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Alt 11.01.2000, 22:26   #1
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Registriert seit: 12/1999
Beiträge: 9
Nun hat es endgültig bei mir ausgesetzt. Ich lebe schon gar nicht mehr richtig.
Ich habe gestern sage und schreibe 13 Beruhigungstabletten genommen. Ich habe Angst. Es ist wie, als wenn man abhängig ist. Immer wenn ich mehrere Tabletten auf einmal genommen habe, dann fühle ich mich so, als würde ich schweben und es geht mir ein Weilchen besser. Doch es hat auch viele Nebenwirkungen und die sind wirklich nicht schön. Ich habe blutigen Ausfluß und mein Kreislauf spielt verrückt, Teile meines Körpers sind oft taub oder sehr empfindlich. Es macht mir Angst, wenn ich sehe, wie mein Körper langsam ausgelaugt wird...und ich nehme trotzdem immer mehr Tabletten und immer wieder. Und warum? Weil ich Sehnsucht nach meinem Schatz habe und ihn nur am Wochenende sehen kann. Ich werde einfach damit nicht fertig und das nach 7 Monaten. Ich liebe ihn wie am ersten Tag und ich weiß, wir haben noch viel Zeit vor uns, gemeinsame Zeit. Und trotzdem mache ich sowas. Ich war schon in letzter Zeit so oft dran noch mehr zu nehmen und es geht mir von Tag zu Tag schlechter. Dann gibt es wieder Tage, an denen ich mich ganz gut fühle, doch die sind weniger geworden, von Woche zu Woche. Ich habe Angst meinen Schatz zu verlieren durch meine Sucht und ihn zu verletzen. Aber aufhören? Wer oder was soll mir dann helfen, wenn ich Sehnsucht habe, wenn mein Herz bummert, weil ich so unendlich traurig bin, wenn ich seine Stimme höre, aber weiß, daß ich ihn erst am Wochenende sehe... Es klingt sicherlich für einige von euch übertrieben und verrückt, aber ich werde damit nicht fertig. Wir sehen uns nur am Wochenende und so muß ich 5 Tage allein verbringen. Ich hab ihn so doll lieb und er mich auch. Warum bin ich nur so schwach? Warum kann ich nicht stärker sein? Bin ich vielleicht schon süchtig? Oder ist es der Anfang einer Tablettensucht?! Ich sollte aufhören, aber ich kann es nicht, nicht solange ich weiß, daß ich noch mindestens 2 Jahre in dieser häßlichen Lage bin, ihn immer NUR am Wochenende zu sehen http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/frown.gif und das macht mich fertig. Kann mir denn niemand helfen? Mir macht ja auch nichts mehr Spaß. Ich hatte heute mal frei, war einkaufen und das habe ich immer gerne gemacht, aber es sollte nicht so sein. Ich war/ bin so lustlos und konnte einfach nicht in Ruhe rumbummeln und so ist das immer. Ich werde einfach nicht glücklich. Wenn er dann aber bei mir ist, also wir zusammen sind, dann bin ich wie ausgewechselt. Ich bin glücklich und man merkt mir meinen Schmerz auf die bevorstehende Trennung nicht an.
Kann mir denn niemand von euch helfen? Ist mir noch zu helfen? Oder bin ich von den Tabletten verrückt geworden?!
Teufelmaus ist offline  
Alt 11.01.2000, 23:33   #2
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Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 29
Liebe Teufelsmaus!

Was Du machtst, ist wirklich nicht mehr " normal"! Sei mir nicht böse, aber wache bitte entlich auf!!!

Ich denke Du hast ein ganz anderes Problem und Dein Freund ist bestimmt nicht der Grund, dich fast umzubringen! Du kannst Ihn anrufen, wenn es Dir beschissen geht, ihr seht euch über`s Wochenende! Was willst Du mehr? Was willst Du machen, wenn Eure Liebe mal vorbei ist? Dich umbringen?

Freue Dich bitte an dem was Du hast und mache Dich nicht fertig, bei dem Gedanken, wie es sein könnte!

Ich glaube es ist langsam an der Zeit, eine Beratungsstelle aufzusuchen!

Wache entlich auf, bevor es zu spät ist!!
Tilly22 ist offline  
Alt 11.01.2000, 23:45   #3
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Registriert seit: 11/1998
Beiträge: 1.788
Das nicht, aber das kann Dir demnächst blühen.

Die körperlichen Symptome produziert Dein Körper nicht zum Spaß, damit ist durchaus gemeint, daß das, was Du da mit Dir anstellst, TOTALE SCHEISSE ist. Ich vermute mal daß das schon Vergiftungserscheinungen sind, das heißt, Dir droht nicht, daß Dein "Schatz" (Dein größter Schatz bist im Übrigen DU SELBST) Dich verläßt, sondern DASS DU DEMNÄCHST DEN LÖFFEL ABGIBST!!!

Das einzige, was Du jetzt am Besten machst, ist, eine Suchtberatungsstelle anzurufen, und zwar HEUTE noch, und dann mit denen einen Termin auszumachen. Die Tabletten schmeisst Du am besten auch gleich weg, dann kommst Du nicht in Versuchung davon welche zu nehmen.

Ein Bekannter von mir hat mal nach dem Tod seiner Freundin angefangen, Beruhigungstabletten zu nehmen. Irgendwann konnte er nicht mehr schlafen, hat aber immer weiter welche genommen. Eines gar nicht so fernen Tages hat dann wirklich sein Verstand das Handtuch geworfen und ihm einen kleinen Denkzettel verpaßt: Er hat in einem kleinen Höhenrausch die ganze Packung geschluckt, seine neue Freundin angerufen und wollte mit ihr in die Disco. Wenn die die leere Schachtel nicht gesehen hätte und ihn gefragt hätte, wäre er zwei Stunden später hinüber gewesen. Inzwischen hat er einige Monate in einer Therapie verbracht, und hat heute eine ziemlich hohe Position in einem bekannten deutschen Pharmaunternehmen.

Damals hat er ständig behauptet, er wüßte überhaupt nicht, warum er so geworden ist. Ich habe ihn dann mal nach dem Tod seiner Freundin ausgefragt, und er hat vollkommen beiläufig erzählt, die hätte Leukämie gehabt und er hat sie dann ein Jahr lang bis zu ihrem Tod gepflegt. Aber das hätte nichts mit seinem Problem zu tun. Am nächsten Tag lief er dann ganz in schwarzen Klamotten rum und hat Bildchen von Friedhöfen gemalt, und ab da ging es wieder aufwärts mit ihm.

Mit anderen Worten, wenn die Psyche wegen irgendwas schreit, dann muß man nicht das Schreien mit irgendwelchen Mittelchen betäuben, sondern _zuhören_. Auch wenn es weh tut und schlimme Erinnerungen auslöst. Wenn man mit dem Zuhören erst mal angefangen hat, dann hört auch das Schreien wieder auf, und es wird wieder ein freundliches Reden.

Also, Suchtberatungsstelle anrufen, und dann lebst Du auch irgendwann wieder. Sucht muß man nicht bekämpfen, sondern überflüssig machen.

Viel Glück, und alles Gute!

Klaus

P.S.: Falls Du mir sagst, in welcher Stadt Du wohnst, kann ich auch sehen, ob ich die Nummer der Beratungsstelle rausfinde.


------------------
Reklamationen und Änderungswünsche bitte an "<krr65@gmx.de>" oder an den Weihnachtsmann.

Klaus ist offline  
Alt 12.01.2000, 08:19   #4
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Junior Member
 
Registriert seit: 12/1999
Beiträge: 9
Ich möchte euch erstmal für eure Beiträge danken. Ich muß sagen, daß es mir wirklich die Augen geöffnet und ich hatte gestern ein langes Gespräch mit meinen Freund. Im Endeffekt habe ich dann die Tabletten genommen und weggeworfen http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/smile.gif. Ich habe es bereut, am Anfang, aber ich habe auch gemerkt, wie mein Freund erleichtert war und sich über diese Aktion gefreut hat. Ich werde nun versuchen mich zusammenzureißen, denn ich wollte es nie so weit kommen lassen.
Ich habe aber auch Angst, daß es wieder passieren kann und ich eines Tages wieder an der Apotheke vorbeifahre und mir Tabletten zu holen http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/frown.gif.
Aber vielleicht hab ich auch daraus gelernt.
Man kann nur hoffen, das es noch nicht zu spät war und ich mir und meinem Körper keinen bleibenden Schaden zugefügt habe http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/frown.gif

MFG Teufelmaus
Teufelmaus ist offline  
Alt 12.01.2000, 13:46   #5
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Platin Member
 
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 1.524
hallo teufelmaus,

bei deinem sympatischen namen möchte ich dir einfach mal schreiben. tilly und klaus haben natürlich recht, dass die folgen deiner tabletteneinnahme gefährlich sind und vermutlich immer gefährlicher werden. du siehst das ja auch und ich kann mich dem nur anschließen.

auf der anderen seite kann ich dich auch verstehen. es gibt manchmal situationen, mit denen man sich überfordert fühlt. bei mir sind es vielleicht andere gründe als bei dir, aber ich fühle mich auch manchmal traurig, ruhelos und überfordert. in diesen situationen setze ich gezielt alkohol ein, um mich zu betäuben. das führt dann dazu, dass ich die probleme verdränge und diese nur stückchenweise in mein bewustsein dringen, gerade in solchen portionen, die ich vertragen kann.

es scheint mir, dass es bei mir nicht so schlimm ist, wie bei dir. beispiele wie deines zeigen mir aber, wo das hinführen kann. und das schwert, in abhänigkeit zu geraten, schwebt immer über einem. deswegen bin ich echt froh, wenn ich es mal schaffe eine halbe woche lang nichts zu trinken und wenn, dass ich es erst ab 4.00 uhr beginne. der preis ist, dass ich sonst schlecht schlafen kann. außerdem ist der wechsel zwischen den zugedrönten und den nüchternen phasen gar nicht so einfach, so dass mir wertvolle zeit verloren geht, was sich bis zu einem gewissen grad negativ auf mein leben im übrigen auswirkt.

ich denke mal du weißt, dass du etwas kürzer treten musst. ich hoffe nur, dass du nicht absolut durchgeknallt bist und irgendwie noch die normalen maßstäbe hast. ich wollte dir nur mal sagen, dass du nicht allein bist, wenn du dein bewustsein gezielt veränderst. wenn es keine schädlichen wirkungen gibt, ist dagegen aus meiner sicht auch nichts einzuwenden.

klar müsste ich jetzt sagen, dass dir vermutlich eine veränderung deiner situation am besten helfen würde und dass das allein auch nicht ausreicht, weil du lernen musst deine probleme anders zu lösen. stattdessen sag ich einfach, dass ich dich verstehen kann.

alles gute
diabolus
Diabolus ist offline  
 

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