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Alt 19.11.1999, 04:40   #11
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Registriert seit: 06/1999
Beiträge: 64
Hallo Angela!

*seufz* leider tu ich mich mit dem schreiben zur zeit auch etwas schwer... zuviel stürmt seit einigen Tagen und Wochen auf mich ein.. ich erlebe zuviel Leid und Gram, als das die Worte mir aus der Feder strömen könnten.. denn oft reihen sich nur verwirrte Sätze aneinander... und wenn man sie liest, ergeben sie zwar einen Sinn - aber dann auch wieder nicht.

Ich selber flüchte mich auch regelmäßig in eine Traumwelt, denn nur dort läßt sich dieses miese Leben halbwegs ertragen...

*********************************************

ie wohnte noch nicht mal in jenem Haus,
Es war einfach eins von den vielen großen,
Und sie saß ganz weit oben
Und schaute hinaus,
Und manchmal, da bließ sie die Sterne aus,
Doch öfter noch schickte sie Tränen
Hinab in die Tiefe
Als nächtlichen Regen.


Angie
Angelique ist offline  
Alt 20.11.1999, 00:30   #12
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Registriert seit: 06/1999
Beiträge: 64
Kalter Regen
Großstadtnacht
Züge fahr’n
Nach Nirgendwo
Auf der Brücke eine Frau
Sie will leben
Doch nicht so

Unter ihr die Tiefe ruft
Komm zu mir
Ein Schritt genügt
Und du bist frei
Plötzlich stand er neben ihr
Und tief in ihr drin
Brach‘ das Eis
Er sagte leis‘

Zeit für Engel
Zeit für Licht
Wisch die Tränen vom Gesicht
Zeit für Abschied und Beginn
Es hat alles einen Sinn

Und er führte sie
Durch die Stadt der Nacht
Zeigte auf Schatten
Und sie sah
Menschen so einsam wie sie
Sie fragte
Was willst Du von mir
Er sagte ihr

Zeit für Engel
Zeit für Licht
Wisch die Tränen vom Gesicht
Zeit zu hoffen
Zeit zu seh’n
Das wir nicht alleine geh’n

Viele Menschen warten auf Dich
Laß sie nicht im Stich
Auch Du wirst gebraucht
Drum gib Dich nicht auf

Zeit für Engel
Zeit für Licht
Wisch die Tränen vom Gesicht
Zeit für Abschied und Beginn
Es hat alles einen Sinn

Zeit für Engel
Zeit für Licht
Wisch die Tränen vom Gesicht
Zeit zu hoffen
Zeit zu seh’n
Das wir nicht alleine geh’n
Angelique ist offline  
Alt 20.11.1999, 06:26   #13
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Beiträge: n/a
Liebe Angelique!!!

...also ich kann nur immer wieder sagen: WUNDERBAR!!!
Die Gedichte, die Du auswählst, sind etwas ganz besonderes, keine 0815-Gedichte, nein, die sind immer so schön!!

Bitte schreib weiter, es tut echt wahnsinnig gut das zu lesen!

Liebe Grüße
salome
 
Alt 20.11.1999, 07:04   #14
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Registriert seit: 06/1999
Beiträge: 64
Danke salome!

Ein Traum kommt ein Traum geht,
eine Träne entsteht, eine Träne geht.
Eine Träne geht davon,
und fragt sich wohin geht der Weg.
Eine Träne fragt sich warum muß sie gehen,
warum will sie keiner verstehen?
Eine Träne macht sich auf den Weg ins Glück,
doch keiner weiß den Weg,
und keiner versteht.
Eine Träne fragt sich warum seit ihr alle stumm?
Doch jeder stellt sich dumm.
Die Träne sagt hört mir doch zu,
ich möchte mit euch reden,
doch niemand bleibt stehen,
um sich mit der Träne abzugeben.
Eine Träne fließt auf den Boden und zergeht,
weil keiner sie auffängt,
und keiner sie versteht
Angelique ist offline  
Alt 20.11.1999, 07:29   #15
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-
 
Registriert seit: 08/1999
Beiträge: 3.700
ich kann salome (übrigens lieben gruß!) nur zustimmen!
sehr schöne gedichte!!! mach weiter so!

take care,
martina
Gina ist offline  
Alt 20.11.1999, 10:45   #16
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Beiträge: n/a
Liebe Angelique!

Hier ein Gedicht, das von der Art wie es geschrieben ist ganz gut zu dem letzten von Dir paßt...


Körper geht, Schritt für Schritt
Seele stirbt, Tritt für Tritt
Körper lacht laut und fröhlich
Seele nimmt Gift - es ist tödlich
Körper arbeitet mehr und mehr
Die Seele leidet so sehr, so sehr
Körper steht auf - immer wieder
Die Seele singt traurige Lieder
Sie geht langsam zugrunde
Wenn Du sie nicht heilst, diese Wunde.

salome
 
Alt 20.11.1999, 11:03   #17
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Beiträge: 3
Angelique bist Du noch da?
Rotes Teufelchen ist offline  
Alt 20.11.1999, 12:33   #18
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Beiträge: 1
ich frage mich, wie kann ein mensch nur derartig trauriges und gleichzeitig wunderschönes schreiben...
tima
Timonea ist offline  
Alt 21.11.1999, 02:59   #19
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Registriert seit: 06/1999
Beiträge: 64
Er liegt wach im Bett und das Fenster ist auf,
dumpf fliegt der Lärm von der Straße herauf,
und dumpf ist das Echo aus seinem Bauch,
sein Herz ist wie die Wüste – heiß und leer.
Er schaut auf die Uhr, ob es Zeit ist zu gehen,
springt in seine Klamotten, trinkt den Kaffee im stehen,
rennt aus seinen vier Wänden, um dem Licht zu entgehen,
denn er glaubt, da draußen gäb es soviel mehr.
Er läßt sich fallen in den tiefen Rausch der Sinne
alles was er will steht auch für ihn bereit.
Er packt alles ein, und er schafft es nach Hause,
er kippt es auf den Boden, doch da ist nichts, was er braucht.

Mit dem Rücken an der Wand schaust Du nach vorne,
du siehst nicht doch Du spürst, was Du vermißt.
Es kommt auf Dich zu, wie ein Schrei aus der Stille,
will nur, daß der Himmel Deine Erde küßt.

Dieser Blick am Morgen, sie kenn‘ ihn genau,
steht vorm Spiegel und schminkt sich Farbe ins grau,
die Seele zersplittert, gut abgedeckt sticht in ihr Herz doch sie geht drüber weg.
Jedes Lächeln zielt, jeder Blick überlegt, keine Bewegung, die nicht was bewegt
hält sie sicher die Fäden in der Hand,
der Zerfall kühl berechnet und gebannt.
Sie läßt sich fallen in das Paradies der Lichter
tanzt bis der Boden unter den Füßen bebt,
fliegt durch die Nacht und sie landet vorm Spiegel,
die Farben sind zerlaufen und ihr Traum explodiert.

Mit dem Rücken an der Wand schaust Du nach vorne,
du siehst nicht doch Du spürst, was Du vermißt.
Es kommt auf Dich zu, wie ein Schrei aus der Stille,
will nur, daß der Himmel Deine Erde küßt.
Angelique ist offline  
Alt 21.11.1999, 03:41   #20
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Registriert seit: 06/1999
Beiträge: 64
In dieser Nacht
Ich fahre völlig planlos
durch die Straßen dieser Stadt
'ne Million verlass'ner Seelen
und der Regen fällt herab
und die Scheibenwischer quälen sich
von links nach rechts
und immer hin und her

Frag mich nicht, was ich hier will
was ich hier suche
Ich such nichts
Ich hab's zu Haus nicht ausgehalten
weil die Wände immer näher rückten,
mich bedrückten
so, daß ich fast dachte
Ich ersticke hier

In dieser Nacht

Und vorne in dem Hauseingang
lallt einer vor sich hin
und zwei die lange Weile haben
leeren über ihm 'nen Benzinkanister aus
und sie schmeißen noch'n Streichholz hinterher

Und irgendwo im Krankenhaus
wird grad'n Kind geboren
und zwei, drei Straßen weiter hat 'ne
Mutter eins verloren
Der Krankenwagen steht noch da
doch das Blaulicht brauchen die nicht mehr

In dieser Nacht

Ich fühle mich wie ausgekotzt
und innerlich so kalt
Ich fühl mich schwach und hundemüd'
wie tausend Jahre alt
Ich fühl mich wie der Köter,
der da um die Ecke schleicht
und niemals bellt

Ich würd so gerne aufstehen,
doch heut' nacht fehlt mir Kraft
und ich fang an vor Wut zu heulen
denk, jetzt haben sie auch mich geschafft

Doch mich kriegt ihr nicht
Ich bin noch lang nicht fertig
mit der Welt'...

In dieser Nacht
Angelique ist offline  
 

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