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Alt 26.08.2009, 01:52   #1
Marieb
Junior Member
 
Registriert seit: 08/2009
Beiträge: 36
I d e n t i t a e t

Ihre Identitaet.
Was ist Identitaet?
- die Wertehaltungen, die wir aus dem Elternhaus uebernehmen, von den wir uns in der Pubertaet loesen um unseren eigenen Weg zu finden?
-...Identitaet ist begruendet auf was noch? und hilft uns, abzugrenzen?

was bedeutet identitaet fuer euch persoenlich? woraus begruendet sich das gefuehl von identitaet? hat sich jemand schonmal wissenschaftlich damit befasst?
Bauman sagt ja, dass Identities fluktuieren und jeder Mensch verschiedene hat.

wenn man Baumans Theorie annimmt, besteht dann ein Identitaetskonflikt schon dadurch, dass ein Wertewandel innerhalb der Gesellschaft stattfindet?

bin sehr muede aber diese Gedanken gehen mir grad durch den Kopf.
Was ist Identitaet und wie wichtig ist sie wirklich fuer uns, im Alltag, in der Gesellschaft, was macht ihren Reiz als wissenschaftliches Forschungsgebiet aus?
Hat man nur eine Identitaet, wenn man ueber ein Selbst(erkennungs)bewusstsein verfuegt? Haben Tiere Identitaeten?
Marieb ist offline  
Alt 26.08.2009, 01:52 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 26.08.2009, 12:25   #2
Luthor
 
Registriert seit: 02/2003
Ort: NW1
Beiträge: 16.126
Ah, ein unerschoepfliches und wunderbar philosophisches Thema und immer wieder interessant.
Schwierig in Worte zu fassen, obwohl jeder eine Vorstellung davon hat, was Identitaet bedeutet.

Mal ein paar Gedankenfragmente:
Ganz simple - fuer mich ist es alles, was *mich* ausmacht.

Bis zu einem gewissen Punkt, ueber dessen Abgrenzung ich genauer nachdenken muesste, ist Identitaet auch Zugehoerigkeit. Zu einer Gruppe, zu einer Kultur, zu einer Idee, etc.
Man *identifiziert* sich mit etwas.

Ich glaube, dass Identitaet durch Bewusstsein und Erfahrung - Gedaechtnis - gebildet wird. Durch Lernprozesse.

Ich finde Identitaet wichtig, denn sie gibt Menschen Halt und Sicherheit (das ist vielleicht nicht ganz das passende Wort. Vielleicht faellt mir ein besseres ein). Wer sein Gedaechtnis verliert, hat auch oft mit einem Identitaetsverlust zu kaempfen. Man weiss nicht mehr, wer man ist. Wer ist man, welche Identitaet hat man ...

Zitat:
Hat man nur eine Identitaet, wenn man ueber ein Selbst(erkennungs)bewusstsein verfuegt?
Absolutely.
Siehe oben. Wer sich selbst nicht (erkennt), oder mindestens Teile, kann sich auch nicht mit etwas identifizieren. Es gaebe keinen Bezugspunkt. Um den zu finden, muss man aber erst mal etwas erfahren, und so stellt sich mich die Frage, welche Identitaet haben Babies? Schwierig, oder? Denn nach meiner Auffassung muessten sie ohne Identitaet sein, aber diese Idee gefaellt mir auch nicht.

Ob Tiere eine Identitaet haben, kann ich nicht beantworten. Ich tendiere zu einem *ja*, aber finde die Abgrenzung zu *Charakter* schwierig.

Zu diesem Thema habe ich so viel Assoziationen, dass ich mich erst mal bremsen muss, sonst springe ich zu sehr herum. Mal sehen, was andere dazu sagen.
Luthor ist offline  
Alt 26.08.2009, 22:17   #3
dieLetzte
Dauerhaft Gesperrt
 
Registriert seit: 08/2000
Ort: Auf dem Bildschirm
Beiträge: 5.862
Identität ist der elementare Teil eines Selbstbildes (spontan gesagt, denn darüber kann man tatsächlich eine Menge sagen).
Haben Tiere und Babies ein Selbst? Personen sind sie m.E. jedenfalls nicht.
Zitat:
Bis zu einem gewissen Punkt, ueber dessen Abgrenzung ich genauer nachdenken muesste, ist Identitaet auch Zugehoerigkeit. Zu einer Gruppe, zu einer Kultur, zu einer Idee, etc.
Man *identifiziert* sich mit etwas.
Das hat m.E. mit den Grenzen des Verstehens zu tun, das man einer anderen Kultur oder (allgemeiner) Menschen, die sich mit anderen Ideen identifizieren, entgegenbringen kann. Jemand, der sich chamäleonartig in andere Lebensweisen hineindenken kann, hat immernoch eine Identität. Am klarsten merkt er aber die Konturen dieser Identität dort, wo er das nicht kann oder will.

Geändert von dieLetzte (26.08.2009 um 22:36 Uhr)
dieLetzte ist offline  
Alt 27.08.2009, 15:27   #4
monamania
Nordisch
 
Registriert seit: 05/2008
Ort: Emskopp
Beiträge: 2.804
"Damit kann ich mich identifizieren" ist ein Satz, der jedem geläufig ist.

Sprich: Es entspricht meiner Wertvorstellung und meinem Gedankengut.

In der Kindheit haben wir vorerst keine eigene Identität. Wir übernehmen die, die unsere Eltern uns vorleben oder mit auf dem Weg geben. Erst mit Beginn der Pubertät kapseln wir uns ab und bilden unsere persönliche Identität, die sich je nach Alter und Lebensphase (und der damit verbundenen Lebenserfahrung) verändern kann.
monamania ist offline  
Alt 27.08.2009, 19:49   #5
Luthor
 
Registriert seit: 02/2003
Ort: NW1
Beiträge: 16.126
Nein, das glaube ich nicht.
Sonst duerften Ereignisse aus der Kindheit auch keine Bedeutung fuer die Persoenlichkeitsbildung haben.

Ist Persoenlichkeit mit Identitaet gleichzusetzen? Das finde ich auch nicht.
Tiere sind keine Personen, sondern Tiere.
Sind Babies Personen? Ich wuerde das bejahen, aber auch sagen, dass sie noch keine Persoenlichkeiten sind (oder haben), denn die entsteht erst. Aber nicht erst in der Pubertaet sondern als fortlaufender Prozess mit Beginn der Geburt.
Luthor ist offline  
Alt 27.08.2009, 20:06   #6
beta
alphatier
 
Registriert seit: 06/2005
Ort: berlin
Beiträge: 6.338
die identitätsbildung beginnt meiner ansicht nach mit dem spracherwerb. für mich macht sprache einen großteil der identität aus. weiterhin moralische bildung, z.b. wenn man irgendwann als kind aufhört ameisen und frösche zu zerquetschen, weil man kapiert, dass das lebenwesen sind (ganz spannende zeit!!!) und sexuelle identität, was ja mit der pubertät so richtig losgeht.
beta ist offline  
Alt 27.08.2009, 20:19   #7
monamania
Nordisch
 
Registriert seit: 05/2008
Ort: Emskopp
Beiträge: 2.804
Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Aber nicht erst in der Pubertaet sondern als fortlaufender Prozess mit Beginn der Geburt.

Nein.

Wir sind unschuldig und nicht wissend auf die Welt gekommen und sind noch nicht mit einem reflektieren Bewußtsein ausgestattet. Wir haben kein eigenes Selbstbild von uns. Dieses Entsteht nur durch die Spiegelung unserer Bezugspersonen = Eltern ("In deinem Auge wunderbar, sah ich mich selbst entstehen").

Das was die Bezugspersonen uns spiegeln, glauben wir zu sein. Solange bis wir das Alter erreicht haben, in dem wir uns von den Bezugspersonen lösen und uns kritisch hinterfragen (wann auch immer das sein wird).

Zitat:
Ist Persoenlichkeit mit Identitaet gleichzusetzen? Das finde ich auch nicht.
Habe ich das so geschrieben?
monamania ist offline  
Alt 27.08.2009, 20:56   #8
Luthor
 
Registriert seit: 02/2003
Ort: NW1
Beiträge: 16.126
Zitat:
Zitat von monamania Beitrag anzeigen
Nein.

Wir sind unschuldig und nicht wissend auf die Welt gekommen und sind noch nicht mit einem reflektieren Bewußtsein ausgestattet. Wir haben kein eigenes Selbstbild von uns. Dieses Entsteht nur durch die Spiegelung unserer Bezugspersonen = Eltern ("In deinem Auge wunderbar, sah ich mich selbst entstehen").
Ich bezog mich auf die Entwicklung der Persoenlichkeit.
Es wird doch niemand ernsthaft behaupten wollen, dass sich eine Persoenlichkeit erst in der Pubertaet beginnt zu entwickeln?
Damit taete man allen Kindern Unrecht. Selbstverstaendlich haben auch Kinder bereits eine Persoenlichkeit, wenn auch formbarer als die meisten Erwachsenen. Was sonst? Sind das nur leere Huellen, die ihre Eltern wiederspiegeln?
Das waere ja furchtbar und man koennte sagen, man beginnt erst mit der Pubertaet zu denken. Nein, diese Erfahrung habe ich nicht gemacht. Meine ersten kritischen Gedanken hatte ich frueher und diese sind auf Erlebnisse und daraus gewonnene Erfahrungen zurueckzufuehren, was wiederum zu meiner Identitaet gehoert.
Ich glaube nicht, dass ich ein Einzelfall bin.

Zitat:
Das was die Bezugspersonen uns spiegeln, glauben wir zu sein. Solange bis wir das Alter erreicht haben, in dem wir uns von den Bezugspersonen lösen und uns kritisch hinterfragen (wann auch immer das sein wird).
Du sprichst von einer bereits entwickelten Persoenlichkeit oder besser, von einer weiterentwickelten Persoenlichkeit.

Das Thema ist sehr komplex.
Man muss als erstes die Begrifflichkeiten klar definieren, sonst geht vieles durcheinander.
Ich versuche es mal, auch wenn es schwierig ist:

Ich trenne *Persoenlichkeit* und *Identitaet*.
Letzteres ist fuer mich das, was mich ausmacht (hatte ich schon oben gesagt), also die Summe meiner Erfahrung PLUS meine Persoenlichkeit. Persoenlichkeit sind meine Anlagen, mein Sein, mein Ich.
Wenn mir ein bildhaftes Beispiel zur Veranschaulichung einfaellt, reiche ich es nach.


Zitat:
Habe ich das so geschrieben?
Wer sagt das? Ich aber nicht.
Ich habe mich auf den Begriff *Person* von die Letzte bezogen und auf *Persoenlichkeit* erweitert und das wiederum in Frage zur *Identitaet* gestellt. Abgrenzend mit einem Fragezeichen.
War das geistig zu sehr beweglich? Also zu sehr gesprungen?
Luthor ist offline  
Alt 27.08.2009, 21:40   #9
monamania
Nordisch
 
Registriert seit: 05/2008
Ort: Emskopp
Beiträge: 2.804
Das Thema ist wirklich sehr komplex und schwierig zu vermitteln

Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Ich bezog mich auf die Entwicklung der Persoenlichkeit.
Es wird doch niemand ernsthaft behaupten wollen, dass sich eine Persoenlichkeit erst in der Pubertaet beginnt zu entwickeln?
Damit taete man allen Kindern Unrecht. Selbstverstaendlich haben auch Kinder bereits eine Persoenlichkeit, wenn auch formbarer als die meisten Erwachsenen. Was sonst? Sind das nur leere Huellen, die ihre Eltern wiederspiegeln?
Das waere ja furchtbar und man koennte sagen, man beginnt erst mit der Pubertaet zu denken. Nein, diese Erfahrung habe ich nicht gemacht. Meine ersten kritischen Gedanken hatte ich frueher und diese sind auf Erlebnisse und daraus gewonnene Erfahrungen zurueckzufuehren, was wiederum zu meiner Identitaet gehoert.
Ich glaube nicht, dass ich ein Einzelfall bin.
Ich kann es an keiner Jahreszahl festlegen, wann sich die Persönlichkeit beginnt zu entwicklen. Ja, anfänglich sind sie leere Hüllen, die die Erwachsenen mit Persönlichkeit füllen. Die, die ihre Eltern ihnen spiegeln.

Wird das Kind permanent als dumm beschimpft, dann empfindet es sich als dumm und wird ein mangelndes Selbtbewußtsein haben. Das widerrum wirkt sich auf die Persönlichkeit aus. Wird das Kind gefördert, gesehen und für Ernst genommen, entwickelt sich darauf höchstwahrscheinlich ein selbstbewußter Mensch.

Die Bezugspersonen sind für die Kinder Mittelpunkt und wichtiger als alles andere in der Welt. Warum gehen selbst mißbrauchte und mißhandelte Kinder immer wieder zurück zu ihren Eltern, wenn sie vor die Wahl gestellt werden?

Ich hatte meine ersten kritischen Gedanken nicht früher als in der Pubertät. Vorher habe ich ungefiltert das übernommen, was meine Eltern mir suggeriert haben. Und auch ich glaube, das ich kein Einzelfall bin.

Hier wird wieder sichtbar, wie unterschiedlich die Standpunkte sein können, wenn man alleine das Elternhaus als Maßstab zu Grunde legt.

Zitat:
Ich trenne *Persoenlichkeit* und *Identitaet*.
Letzteres ist fuer mich das, was mich ausmacht (hatte ich schon oben gesagt), also die Summe meiner Erfahrung PLUS meine Persoenlichkeit. Persoenlichkeit sind meine Anlagen, mein Sein, mein Ich.
Wenn mir ein bildhaftes Beispiel zur Veranschaulichung einfaellt, reiche ich es nach.
Ich stimme dir zu! Vielleicht sind meine Ausführungen nicht so aufgefasst worden bzw. habe ich falsch rübergebracht.


Zitat:
Wer sagt das? Ich aber nicht.
Ich habe mich auf den Begriff *Person* von die Letzte bezogen und auf *Persoenlichkeit* erweitert und das wiederum in Frage zur *Identitaet* gestellt. Abgrenzend mit einem Fragezeichen.
War das geistig zu sehr beweglich? Also zu sehr gesprungen?
Es war ein Mißverständnis, das jetzt aufgeklärt wurde!
monamania ist offline  
Alt 27.08.2009, 23:25   #10
dieLetzte
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Zitat:
Zitat von Luthor Beitrag anzeigen
Nein, das glaube ich nicht.
Sonst duerften Ereignisse aus der Kindheit auch keine Bedeutung fuer die Persoenlichkeitsbildung haben.

Ist Persoenlichkeit mit Identitaet gleichzusetzen? Das finde ich auch nicht.
Tiere sind keine Personen, sondern Tiere.
Sind Babies Personen? Ich wuerde das bejahen,
Warum?
Was ist dann eine Person? Gehört nicht auch rationales Handeln dazu?
dieLetzte ist offline  
Alt 27.08.2009, 23:25 #00
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Beiträge: 4692

 

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