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Alt 03.07.1999, 03:05   #1
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Hallo, ihr Lieben,
erstmal: das Forum hier ist eine tolle Sache, wochenlang verfolge ich schon die Beiträge hier und kann mich mit vielen Dingen nur allzu gut identifizieren (vor allem mit dir, Jack!).

Die Kurzform meiner Geschichte ist folgendermaßen: Ich habe mich vor einem halben Jahr bis über beide Ohren in eine Frau verliebt. In der folgenden Zeit kamen wir uns immer näher: Erst telefonierten wir ca. 1mal die Woche, später dann jeden 2.Tag. Wir unternahmen auch sehr viel zusammen: Kino, Kneipe, Disco, Spaziergänge usw. Wir konnten uns stundenlang über alles mögliche unterhalten und hatten wahnsinnig viel Spaß. Irgendwann sagte sie mir dann, daß sie mit niemandem so offen über ihre Probleme reden könne, wie mit mir.
Ich für meinen Teil habe ihr bei jeder noch so winzigen Gelegenheit kleine Geschenke zukommen lassen und ihr auch in einigen Zeilen geschrieben, wieviel mir diese Freundschaft bedeutet. Darüber hat sie sich, wie sie sagte, immer sehr gefreut.

Aber: Warum bekam ich nicht auch mal irgendwas von ihr zurück? Die kleinste Kleinigkeit wäre für mich schon gigantisch gewesen, aber nichts. Na ja, dachte ich mir anfangs, es reicht mir ja, in ihrer Nähe zu sein und ihr wunderbares Lachen zu hören.
Doch mit der Zeit wuchsen anscheinend die "Ansprüche" (irgendwie unpassender Ausdruck...) und ich wollte irgendwie "mehr", zumindest Klarheit, denn diese ewige Unsicherheit konnte ich nicht mehr ertragen. Also nahm ich eines Tages den Mut zusammen, ihr zu sagen, wie ich zu ihr stehe. Ergebnis: Sie möchte "nur" Freundschaft. BUMM! Das war verdammt schwer zu verkraften, aber mittlerweile (nach 2 Monaten) hab ich eingesehen, daß man so etwas wie Liebe nicht herbeiführen kann. Entweder es macht ZOOM oder eben nicht, egal wie man sich auch bemüht. Aussage von ihr: "...das, was wir Menschen nicht beeinflussen können..." sei eben bei ihr nicht passiert...

Aber wie soll es nun weitergehen? Ich hab sie halt so gern und muß einfach wissen, wie es ihr so ergeht. Ihr liegt offensichtlich auch viel daran, die Freundschaft aufrechtzuerhalten. Andererseits hab ich Angst, daß es mich fertigmacht, wenn sie sich eines Tages wirklich mal verliebt. Und wenn ich dann den Kontakt abbreche - wird es dann nicht noch härter für mich? Oder habe ich bis dahin möglicherweise so eine Distanz zu der Sache, daß ich damit umgehen könnte?

Hat irgendjemand mal was ähnliches erlebt? Wie habt ihr euch verhalten? Wäre wirklich dankbar für Kommentare.

 
Alt 03.07.1999, 07:38   #2
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Hallo!
Ich weiß nicht ob es dir hilft wenn ich dir schreibe, denn ich vertrete eher die andere Seite, also die der Frau, die damit umgehen muß, daß der beste Freund "mehr" will.
Ich habe nämlich auch so einen besten Freund wie dich, das Verhältnis ist ziemlich vergleichbar: Wir machen viel zusammen, mailen uns täglich, verstehen uns wahnsinnig gut usw. Dabei weiß ich eigentlich genau, daß er in mich verliebt ist und obwohl wir uns sehr nahe sind möchte er mir eben noch näher sein. Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß sich deine Freundin sehr über die Geschenke von dir und deine Zuneigung gefreut hat, wahrscheinlich kam aber dann nichts zurück, weil sie dich nicht näher an sich heranlassen wollte, weil ihr klar war, daß das dann über Freundschaft hinausgehen würde.
Es ist auch nicht leicht wenn einem jemand, den man als Freund sehr sehr lieb hat sagt, daß er sich verliebt hat. Man liebt den andern schließlich auch, nur nicht auf die selbe Art und Weise, man kann das nicht zurückgeben, auch wenn man es gerne möchte. Deine Freundin hat gesagt, daß Menschen das nicht beeinflussen können. Wahrscheinlich hat sie dich sehr gerne, ihr wärt vielleicht das Traumpaar schlechthin - wenn sie dich lieben würde, aber das kann man nicht erzwingen.
Dadurch, daß du ihr deine Liebe gestanden hast, hast du sie auch in eine schwierige Situation gebracht. Du bist ihr sehr nahe, sie will dich nicht verlieren, aber da sie dich sehr gern hat will sie wohl auch Rücksicht auf deine Gefühle nehmen und kann nicht erwarten, daß du weiterhin den guten Kumpel für sie spielst, obwohl dir das sehr weh tut.
Wahrscheinlich wäre es für dich am besten den Kontakt abzubrechen, so kommst du am leichtesten darüber hinweg, allerdings glaube ich nicht, daß du das schaffst. Daß ihr das schafft. Weil euch beiden zu viel daran liegt den anderen auch weiterhin zu sehen usw.
Wenn sie sich in einen anderen verlieben würde wäre das für dich mit Sicherheit eine schwere Zeit. Bei mir war das auch so, daß mein bester Kumpel zu diesem Zeitpunkt gesagt hat, er könne das nicht ertragen und wolle den Kontakt abbrechen. Wir haben das aber beide nicht durchgehalten, wir hingen viel zu sehr aneinander. Dann war es so, daß es für ihn sogar leichter war mit mir "nur" befreundet zu sein, solange ich einen Freund hatte, weil so die Fronten klar abgesteckt waren. Er wußte, daß ich einen anderen liebe und mußte so nicht immer grübeln, ob da doch mehr zwischen uns entstehen könnte als Freundschaft.
Wieso schreibe ich das eigentlich, einen richtige Ratschlag konnte ich dir wirklich nicht geben, allerdings hast du gefragt, ob schon jemand etwas ähnliches erlebt hat. Wenn du den Durchblick verloren hast, kannst du auch meine postings lesen, vor allem das letzte (I love U - und das vom besten Freund), wie der Titel schon sagt geht's da um was ähnliches.
Ich wünsche dir auf jeden Fall, daß die ganze Sache ein gutes Ende hat, wie auch immer das ausfallen mag.
Ciao, Shan
 
Alt 05.07.1999, 08:56   #3
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Hallo Shan,
danke für die Antwort. Natürlich hilft es mir sehr, die Situation aus der "anderen" Perspektive zu sehen. Auch den Beitrag über deinen "besten Freund" hab ich sehr interessiert verfolgt.
Wie lange war er eigentlich "heimlich" in dich verliebt, bevor er es dir gesagt hat? Wie ist es dann rausgekommen und was hat sich dadurch an eurem Verhältnis geändert?
Ich hab das Gefühl, daß sich bei uns etwas geändert hat, sie jetzt mehr auf Distanz geht, was sehr schade ist. Ich hab auch schon gedacht, ob es vielleicht ein Fehler war, ihr alles zu sagen, aber dann denke ich wieder, daß die ewige Unsicherheit mich letztendlich noch viel mehr belastet hätte. Vor allem wäre ich immer auf sie fixiert geblieben und hätte mich niemals auf jemand anderes einlassen können.
Wie ist das bei deinem "guten Freund"? Hat er soviel Distanz, daß er gut damit zurecht kommt?
 
Alt 05.07.1999, 21:08   #4
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Hallo Ringill,

ich habe auch einen besten Freund. Stehe also auch auf der Seite wie Shan. Das ganze Drumherum ist etwas anders, aber Du kannst Dir ja trotzdem mal mein Forum durchlesen. Vielleicht hilfts etwas.
Denn es ist verdammt schwer einen Freund zu haben, den man nicht liebt, der aber in einen selber total verliebt ist. Man möchte ihn nicht verlieren und nicht verletzen usw.

Kristina
 
Alt 07.07.1999, 00:01   #5
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also , mir ist ja schon einiges untergekommen , aber wie kann man nur so viel schreiben ??? (ist nicht böse gemeint )
ok , das wollte ich am anfang erstmal sagen , ich melde mich nochmal zu dem thema , wenn
ich alles durchgelesen habe . also dann bis nächste woche .
tschau Worf
 
Alt 07.07.1999, 02:22   #6
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hi ringill,
wird Dir nicht jetzt helfen, wo Du verliebt bist, aber ich habe eine ebensolche Freundin, wir kennen uns jetzt seit 4 Jahren und haben am Anfang sogar miteinander geschlafen. Ich war dabei mich fett in sie zu verlieben, merkte aber wie einseitig meine Liebe war und das sie eigentlich einen Freund, nicht Partner suchte.
Ablehnung tut halt immer weh, aber bei mir
ist daraus die schönste Freundschaft erwachsen die ich habe. Inzwischen sind bei mir zwei Beziehungen vorübergezogen, bei ihr gar drei, aber wir haben uns immer noch.
Manchmal erkennt man sein Glück nicht sofort.
Lieba Gruß,
b.
 
Alt 07.07.1999, 07:08   #7
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Hallo Ringill!

Erstmal möchte ich auf deine Fragen eingehen: Mein bester Freund war etwas drei Jahre in mich verliebt bevor er es wirklich zugegeben hat, allerdings war es schon seit viel längerer Zeit deutlich. Während dieser ganzen drei Jahre hörte ich nämlich immer wieder von anderen, daß er in mich verliebt sei, ich wollte davon aber nichts wissen und verschloß meine Augen vor der Wahrheit. Frauen sind so, daß sie es genießen, wenn sie angebetet werden und um diesen Zustand möglichst aufrechtzuerhalten kann man vieles verleugnen. Ich war gerade so nett zu ihm, daß er weiter an mir hing, aber nicht so nett, daß er sich getraut hätte mir zu sagen, daß er in mich verliebt ist.
Das passierte erst, als ich mit einem Kumpel von ihm zusammenkam, das war Mitte März '99. Er konnte es nicht ertragen, es ging ihm total mies und er wollte meine Nähe meiden. Wie ich schon geschrieben habe wurde daraus aber nichts. Etwa eine Woche lang redeten wir nicht miteinander, dann fingen wir wieder an uns mails zu schreiben und nach ca. 3 Wochen war alles wie vorher.
Ich hätte mir eigentlich denken können, daß das zu kurz war, als daß er schon über mich hinweg sein könnte. Unser Verhältnis wurde dann immer besser, schließlich gestand ich mir sogar ein, daß meine Gefühle für ihn stärker waren als für meinen Freund, ich vertraute ihm wirklich grenzenlos, aber es war trotzdem nur Freundschaft. Als meine Beziehung auseinanderbrach war er sowohl für mich wie auch für meinen Ex-Freund da, der inzwischen sein bester Kumpel geworden war (sehr kompliziert sag ich dir).
Wir waren uns wirklich so nahe, daß wir uns schon ohne Worte verstanden. Ich weiß nicht, wie ich das erklären kann, dieses Wunder, wenn du jemandem in die Augen siehst und weißt, daß er einfach V E R S T E H T. Anders kann ich das nicht ausdrücken.
Gut, ich war wieder Single und er hat sich wohl Hoffnungen gemacht, weshalb er dieses "I love U" in die mail schrieb. Es hat mich nicht überrascht, aber trotzdem erschreckt. Natürlich entstand Distanz zwischen uns. Er sagte zwar, ich solle es vergessen und er wolle nicht, daß unter diesem Ausrutscher unsere Beziehung leiden müsse, ich konnte das aber nicht so schnell vergessen. Wir redeten nicht mehr über Persönliches, schon gar nicht über unser Verhältnis zueinander und wir gingen auch nicht mehr zu zweit weg.
Ich benutze absichtlich die Vergangenheitsform, weil es jetzt wieder geht, unsere mails sind wieder intim und wir sind verabredet. Aber ich glaube, er wird auch weiterhin in mich verliebt sein.
Das geht jetzt schon so lange und wir kommen ganz gut damit zurecht, solange die Tatsachen nicht ausgesprochen werden. Er liebt mich und will eigentlich mehr als Freundschaft, weiß aber, daß er das niemals bekommen wird und so versucht er sich eben mit dem abzufinden, was er bekommt. Für ihn ist das wohl besser als den Kontakt abzubrechen. In ein paar Wochen gehe ich für ein Jahr ins Ausland. Jemand hat darüber gesagt, daß es für meinen besten Freund endlich die Chance sein könnte von mir wegzukommen und sich in eine andere Frau zu verlieben. Ich habe mich darüber aufgeregt, aber es ist wohl die Wahrheit. Solange wir uns so nahe sind kommt er nicht von mir los und will auch nichts von anderen Frauen wissen. Ich versuche, ihn nicht auszunutzen, ihn nicht zu manipulieren, aber manchmal, wenn es mir schlecht geht, kann ich der Versuchung nicht widerstehen und bringe ihn dazu zu sagen, wie viel ihm an mir liegt. Lies den Beitrag von Emilia zu Jack's Problem. Ich gebe ihr in allen Punkten recht und mein bester Kumpel mußte alles durchmachen. Es ist gut jemanden zu haben, von dem man geliebt wird.
Wenn du die Situation nicht länger etragen kannst, dann mußt du es ihr sagen und die Konsequenz wird wohl sein, daß ihr den Kontakt abbrecht oder wenigstens stark einschränkt. Ein Ende mit Schrecken anstatt Schrecken ohne Ende. Sonst hättest du nämlich ihre Freundschaft, du wüßtest prinzipiell schon, daß sie dich nicht liebt, du würdest aber trotzdem versuchen in jedes Lächlen von ihr etwas hineinzuinterpretieren, du würdest so lange hoffen, wie sie ein Teil deines Lebens ist. Aber das ist dir wohl selber klar.
Shan
 
Alt 08.07.1999, 05:58   #8
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Hallo!

Kristina:
Danke, natürlich hab ich dein Forum schon längst gelesen . Ich weiß sehr wohl, wie schwer es für sie ist, das hab ich ihr schon an dem Tag angemerkt, als ich ihr die Wahrheit gesagt habe.

Worf:
Versteh ich nicht.

sad Benny:
Was du da schreibst, hilft mir allerdings sehr! Genau das ist es, was ich mir auch wünsche: Daß sich eine ebenso wunderbare Freundschaft daraus entwickelt wie bei euch. Ich glaube, daß ich in den letzten Wochen einige Schritte in diese Richtung erfolgreich gegangen bin. Dazu gehörte auch eine längere "Sendepause", um Abstand zu gewinnen. Mittlerweile haben wir auch schon mal wieder was zusammen unternommen, wobei sich meine "Sichtweise" irgendwie schon gewandelt hatte. Ich hab sie unheimlich gern, aber wenn die "rosarote Brille" erstmal weg ist, sieht man die Sache doch etwas anders. Im Moment komme ich also gut damit klar.
Im übrigen: Als ich sie kennenlernte (und bevor wir uns dann näher kamen), habe ich auch immer gedacht, wie schön es wohl wäre, überhaupt mit ihr "nur" befreundet zu sein. Ungefähr auf diesem Stand bin ich jetzt auch wieder.

Shan:
Also ich kann mir kaum vorstellen, wie dein Freund das 3 Jahre (!) durchhalten konnte. Und wie er dann die Tatsache, daß du mit einem Kumpel von ihm zusammen warst, nach nur einer Woche einigermaßen verkraftet hat. Also da ziehe ich den Hut!
Sehr überrascht hat mich, daß es einen Punkt gab, an dem deine Gefühle für ihn (den besten-Freund) stärker waren als zu deinem Freund. Du meinst, du hast deinen Freund geliebt (oder nicht?) und für deinen besten-Freund noch stärkere Gefühle gehabt? Wow, kann ich mir leider nicht vorstellen, wie das dann ist. Und was ist es dann, wenn nicht Liebe? Was fehlte dann noch? Das ist eine sehr wichtige Frage für mich!
Stell dir mal folgende Situation vor: Du gehst ja jetzt ins Ausland. Wenn du zurück kommst, hat dein bester-Freund eine Frau kennengelernt, in die er sich - endlich glücklich - verliebt hat. Du merkst, daß er nur noch Augen für sie hat, immer von ihr redet, alles mögliche nur noch mit ihr unternimmt. Es gelingt dir natürlich auch nicht mehr, in dazu zu bringen, dir zu sagen, wieviel ihm an dir liegt...
Wie würdest du mit dieser Situation klarkommen? Würdest du dich für ihn freuen? Wärst du erleichtert, weil du nun nichts mehr "befürchten" müsstest?
Ich würde mich sehr über deine Antworten freuen!

Gruß (und nochmals danke an euch alle),
Ringill

 
Alt 08.07.1999, 19:05   #9
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Hallo Ringill!

Meine letzte Antwort zu posten war mir ja fast peinlich, weil ich so viel über mich geschrieben habe und so wenig auf dich eingegangen bin. Ich werde versuchen, es diesmal anders zu machen, aber deine Fragen beantworte ich natürlich gern.
Als ich mir eingestehen mußte, daß die Gefühle für meinen besten Kumpel stärker sind als für meinen Freund, da hat es in unserer Beziehung schon heftig gekriselt. Mein Freund ging mir mit seiner Art (Egoismus, Selbstüberschätzung, Angeberei) auf die Nerve,n und ich hatte dabei immer den Vergleich mit meinem Kumpel, der eher ruhig und humorvoll ist. Mein Freund brachte mich regelmäßig zur Weißglut, wogegen ich mit bei meinem Kumpel rundum wohl fühlte.
Was gefehlt hat? Körperliche, sexuelle Anziehungskraft.
Wenn man verliebt ist, dann will man den anderen doch gar erst nicht loslassen, will ihn möglichst intensiv spüren, neben ihm/ihr zu stehen ohne ihn/sie anzufassen treibt einen beinahe in den Wahnsinn.
Ich hatte allerdings niemals das Bedürfnis mit meinem Kumpel auch nur Händchen zu halten. Es ist schon ein Problem, ihm nur ein Küßchen auf die Wange zu geben, weil ich doch genau weiß, daß ihm das viel mehr bedeutet und das kann ich nicht verantworten. So dumm und idealistisch es auch klingt, unsere Beziehung war immer rein platonisch und sie wird es wohl auch bleiben. Um das zu erklären, was wir haben, gibt es gerade diesen Ausdruck doch eigentlich: platonische Liebe.
Was das Auslandsjahr betrifft: Ich gehe eigentlich davon aus, daß er eine andere hat, wenn ich zurückkomme. Natürlich würde ich mich für ihn freuen, ich hab ihn schließlich gern und will, daß er glücklich ist. Außerdem wäre unsere (freundschaftliche) Beziehung dann endlich ausgewogen und ich müßte nicht mehr das Gefühl haben, ihn in irgendeiner Weise auszunutzen. Wahrscheinlich wäre ich auch ein bißchen eifersüchtig, weil eine andere meinen Platz als wichtigste Frau in seinem Leben eingenommen hat, aber das wäre für mich kein Problem, sondern würde doch nur zeigen, daß er mir auch viel bedeutet.

Du schreibst, daß du inzwischen den Wunsch hast, daß eine wunderbare Freundschaft zwischen dir und ihr entsteht. Das ist echt eine tolle Einstellung, viele andere würden sich darauf versteifen, sie zu sehr zu lieben als daß Freundschaft jemals genügen könnte. Dabei ist Freundschaft doch so wertvoll und - wie man an benni sieht - hält sie oft auch länger als eine Beziehung. Freunden gegenüber kann man viel leichter man selbst sein, mit allen Fehlern und Launen, während man beim Partner eher versucht, die Schokoseite zu zeigen und den Ansprüchen des anderen gerecht zu werden.
Ich wünsche dir wirklich, daß du nicht nur "im Moment" sondern auch in Zukunft damit klar kommst, mit ihr befreundet zu sein.
Was mich interessieren würde: Wie war es denn, als ihr nach der Sendepause was zusammen unternommen habt? Verkrampft oder schön? Habt ihr über euer Gefühle und eure Beziehung gesprochen? Liebst du sie denn noch oder hast du sie einfach gern?
Das sind schon ziemlich viele Fragen, aber ich habe noch mehr *g*, was du zu erzählen hast finde ich nämlich wirklich interessant.
Um mal die Gegenfrage zu stellen, wie wäre es jetzt für dich, wenn sie sich verlieben würde? Könntest du trotzdem noch mit ihr befreundet sein?
Ich stelle mir das ziemlich hart vor, ich hab's ja auch bei meinem Kumpel gesehen. Es ist bestimmt so schon schwer, eine freundschaftliche Beziehung zu ihr aufzubauen, ein anderer Mann in ihrem Leben würde das ganze noch erschweren. Dabei hätte sie aber wohl genug Taktgefühl, ihre Beziehungsprobleme nicht gerade mit dir diskutieren zu wollen. Oder wäre es für dich dann sogar leichter, "nur" befreundet zu sein, weil du ganz genau weißt, daß sie in einen anderen verliebt ist und du dir absolut keine Hoffnungen auf "mehr" machen kannst? Denn gegen die Hoffnung, daß es vielleicht, eines Tages, eventuell, unter Umständen auch bei ihr zoom macht, gegen die kann man doch gar nichts machen, wenn man noch befreundet bzw. einander nahe ist. Oder?

Ich würde mich sehr freuen, wenn du meine Fragen (wenigstens teilweise) beantworten würdest. Auf jeden Fall wünsche ich dir mal alles Gute für die Zukunft und daß es bald nicht "'nur' Freundschaft" ist, sondern du damit glücklich und zufrieden sein kannst.

Shan


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Shan (19)
Plastikblume@hotmail.com

 
Alt 09.07.1999, 00:47   #10
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Hallo

Irgendwie sind viele in einer ähnlichen Situation.Auch ich.
Ich habe einen Freund, den ich nun schon sehr lange und sehr gut kenne.Wir verstehen uns super und reden über alles, was uns bewegt.Es ist einfach super ihn zu kennen.
Mit der Zeit merkte ich aber auch, dass da mehr ist als nur Freundschaft.Aber aus Angst um unsere Freundschaft habe ich alles so gelassen wie es war.
Doch das habe ich nicht lange ausgehalten.
Als er dann Geburtstag hatte, besuchte ich ihn überraschend.(er wohnt ca. 200km entfernt von mir)
Wir hatten einen super tollen Abend.
Irgendwann ( ich hatte mir schon Mut "angetrunken") sagte ich ihm dann, dass ich mich in ihn verliebt habe.Er sah mich an und es stellte sich heraus, dass auch er mehr für mich fühlte.
Wir wollten es beide nur immer nicht zugeben.Das wäre uns gast zum Verhängnis geworden.

Ich will damit nur sagen, dass man Mut haben sollte, dem Liebsten oder der Liebsten die Liebe zu gestehen.KLar kann es auch negativ ausgehen, aber eine echte Freundschaft übersteht alles.
Nur Mut, kämpft um eure Liebe.
Bye May
 
 

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