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Alt 07.02.2001, 08:34   #1
Forengast
Member
 
Registriert seit: 02/2000
Beiträge: 75
Einsamkeit!

Von Einsamkeit total zerfressen,
ein schwarzes Loch in meiner Brust,
Glücksgefühle fast vergessen,
das wird mir mehr und mehr bewusst,

Leben kann mans kaum noch nennen,
was ich tue Tag um Tag,
mit leerer Seele fast verbrennen,
weil ich mich oft selbst nicht mag,

Ein Lebensjahr ist einfach weg,
eingeholt vom Rad der Zeit,
weggeworfen, fast wie Dreck,
doch was nützt das Selbstmitleid,

Ändern will ich dieses Leben,
besser heute noch als morgen,
ihm eine andere Richtung geben,
doch mich quält die Last der Sorgen.

Tearman
Tearman ist offline  
Alt 07.02.2001, 08:49   #2
Forengast
Special Member
 
Registriert seit: 09/2000
Beiträge: 5.082
Du sprichst mir aus der Seele!

Eine Untote
xtine ist offline  
Alt 07.02.2001, 08:56   #3
Forengast
Member
 
Registriert seit: 01/2001
Beiträge: 217
Hallo Tearman!

Dir schreibt Tearwoman ... Ich finde mich in Deinen Worten wieder ... Sehr sogar ...

Der Ausklang Deiner Verse ist in der Tat das einzig Richtige, Realistische ...

Jeden Tag kannst Du Dein Leben neu beginnen lassen - doch es ist so unendlich schwer. Beim Einschlafen, Aufwachen denke ich inmmer noch an IHN, mache Verarbeitungsprozesse durch. Doch ich stehe mir dabei selbst im Wege. Versunken in meiner Gedankenwelt gelingt es mir kaum bis nicht, den Tag beginnen zu lassen - geschweige denn, die Richtung meines Lebens zu ändern.

Doch das kann nur jeder für sich tun. Du für Dich, ich für mich. Viele Wochen habe ich auch geweint, geweint um das, was ich verloren habe, mich bemitleidet um das Leben, was ich ohne ihn nicht mehr führen kann.

Um mich herum die Freunde, Bekannten - sie alle haben ihr Leben: ihre junge Familie, einen Partner, einen tollen Job.
Ich hatte die gleichen Startvoraussetzungen, geblieben ist die Einsamkeit und mit ihr viele Sorgen.

Dabei hatte ich so gehofft, daß Blatt hätte sich gewendet, ein neues Leben würde beginnen. Ein Jahr habe ich sehr glücklich gelebt. Wirklich gelebt. Es war meine schönste Beziehung.

Dann schrieb er auf Kontaktanzeigen in der SZ und fand seine "Neue". Ich wurde verlassen. Von ihr (und später auch von ihm) erfuhr ich (28) schließlich auch, daß er sterilisiert sei. Aber wegen ihr wolle er es wieder rückgängig machen lassen ...(naja, sie ist 45 und hat schon vier Kinder).

Dabei hatte er mir seine Liebe, seine Treue und Kinder versprochen, wir wollten zusammenziehen, in eine andere Stadt gehen - und dann diese Offenbarung.

Wie immer dem auch sei, wir müssen nach vorne schauen. Nur dort finden wir das Leben. Nicht mehr in der Vergangenheit. Es sei denn, wir entscheiden uns dazu, ewig Tearman oder Tearwoman zu bleiben!

Vielleicht können wir uns gegenseitig dabei ein wenig helfen!

All the best,

ML
Marie-Louise ist offline  
Alt 08.02.2001, 08:29   #4
Forengast
Member
 
Registriert seit: 02/2000
Beiträge: 75
Hallo,

folgender Satz hätte von mir sein können...

*Um mich herum die Freunde, Bekannten - sie alle haben ihr Leben: ihre junge Familie, einen Partner, einen tollen Job.
Ich hatte die gleichen Startvoraussetzungen, geblieben ist die Einsamkeit und mit ihr viele Sorgen.*

Wie oft schon ging mir genau dieser Gedanke durch den Kopf... Wie oft schon hab ich auf meine Kumpels geschaut ( ein bisschen neidisch dabei ) und bemerkt, wie gut fast alle anderen ihr Leben im Griff haben und ich hingegen nicht. Und, ja, die Startvorraussetzungen waren wirklich die gleichen... wobei meine Eltern es mir nicht immer leicht gemacht haben.
Gerade wenn ich alleine bin, wird mir das auch oft schmerzhaft bewusst, wie wenig ich eigentlich erreicht habe, im Vergleich zu anderen, wie viel ich dabei selbst falsch gemacht habe, bzw einfach Pech hatte...

Ja, es kann nur nach vorne gehen, aber ich vermisse an mir selbst die Bereitschaft, etwas dafür zu tun, wirklich weitergehen zu wollen. Oft siegt dann so ein Gefühl von: "Für was eigentlich"

Mein Weg ist noch hart und lang...

Tearman








Tearman ist offline  
Alt 08.02.2001, 09:46   #5
Forengast
Projekt Hedonismus
 
Registriert seit: 05/2000
Beiträge: 13.322
Und auch hier sage ich nur: Carpe diem et noctemque.
-=Lexy=- ist offline  
Alt 08.02.2001, 17:51   #6
Forengast
Senior Member
 
Registriert seit: 12/2000
Beiträge: 511
Guten Morgen!

Tearman: SORGE DICH NICHT... LEBE....

Dolphin...
dolphin68 ist offline  
Alt 10.02.2001, 17:38   #7
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Registriert seit: 12/2000
Beiträge: 36
Hi Ich kann mit euch mitleiden. Ich weiss nich mehr was ich tun soll, mich zerfrisst die einsamkeit. Jetzt Im Frühling is es besonders schlimm, da bekomm ich meine sog.Frühlingsgefühle, es is hart wenn mann Durchs leben geht und man das Gefühl hat das das leben an einem vorbeizieht und mann sich immer wieder sagt, hät ich mal was getan damit ich nich mehr aleine bin. Aber das is leichter gesagt als getan, wenn man versucht jemand zu finden, dann findet mann meistens niehmand, der zufall is eher die einzige chance aber auf diesen Zufall will ich echt nich mehr warten. Ich hab es sat das ich immer alleine da stehe und niehmanden habe bei dem ich mich geborgen fühlen kann oder das gefühl geliebt zu werden.

Wer einmal geliebt hat der, der kommt ohne liebe nich mehr aus.
Hey ich kann nur noch zum abschied sagen. Auf jeden Topf passt ein Deckel.

Wir werden das schon schaffen.

Tschü

P.S. die Sehnsucht is schmerzlich
sehnsucht2000 ist offline  
Alt 10.02.2001, 21:25   #8
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Junior Member
 
Registriert seit: 01/2001
Beiträge: 37
Eisamkeit, ein schlechtes Wort,
So ganz allein an einem Ort,
In einer Zeit gefangen sein
Ohne jeden Hoffnungsschein.

Einsamkeit, ein schaurig Wort,
Klingt nach Tod, ja, nach Selbstmord,
Welchen mancher schon begangen,
Wenn er von jener war gefangen.

Einsamkeit, ein böses Wort,
Klingt als wär'n die Freunde fort
Und Freude, Liebe, Glückeswogen
Hinter ihnen hergezogen.

Einsamkeit, ein schlimmes Wort
Heißt, ich bin hier, und Du bist dort.
Und zwischen uns sind sieben Meere,
Ohne Boot und ohne Fähre.

Einsamkeit, ein grausig Wort,
Heißt ich bin da, doch Du bist fort,
Dazwischen liegen tausend Stunden,
Und offen liegen noch die Wunden.

Im Zimmer saß ich letzte Nacht,
hab über alles nachgedacht,
In Einsamkeit zurück ersonnen,
Alter Stunden schöne Wonnen,
Und glücklich ließ ich Tränen fließen,
Sie eine alte Zeit beschließen,
Dass eine neue wird beginnen
Und mögen tausend Tränen rinnen.

Einsamkeit, ein schönes Wort?
Wenn sie auch jetzt Dein Herz durchbohrt
So zeigt sie doch die Pforte Dir,
Des Paradies' versteckte Tür.
DerEinsame ist offline  
Alt 11.02.2001, 07:30   #9
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Registriert seit: 01/2001
Beiträge: 217
"Für was auch immer"?!

Hallo Tearman,

inzwischen sind Stunden, Tage vergangen. Du hast über meinen Beitrag nachgedacht und ihn um eine sehr wichtige Frage ergänzt - ich möchte fast sagen: vervollständigt!

"Für was eigentlich?"

Für was oder für wen - das ist es! Wir beide haben in den letzten Tagen viele Schritte gemacht - doch kaum einer war ein Fort-Schritt, weil sich nämlich genau diese Frage immer wieder stellt. Die Antwort ist so lähmend für alles Neue.

In den letzten Tagen habe ich immer wieder "eins drauf" bekommen.
Beispiele:
Ich rief eine entfernte Freundin an, von der ich lange Zeit nichts gehört hatte. "Oh, hallo! (...) Ja, ich bin im achten Monat ... Wir freuen uns so!... Gehen dann wohl für ein Jahr nach Amerika!"

No comment!

Ich rief einen Kollegen an. Die Frau war am Telefon: "er kann jetzt gerade nicht ans Telefon kommen. Er kuschelt mit unseren Zwillingen, damit sie einschlafen. Später anrufen? Nein, wir gehen jetzt gleich zusammen ins Theater (...)."

Wieder no comment.

Ich gab dieses Wochenende auch eine Kontaktanzeige in einer großen Zeitung auf. Ich wollte für mein Glück kämpfen!
Was passierte: Es haben sich zwei dermaßen gravierende Wortfehler in den Text meiner Anzeige "geschlichen", daß mir wohl kaum einer schreiben wird (wenn aus 1,74 m Körpergröße 1,47 m werden und aus dem Wort "natürlich ... eingestellt" "national ... eingestellt" wird!).

Tearman, ich fasse es einfach nicht!!!

So etwas kann es doch nicht geben! Wie soll man da noch nach vorne schauen können?!? Mit der Zeitung werde ich reden, so eine Kontaktanzeige bezahle ich nicht! Wie auch immer es kommen wird, diese Aktion ging ohne mein Verschulden auf jeden Fall daneben.

Doch warum ist der Weg nach Morgen so hart, so steinig?
Wenn so etwas immer wieder passiert - dann kannst Du mit Recht schreiben, daß jenes Gefühl ("Für was eigentlich?")immer bis oft SIEGT!

Doch dabei dürfen wir es nicht belassen. Wir werden dann untergehen.

Es heißt auch: "Du wirst ernten, was Du säst!"
Wenn wir rotzdem weitergehen, die Hoffnung auf daß, was wir wünschen, allen Widerständen zum Trotz nicht aufgeben, den Kopf oben behalten - meinst Du dann nicht, daß wir eines Tages das anziehen werden, was wir suchen?


Mit einem hoffnungsvollen Fragezeichen
grüßt Dich

Marie-Louise
Marie-Louise ist offline  
Alt 11.02.2001, 08:01   #10
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Registriert seit: 01/2001
Beiträge: 37
Hallo Marie-Louise,

Dein Beistrag war zwar nicht an mich gerichtet, doch ich fühle mich mal indirekt mit angesprochen.

Ich kenne solche Gefühle ja auch, wenn vielleicht auch in etwas reduzierterer Form... denn zur Not habe ich ja noch meine Familie (da ich noch bei meinen Eltern wohne), in die ich mich zurückziehen kann, in der ich mich ausweinen kann.

Trotzdem kenne ich Einsamkeit und dieses Gefühl ausgeschlossen, ja, nutz- und wertlos zu sein, doch wenn man einfach krampfhaft gegenanhält, dann schlägt meist Murphy's Gesetz zu und man fühlt sich wieder nur bestätigt und denkt, die Welt habe sich gegen einen verschworen.
Ich war im letzten Sommer in einer solchen Situation. Über die Sommerferien hatte ich jeglichen Kontakt zu den Leuten verloren, die vor den Ferien noch meine Freunde waren. Nach den Ferien hörte ich sie dann häufig über gemeinsame Urlaube sprechen, von denen ich noch nicht mal was wusste. Freunde hatte ich eigentlich keine mehr. Nach der Schule ging ich immer direkt nach Hause, wo ich gelangweilt vor mich hin gammelte. Doch dann machte ich aus der Not eine Tugend und nutzte die viele Zeit, die andere zum pflegen ihrer sozialen Kontakte benötigen. Ich erlernte einige Fremdsprachen, versuchte mich im verfassen von Gedichten und las Bücher. Vor allem solche, die einem helfen sollen, Selbsbewusstsein aufzubauen und smalltalk zu halten usw. Es dauerte ein paar Monate, doch dann hatte ich wieder Fuss gefasst und wieder einige Freunde gefunden. Einsam bin ich manchmal trotzdem noch, doch ich finde es dann nicht so schlimm. Ich sehne mich nur hin und wieder nach Liebe, doch auch hier haben sich meine Aussichten durch meine einsame Phase verbessert...

Kurzum: Ich versteh Euch vollkommen und leide mit Euch, doch wenn ihr weniger krampfhaft daran geht, klappt es vielleicht ganz von alleine alles wieder besser.

Tröstende Grüße,
Der Einsame
DerEinsame ist offline  
 

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