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Alt 03.03.1999, 08:24   #11
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Hi John F,
ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr mir Deine Offenheit hilft. Aus der Sicht des Mannes, aus Deiner Sicht, denn Du hast keine einfache Zeit hinter Dir, bzw. noch. Habe Dein Posting „Hard Decision“ vom Januar gelesen. Wenn ich darüber nachdenke ( und das tue ich ja beinahe ständig ), dann hat dieses gegenseitige Begehren, daß uns auch immer sehr stark verbunden hat, in der letzten Zeit an Häufigkeit verloren, um es mal so auszudrücken. Unser Sexleben vor den Krisen, war unbeschreiblich schön. Wir konnten ineinander versinken, ohne Hemmungen, mit allen Sinnen der Leidenschaft. Oft genügte ein „Augenblick“ um übereinander herzufallen (sorry, mir fällt kein anderer Ausdruck dafür ein, es war einfach so, pur und totally echt). Ich kann nun nur für mich sprechen, aber dieses „Versinken“, vermisse ich an mir seit damals. Ich möchte es, sehne mich unbeschreiblich danach, aber...
Ja, ich habe ihn immer wieder in die Rolle des Bösen gedrängt, das wird mir glaube ich erst jetzt bewußt. Habe den Fehler einfach nicht bei mir gesehen, ich liebte und liebe ja. (Verdammt einfach, was – mit diesen Worten meine Fehler abzuschwächen.) Ich habe Angst alles kaputtgemacht zu haben. Ist ja paradox, oder? Mein jahrelanger Schmerz ausgelöst durch ihn (bzw. seine Handlungen), mein Schmerz darüber in der Gegenwart, der seine Liebe zu mir vielleicht zerstört. Weißt Du, ich dachte eine Zeit lang, daß ich ihn nicht mehr so liebe wie früher, aber nun durch sein Verhalten, spüre und fühle ich, wie sehr ich ihn liebe und brauche. Absichtlich weh tun, Deine Worte diesbezüglich treffen den Punkt, dieses Verhalten könnte auch ein Schutzmechanismus sein, zumindest habe ich das bei mir so erlebt.
In den 2 Nächten (mit Zeitabstand von ca. 2,5 Wochen) hat er 1x durchgemacht und 1x angeblich bei einem Kollegen geschlafen, hmm. Vieles was Du mir gepostet hast verstehe ich sehr gut, aber bitte, kannst DU mir sagen, warum ein Mann, wenn er nicht nach Hause kommt, (wo z.B. Feiern von irgendwas der Grund ist) einfach nicht zum Telefon greifen kann ??? Und auf die Frage hin nur sagt: „Ich hab mir nichts Böses dabei gedacht“, oder „vergessen“. Und überhaupt, was ist so toll daran, zu wissen dass sich der Partner Sorgen macht, aber nicht darauf zu reagieren, mit einem kurzen Call ? Gut, um am Telefon eine Szene zu vermeiden, wäre ein Argument. Lach bitte nicht, ich weiß, ich widerspreche mich öfters, aber in den letzten Tagen scheint es so, daß ich mir meine Fragen ständig selbst beantworte, weil von ihm einfach keine klare Antwort kriege. Oder besser gesagt, nicht mehr das höre, was ich gerne hören würde, verstehst Du?
So es ist 23.15 Uhr und er ist noch nicht zu Hause und ich zwinge mich bereits seit Stunden dazu, ihn am Handy nicht anzurufen. Nein ich werde es nicht tun. Mein Gott, John, so vieles was Du sagst, bringt mich zum Grübeln, sehr vieles das ich erst mal auf mich wirken lassen möchte, ich danke Dir von Herzen für Deine Offenheit, liebe Grüße - Sydney

 
Alt 03.03.1999, 08:24 #00
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Beiträge: 4692

Alt 04.03.1999, 03:00   #12
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Hallo Sydney,

in Bezug auf Beziehungen bin ich mit Sicherheit kein Unschultslam. In der Vergangenheit habe ich aber für mich festgestellt, daß ich mir in einer Beziehung immer mehr Freiheiten herausgenommen habe als ich meine jeweiligen Partneren zugestanden habe. Als dann aber eine Frau genau das gleich gemacht hat bin ich schier vom Glauben gefallen. Erst da habe ich umdenken gelernt. Seit einiger Zeit (nunmehr seit 8 Jahren) bin ich diesbezüglich sauber.
Habe aber für mich festgestellt, daß die Basis für eine Beziehung vertrauen ist. Dieses Vertrauen läßt sich in den seltesten Fällen wieder herstellen wenn es einmal zerstört ist. Ich vertraue meiner Partnerin.
Wenn Sie mein Vertrauen zersört hat wäre es auch nach 8 Jahren für mich vorbei. Ich habe keine Lust auf einen Eiertanz. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Vielleicht hört es sich hart an. Aber ich glaube das Du Dich im Kreis drehst. Letztlich mußt Du selber wissen was Du tust.
Aber lasse Dich nicht verarschen. Liebe bis zur Selbstaufgabe muß es doch nicht sein.
Wahrscheinlich ist das was ich jetzt geschrieben habe nicht umbedingt das was Du hören wolltest. Du hast aber nach einer Ehrlichen Meinung gefragt.
Ich wünsche Dir viel Glück so oder so.
Gruß Yogi
 
Alt 04.03.1999, 03:41   #13
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Hallo Yogi,
natürlich will ich eine offene Meinung und Du hast ja recht. Diese Selbstaufgabe hatte ich schon mal und mir damals geschworen, dass ich das nie wieder zulasse. Ich schau mir das Ganze auch nicht mehr lange an. Denn eine Wohnung nur gemeinsam zu benutzen ist mir absolut zu wenig in einer "Partnerschaft". Dem Partner Freiheit lassen, ja natürlich, aber nicht so, und nicht ausschliesslich auf meine Kosten. Ich bekomme schön langsam eine Stinkwut auf ihn und finde dieses Verhalten mehr als kindlich. Von wegen Verantwortung und blabla wo bleibt denn die Achtung vor den Gefühlen des anderen, wenn ich komme und gehe wann ich will, ohne eine Mitteilung. Wenn es mit Gesprächen auf menschlicher Basis nicht mehr geht und man schier gegen eine Wand redet, dann klingen seine Worte"Rüttle nicht an meiner Liebe zu Dir" doch wie ein blanker Hohn, oder. Ja ich war zu einengend, kontrollierend und zweifelte immer, aber auch ich lerne dazu, und wenn er das nicht annehmen kann, dann eben nicht!
Ich mag so nicht mehr, und werde danach handeln. Ich liebe ihn, aber mein Seele gebe ich dafür nicht mehr auf. Es ist doch mühsam, wenn ich Tricks anwenden muss, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. (Distanz, Freundlichkeit, gespielte Ruhe), was ich auf Dauer nicht kann, weil es mich einfach zu viel Kraft kostet. Ich hab einen Job, in dem ich sehr viel Verantwortung trage und der beginnt mittlerweile auch darunter zu leiden. Nein es muss aufhören.
Danke für Deine Worte, liebe Grüße, Sydney
 
Alt 04.03.1999, 05:10   #14
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Hallo Sydney,
alles was Du schreibst, erinnert mich ein wenig an mich an meinen blödesten Tagen. Genau das ist es ja: man tut dem anderen weh, ruft nicht an, schaltet das Handy ab (weis, das es dem anderen weh tut) und wenn man dann Angesicht in Angesicht steht, tut einem alles leid (man möchte es sogar ungeschehen machen) und leugnet, daß irgendetwas mit Absicht gewesen sei.
Vielleicht gibt es gar keinen wirklichen Anlaß, weshalb Dein Freund gerade (wieder) so ist. Vielleicht hat sich bei ihm alles aufgestaut, alle diese -ich nenne es einfach mal Demütigungen- die er erlitten hat. (Männer sind Hypochonder, allesamt, wenn sie leiden, dann aber so richtig...)
Ein Mann muß um körperliche Liebe geben zu können ganz als Mann fühlen- attraktiv, begehrt.

Jede "Demütigung"- von "laß mich das machen, Du bist immer so langsam", bis "schneid Dir mal wieder die Fingernägel" oder beim Sex "nein, so doch nicht..." kann dazu führen, daß er sich bewußt, ganz sicher aber unbewußt nicht mehr als toller Mann fühlt, sondern nur noch als Lebensabschnittsbegleiter, Sozialdienstleister, Handwerker von Dienst, der neben Dir durchs Leben trottet.
Und was ich aus dem Buch von Gray mitgenommen habe: ohne innigen Sex stirbt die Liebe. Gray beschreibt in seinem Buch die Männer als die Menschen vom Mars, die im Laufe der Evolution immer die Jäger, die Krieger, die Beschützer waren, für die es überlebensnotwendig war, ohne Gefühle zu handeln.
Nur nach innigem Sex wird bei ihnen ein Hormon oder so ausgeschüttet, dass sie so fühlen läßt, wie sonst nur Frauen Liebe empfinden. Sex ist der Weg des Mannes, sich auszudrücken und Sex gibt ihm die verlorene Hälfte seines ichs wieder zurück, Gefühle.

Mehr dazu z.B. unter:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442124875/r/028-6968631-6134269
und
http://marsvenus.de/media.html

Das bedeutet, daß nach einer Krise ein Teufelskreis beginnt: Vertrauensbruch - Anschuldigungen - Vorwürfe- Demütigung + untergrabenenes Männlichkeitsgefühl + kein Sex + keine Gefühle + keine Liebe + Zweifel auf beiden Seiten, gegenseitiges Weh tun- (ich weis es auch von meiner Freundin, das es Tages gab, an denen sie mir bewußt weh tun wollte...)
Eigentlich ist es einfach: man müßte allen frisch Verliebten beibringen, was sie da einmaliges haben und wie sie es bewahren sollten (...absolut illusorisch...)
Das heißt, das man eigentlich nach dem Gründen forschen müßte, weshalb ihr damals eine Krise hattet; alles was er und Du gerade erleben ist irgendwie darauf basiert.
Und mach es Dir nicht zu leicht. Lies vielleicht ein gutes Buch. Ich weis eine Menge über das Internet, Projektmanagement, französische Kunstgeschichte und Handy-Tarife- aber nichts über mein eigenes Gefühlsleben: Über alles haben wir schon Bücher und Journale ohne Ende gelesen, nur nicht über uns selbst und Gefühle.
Und wenn Du die Ursachen suchst: stelle alles in Frage.
Du hattest den Eindruck, das beim Sex immer alles stimmte? Das hatte meine Freundin auch. Für sie stimmte auch alles. Aber für mich nicht.

Es ist schwierig, sich in solchen Dingen zu verständigen: Wenn Du Deinem Freund ein Weihnachtsgeschenk im Otto-Katalog ankreuzt ("Bitte schenk mir das") ist das kein Geschenk mehr. Sondern Du erwartest, daß er aufmerksam "zwischen den Zeilen liest", was Du Dir wünschen könnest.
Irgendwann erwartest Du gar nicht mehr, das Du etwas geschenkt bekommst und gibst auch keine Fingerzeige mehr, sondern lebst Deine Wunsch-Phantasien nur noch alleine aus...
Aber im Innern sucht man weiter- unbewußt.
Vielleicht gab es in Deiner Beziehung verdeckte Krisen, von denen Du gar nicht wußtest, was da schwelt. Durchforsche Dein Gedächtnis ganz genau, nach keinen Fingerzeigen.
(dazu muß man ein gutes Gedächtnis für kleine Dinge haben, sonst funktioniert das nicht. Gab es da versteckte Hilferufe?)

Es gibt auch viele Leute, die sich (wie ich früher) einfach keine Gedanken machen, warum es nicht so toll ist. Gott ja, es läuft doch, für alle anderen ist man the national dream couple, warum sollte man sich da Gedanken machen, wenns schlimm wird kann man sich ja mal ein Video holen. Und die anderen Männer starren ja auch alle fremden Mädchen auf den Po...
Was Du so über Deinen Partner schreibst, scheint aber so, daß er eher wenig an der Konfliktlösung interessiert. Es gibt manchmal Leute, die sehr intelligent sind, aber emotional wirklich eher "einfach strukturiert" sind. Und das Du ihm "auf den Geist" gehst.
Ich kann gut nachvollziehen, das es langsam für Dich im Job schwierig wird. In meiner alten Agentur hatte ich eine ziehmlich wichtige Position, in dem Konzern, in dem ich jetzt arbeitet, kann ich mir z.Z. auch mal einen schlechten Tag leisten. Nicht dran zu denken, was ich mit Liebeskummer in meinem alten Job gemacht hätte...

Was Du jetzt machen sollst, weis ich auch nicht so richtig. Drei Tage, nachdem ich meiner Freundin gesagt habe, daß ich in eine andere verliebt bin, weinte sie vorwurfsvoll und sagte mir 10 mal am Tag, daß ich ihr gar nicht mehr sage, daß ich sie liebe. Und das tat ich ja in diesem Moment auch nicht.

Auch wenn er Dich gerade nicht liebt: das kann wieder werden, ganz sicher. Aber nur wenn er will.
Meine Schwester hat ihren Freund nach 3 Jahren jetzt vor die Tür gesetzt: ER hat sich einfach 3 Jahre lang nur bedienen lassen und nie wirklich nur irgendwie erkennen lassen, daß er sich um sie bemüht und Verantwortung übernehmen will. Und sie fühlt sich richtig gut jetzt.
Ich glaube das es gut ist, wenn man sich mitteilen kann (und Literaturtips bekommt), aber entscheiden kannst Du nur selbst.
Habt Ihr eine gemeinsame Wohnung oder könnest Du ihn vor die Tür setzen?

 
Alt 04.03.1999, 23:53   #15
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Hallo John,
es ist absolut faszinierend was Du erzählst, so ähnlich als würdest Du bei uns leben und beobachten. Bei so vielen Worten von Dir macht es "Kling" in meinem Kopf und es wäre mir was wert, wenn mein Freund dies lesen würde. (Vielleicht später mal...)
Wir haben ein kleines Haus auf Mietbasis, sind beide im Vertrag. Rein rechtlich gesehen kann ich ihn nicht vor die Türe setzen. Wir haben auch 2 Kinder, eines aus meiner ersten Ehe, eines gemeinsam.
Wenn ich dein letztes Posting lese, denk ich mir, oh Gott wie können wir all das wieder gutmachen ??? Denn vieles was du von dir beschreibst ist passiert in sehr ähnlicher Form. Als er gestern abend heimkam (Normalzeit), bemühte ich mich gut drauf zu sein, ist aber nicht wirklich gelungen, denk ich mal. Die Spannung zwischen uns war spürbar. Ich bemerkte, dass mir beinahe die Luft zum Atmen fehlte und war froh darüber heute morgen aus dem Haus zu kommen. Ich versuche ihm nicht auf den Geist zu gehen, ihn mit Fragen zu überhäufen (Spezialgebiet von mir), rufe nicht mehr an, nichts. Deine Beschreibung darüber, wie er sich zur Zeit fühlen könnte ist sehr naheliegend. Ich weiss aber nicht wie lange ich das durchstehe und vor allem frage ich mich eines. Tötet dieses Verhalten (von beiden)
nicht auch noch den Rest der Liebe ? Ich wage ja nicht mal ihn anzusprechen, um zu sagen "Lass uns wieder leben und lieben". Ich habe einfach Angst vor Zurückweisung, seiner Ignoranz. Gut, als er gestern heimkam und ich relativ gut drauf war, (Freunde waren zu Besuch), bemerkte ich des öfteren seine Blicke. Aber ich kann und will diese nicht deuten, da ich nicht objektiv genug bin. Da glaubt man einen Menschen zu kennen und nun ist er für mich ein fremdes Wesen. Ich bin ratlos, versuche, meine Kinder möglichst davon fernzuhalten (gelingt natürlich nicht immer), die merken ja auch diese Spannung. Wir haben im letzten Jahr so vieles fallengelassen, gemeinsame Frühstücke am Wochenende, spontane Aktionen, verrücktes, einfach die einfachen Dinge des Lebens, verstehst Du ? Ja, geredet haben wir oft davon, nicht danach gehandelt. Ich glaube wir haben auch vieles zerredet. Ich hoffe, dass es nicht zu spät ist, denn ganz tief im Inneren fühle ich mehr als er von sich gibt. Sicher, wenn man hofft, kann man sich auch vieles einbilden, aber das ist eine eigene Intuition vermischt mit Angst. John, ich danke Dir wieder mal für Deine Mühe und Deine Worte, die mir sehr viel geben - eine andere Sichtweise - offene Augen für Dinge, die ich nicht mehr gesehen habe und vor allem Kraft.
Wie geht es Dir eigentlich, bist Du glücklich ? Herzliche Grüße, Sydney
 
Alt 05.03.1999, 03:54   #16
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Hi Sydney,
Ich hoffe, dass ich Dir helfen konnte, aber sicher bin ich nicht: Du hast bereits eine Ehe hinter Dir, zwei Kinder: Eigentlich müßtest Du mehr über das Leben wissen als ich. Wenn Du sagst, daß Ihr schon alles einmal durchdiskutiert habt, vielleicht hilft dann reden wirklich nicht mehr.
Zu einem professionellen Paartherapeuten zu gehen, ist wirklich nicht jedermanns Sache. Ich wollte es gerne, aber meine Freundin hatte einen Horror davor. Sie ist da sehr stolz: Genau wie ihre Eltern. Ihr Vater hat öfters mals 6-8 Wochen kein Wort (KEIN WORT) mit ihrer Mutter geredet und sie hatten about 10 years keinen Sex. Aber kein Sterbenswörtchen nach draußen. Was könnte die Straße denken.

Und manche Dinge sind soooo einfach. Manchmal braucht man keinen Therapeuten wie Woody Allen. Sondern einen Ratschlag einer erfahrenen Frau.
Die Mutter von Mick Jaggers Frau zu ihrer Tochter: Geheimrezept für eine glückliche Ehe: " ...Wenn der Ehemann nicht so will, wie die Frau: Gib ihm öfter mal ein Tritt vors Schienbein. Aber wenn du nur zwei Minuten Zeit hast, laß alles stehen und liegen und blas ihm einen". Sorry about the wording, ist ein Zitat.

Lies mal in den Büchern von Gray. Er schreibt das deutlich anders, aber sehr humorvoll und lesbar.
Ob Du es glaubst oder nicht. Bei meiner Freundin reicht es schon aus, daß ich einmal ins Solarium gehe und ein schickes weißes Hemd mit dem grauen Yves Saint Lorent Jacket anziehe (muß ich sowieso in meinem neuen Job), daß sie wieder Interesse an mir hat. Ist mir aber gar nicht so lieb, da ich eigentlich lieber über Ursachen mit ihr geredet hätte.
Aber vielleicht hilft es bei Deinem Mann: Geh mal ins Solarium, donner Dich auf! Gehe mit einer Freundin aus (Du brauchst einen Grund) und mach Dich schick, seinen Geschmack müßtest Du ja kennen.

In der Zeitschrift "Psychologie heute" gab es vor einiger Zeit einen Artikel zum Thema "bleiben oder gehen": als Guideline für Paartherapeuten, die sehr oft überfordert sind.
Ihnen wird, genau wie Freunden des Krisenpaares, oft alles aus der derzeitigen Sicht erzählt (die entsprechend negativ ist) un neigen dann dazu, zu sagen,: Na wenn das alles schon immer so schlimm war, dann müßt ihr Euch trennen..."
Es gab 8 Kriterien. Vielleicht findest Du das Heft in einer Bibliothek und kannst nach diesen Kriterien Deine Beziehung durchchecken.

Ob ich glücklich bin? Bin ich bestimmt nicht. Ich merke, wie die chemischen Substanzen, die den Rausch in mir bewirkt hatten abgebaut werden (alles Chemie, deshalb hält kein Gefühl- Glück oder Schmerz - länger als 4-6 Wochen). Aber mit der Verstandes-Dimension kann ich immer noch erfassen, was mir passiert ist.
Ich bin einfach feige und habe Angst, eine Beziehung aufzugeben, von der ich immer meinte, das sie die Substanz für ein Leben hatte, weil ich von einer Droge gekostet habe, die mir alles andere grau und fade erscheinen läßt. Ich habe grausame Angst, auf einmal alleine zu sein. Und einen Fehler zu machen, den ich das ganze Leben bereuen könnte. Und so gehe ich mit meiner Freundin zu IKEA und habe gar keine Lust, Möbel für unsere neue Wohnung zu kaufen.
NICHTS ist wie früher. Aber ich würde alles wieder so machen.
Aber ich weis nicht, wie es weiter geht.
Aber es geht ja immer irgendwie weiter. Aber ich hasse mir dafür, dass ich so unentschlossen bin. Aber es ist definitiv besser als vor 8 Wochen.
Es gab 2 Nächte, da hatte ich ein Flugticket und eine gepackte Reisetasche und hatte mir vorgenommen, daß ich mich in dieser Nacht entscheide. Und ich konnte es nicht.

 
Alt 05.03.1999, 03:59   #17
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Hallo Sydney,
mir war nicht klar das Kinder im Spiel sind. Es ist klar das dann eine Trennung sicherlich weder einfach noch wünschenswert ist. Wieviel und was glaubst Du bekommen Deine (Euere) Kind(er) von Deiner Gemütsverfassung mit? Kinder spühren mehr als wir sogenanten Erwachsenen es glauben wollen. Sprich mit Deinem Partner. Nach Möglichkeit ruhig und sachlich zeige Ihm die altervativen auf unter denen Du bereit bist diese Beziehung glücklich weiter zu führen. Zeige Ihm aber auch die möglichen Konsequenzen auf die sich aus seinem Verhalten ergeben können. Keiner kann sagen wie er reagieren wird. Aber zum wohle Deiner Kinder muß, auch von seiner Seite, eine Entscheidung fallen. Ich hoffe für Euch das Ihr Euch füreinander entscheidet. Wenn nicht glaubst Du nicht auch, daß die Kinder langfristig weniger unter einer Trennung leiden als unter der jetzigen Situation.
Ich glaube schon, daß Sie spüren wie schlecht es Dir geht.
Alles gute.
Gruß Yogi
 
Alt 05.03.1999, 20:16   #18
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Hallo John, hallo Yogi
Natürlich kriegen meine Kinder das Alles mit und es liegt auch nicht in meinem Sinn dies auf ihre Kosten auszutragen. Ich weiss, dass ich eine Entscheidung treffen muss. John, du meinst ich sollte genung Beziehungserfahrung haben ? Ja sicher, aber mit diesem Mann war einfach alles anders, ich dachte, ich hätte meine zweite Hälfte gefunden, den Menschen mit dem ich alt werden möchte.Weißt, du was unsere Diskussionen betrifft, ich denke wir haben uns einfach zerredet. Momentan ist die Luft raus, aber völlig, zumindest von meiner Seite her. Und er - naja, er ist mal anwesend, aber einfach total zurückgezogen, aus was für Gründen auch immer. Verdammt, ich kann doch diese Beziehung nicht alleine retten, pflegen darum kämpfen und bemühen !!! Dazu gehören doch wir beide. In unseren Gesprächen legte ich immer mein ganzes Herz, meine Seele und war offen wie nie zuvor. Aber ich fühle mich verraten, wenn nichts davon fruchtet, egal in welche Richtung. Habe ihm gesagt, dass er doch gehen soll, wenn er keine Zukunft mehr mit mir sieht, oder eine andere hat. Seine Antworten darauf lauten fas immer gleich: " Hör doch endlich auf mit deinen Hirngespinsten, und krieg mal unsere Vergangenheit für dich auf die Reihe". Wenn ich nachhake und frage was und ob er noch etwas für mich empfindet, höre ich nur: "Das weißt Du doch" Sorry, aber das ist für mich einfach nicht genug, wenn da gar kein Feedback in meine Richtung kommt. Mit dem Gedanken von der Arbeit nachhause zu fahren, kommt er heute heim oder nicht. Das hat doch mit Basis nichts mehr zu tun. In den schlimmsten Krisen sollte doch zumindest ein Grundkern vorhanden sein, auf den man aufbauen kann, ob so oder so. Aber in mir ist nur Leere und Schmerz, Entäuschung und des öfteren eine verdammte Wut. Ich habe ihm die möglichen Konsequenzen schon aufgezeigt, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ihn diese berühren.
Wenn es doch so einfach wäre, zu gehen ! John du weißt ja wie das ist. Klar, da ist auch meine Angst vor dem Alleinsein, ein Leben ohne ihn. Und John, es geht nicht darum, dass ich beziehungsmässig mehr als du wissen sollte, du hilfst mir, indem ich eine andere Seite kennenlerne, Reaktionen die sehr ähnlich sind besser zu verstehen und Dinge, die ich vielleicht nicht wahrhaben möchte, nicht laufend zu verdrängen .
Diese Unentschlossenheit, die auch du in dir hast, diese Ängste und vor allem die Erkenntnis, dass nichts mehr so ist wie früher, ist ein Festklammern. Liebe sollte nicht darauf aufbauen, aber das weißt du ja selber.
Und weißt Du was das elendeste daran ist ? Das Leben kann von einer Minute auf die andere vorbei sein, statt zu leben, gibt's nur Troubles, jetztt mal grob gesagt. Obwohl "Leben" ja für jeden eine andere Dimension hat.
Worauf wartet man, bevor man geht, bis keine Liebe mehr da ist ? Sydney

 
Alt 05.03.1999, 22:50   #19
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Vielleicht war es ja genau ein Fehler zu glauben, daß dieser Mann anders ist als alle anderen. (Meine Freundin hat mir jahrelang gesagt, daß ich anders bin als alle anderen...)
Der Durchschnittsmann würde, wenn er merkt, daß er sich nicht mehr für seine Frau interessiert in der üblihen Gleichgültigekit bleiben, die er schon immer hatte: Bier, Fußball, Kneipe mit den Kollegen, stör mich jetzt nicht, Schalke spielt.
Vielleicht merkst Du alles besonders intensiv, weil er es sich nicht leicht macht und sehr quält.

Gerade wenn Kinder im Spiel sind ist es schwierig, den eigenen Egoismus auszuleben. Und es gibt verdammt viele Paare, die nur wegen der Kinder zusammen bleiben. Wenn ich vergleiche würde ich sagen, daß die Chance, daß später wieder Liebe wächst oder das es kalt bleibt, stehtwohl etwa fifty-fifty.
Ich liebe meine Freundin z.Z. wie eine Schwester, mit der ich viele gemeinsame Erlebnisse hatte, kann mir aber nicht so recht vorstellen, das alles wieder richtig gut wird.
Zumal ich jetzt (nach 8 Jahren) wirklich essentielle Unterschiede merke.
Du hast wirklich hohe, sehr idealistische Ansprüche (und ich glaube darin bin ich Dir ähnlich)
Du sollest wirklich nichts überstürzen.
Ich habe in einem aktuellen Frauenjournal gelesen, daß 28 % aller Frauen darüber nachdenken ihren Partner zu verlassen.
(Interessant fand ich: 38% aller Frauen würden für einen Partner, den sie lieben, auswandern, 25% würden ihm sexuelle Wünsche erfüllen. So richtig kenne ich Frauen wohl doch noch nicht).

Ich weis nicht, ob ich Dir raten soll, alles laufen zu lassen, von deinem Mann Deine idealistischen (und gerechtfertigten) Ansprüche nicht mehr zu erwarten, quasi die "innere Kündigung" und Dir einen Liebhaber zu nehmen. Mitterand hatte 20 Jahre eine Liebhaberin, es gibt wohl viele, die über Jahre mit einem Doppelleben sehr zufrieden und glücklich sind.

Gewinne Zeit, denke nicht an Deine Beziehung, sondern erfüll Dir mal kleine Wünsche. Eine Frau, die sagt: Liebe mich! Oder liebst Du mich gar nicht mehr, kann von keinem Mann geliebt werden.
(Und ich bin recht sicher, das Dein Mann Dich gerade nicht liebt- aber das ist (noch) nicht schlimm.
Wenn Du neue Liebe willst (da bin ich ganz sicher), kann das nur auf Basis von zwei unabhängigen, selbstbewußten Menschen geschehen. Dazu braucht man ein bischen Abstand, Attraktivität und eine Atmosphäre frei von allen Anschuldigungen und Demütigungen.
Auch dann Mann hat z.Z. eine ziehmliche Krise durch die er auch erstmal durchmuß- vielleicht sitzt er ja jeden Abend, wenn er nicht bei Dir ist in einem anderen Chat und holt sich Rat von fremden Frauen?

Ich glaube, Du muß erstmal aus dieser "Er liebt mich nicht, ich verlasse ihn" -Stimmung rauskommen. Verlassen kannst Du ihn auch in einem Jahr.
Ich denke jeden zweiten tag darüber nach, meine Freundin zu verlassen, da ich vom Leben und der Liebe mehr erwarte, als ich hier bekomme.
Aber z.Z. versuche ich mehr und mehr, daß nicht eine Stimmung zu verbreiten, die jegliches Zusammenleben unmöglich macht und die Zukunft verbaut.

 
Alt 05.03.1999, 23:29   #20
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hi sydney.

ich wünsche dir viel kraft, mut uns (selbst)vertauen-

gruss-
minette
 
Alt 05.03.1999, 23:29 #00
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