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#1 |
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Member
Registriert seit: 10/2000
Beiträge: 85
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So, heut wende ich mich auch mal an euch...mir geht’s im moment nicht so besonders gut, bin hin und her gerissen zwischen resignieren und hoffnung.
Ich erklär es einfach mal: ich habe hier im chat jemanden kennengelernt, der mir mittlerweile sehr viel bedeutet. Wir können über alles reden, er steht mir sehr nahe und ich würde sagen, dass es so eine richtige seelenverwandtschaft ist...ich habe so was vorher noch nie so erlebt! Wir sind beide gebunden, ich verlobt, er verheiratet...wir schicken uns sms, ab und zu telefonieren wir auch, doch das geht nur selten. Soweit, sogut. Vor einigen wochen war er wegen einer schweren lungenentzündung im krankenhaus. Vor drei tagen wollte er plötzlich nicht mehr mit mir sprechen, sagte, er habe ne schlechte nachricht bekommen...er bräuchte zeit, um sich mit der neuen situation zurechtzufinden. Am gleichen abend dann sagte er mir, was ihn so umgehauen hat: verdacht auf lungenkrebs, seine ärzte geben ihm noch 6 monate! Es hat mich getroffen wie ein schlag...stand zwei tage neben mir...(so blöd es sich auch anhören mag) Er ist überzeugt davon, dass er sterben wird, er scheint vor der krankheit zu resignieren, obwohl er sonst ein kämpfer ist. Ich weiß nicht, wie ich ihm irgendwie zur seite stehen kann, da er momentan nicht ans handy geht und oft meine sms nicht beantwortet, bzw. wenn, dann meine fragen oft nicht beantwortet...er sagt, er brauche zeit für sich, kann ich ja auch verstehen, es ist nun mal sehr schwer... aber mir tut es auch fürchterlich weh, wenn ich dran denke, dass er irgendwann nicht mehr da sein wird und ich dann nicht mal weiß, wann es soweit sein wird, bzw. ich werde irgendwann einfach keine nachricht mehr bekommen und keine möglichkeit zu haben, mich zu verabschieden. Es tut so weh, wenn ich daran denke! Oben schrieb ich aber auch, dass ich auch noch ein wenig hoffnung habe. Ich sprach mit bekannten und mit meinem doc darüber, alle sagten, dass es doch komisch sei, dass er jetzt das sagt, er hätte nur noch 6 monate, aber vor vier wochen, als er aus dem krankenhaus kam, war noch alles in ordnung, kein ton davon. Obwohl die das damals doch dann schon festgestellt hätten...(ich muss dazu sagen, dass wir immer offen und ehrlich zueinander waren/sind! wenn also etwas damals schon verdächtig gewesen wäre, hätte er es gesagt, da bin ich mir 100% sicher) Ich weiß einfach nicht mehr weiter, weiß nicht mehr, was ich denken soll...es ist mir schon so oft in meinem leben passiert, dass mir menschen, denen ich mich besonders verbunden fühlte, genommen wurden. Und das gleiche soll wieder geschehen...ES TUT SO VERDAMMT WEH!!! Ich traue mich bald gar nicht mehr, irgendjemanden etwas von mir anzuvertrauen...denn es werden doch alle gehen. Vielleicht kann mir einer ja mal einen rat geben...oder einfach nur mal so was schreiben... Dani |
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#2 |
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Junior Member
Registriert seit: 10/2000
Beiträge: 38
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Hallo Dani
Es ist wirklich schwer jemanden zu verlieren der dir nahe steht ! Aber das muß nicht sein !
Ich habe schon mal irgendwo gelesen das Leute die Krebs hatten (oder haben),wenn sie sich selber aufgeben, nicht mehr lange lebten! Andersrum genauso ! Du oder seine Frau (oder ihr beiden) müßt ihm klar machen das er sich nicht aufgeben darf, egal was die Halbgötter in weiß sagen .Er muß einfach Kämpfen damit er nicht das verliert was er hat z.B. eine Familie und sehr gute freunde . Ich kann mir nicht vorstellen das er das will, einfach still und heimlich abtreten ! Olwin |
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#3 |
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Member
Registriert seit: 10/2000
Beiträge: 85
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Ja, Olwin...ich habe das auch schon gehört, bzw. auch selber schon mal jemanden gekannt, der noch jahrelang lebte nach solch einer diagnose.
das habe ich IHM ja auch gesagt. daraufhin kam dann die antwort, er wüßte, dass er sterben müsse, etc. (5 oder 6 familienmitglieder, auch die eltern sind schon an krebs gestorben). ich denke mal, es würde mir am anfang auch so gehen, dass ich erstmal resignieren würde und dann erst beginnen zu kämpfen...ich hoffe, dass er es bald beginnt, wenn er den ersten schock überwunden hat. ich will für ihn da sein, will ihm zur seite stehen, aber kannst du dir vorstellen, wie schwer es ist, wenn man nur sms schicken kann und nur ganz selten telefonieren... es macht mich immer ganz verrückt, wenn ich auf meine sms keine antwort bekomme. |
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#4 |
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Registriert seit: 08/1999
Beiträge: 3.700
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hallo jelly!!!!!
oh man, das tut mir so leid. weißt du, als ich das alles durchlas, da wurde mir wieder bewußt, wie froh, wie verdammt froh wir doch sein müssen, gesund zu sein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! eigentlich sehe ich es jeden tag bei mama und habe auch in der vergangenhiet sehr sehr viel mit krankheit zu tun gehabt. es ist furchtbar!!!! und wenn ich mir vorstelle, jemand, ein arzt, ein halbgott in weiß sagt zu mir, ich hätte krebs und lebe nur noch ein halbes jahr,,,, oh gott!!!! wie muß man sich denn fühlen?????????? man weiß, man stirbt bald. oder zumindest besteht die chance zu 80% oder wer weiß wie hoch. wie muß man bloß empfinden??? wir reden warscheinlich leicht daher, wenn wir sagen, daß nach der kurzen resignationsphase wieder der will da ist zu kämpfen. was wissen wir denn schon? ach, ich denke ja auch oft, daß ich schon viel durchgemacht habe und einfühlsam bin, doch davor habe ich immesn respekt und würde niemals dagegenreden, wenn jemand verzweifelt sagt, er könne nicht mehr. es ist schwer, dann den goldenen mittelweg zu finden. wenn wir doch bloß wirklich wüßten, ob positives denken die krankheit besiegen kann. warscheinlich hilft es schon, oder? also jelly,,, und wenn du ihm 100 sms den ganzen tag schickst - sei einfach da!!!!!!! auch wenn er nicht antwortet. er wird bald wieder antworten. oder kannst du nicht doch mal anrufen? ist es wegen der frau so schlimm, daß sie eifersüchtig wäre? vielleicht kannst du mit ihr mal sprechen ganz einfühlsam? ihr sagen, daß dich das so berührt und du angst hast. irgendwie? hm,,, ich weiß so wenig und ein "möchtegern"-ratschlag ist leicht zu geben. wenn es irgendwie geht, dann zeige ihm immer wieder, egal wie er reagiert, daß du da bist und bereit wärst für ihn zu kämpfen, an ihn zu glauben, aber auch, daß du dich ihm annimmst - so wie er ist und fühlt! er kann vielleicht auch bockig reagieren - einfach, weil er verzweifelt ist!!!!!!! ich kenne dieses gefühl,,, oje, daß tut mir so leid. er tut mir so leid und natürlich auch du, weil es dich so mitnimmt. erzähl doch ein wenig mehr über euch und wie es weitergeht! alles liebe!!!!! |
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#5 |
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Member
Registriert seit: 09/2000
Beiträge: 159
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Hi Dani,
die passende Antwort ist schwer zu finden. Wir verstehen alle, daß er mit dieser Diagnose mal erst total fertig ist. Ich denke, daß seine Familie (Frau, hat er Kinder?) bei ihm ist und zu ihm stehen. Jetzt bekommt er dauernd SMS von Dir und das Handy hört nicht auf zu piepsen oder er sieht dauernd nach und ruft die SMS ab. Seine Frau wird das mitbekommen. Was soll er als Erklärung geben? Ein Freund, gute Freunde? In der Regel kennt man als Frau die Freunde des Mannes, oder? Er hat nun eine ganze Reihe von Problemen. In dieser Zeit wird er sich wohl nicht trauen, seiner Frau von einer anderen zu berichten. Er könnte dann, das Ende vor Augen auch noch alles andere verlieren, was ihm ja mal wichtig gewesen sein dürfte. Wenn es er schafft, Dich als gute Freundin zu integrieren, dann wäre das schon eine tolle Lösung. Ich würde da aber sehr vorsichtig sein, seine Frau sollte Dich nicht als Rivalin sehen. Bezüglich seiner Krankheit kenne ich nur den Weg, sein Leben völlig umzukrempeln, auf den Kopf zu stellen und das ganz radikal. Z. B. völlig anders ernähren, Sport (Extremsport, laufen bis zum umfallen) usw. Dazu benötigt man aber noch Kraft und ich weiß nicht, ob diese noch da ist. Wünsch Dir und ihm alles Gute. Steve |
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#6 |
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Registriert seit: 08/1999
Beiträge: 3.700
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oh steve,,, sehe deine antwort erst jetzt.
klar, es kann auch sein, daß er schon gute freunde hat und seine frau sehr zu ihm steht, so daß er vor lauter fürsorge keine luft mehr bekommt,,, und vielleicht die braucht er zur zeit sehr und reagiert deshalb "genervt". doch ich kenne das nicht, daß mich jemand vor totaler fürsorge und aufmerksamkeit zuschüttet. ich hätte mir immer mehr gewünscht. deshalb ging ich von mir aus ersteinmal. naja, wie auch immer die situation ist bei ihm,,, er braucht euch trotzdem!!! gerade weil ihr euch sehr gut verstanden habt, mußt du immer wieder dran bleiben! jeden tag,,, und ihm sagen, daß es nicht schlimm ist, wenn er mal nicht antwortet, weil er keine kraft oder motivation hat. er muß dir glauben, daß er kommen kann, wann er will und du bist da! aber ich weiß es nicht genau,,, vielleicht ist er auch anders. du mußt ihn doch etwas einschätzen können, oder? nochmals viel glück und viel kraft!!!!! |
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#7 |
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Registriert seit: 10/2000
Beiträge: 85
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danke
danke für eure fürsprache...es hilft mir, dass ich hier drüber sprechen kann.
@gina: habe nur seine handy numer, keine andere (geheimnummer). und ans handy geht nur er. @steve: er hat keine kinder. und es ist auch nicht so, dass ich ständig nur versuche, ihn anzurufen! habe es seit zwei tagen nicht mehr versucht. auch sende ich ihm nicht ständig sms! habe heute morgen mal eine geschickt...aber auch wenn ich ständig dran denke, ich werde ihn jetzt erst mal in ruhe lassen, er wird sich wieder melden! das weiß ich! habe früher zu oft den fehler gemacht, zu sehr zu klammern, deshalb werde ich mich nicht mehr so in den vordergrund drängen. aber er weiß, dass ich immer für ihn da bin, dass ich ihm zuhöre und ihn unterstütze! egal, wann er sich meldet! allgemein: ich weiß von ihm, dass er weiter keine freunde oder viele bekannte hat, ist mehr einzelgänger...hat er mir oft gesagt. bleibt nur seine frau. von ihr hat er mir noch nicht so viel erzählt, kann sie nicht einschätzen, wie sie wohl reagieren würde, wenn sie von mir hören würde... |
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#8 |
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Member
Registriert seit: 10/2000
Beiträge: 85
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neue nachricht
bekam eben ne neue nachricht von ihm: er liegt seit 5 tagen in einer lungenklinik...der verdacht hat sich bestätigt, der tumor in der lunge ist so groß wie ein 2 DM-Stück!
Bin total fertig...es schmerzt so sehr...auf meine frage, ob man denn gar nichts mehr tun könne, antwortete er nicht...auch ans handy ging er nicht. ich überlege, ob ich ihn frage, ob ich ihn besuchen kommen kann...aber ob das wirklich so gut ist? ich weiß es einfach nicht... |
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#9 |
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Member
Registriert seit: 06/2000
Beiträge: 222
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Beistand ist wichtig...
Hallo Du,
ich bin zwar kein Mediziner aber ich habe schon einige Menschen, die mir sehr nahe gestanden haben an Krebs verloren (nur mal zur Anmerkung: Es waren fast alles Raucher mit Lungen/Bronchialtumoren). Es ist schwer mit so einer Diagnose fertig zu werden. Auch das Verhalten der Ärzte ist zu kritisieren, da man im großen und ganzen nie eine "endgültige" Diagnose über den "Todestermin" erstellen kann, die genau zutrifft. Wunder gibt es außerdem immer wieder, wenn man daran glaubt. Ich hoffe einfach, dass seine Familie (und natürlich Du) ihm den Weg zeigen wird, damit er sich nicht aufgibt. Allerdings muss ich als Realist auch ganz klar sagen, dass es bestimmte Tumorarten gibt ("Bronchialkarzinom"), gegen die kein Kraut (aus Sicht und Erfahrung der Humanmedizin) gewachsen ist. Wie gesagt, es gibt immer wieder Wunder und man muss an sie und an sich glauben, wenn man diese Diagnose gestellt bekommt. Das zu tun ist nicht leicht...gerade deshalb muss die Unterstützung auch von den nahestehenden Personen kommen. gemini |
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#10 |
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Member
Registriert seit: 10/2000
Beiträge: 85
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danke gemini!
ich weiß nicht, was für eine art tumor es ist (also ob bronchialkarzinom oder sonst ein anderer lungentumor) ich bete jeden tag, jede minute, dass er kämpft, dass ein wunder geschieht!!!!! aber ich bekomme nichts aus ihm heraus, bzw. er antwortet mir auf keine fragen, z.b. was die ärzte sagen, ob es noch therapiemöglichkeiten gibt... |
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