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Alt 04.07.2001, 12:21   #1
Forengast
Junior Member
 
Registriert seit: 07/2001
Beiträge: 7
Eigentlich habe ich mir vorgenommen nicht mehr unter Herzschmerz zu posten.
Erstens weil es mir sehr schwer fällt über einiges zu reden und zum anderen sind es Gründe auf die ich aber nicht näher eingehen will.
Es geht mir auch mehr darum mir einiges von der Seele zu schreiben als um Ratschläge.
Es ist mehr eine Bilanz meiner selbst. Wie ich wirklich bin.
Wirklich anonym ist es hier für mich zwar nicht mehr, aber das ist egal.
Aus dem Grunde auch der andere Name. Diejenigen die meine Geschichte kennen wissen ohnehin wer ich bin.
(Danke nochmal für alles)
Ich weiss es ist widersprüchlich.
Das Thema des Threads lautet ohne Maske und doch trage ich hier eine in Form eines Namens.
Bitte fragt deshalb nicht nach. Es hat seinen Grund.

Im Moment übersteigt nicht nur die Gegenwart meine Kräfte, sondern auch die Vergangenheit kommt wieder hoch.
All das was man jahrelang mühsam zu verdrängen versucht hat.

Ich weiss im Grunde nicht mal wo ich anfangen soll. Meine Kindheit war nicht gerade das was man als schön bezeichnet.
Mein Vater ist Alkoholiker, und Prügel und Strafen waren das was er unter Erziehung verstand.
Damals habe ich ihn dafür gehasst, heute weiss ich das es zum Teil wohl Überforderung war.
Durch die finanziellen Probleme, sowie vor allem durch die Behinderung meiner Schwester...was trotzdem nichts entschuldigt.
Umso älter ich wurde, umso schlimmer wurde es. Im Prinzip durfte ich ausser zur Schule nicht mal vor die Tür.
Also begann ich Schule zu schwänzen um mir wenigstens ein bisschen Freiheit zu erschleichen. Die Folge davon war das ich prompt sitzenblieb.
In Erwartung desses was mich zuhause erwarten würde beschloss ich abzuhauen. Eine wahnsinnig blöde und naive Idee. Aber damals dachte ich das wäre die Lösung. Ich schaffte es bis nach Italien und hangelte mich so einige Monate durch. Das mir nichts passiert ist grenzt fast schon an ein Wunder.
Irgendwann schnappten sie mich. Ich werde diese Stunden nie vergessen in denen ich auf der Polizeiwache sass und darauf wartete das meine Eltern mich abholten. Mein Vater hat mich damals nicht mal angeschaut und es dauerte wohl ein halbes Jahr bis er überhaupt wieder mit mir sprach.
So blöd es klingen mag...dieses Ignorieren war für mich tausendmal schlimmer als die Schläge.
Die Sache mit dem Borderline und der Therapie lass ich nun mal weg, darüber will ich nicht reden. Es gibt einige Leute hier die davon wissen, und ich möchte gerne das es bei diesen bleibt.

Zu der Zeit lernte ich meinen damaligen Freund (ich nenne ihn hier mal A.) kennen. Mein Vater durfte natürlich auch davon nichts wissen. Also lief auch das wieder heimlich ab.
A. gab mir das was ich immer gesucht hatte. Er nahm mich wie ich bin und gab mir das Gefühl von Geborgenheit und Wärme. Bei ihm fühlte ich mich sicher.
Eines Abends erwischte uns mein Vater in einer Kneipe. Das Theater was darauf folgte muss ich nicht extra erwähnen. Damals haute ich zum 2. Mal ab. Das Jugendamt stellte mich vor die Wahl...zurück nach Hause oder ins Heim. Ich entschied mich für das Heim.
Dort war es eigentlich jedem egal was man machte. Man konnte kommen und gehen wann man wollte und ich nutzte das gnadenlos aus.
Ich zog mit A. nur noch durch die Gegend...von einer Party zur anderen.
Zu meiner Familie hatte ich gar keinen Kontakt mehr, die einzigen die sich um mich kümmerten waren meine Großeltern. Ohne meinen Opa wäre ich vollkommen abgestürzt.
Er sorgte dafür das ich meinen Schulabschluss machte.
Mir war einfach alles egal. Dann unternahm mein Vater einen Selbstmordversuch. Ich gab mir die Schuld dafür. Ich weiss das ich nicht dafür verantwortlich bin was andre tun, aber dieses Schuldgefühl habe ich noch heute.
Als ich 16 war, wurde ich schwanger, hatte aber in der 10. Woche eine Fehlgeburt. Darüber bin ich bis heute nicht weg.
Mit 18 musste ich aus dem Heim raus. A. und ich mieteten uns ein winziges Zimmer, später dann eine Wohnung...was auch nur durch die Hilfe meines Opas möglich war.
Mir fiel es nicht mal auf das A. immer häufiger trank.
Mit 20 machte ich dann meinen wohl grössten Fehler. Wir heirateten.
Ich habe es getan weil ich ihn liebte, nur nicht auf die Art wie es sein sollte. Ich dachte durch eine eigene Familie wird alles gut.
Die ersten Jahre liefen eigentlich relativ normal. Dann verlor A. seinen Job. Seitdem war er ständig nur betrunken, nahm Tabletten und trieb sich tagelang rum.
Zu einer Therapie konnte ich ihn nicht bringen...weder durch Betteln noch durch Drohungen.
Irgendwann schlug er mich das erste Mal...ich weiss bis heute nicht warum ich damals nicht einfach ging. Weswegen ich von Zuhause weg bin wiederholte sich nun.
Er entschuldigte sich immer wieder, schwor das es nicht mehr vorkommt und flehte mich an nicht zu gehen.
Ich war so dumm und blieb. Selbst als er mir so sehr ins Gesicht schlug das ich 3 Zähne verlor. Ich war so überzeugt davon das alles wieder gut wird. Im Grunde konnte ich gar nicht mehr weg. Ich war ihm hörig, hätte alles für ihn getan.
Freunde hatte ich inzwischen keine mehr, A. Meinung nach hatte ich zuhause zu bleiben.
Er hingegen war nur unterwegs. Ich weiss das er mich mehr als das einmal betrogen hat, das durch einen dummen Zufall rauskam.
Aber es machte mir nichts mehr aus. Inzwischen konnte er mir nicht mehr wehtun, ausser durch seine Schläge.
Gefühlsmässig war ich tot. Ich konnte ihn nicht mal hassen.
Dann starb mein Opa...die einzigste Bezugsperson die ich hatte war plötzlich weg. Ich kann noch heute, über 1 Jahr später nicht begreifen das er nicht mehr da ist....
Der einzige Kontakt nach "draussen" war für mich das Internet. Ich lernte eine Menge Leute kennen. Die meisten nur oberflächlich, aber aus anderen entwickelte sich eine sehr gute Freundschaft.
Besonders eine...ohne diese Freundin hätte ich den Absprung nie geschafft. Sie war einfach immer da, hört mir zu und redete mir ins Gewissen. Ich wusste ja das sie recht hatte, das ich aus diesem Teufelkreis rausmusste.
es war nur so furchtbar schwer das umzusetzen.
Es war ein langer Weg bis ich ihn endlich aus der Wohnung hatte.
Die erste Zeit alleine war schrecklich. Es folgten Drohanrufe oder er stand stundenlang vor der Tür und schrie die ganze Strasse zusammen.
Zudem war ich absolut nicht mehr imstande alleine zurechtzukommen.
Ich fühlte mich ein Hund den man das erstemal von der Leine gelassen hat.
Der Psychoterror hat bis heute kein Ende. Jedes Wochenende wenn er unterwegs ist landet er anschliessend grundsätzlich vor meiner Tür.
Noch 4 Wochen, dann hab ich das Trennungsjahr überstanden. Nach der Scheidung werde ich von hier wegziehen.
Irgendwo nochmal neu anfangen und versuchen endlich mal zu leben, mir etwas aufzubauen. Ich weiss nicht ob ich es schaffe, ich weiss nur das ich hier nicht bleiben kann. Hier würde ich kaputtgehen.
Ich weiss das ich eine Therapie machen sollte, das ich alleine mit der Situation nicht klarkomme.
Vor allem wegen den Essstörungen die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben, und diese Angst vor einer neuen Beziehung.
Dieses Gefühl nicht liebenswert zu sein und den Ansprüchen anderer nicht zu genügen.
Alles was ich dachte was eine neue Beziehung werden könnte, ging bisher gründlich daneben.

Inzwischen gibt es jemanden der das alles von mir weiss, der mich akzeptiert wie ich bin.
Er ist komischerweise nicht geflüchtet wie all die anderen, ihm ist es sogar egal das ich einige Jährchen älter bin als er.
Trotzdem weiss ich das auch das nichts werden wird.
Obwohl ich es natürlich hoffe.
Man wird sehen was passiert.

Ich denke ich hab nun schon genug geredet. Es ist das erstemal das ich so offen darüber geredet habe, und irgendwie geht es mir etwas besser.
Es ist zwar nur ein Bruchteil dessen was in den letzten Jahren passiert ist, aber dennoch das was mir am meisten zu schaffen macht.
Danke an die die es bis hierhin durchgehalten haben.

Mike, Danke das es den Lovetalk gibt.
Fate ist offline  
Alt 04.07.2001, 13:00   #2
Forengast
Klingt komisch is aber so
 
Registriert seit: 10/2000
Beiträge: 2.760
Hallo

Ich kann verstehen, dass es gut tat darüber geredet zu haben! Ich mache das hier auch sehr oft
Ich wünsche dir aufjedenfall viel Erfolg für deine Zukunft ... ich denke an dich und wünsche dir Glück


Gruss
Poetry :cool:
Poetrygirl ist offline  
Alt 04.07.2001, 16:00   #3
Forengast
Member
 
Registriert seit: 03/2001
Beiträge: 58
Traurige Sache das....

....aber ich hoffe dass es dir immer besser geht!

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück für die Zukunft!

Ganz lieben Gruss....
LonleyWolf ist offline  
Alt 04.07.2001, 23:42   #4
Forengast
Member
 
Registriert seit: 04/2001
Beiträge: 53
Hilf mir, Fate!

Liebe Fate,

bin relativ neu hier und Dein Thread hat mich sehr betroffen gemacht. Nicht nur deshalb, weil mein Freund eine ähnliche Kindheit durchlebt hat und ebenso wie Du, unter Borderline bzw. Narz.PS leidet.
Vor einigen Wochen hat er mich verlassen. Ich weiß, dass er mich liebt (zu seiner eigenen Überraschung...) und für mich ist er die große Liebe. Nur leider weiß ich überhaupt nicht, wie ich nun mit ihm umgehen soll.

Kannst Du mir nicht helfen?

Wenn Du nicht möchtest, kann ich Dich verstehen.

Wünsche Dir auf alle Fälle, dass Du den Weg zu einem Dir entsprechenden Therapeuten findest, der in der Lage ist, Dein wahres Selbst, das in Dir schlummert, zu wecken. Mein Freund verweigert jede Therapie nach 6 Jahren Analyse, die ihn zu einem egozentrischen Einzelgänger werden ließ, der sich schon lange aufgegeben hat... lass das nicht zu.

Mit den besten Wünschen für Dich!!!

Tabita
tanjaahmed@t-online.de
Tabita ist offline  
Alt 05.07.2001, 03:59   #5
Forengast
Junior Member
 
Registriert seit: 07/2001
Beiträge: 7
@ Poetrygirl: Danke dir für deine lieben Worte. Dir auch alles Gute.

@ Lonley Wolf: Dir auch ein ganz liebes Danke und alles Gute.


@ Tabita:

Hi Tabita

Ich weiss nicht ob ich dir viel helfen kann. Aber ich möchte es gerne versuchen.
Ich denke du meinst mit Narz.PS den pathologischen Narzißmus. Oder lieg ich damit falsch?

Ist schwer zu sagen was in deinem Freund vorgeht, ich kann dir lediglich von meinen eigenen Erfahrungen berichten.
Ebenso schwer ist es diese Gefühle und Gedanken dabei in Worte zu fassen.
Ich versuche es einfach mal.

Hat dein Freund denn einen Grund genannt das er dich verlassen hat?


Bei mir war/ist es so, das ich mich sobald mir jemand zu nahe kommt (nicht im körperlichen Sinn)einen Abwehrmechanismus entwickle.
Auf einer Seite ist da ganz klar der Wunsch nach Nähe und sich öffnen können, aber andererseits wieder eine unheimliche Leere und Gleichgültigkeit in die sich dann trotzdem wieder die eingebildete oder auch reale Angst des Verlassenwerdens einschleicht.
Es ist eine Art abspalten, oder besser gesagt Selbstschutz.Die einzige Überlebensstrategie (damals wie heute) war und ist, sich aus der Situation herauszunehmen.
Das man sich dadurch bewusst oder unbewusst zum Einzelgänger entwickelt ist von daher schon fast vorgegeben.
Man will aus diesem Teufelskreis ausbrechen aber man schafft es nicht.
Ich nenne es immer meine 2 Ichs .
Ein Identitätsgefühl ist quasi nicht mehr vorhanden.
Selbst wenn man einsieht den anderen zu lieben, ist man nicht fähig diese Gefühle auszuleben.
Wer Gefühle zeigt ist verletzlich, und das ist das was man am meisten verhindern will.
Wieder verletzt zu werden...
Also zieht man sich zurück und versucht diesen Frust und Schmerz mit anderem auszugleichen.
Den Druck abzulassen...
Einige tun das durch beispielsweise Drogen- und Alkoholmissbrauch, Sex, Ladendiebstahl,übermässiges Essen oder eben auch durch Selbstverletzendes Verhalten.

Ein soziales Leben oder auch eine geregelte Arbeit ist auf Dauer gar nicht möglich.

Leider ist wirklich nur eine Therapie hilfreich.
Warum verweigert dein Freund diese so hartnäckig?
Ich weiss, ich darf ja ganz ruhig sein. Aber wenn es um andre geht ist es immer einfacher was zu sagen als sich selbst mal am Schlawittchen zu packen .
Nimmt dein Freund Medikamente?
Hat er im Mom SSV oder ähnliches?
Man bekommt zwar Antidepressiva und Neuroleptika verordnet aber erstens sprechen diese sehr wenig an und zweites sind damit nur die Symptome zu behandeln, nicht die Ursachen.

Eine völlige Heilung von Borderline gibt es nur sehr selten. Umso früher diese Sörung aufgetreten ist, umso schlechter sind die Aussichten.

Ich würde dir empfehlen auch weiterhin das Gespräch mit ihm zu suchen.
Unterstütze ihn wo du kannst.
Unterstützung, Wahrheit und Mitgefühl sind sehr wichtig.
Und zeig ihm vor allem das du ihn liebst, mit seiner Krankheit und mit den Problemen die dazugehören.
Vielleicht lässt er sich zu einer Therapie bewegen wenn er es endlich realisieren kann das du ihn um seiner selbst Willen liebst.
Nur der Ausschlag muss von ihm kommen, sonst nutzt alles nichts.
Würdest du dich nun zurückziehen würde er sich wohl in seinen Ängsten bestätigt fühlen und sich noch mehr abgrenzen.
Ich hoffe das ein gutes Ende nimmt, und drück dir dafür ganz feste die Daumen.
Würde mich freuen wenn du dich nochmal melden würdest wie es weitergeht.

Hoffentlich konnte ich dir wenigstens ein bisschen helfen.
Ich wünsche dir alles Liebe und Gute.

Fate






Fate ist offline  
Alt 05.07.2001, 10:07   #6
Forengast
Member
 
Registriert seit: 04/2001
Beiträge: 53
Deine kleine Hilfe ist groß!

Liebe Fate!

Deine Antwort ist mir mehr als wertvoll. Ich möchte Dir gern mehr erzählen.
Mein Freund (G) hat als Grund für die Trennung nicht fehlende Liebe genannt. Er sagte, es würde nicht funktionieren, weil wir uns gegeseitig nur quälen. Er kann seine Sehnsucht nach mir nicht stillen (er ist jobmäßig viel weg. Sein Job ist seine Identifikation), obwohl er es gerne würde. Er fragte mich, warum ich mir das mit ihm antun würde, nachdem ich ihm sagte, ich würde gerne mit ihm, als seine Partnerin, daran arbeiten. Ich sagte ihm schon öfters, ich lasse nicht locker, "nur" weil er eine PS hat. Ich denke, das war eines der Dinge, die ihm noch mehr Angst machten. Er sagte einmal, er würde es nicht ertragen können, wenn jemand seine Schwächen kennt. Logisch. Aber ich habe mich quasi zu seiner personifizierten Angst entwickelt. Er sieht mich als Feind. Obwohl er mich liebt. Oder gerade deshalb.
Die Beziehung hat für ihn keinen realen Grund, weiter zu bestehen, weil das Negative einfach überwiegt (d.h. die Konfrontation mit sich selbst). Und er wolle nicht, dass sein innerster Kern aufgedeckt würde.

Ich sagte ihm, ich würde sehen, wie wenig er durch sein nicht vorhandenes Selbstwertgefühl daran glaubt, von irgendeinem Menschen, geschweigedenn von mir, geliebt zu werden. Er fragte mich "Und was soll ich dagegen tun????"
Das war das letzte Telefonat vor zwei Wochen. Er sagte auch, ich wäre die einzige von uns beiden, die die Beziehung will. Aber ich kenne seine Ausflüchte gut und weiß, dass er gut rationalisieren kann, denn das ist ja das einzige, was ihn als Mensch noch ausmacht. Ein selbstkreirtes Selbstkonstrukt, das zusammenzubrechen droht, sollte er sich sich selbst und seinem Schmerz öffnen.
Er hatte sich geöffnet, ganz am Anfang und auch eingestanden, dass er zum ersten Mal im Leben verliebt sei. Bis ich aus eienr Dummheit heraus Schluss machte. Das hat ihn zusammenbrechen lassen und sein Vertauen in mich vernichtet. Nicht nur das, er hat sich wieder in seiner Unfähigkeit und in seinem Nichtigkeitsgefühl bestätigt gesehen.
Der Stand der Dinge ist also, dass ich ihm sagte, ich würde sein "Geheimnis", also seine Schwächen, niemals missbrauchen oder gegen ihn verwenden, was ihn sicherlich erleichterte. Wir haben uns mit dem Versprechen verabschiedet, dass wir es mal wirken lassen.

So. Nun ist der Tag da, an dem er wieder aus USA zurückkommt, und ich weiß absolut nicht, wie ich mich nun verhalten soll!!! Die Frage ist, soll ich auf ihn zugehen? Oder treibe ich ihn damit nur noch weiter von mir weg? Oder soll ich ihm die Möglichkeit geben, auf mich zuzugehen? Was er meines Erachtens niemals tut wird, und die Beziehung sterben wird. Ich bin verzweifelt und mein Liebeskummer hat sich in eine deftige Depression verwandelt...

Liebe Fate, danke für Dein "Ohr" und Deine Bereitschaft, Dich mit mir auseinanderzusetzen!!

Drück Dich!
Tabita (Tanja)

PS: Er nimmt keine Medikamente, keine Drogen, kein Alkohol. Er hatte das Ventil, emotionslosen Sex zu haben. Er sagte aber, nach dem Versuch wieder in dieses Muster zurückzukehren, nachdem ich Schluss machte, konnte er es nicht mehr...
Tabita ist offline  
Alt 05.07.2001, 10:28   #7
Forengast
Member
 
Registriert seit: 04/2001
Beiträge: 53
Noch was...

Hab was vergessen.
Sobald ich ihm meine Hilfe in irgendwelchen Dingen anbiete, wehrt er sich dagegen. Er sagt, er müsse da allein durch. Auch Mitgefühl oder Trost lehnt er ab. Dazu meint er, dadurch würde sein Problem nicht gelöst. Ich vermute, dass Dinge wie Empathie für ihn etwas Fremdes ist. Er möchte seine Autonomie nicht verlieren, und sieht sie schon darin gefährdet, wenn er sich auf ein Hilfsangebot einlässt, oder sich verbal trösten lässt.

Momentan scheint ein Herankommen ohne Aussicht. Oder denke ich zu "normal"?

LG
Tabita
Tabita ist offline  
Alt 05.07.2001, 15:01   #8
Forengast
*Dark Angel*
 
Registriert seit: 10/2000
Beiträge: 2.676
hallo fate....

deine geschichte hat mich sehr betroffen, in deinem doch noch kurzem leben gab es wohl nicht sehr viele schöne momente.

alkoholiker....ja da ist ein sehr schweres thema. erfahrungsmäßig weiß ich, diesen menschen kann man nur helfen, wenn man sie komplett fallen läßt.....egal was....jede hilfe verweigert.
die meisten schaffen den absprung erst wenn sie total am boden sind und wirklich alleine nicht mehr hoch kommen. erst dann sehe sie ein was sie sich selbst und ihrer umwelt antun......manche lernen es aber nie.
nur wer es selbst will ......für sich selbst....der kommt durch eine therapie los. ist der wille nicht stark genug und verharmlost man sein problem schafft man es doch nicht!


was du brauchst und was ich dir von ehrlichem herzen wünsche ist ein starker mann. der dir die geborgenheit und liebe geben kann, auf die du bisher verzichten mußtest. was liebe ist weißt du.... aber wie liebe sein kann noch nicht. ich wünsche dir einen wunderbaren partner der dich versteht, dich auffängt und beschützt.....und dich so sehr liebt, wie du es verdienst...

Lady of the Dark ist offline  
Alt 05.07.2001, 21:30   #9
Forengast
Junior Member
 
Registriert seit: 06/2001
Beiträge: 43
Wieso ist das Leben so ?

Hallo Fate, hallo Tabita !
Wenn ich das alles lese (und ich lese erst seit ein paar Wochen hier), dann sehe ich Elend, Dreck und Probleme, von denen ich bisher noch nicht einmal die Worte kannte. Erst seit ich selbst betroffen bin, weiss ich, wie sehr es mir hilft, hier wenigstens reden zu können.
Aber an Fate erst einmal die Frage: Was versteht man unter Borderline ?
Mein Partner verschliesst sich mir, will seine Probleme ebenfalls nur alleine lösen. Manchmal telefonieren wir und die Zeit dazwischen ist immer wieder die Zeit, in der ich denke, "alles sinnlos, gib auf". Aber gibt man einen Partner auf, der ganz sicher ein solch schweres Problem mit sich herumschleppt, dass ich es nicht mit lösen kann ?
Fate, ich kenne diese Situation, da ist jemand, den man liebt, lieben möchte und wo du dir dann sagst, das wird doch nichts. Tabita, ich kenne die Situation, wenn du jemanden liebst aber dieser jemand so sehr mit seinem eigenen Problem beschäftigft ist, dass du keinen Zugang findest und dass du keine Nähe spürst und das diese Nähe auch nicht zugelassen wird. Das ist so übel, dass du dich selbst ja auch gleich mit in Frage stellst.
Ich glaube, es hilft nur eine Therapie. Aber wie beim Alkoholiker, dem du eher noch die nächste Flasche hinstellen musst, auch wenn es noch so weh tut, auch einem Partner oder einer Freundin oder so muss man vielleicht bis zum Ende weh tun, bevor der selbstgewählte Schritt in die Therapie kommt - und das wird dann, so meine Hoffnung, der Beginn eines tollen weiteren Lebens.

LG

Lili
Lili-92 ist offline  
Alt 05.07.2001, 22:39   #10
Forengast
Member
 
Registriert seit: 04/2001
Beiträge: 53
Liebe Lili,

Danke für Dein Verständnis. Obwohl es eigentlich nichts löst, tut es doch gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Geht es Dir nicht auch so?

G ist, denke ich wieder in town, aber habe nichts gehört. Schicke ihm evtl. eine unverfängliche SMS, damit er weiß, ich denke an ihn.

Wie geht es Dir mit IHM, Lili?

@Fate

Ich hoffe, Du bist einigermaßen OK? Lass uns mailen, wenn Du Lust hast: tanjaahmed@t-online.de
Tabita ist offline  
 

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