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Alt 07.06.2003, 09:46   #1
Anjuscha
Member
 
Registriert seit: 04/2003
Ort: Berlin
Beiträge: 61
Trennungsängste?

Hallihallo!

Und es kommt, wie es kommen musste... Ich bin mal so richtig verzweifelt. Seit über 2 Jahren bin ich nun schon mit meinem Freund zusammen, eine Fernbeziehung. Nächsten Monat zieht er in die Nähe meines Wohnortes, der Moment, auf den wir beide schon so lange gewartet haben. Und ich glaube, ich will jetzt Schluss machen.

Anfang April habe ich angefangen, mir ernsthaft Gedanken über unsere Beziehung zu machen. Ist ja für mich nichts Neues, schließlich grüble ich regelmäßigen Abständen über ihren Sinn und Unsinn nach bzw. darüber, ob es tatsächlich Liebe ist meinerseits. Doch jedesmal komme ich zum positiven Ergebnis. Diesmal gab es jedoch einen ganz konkreten Auslöser - er hat mich mit seinem Verhalten sehr verletzt. Gerechterweise muss ich hinzufügen - ich habe mich nicht getraut, das zu sagen! Deshalb kam mir auch der Gedanke, dass irgendetwas in unserer Beziehung schief läuft. Ich habe ihn um eine Auszeit gebeten, die bis jetzt andauert und kommenden Freitag wollen wir uns zum ersten Mal seit langem wiedersehen. Denn ich habe in dieser ganzen Zeit gegrübelt und gegrübelt, ob ich überhaupt noch etwas für ihn empfinde - nicht nur etwas, sondern so viel, dass es für eine Beziehung ausreicht. Es ist nur verdammt schwer, sich über die eigenen Gefühle klar zu werden, wenn man sich gleichzeitig so verletzt fühlt. Ich hatte den Eindruck, mich hinter einer haushohen Schutzmauer zu verstecken. Nach und nach sind mir meine ganzen Fehler, die ich in dieser Beziehung gemacht habe, eingefallen. Ich habe mich zu sehr auf ihn fixiert (mein zweites Problem, der nächste Thread kommt auch demnächst ), mich selbst bzw. meine Wünsche und Vorstellungen verdrängt (am Ende wusste ich nicht mal bei banalsten Dingen, was ICH eigentlich will) und ihm vollständig die Initiative überlassen, Unangenehmes in mich hineingefressen und mich nicht getraut, Probleme anzusprechen. Eine ganze Menge Probleme also... Aber ich arbeite ja an mir. Ist schon ein Erfolg, dass mir das alles überhaupt bewusst geworden ist.

Wie gesagt also, am Freitag wollen wir uns treffen. Ich habe zu ihm gesagt, ich könne diese Entscheidung (Beziehung oder nicht) nicht auf Entfernung treffen, ich wolle ihn noch einmal sehen und erkennen, ob ich mich in seiner Gegenwart zu ihm hingezogen fühle oder nicht. Hm, gestern und heute habe ich wieder sehr viel über uns beide nachgedacht und ich glaube, es hat alles keinen Sinn - wäre es denn überhaupt möglich, nach so langen Zweifeln meinerseits, so vielen Fehlern in der Vergangenheit und angesichts dessen, dass mir sein Verhalten immer noch weh tut, eine glückliche Beziehung neu zu gestalten? Empfinde ich überhaupt noch etwas für ihn? Ich sage - wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht ist dieses Fünkchen Liebe auch immer noch hinter Mauern versteckt und ich habe nur Angst davor? Denn wenn ich an ihn denke, kommt es mir immer noch so vor, als sei er mir völlig gleichgültig. Doch das kann nicht sein, denn sobald ich an die Trennung denke, kommen mir Tränen in die Augen. Wenn ich an sein Verhalten in der Vergangenheit denke, tut es ganz schön weh. Wo sind meine Empfindungen geblieben? Ich weiß es nicht. Vielleicht könnt ihr mir ja dabei helfen, meine Gefühlswelt etwas zu ordnen und herauszufinden, was jetzt das Richtige ist. Aber auf jeden Fall danke fürs Lesen.
Anjuscha ist offline  
Alt 07.06.2003, 09:46 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hallo Anjuscha,
Alt 07.06.2003, 14:59   #2
Diabolus
Platin Member
 
Registriert seit: 11/1999
Ort: Mainz
Beiträge: 1.527
was hat dich verletzt?

d.
Diabolus ist offline  
Alt 07.06.2003, 15:34   #3
Anjuscha
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2003
Ort: Berlin
Beiträge: 61
das ist eine lange Geschichte... wir waren eine Woche lang bei einem Wettbewerb in einer anderen Stadt, er als Betreuer und ich als Teilnehmer. Und er hat gleich gesagt, dass Gerüchte aufkommen könnten, er würde mir vorsagen (er hat die Aufgaben z.T. schon vorher gekannt) und wir deswegen nicht so viel Kontakt zueinander vor den anderen haben sollten. Na ja, das äußerte sich darin, dass er den Tag über kein einzelnes Wort mit mir wechselte, nicht mal vor den Klausuren, obwohl er wusste, welche Angst ich hatte und wie wichtig es mir war. Dafür war er dann abends, wenn wir Freizeit hatten, umso anhänglicher, das war wiederum recht nervig. Ich weiß, dass es meine Schuld ist, dass ich ihm nicht gleich gesagt habe, dass das nun wirklich völlig übertrieben sei. Trotzdem, es hat mich sehr verletzt zu sehen, wie er sich mit anderen unterhält und zu wissen, dass ich nicht mal mit ihm ein paar Worte wechseln "darf".
Na, und davor hatte ich seit ein paar Wochen das Gefühl, andere Sachen seien ihm wichtiger, als sich mit mir zu treffen. Er war noch beim Bund und das war in der Nähe meines Wohnortes, deshalb haben wir uns meist einmal die Woche getroffen. In der einen Woche hatte ich sehr viele Klausuren und konnte deswegen nur am Freitag. Er ließ das Treffen lieber ganz ausfallen, weil er ja freitags schon früher dort weg kann (ich hatte an dem Freitag aber auch schon vormittags frei) und nach Hause fährt. Gerade vor dem Hintergrund, dass wir vor damals knapp einem Jahr schon eine größere Auseinandersetzung hatten, weil ich mich in seinem Leben auf den 2. Rang zurückgestuft fühlte (damals hat er mir im Endeffekt zugestimmt und hat sich in der ersten Zeit dann auch sehr bemüht), fand ich sein Verhalten (es hat sich dann noch einmal in ähnlicher Form wiederholt) auch recht verletzend. Nur, das habe ich ihm wieder so klar nicht gesagt, hab's wieder nur in mich reingefressen.
Anjuscha ist offline  
Alt 08.06.2003, 15:38   #4
Someguy
Troubleshooter
 
Registriert seit: 03/2000
Ort: Am Rhing
Beiträge: 14.134
Priwet Anjuscha

Also das einzige was ich sagen kann ist dass ich wegen der Sache mit dem Wettbewerb nicht Schluss machen würde, denn irgendwie kann ich ihn auch verstehen. Jedes mal, wenn er sich mit dir damals unterhalten hätte, wären wieder Stimmen laut geworden, dass er dir vorsagt usw. Bestimmt war das auch für ihn kein schönes Gefühl.
Dass du dich von ihm abhängig machst ist wohl auch nicht unbedingt seine Schuld (meine Meinung). Nun ja, das ausgefallene Treffen am Freitag hätte mich auch verletzt, aber solange es sich nicht jede Woche wiederholt...

Zieht er eigentlich nur wegen dir um oder auch wegen dem Job/Bund?

Gruss

Alex
Someguy ist offline  
Alt 08.06.2003, 15:49   #5
*Winke winke*
*Winke winke*
 
Registriert seit: 07/2001
Beiträge: 5.368
ich finde es falsch zu denken, man müßte in des Leben seines Partners die erste Geige spielen. Ganz im Gegenteil, man darf nicht erwarten, dass dies der Fall ist.
Ich würde mich meiner Freiheit beraubt fühlen im Hintergrund immer zu wissen, ich kann mich nicht frei bewegen weil es meinem Freund nicht paßt. Ich muss ihn mit einbeziehen in alles und jeden.
Ich kann Dich nicht verstehen. Das mit dem Wettbewerb war vollkommen richtig seinerseits. Und nicht zuletzt hat er das für Dich getan. Schlimmer wäre gewesen er hätte Dich in der Freizeit dann sitzen lassen. Aber das hat er nicht.

Die Probleme Dir Du Dir schaffst sind reine Beziehungskiller.
In meinen Augen sind das "Probleme" die eigentlich gar keine Probleme sind.

Führst Du denn gar kein eigenes Leben mehr? Triffst keine eigenen Entscheidungen? Was machst Du wenn Du ihn dann icht siehst?
Und vor allem, wenn ihr euch gar nicht so oft seht, wie gehst Du mit Deiner Fixierung um?
So ganz kann ich das nicht verstehen.
*Winke winke* ist offline  
Alt 08.06.2003, 16:05   #6
Anjuscha
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2003
Ort: Berlin
Beiträge: 61
Zdravstvuy, Alex!

Es geht mir eigentlich nicht vordergründig um den Wettbewerb, die Sache hab' ich hier nur beschrieben, weil Dia danach gefragt hat. Darüber hab' ich mich im Übrigen auch schon mit meinem Freund selbst unterhalten und er meinte, er glaubt selbst, dass sein Verhalten da übertrieben war, v.a. in manchen konkreten Situationen. Dass ich mich von ihm abhängig gemacht habe, ist auch definitiv meine eigene Schuld, das will ich gar nicht erst bestreiten. Und das mit dem Treffen ist im Übrigen zweimal in ähnlicher Form vorgekommen, aber ok, da hätte ich auch mal den Mund aufmachen und sagen können, was ich davon halte.

Mein Problem liegt eher darin, dass ich nicht weiß, ob ich - ganz unabhängig von den Problemen dieser Beziehung - für ihn noch etwas empfinde. Ich habe ja, wie gesagt, um eine Auszeit gebeten und ihm dabei auch ehrlich gesagt, dass ich gar nicht weiß, ob es überhaupt weitergeht. Er meinte, ich solle mir so viel Zeit lassen, wie ich brauche und "ein für allemal" guten Gewissens eine Entscheidung treffen. Doch mittlerweile glaube ich, dass es das Beste ist, Schluss zu machen und getrennte Wege zu gehen. Ich lese auch hier im Forum so oft, dass aufgewärmte Liebe nicht hält. Und wenn ich mir schon so lange über meine Gefühle nicht sicher bin, dann kann es keine Liebe mehr sein, oder?

Er zieht wegen seinem Studium um. Und den Studienplatz hat er wohl v.a. anhand anderer Überlegungen gewählt (obwohl wir schon zusammen waren, als er sich da entschieden hat). Jedenfalls meinte er letztens, ich solle meine Entscheidung nicht davon beeinflussen lassen, dass ich in der Nähe wohne, sei nur ein "netter Nebeneffekt" (Zitat) dieser Entscheidung gewesen. Vielleicht hat er's auch nur gesagt, damit ich nicht weiter dran denke, wer weiß.
Anjuscha ist offline  
Alt 08.06.2003, 16:13   #7
*Winke winke*
*Winke winke*
 
Registriert seit: 07/2001
Beiträge: 5.368
Du schreibst, Du weinst wenn Du an eine Trennung denkst. Sicherlich, aber weißt Du, manchmal weint man auch weil man im Hinterkopf weiß, etwas liebgewonnenes, Gewohnheiten würd eman vermissen.
Meiner Meinung nach solltest Du dort anfangen zu differenzieren.
Liebe und Gewohnheit verwechselt man all zu schnell. Zumindest ging es mir in meiner Ehe so.
Obwohl ich damals schon wußte, ich liebe ihn nicht mehr, bin ich geblieben, weil ich es nicht anders gewohnt war.
Heute bin ich froh, dass das alles nicht in einem Fiasko geendet hat.

Ich stelle es mir schwierig vor, nicht zu wissen, was man fühlt und kann mir das recht schwer vorstellen, weil das bei mir nie der Fall war. Ich wußte immer woran ich mit meinen Gefühlen war.
*Winke winke* ist offline  
Alt 08.06.2003, 16:18   #8
Anjuscha
Member
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Registriert seit: 04/2003
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Beiträge: 61
Hi Sleepy!

Er hat das ja nicht mitbekommen, es waren eher meine Gedanken, die sich zu sehr auf ihn ausgerichtet haben. Aber er konnte und kann sich frei bewegen, daran hindere ich ihn ganz sicher nicht.

Hm, ich weiß nicht, wahrscheinlich bist du in dieser Hinsicht ein ganz anderer Mensch als ich. Ich war jedenfalls von Anfang an ein totaler Nervenbündel, als ich dort angekommen bin, hab' aber versucht, es mir nicht anmerken zu lassen. Außerdem habe ich mich gleich am ersten Tag stark erkältet. In diesem tollen Zustand fuhren wir dann zu unseren ersten Klausur und ich weiß, dass wenigstens ein nettes Wort von ihm auf dem Weg dorthin mir geholfen hätte, immerhin hatte er mit diesem Wettbewerb schon Erfahrung (hat in den letzten Jahren dort teilgenommen) und ich hätte gewusst, egal, was ich dort anstelle - es gibt einen Menschen, der auf jeden Fall zu mir steht. Gut, eigentlich wusste ich es auch so, aber trotzdem war ich in der Situation total verunsichert.

Und ich glaube, so, wie du es dir vorstellst - dass dann gleich alle anfangen, über uns zu lästern - ist auch falsch. Die anderen Betreuer kannte er alle und die wussten alle, dass wir zusammen sind, ebenso wie ein paar Teilnehmer. Da hätte sich also nix geändert. Und wenigstens zwischendurch ein paar Worte wechseln, das hätte uns garantiert auch keiner Übel genommen. Als wir uns danach doch noch mal darüber unterhalten haben, meinte er auch, er habe Angst gehabt, dass es so rüberkommt, wie bei einem Betreuerpärchen. Die sind beide eben als Betreuer mitgekommen, haben aber nur wenig mitgeholfen und die meiste Zeit über - immer, wenn sich die Gelegenheit dazu bot - rumgeknutscht. Und er meinte dann, er habe Angst gehabt, dass wir auch den Eindruck erwecken. Dabei habe ich doch kein Wort vom Rumknutschen gesagt! Aber das hat mir eben gezeigt, dass sein Verhalten nicht NUR daran lag, dass er mich vor bestimmten Vorwürfen schützen wollte.

Sicher führ' ich ein eigenes Leben, das geht in einer Fernbeziehung auch gar nicht anders. Eine Zeitlang (eher am Anfang der Beziehung) hatten wir auch nicht so super viel Kontakt zueinander. In der "Bund-Zeit" hat sich das aber so etabliert, dass er mich täglich angerufen hat und das hat diese Fixierung ebenso begünstigt wie mein Auseinanderleben mit meinen alten Freundinnen. Ich habe in dem Moment keinen neuen Freundeskreis aufbauen können und schwupps, war diese Abhängigkeit da. Nun versuche ich, sie durch diesen Abstand wieder aufzulösen und mich mehr auf mein eigenes Leben zu konzentrieren.
Anjuscha ist offline  
Alt 08.06.2003, 16:21   #9
Anjuscha
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 04/2003
Ort: Berlin
Beiträge: 61
ja, ich weiß, das mit den Gewohnheiten ist mir auch klar und diese Befürchtung habe ich auch. Keine Ahnung, ich bin einfach nur total ratlos und im Moment setzt sich bei mir der Gedanke durch, eine Trennung sei das Sinnvollste. Ich will ihn ja auch nicht noch länger in dieser Ungewissheit lassen, außerdem habe ich das Gefühl, mich sonst nicht wirklich frei fühlen und mich innerlich von ihm lösen zu können, was diese Abhängigkeit angeht.
Anjuscha ist offline  
Alt 08.06.2003, 18:45   #10
Stulle02
Ex-Mod
 
Registriert seit: 11/2001
Ort: NRW
Beiträge: 3.514
Hallo Anjuscha,

ich weiß nicht genau wo Du den Unterschied zwischen Abhängikeit und Liebe machst. Für mich persönlich greift das ineinander über.

Ich habe mich auch von meiner Partnerin über die gesamte Beziehung abhängig gemacht und ich kann Dir sagen das es das schlimmste ist was man machen kann. Du meinst das Du Dich trennen mußt um dieser Abhängigkeit zu entkommen. Ich denke aber wenn Du Dich wirklich so abhängig machst dann wird es sehr schwer für Dich werden. Begünstigt wird das dann auch noch zusätzlich davon das er dann nun bald in direkter Nähe von Dir wohnt.

Ich kenne Dich nicht und kann nicht sagen ob Du die Kraft dazu hast das zu machen. Aber Du solltest Dir die Sache gut überlegen.

Hast Du schon ganz persönlich mit ihm darüber gesprochen was er davon hält ?
Stulle02 ist offline  
Alt 08.06.2003, 18:45 #00
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Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hey Stulle02,
 

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