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Alt 04.07.2001, 06:40   #11
Forengast
Member
 
Registriert seit: 04/2001
Beiträge: 53
Starkes Stück

Finde es ja echt ein starkes Stück, wie manche hier auf Tessis Hilferuf reagiert haben!!
Ich war regelrecht erschüttert über so wenig Empathie und den Ausdruck "krank".
Bin echt fassungslos.

Tabita
Tabita ist offline  
Alt 04.07.2001, 06:49   #12
Forengast
Guiding light
 
Registriert seit: 05/2000
Beiträge: 12.226
Stimmt, Tabita...

...so sind aber die Menschen, wenn einer ersteinmal irgendwo "draufschlägt" fällt schnell die Hemmschwelle.




Tessi...,

...wie lange so eine Leidenszeit auch dauert, du wirst es spüren wann du dich wieder vorbehaltlos einem Menschen nähern und öffnen kannst. Dann wirst du dich garnicht dagegen wehren können ihn anzulächeln, und wirst eine schlaflose Nacht haben, weil du dieses lächeln nicht mehr aus dem Gesicht bekommst - dann weißt du, du bist durch, und dann ist die Welt auch wieder bunt...
Poet ist offline  
Alt 04.07.2001, 07:24   #13
Forengast
lass das!
 
Registriert seit: 01/2001
Beiträge: 20.823
Re: Stimmt, Tabita...

Zitat:
Geschrieben von poet
...so sind aber die Menschen, wenn einer ersteinmal irgendwo "draufschlägt" fällt schnell die Hemmschwelle.
da ich die erste war, die geantwortet hat ... ihr meint doch wohl nicht mich mit dem draufschlagen?!
möchte meine (knappe) antwort auch gerne noch mal erläutern:
wenn einer zu mir sagen würde "Wenn du zu blöd zum Autofahren bist, dann geschieht es dir nicht anders!" wöäre spätestens in diesem moment meine ganze liebe zumindest bedenklich angekratzt. so was sagt man nicht mal im scherz. mir will es auch nicht in den kopf, wie man so jemanden noch hinterhertrauert. ob das krank ist, lass ich dahingestellt (habe ich auch nicht gesagt), aber ich denke schon, daß es hier ein klitzekleines bißchen an selbstwertgefühl fehlt. man darf sich imho nicht so behandeln lassen, weil dann nur noch schlimme sachen folgen!
Sailcat ist offline  
Alt 04.07.2001, 07:56   #14
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Senior Member
 
Registriert seit: 10/2000
Beiträge: 774
hallo, tessi,


ja, urlaubszeit und nichts vorhaben bringt leider gern mal so manches, was man sonst ganz gut verdrängt, wieder in den vordergrund.

also, zunächst mal: wer kann denn beurteilen, wie lange leidenszeit "angemessen" ist? es gibt leute, die haben 30 jahre mit jemandem zusammengelebt, und wenn dieser mensch stirbt oder sich trennt, finden sie innerhalb von wenigen wochen jemanden neuen und sind wirklich glücklich. und es gibt welche, die selbst über 3wöchige beziehungen, oder über eine verliebtheit ohne beziehung langelange, jahrelang nicht hinwegkommen.

ich denke, dass sehr viele faktoren dabei zusammenkommen. die veranlagung, die eigene lebensphase (tut sich gerade viel oder nichts außer dem), glück oder zufall (ergeben sich ohne dass man die üblichen hilfdirselbsttaktiken anwendet dank glücklicher fügung neue, interessante kontakte?), die lebenssituation der freunde und bekannten (alle gerade glücklich liiert bei der familiengründung?) etc. eins aber ist - neben den glaubenssätzen, auf denen man die beziehung aufgebaut hat -, nicht ganz zu vergessen, nämnlich die art und weise, wie die trennung vonstatten ging. letzteres wiederum gemischt mit allen oben genannten faktoren.

wer ohne jede kontaktmöglichkeit - oder nur sehr beschränkter - von heute auf morgen verlassen wird, hat nicht die möglichkeit, mit dem bisher so vertrauten menschen in austausch zu treten. es ist schwer zu kapieren, wenn sich jemand trennt ohne neuen partner und ohne einen von heute auf morgen ohne jede antwort sitzen zu lassen, sondern den kontakt noch sucht: man merkt dann ja, dass man diesem menschen noch etwas bedeutet. es ist vielleicht schwieriger zu realisieren, dass man nicht mehr geliebt wird - oder nicht mehr genug.

wenn man allerdings verlassen wird, ohne diesen kontakt zu haben, es langsam zu realisieren, ohne eine antwort zu bekommen, ohne den anderen als anders langsam wahrnehmen zu können, ohne einen eindruck von dem zu bekommen, wie der andere damit umgeht - wenn ein mensch plötzlich und so ähnlich wie beim klischee des zigarettenholens verschwindet und nie mehr wiederkommt:

ja, verdammtnochmal: da denke ich, ist es doch verständlich, dass es da lange dauert, "darüber wegzukommen"!!! immerhin wird man doch sozusagen der realisierungsphase beraubt. ist es nicht beinahe so, als wenn ein mensch plötzlich sirbt, z.b. durch einen unfall - mit dem unterschied, dass man noch weiß: dieser mensch lebt noch?


bleibt es nicht irgendwie "ungelöst" und damit uneindeutig?

zumal: wer es nötig hat, sich entscheidet, auf diese weise zu gehen, der muss schon spezielle gründe haben, über die es jede menge spekulationen geben kann. neben dem eigenen schmerz grund für jede menge befassung mit dem anderen und dessen motivation. und wie soll man jemanden, mit dem man jahrelang zusammen war, innerhalb weitaus kürzerer zeit als egoistisches, feiges a.... ausmachen, den man jahrelang kennengelernt hat?

also, ich denke schon, dass das eine ganz schön schwierige situation ist, in der man einiges zu bewältigen hat.

das kann nicht von heute auf morgen gehen, und eben auch nicht innerhalb von eineinhalb jahren. das belastet schon ganz schön. das vertrauen in andere generell ist sicherlich auch ziemlich gesunken.

ja, es tut immer wieder weh. gerade, wenn man es nicht mit aktivitäten überdecken kann, wie jetzt in deinem urlaub. verrückt, weil es so lange dauert, was für den anderen offenbar so eine schnelle sache war, kommt man sich auch noch vor.

ich kann dir leider keinen rat geben, möchte dich aber wissen lassen, dass ich das nachempfinden kann, was du schreibst. ich fände es schön, wenn hier (wo doch alle wegen des selben "herschmerz"es sind) etwas mehr verständnis aufgebracht werden könnte, für gegebenheiten, die in anderen lebensläufen eben anders sind, als in dem eigenen.

und vor allem wünsche ich dir, dass du einen weg fíndest, den urlaub zu dem zu machen, was er sein soll: nämlich erholung (last minute in die sonne?).

am allermeisten aber, dass du, wenn sich dein exfreund nicht bereit findet, alleine befriedigende antworten findest und natürlich: neues glück!

liebe grüße


septembermorgen
septembermorgen ist offline  
Alt 04.07.2001, 08:31   #15
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Beiträge: 3
Poet? Woher weißt Du das alles?
anna11 ist offline  
Alt 04.07.2001, 16:59   #16
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Beiträge: 40
Manchmal aber denke ich mir:

Was ist schlimmer? Wenn ein geliebter Partner stirbt oder wenn ein geliebter Partner von heute auf morgen geht und jeglichen Kontakt zu seiner Hinterbliebenen ablehnt?
Tessi ist offline  
Alt 04.07.2001, 17:45   #17
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Registriert seit: 09/2000
Beiträge: 938
Also ich find es nicht krank 1,5 jahre jemandem nachzutrauern. bin selbst schon 2 jahre jemandem nachgehangen. jeder braucht halt länger zum verarbeiten. und gott sei dank sind die menschen halt verschieden. ich find es eher intolerant jemanden deswegen als krank abzustempeln.

das wichtigste ist einfach nur, sich nicht allzusehr zu isolieren. triffst du dich denn wenigstens noch mit deinen freunden(innen)? lenk dich ein bissl ab von den trüben gedanken und geh viel raus.
alles liebe
nockerl
Nockerl ist offline  
Alt 04.07.2001, 17:53   #18
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Beiträge: 185
Natürlich schlimmer zu verarbeiten

wenn er geht, denn gegen den Tod kommen wir nicht an, aber
so macht man sich halt immer noch zumindest ein wenig Hoffnungen vielleicht sieht er ja doch irgendwann wie schön es war...(auch wenn die Chance nach 1 1/2 Jahren verschwindent gering ist)!
Tut immer weh zu hören wenn jemand so schwer über Trennungen hinwegkommt, so innig geliebt hat!
Ich wünsche Dir das der richtige in Dein Leben kommt,
und Du von Amors Pfeil so tief getroffen wirst das Du Deinen Ex endlich vergessen kannst!
Vielleicht ist ja ein Kurzurlaub wirklich das richtige, wenn die Sonne das Herz öffnet (ein wenig mußt halt selber dazutun und für alles offen sein)!

Bye!
Harry
harry27 ist offline  
Alt 04.07.2001, 18:05   #19
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Beiträge: 349
1 1/2 Jahre ist zu lang und ganz klar krankhaft!


Und es muss behandelt werden. Hat nix mehr mit Liebe zu tun sondern mit einer sturen, krankhaften Fixierung. Muss unbedingt mit einer Therapie und mit Medikamenten behandelt werden. Ansonsten kann sich das bis in alle Ewigkeit fortsetzen, ja- sich sogar noch verschlimmern und zu einer schweren Depression führen- wenn sie nicht schon da ist.

Das als "normal" zu bezeichnen ist ja wohl der Gipfel der Frechheit! Dann müssten die sogenannt "normalen" Menschen ja panische Angstzustände kriegen, jedesmal wenn es um "Beziehung" geht- weil sie damit rechnen müssten, danach jahrelang zu leiden, wenn was schief geht.

Was Leihen so für Bockmist von sich geben können, dass erstaunt mich immer wieder aufs Neue.


Gruss


Dr. Bret











B.E.Ellis ist offline  
Alt 04.07.2001, 18:41   #20
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Beiträge: 861
Hallo Leute,

irgendwie scheinen hier einige das wörtchen "krank" in den falschen hals bekommen zu haben. Denn es ist sicher nicht krank 1,5 jahre lang zu trauern. Wie lange ein mensch trauert, kann man nicht sagen. Der eine braucht nur ein paar tage, der nächste ein paar wochen, ein anderer ein paar monate und der andere eben jahre. Es kommt doch darauf an wie sehr man emotional an diesem menschen gebunden war, den man verloren hat. Als "krank" würde ich hier eher bezeichnen das sie ihn wieder haben will. Denn er will sie nicht, was seine eine aussage ja auch deutlich zeigt. Einem menschen so lange nachzulaufen im grunde genommen und das obwohl man weiß, das er einen nicht mehr will, das ist krank. Was aber nicht heißt, das sie nicht um die verlorene liebe trauern darf. Sie soll auch trauern. Denn man muß die trauer verarbeiten, bevor man einem anderen menschen wieder liebe schenken kann.

Was aber im moment wichtig ist, das sie auch anfängt wieder zu leben. Denn sie lebt und das sollte sie wahrnehmen. Am besten unter leute gehen, aber sich auch zeit nehmen zum trauern. Vor allem sollte sie anfangen die männer nicht mit ihm zu vergleichen. Denn damit tut sie ihnen unrecht.

Vor allem wer sagt denn, das es keinen besseren als ihn gibt. Fang an ihn langsam zu vergessen. Was aber nicht heißen soll, das du eure vergangenheit vergessen sollst. Er soll nur nicht mehr mittelpunkt in deinem leben sein. Es klingt zwar hart, aber er will dich nicht. Und das mußt du begreifen. Klar es ist schlimm, das er dir nicht sagt warum und weshalb er dich verlassen hat. Aber er will es dir anscheinend nicht sagen. Auch wenns hart ist das muß man leider respektieren, auch wenn es nicht fair ist.
sweet_dream ist offline  
 

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