand über mich lachen kann. Einen Tag später verstehe ich die Welt nicht mehr und sie mich nicht... Allerdings möchte ich diesen Zustand abstellen, da ich meine Agressivität nicht immer ausschalten kann und immernoch dumme Sachen mache die ich später bereue. Obwohl es deutlich besser geworden ist ist es noch lange nicht gut.

Manchmal beneide ich die erdverbundenen Menschen die kaum was aus der Ruhe bringen kann. Diese Konstanz und Sicherheit finde ich teilweise erstrebenswert.
pepper ist offline  
Alt 06.08.2003, 14:27   #10
Hades
Special Member
 
Registriert seit: 06/1999
Beiträge: 2.643
Pepper, ich frage dich mal ganz bewußt provokativ, schon den Tod von Papa, Mama oder deiner Freundin erlebt, schon mal Krebs bekämpft oder Gefahr gelaufen, dass man dir ein Bein amputiert?
Was ich damit sagen will, man sollte für sich selbst schon gewisse Relationen sehen und stinknormale Unzufriedenheit nicht als Probleme werten. Bei näherem hinsehen sind doch diese kleinen Alltagsdinge wirklich nicht so tragisch, wenn man sich vor Augen hält, was einem realistisch gesehen in Zukunt noch so an wirklich widrigen Dinge passieren wird!
Hades ist offline  
Alt 06.08.2003, 14:27 #00
Verbraucherinformant

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Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hey Hades,
 

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