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Alt 27.01.2000, 00:17   #1
Forumsgast
 
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Hallihallo!

Ich muss jetzt auch mal meine Geschichte posten. Vielleicht hat ja jemand ein paar aufmunternde Worte für mich, denn ich glaube, die brauche ich jetzt am nötigsten. In Prinzip weiss ich, was passieren muss, nur ich bin irgendwie noch zu deprimiert, um es auch in die Hand zu nehmen.

Nach einer siebenjährigen Beziehung haben mein Freund und ich uns vor drei Tagen getrennt. Er hat mich in den letzten Monaten unglaublich mies behandelt, mich ständig verletzt, belogen, benutzt und unzählige Male versetzt. Jetzt ist es vorbei, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Trotzdem stehe ich jetzt vor den Trümmern meines Lebens und muss sehen, wie ich sie wieder zusammensetze.

Ganz kurz zu unserer Geschichte: ich hatte immer massive Probleme mit seiner Mutter, die eine Frau an der Seite ihres Sohnes einfach nicht akzeptieren kann. In der ersten Zeit war es noch nicht so schlimm, aber je älter wir wurden, um so ärger wurde ihre Antipartie gegen mich. Ich habe mich vor einem Jahr bereits einmal von ihm getrennt, nachdem ich ihre Schikanen nicht mehr ausgehalten habe, und NICHT EINMAL in all den Jahren hat er auf meiner Seite gestanden.

Leider sind wir drei Monate später wieder zusammengekommen. Ich hatte die feste Hoffnung, alles würde gut werden. Leider wurde dann alles wirklich sehr schlimm für mich. Seine Mutter verbot mir nun das Haus, er war nicht bereit, mit mir auszuziehen. Statt dessen ging er jedes Wochenende ohne mich aus, um seiner Mutter zu beiweisen, dass er sich aus mir nicht viel mache, erzählte mir dann aber das Gegenteil, wenn er mal da war. Er versetzte mich unzählige Male, wenn wir verabredet waren und er einfach gar nicht oder massiv zu spät kam. Ich durfte nie mit ihm irgendwo hingehen, damit seine Familie nicht mitbekam, dass wir überhaupt zusammenseien. Wenn ich ihn ganz vorsichtig darauf ansprach, dass ich es normal fände, dass man am Wochenende mal was mit seiner Freundin unternehmen WILL, wo man sie schon die ganze Woche nicht gesehen hat (er hatte immer was anderes vor), kriegte ich zu hören, ich solle mal froh sein, dass er jetzt überhaupt da sei, und er hätte halt auch noch eigene Interessen. Alles solche Sachen. Eigene Interessen sind gut und schön, habe ich auch - nur, wenn ich jemanden wirklich liebe, MÖCHTE ich mit ihm doch mal zusammensein, wenigstens doch wohl ab und zu mal am Wochenende, und nehme nicht jede Gelegenheit war, ihm aus dem Weg zu gehen oder ihn zu verletzen. Oder?

Ich wurde langsam kreuzunglücklich. Ich weinte viel zu oft, schlief immer schlechter, nahm stark ab und wurde immer nervöser. Es machte mich nervlich fertig, jedesmal, wenn wir verabredet waren, auf ihn zu warten, denn er kam IMMER zu spät, oft genug auch gar nicht. Die Nächte, in denen ich mich dann gefragt habe, "Kommt er überhaupt nochmal?" "Wo ist er?" "Warum ruft er nicht an?" "Ist vielleicht was passiert?" waren entsetzlich, seine Entschuldigungen einfach. "Vergessen" war die häufigste. Wie kann ich denn eine Verabredung mit dem Menschen vergessen, den ich liebe?? Es ist kein Problem, wenn einem was dazwischen kommt, aber er hat sogar ein Handy, er hätte wenigstens anrufen können. Auch, wenn er tagelang auf Montage war, hat er mich nie angerufen. Ich zählte immer nur dann, wenn er wirklich gar nichts anderes mehr zu tun hatte. Dann kam er zu mir.

All die Monate habe ich gewusst, dass das nicht der Mann sein konnte, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen wollte. Und doch wollte ich es die ganze Zeit nicht wahrhaben. Ich habe immer wieder daran geglaubt, dass ich es durchhalten muss, und irgendwann würde schon alles gut werden. Aber solche Gedanken sind halt nur Augenwischerei.

Geendet hat es dann damit, dass er mich am Sonntag abend mal wieder versetzt hatte. Um halb neun wollte er da sein. Nachdem er um viertel nach neun immer noch nicht da war, platzte mir nun endlich der Kragen. Ich rief bei ihm zu Hause an, um ihn zu fragen, ob er noch mal käme oder nicht, nachdem er an's Handy nicht gegangen war. Etwas, das ich wegen seiner Mutter nie gewagt hatte. Sie ging auch ans Telefon, war unglaublich unfreundlich zu mir, so, als wäre ich etwas, das aus der Kanalisation gekrochen kommt. Etwas ganz fieses. Da hatte ich genug.

Ich kann nun mit Fug und Recht behaupten, ziemlich attraktiv zu sein. Ich habe (im Gegensatz zu meinem Ex-Freund) einen sehr guten Job und es gibt nichts, das diesen Hass rechtfertigen würde, den mir seine Familie entgegenbringt. Ja, ich habe mich damals von ihrem Sohn getrennt. Ja, das hat ihm sicher wehgetan. Aber hat mal irgeneiner gefragt, wie oft und wie sehr er mir schon weh getan hat? Das ist für seine Mutter gar nicht existent. Und meine Eltern lassen ihn immer noch rein. Auch, wenn sie ihn natürlich inwzischen längst nicht mehr mögen. Aber sie hätten sich niemals eingemisch, denn schliesslich ist es mein Leben und meine Entscheidung.

Ich konnte die Situation einfach nicht mehr aushalten. Fünf Minuten später klingelte er an der Haustür (nachdem mir seine Mutter am Telefon knapp mitgeteilt hatte, er sei nicht zu Hause und dann aufgelegt hatte). Ich raffte mein letztes bisschen Stolz zusammen und sagte ihm, ich würde von ihm erwarten, dass er auf der Stelle zu seiner Familie gehen und denen klarmachen solle, dass ich seine Freundin sei, dass er mich liebe und dass sie das gefälligst zu akzeptieren hätten. Ansonsten könne ich mit ihm nicht mehr weitermachen. Da sagte mir der Mistkerl glatt ins Gesicht, wenn seine Eltern nicht mit der Beziehung einverstanden seien, wäre es wohl besser, wenn wir uns trennten, dann habe das sowieso keine Zukunft.

Da sagte ich ihm endlich, er solle machen, dass er rauskäme und sich nie wieder bei mir blickenlassen.

Tja, und das war's dann. Sieben Jahre meines Lebens. Ich bin heute 23. Wir wollten heiraten, irgendwann ein Baby. Meine gesamte Lebensplanung liegt in Scherben.

Alle sagen, das ich froh sein soll, den Mistkerl loszusein. Und ich solle bedenken, was mir alles erspart bliebe, denn er würde doch nie wirklich zu mir stehen. Stimmt alles. Jetzt muss ich nicht mehr umsonst warten und dabei langsam verrückt werden, weil er mich immer wieder verletzt hat. DAS ist allerdings angehem. Ich kann abends in Ruhe einschlafen, ohne stundenlang auf Anrufe zu warten, die doch nie gekommen sind.

Trotzdem. Jetzt sitze ich abends alleine zu Hause. Wir wohnen in einem kleinen Dorf, ich arbeite in der Stadt. Da kann ich abends nicht hin. Zu weit in der Woche. Nur am Wochenende mit meiner Freundin, die leider 70 km weit weg wohnt. Da ich zu Hause nie zur Schule gegangen bin, kenne ich alle Leute in unserem Dorf nur durch meinen Ex-Freund. Das waren damals seine Freund, hinterher unsere. Jetzt muss ich mich da raushalten, wenn ich ihn nicht treffen will. Ausserdem hat seine Mutter ganze Arbeit geleistet und mich im ganzen Dorf schlecht gemacht. Auch hatte ich schon in den ganzen letzten Monaten nichts mehr mit den Leuten zu tun, denn mein Ex-Freund hat ja immer darauf geachtet, dass wir nicht zusammen ausgehen.

Tja, alles aus jetzt. Vielleicht gut, denn ich wäre nie glücklich geworden mit ihm. Aber im Moment trotzdem sehr schrecklich, denn ich hatte trotz allem die ganze Zeit an uns geglaubt, zum Schluss gegen mein eigenes, besseres, Wissen. Und ihn all den Jahren hat es immer nur ihn gegeben. Ich habe Angst, dass ich nie mehr einen anderen finde, und nichts auf der Welt ängstigt mich im Moment mehr, als für den Rest meines Lebens alleine zu leben. Alle sagen mir, ich sei doch erst 23 und hübsch und intelligent. Aber trotzdem. Ich bin nicht der Typ, der durch Kneipen zieht und Männer "anmacht". Sowas kann ich nicht. Meine Freundin mag sowas auch nicht, sonst könnte sie mich mitziehen. Ausserdem habe ich enorme Probleme mit der Leere in meinem Leben. Er war immerhin sieben Jahre lang ein fester Bestandteil meines Lebens und auch in meine Zukunftspläne integriert. Jetzt ist alles aus. Alles, was ich geplant hatte, liegt in Scherben. Irgendwie fehlt mir der Kick zum Neuanfang. Ich kann mich nicht richtig aufraffen. Ich habe so eine Angst, dass ich es nicht schaffe. Manchmal denke ich, ich schaffe es un
 
Alt 27.01.2000, 00:17 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hallo , ich kann mir vorstellen dass es dir heute nicht so gut geht. Was da hilft ist Schokolade. Schokolade hilft immer und es geht einem damit sicher nicht besser, aber für einen kurzen Moment kann man alle Sorgen vergessen. Ich habe heute beim Milka Schokoladenpaket Gewinnspiel mit gemacht. Vielleicht ist das auch was für dich?
Alt 27.01.2000, 00:17   #2
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
 
Alt 27.01.2000, 01:45   #3
karldg
Member
 
Registriert seit: 08/1999
Beiträge: 73
Hallo Tina,

es ist ganz normal, daß man manchmal so und manchmal anders denkt - wer denkt denn schon immer in die gleiche Richtung. Bei mir geht es auch hin und her, allerdings liegt die Lage etwas anders als bei Dir - naja, vielleicht doch nicht so anders.

Vergiß den letzten Satz in Deinem vorletzten Absatz "..ein Leben mit ihm wäre vielleicht doch besser, als ein Leben allein". Wenn ich mir Deine Geschichte so anhöre, kann ich nur sagen: NEIN. Und außerdem: Ein Leben allein kann wunderbar sein, verdammt aufregend - klar die Zweisamkeit fehlt, aber die kommt wieder - irgendwann - und meistens dann, wenn man nicht damit rechnet.

Versuche Dich auf Dich selbst zu konzentrieren und versuche das Alleinsein zu geniesen.

Ich weiß nicht, obe ich Dir etwas helfen konnte, aber Du schaffst es - ganz sicher.

Viel Glück

karldg
karldg ist offline  
Alt 27.01.2000, 02:10   #4
Klaus
Platin Member
 
Registriert seit: 11/1998
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 1.795
Da kann ich nur sagen - was für ein *********. Wenn Du Dich bei seinen (und Deinen) Ex-Freunden nicht wohlfühlst, dann mußt Du auch nicht hin. Nur, wenn Du gerne würdest, einfach nur um ein bischen mit Leuten zu reden, dann brauchst Du es IHM nicht auch noch leicht zu machen und DIR schwer, indem Du nicht dahin gehst.

Dein Gefühle sind nicht vom Himmel gefallen und er hat sich alle und jede auch redlich durch seine Arroganz und Feigheit erbrütet. Ich würde mir keine Mühe machen, ihn mit irgendwas außer mit meiner ehrlichen Meinung zu bestrafen, ich würde wohl auch nicht mal mit ihm reden. Nur, wenn er zufällig da ist und Scheiße redet, dann darf man ihm die auch wieder dahin zurückstopfen wo sie herkommt, Du hast nämlich ein Recht darauf, daß Wahrheit auch Wahrheit bleibt. Nur weil seine Mutter was rumerzählt, muß man nicht aus Peinlichkeit alles vermeiden, es muß IHNEN unangenehm werden, daß sie Lügen erzählen.

Solange Du immer ehrlich zu Deinen Gefühlen stehst, wirst Du auch wieder lustig und fröhlich werden, und dann lernst Du auch garantiert wieder jemanden kennen.

Deine Pläne sind außerdem wohl ok, nur daß sie mit ihm eine reelle Sache hätten werden KÖNNEN, war wohl Wunschdenken. Und zwar gleich von Anfang an. Solche Typen ändern sich nicht über Nacht, außer man hält ihnen eine Smith&Wesson vor die Nase. Da sowas verboten ist und in Sachen Liebe auch nicht so richtig klappt, mußt Du halt die aussuchen, die freiwillig und gleich am Anfang richtig für Dich da sind. Später kommt sowas sowieso nicht, nicht mit Heiraten und auch nicht von Kindern. Das ist ein Wesenszug, man hat es, oder man hat es nicht. Wenn man es nicht hat, dauert es Jahre es zu entwickeln, und oft klappt das nie.

Wo und wie man die findet, weiß ich aber auch nicht. Vielleicht wirklich im Internet ?

Alles Gute, laß Dich nicht unterkriegen, und stopf der Ziege in meinem Namen das Mundwerk ! http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/mad.gif http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/rolleyes.gif http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/smile.gif

Klaus
Klaus ist offline  
Alt 27.01.2000, 02:23   #5
Rick Deckard
Senior Member
 
Registriert seit: 09/1999
Beiträge: 825
Liebe Tina,

zunächst: Du hast Dir ein unheimlich süßes Pseudonym gegeben! http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/biggrin.gif

Also, ich kann Dir nicht nur ein bißchen Mut geben, ich kann Dir sogar VERSPRECHEN, daß Dein Leben besser wird. Und zwar deshalb, weil wirklich nichts dagegen spricht. Du bist schon einen Schritt weiter als die meisten hier, hast in meinen Augen die Talsohle schon durchschritten, jetzt geht es wieder bergauf; und weil Du die neuen Aussichten hinter dem Bergrücken noch nicht sehen kannst, ist es ganz normal, daß Dir der Weg jetzt einfach nur beschwerlich vorkommt.
Aber wie ein Wanderer mußt Du einfach nur darauf vertrauen, daß hinter dem nächsten Berg das Ziel ist, daß Dir andere verheißen haben! Vielleicht kannst Du ja auch die erste Zeit damit überbrücken, daß Du viel Sport treibst, liest oder Dich weiterbildest, Energie in den Job steckst, so daß Du am Abend zu müde bist, um mehr zu tun als zu schlafen.

Mein Gott, Anfang 20! Du hast Dein ganzes Leben überhaupt erst noch vor Dir!
Rick Deckard ist offline  
Alt 27.01.2000, 04:10   #6
Jobo
Junior Member
 
Registriert seit: 01/2000
Beiträge: 1
Hallo Tina,

ich kann Dich gut verstehen. Mir geht´s im moment ähnlich ich stehe auch vor einem Trümmerhaufen voller Pläne, Hoffnungen und Träume.

Aber glaube mir, es kommt auch wieder anders. Ich bin in Deinem Alter und denke im Moment auch öfters darüber nach, ob ich überhaupt nochmals jemanden finde. Aber eines ist sicher, das ist Schwachsinn. Es kommt schon irgendwann einmal der/bzw. bei mir die Richtige.

Du bist vielleicht gerade im Tal, aber der Berg ist gar nicht so hoch wie Du vielleicht denkst!!!! Das merke ich gerade auch...

Also bis bald

[Diese Nachricht wurde von Jobo am 26-01-2000 editiert.]
Jobo ist offline  
 

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