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#11 |
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Junior Member
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 47
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Liebe Annalisa,
die Worte Heyms klingen für mein Ohr nicht so "musikalisch", es fehlt mir so ein wenig das träumerische, schwärmerische... Und das letzte Gedicht wirkt zwar kraftvoll, aber doch dunkel, unschön wie eine Riesenstadt ohne Persönlichkeit. Ich denke, jetzt wird es Zeit; ich werde Dir jetzt mein Lieblingsgedicht schenken. Es begleitet mich seit der Kindheit (ach wie lange die schon her ist... *g*). Gefunden habe ich es in einem alten Volksschul-Lesebuch meines Vaters. Versuche mal Dich einfach darauf einzulassen und die Bilder vor Dir entstehen zu lassen. Nis Randers (v. Otto Ernst) Krachen und Heulen und berstende Nacht Dunkel und Flammen in rasender Jagd - ein Schrei durch die Brandung! Und brennt der Himmel, so sieht man's gut: ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut; gleich holt sich's der Abgrund. Nis Randers lugt - und ohne Hast spricht er: "Dort hängt noch ein Mann im Mast; wir müssen ihn holen!" Da faßt ihn die Mutter: "Du steigst mir nicht ein! Dich will ich behalten, du bliebst mir allein, ich will's, deine Mutter! Dein Vater ging unter und Momme, mein Sohn; drei Jahre verschollen ist Uwe schon, mein Uwe, mein Uwe..." Nis tritt auf die Brücke. Die Mutter ihm nach. Er weist nach dem Wrack und spricht gemach: "Und seine Mutter?" Nun springt er ins Boot und mit ihm noch sechs, hohes, hartes Friesengewächs; schon sausen die Ruder. Boot oben, Boot unten, ein Höllentanz! Nun muß es zerschmettern! ... Nein, es blieb ganz! ... Wie lange? Wie lange? Mit feurigen Geißeln peitscht das Meer die menschenfressenden Rosse daher; sie schnauben und schäumen. Wie hechelnde Hast sie zusammenzwingt! Eins auf den Nacken des andern springt mit stampfenden Hufen! Drei Wetter zusammen! Nun brennt die Welt! Was da? - Ein Boot, das landwärts hält! - Sie sind es! Sie kommen! - - Und Auge und Ohr ins Dunkel gespannt . . . Sill! - Ruft da nicht einer? - Er schreit's durch die Hand: "Sagt Mutter, 's ist Uwe!" *andyjetztwiedersolangsamindieseWeltzurückkommt* Ciao, a presto! Andy |
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#12 |
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Senior Member
Registriert seit: 10/1999
Beiträge: 771
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Lieber Andy....
insbesondere Deine letzte Anmerkung konnte ich sehr gut nachvollziehen.. dieses Gedicht entführt einen in eine andere Welt.. es ist so plastisch und so farbenfroh... man taucht ganz in die Welt dieses Gedichtes ein... DANKE.... Hmm keine Ahnung, ob Du mein Lieblingsgedicht schon kennst.. ich schreibe es hier einmal nieder...... und hoffe, Du magst es.... wußten sie schon daß die nähe eines menschen gesund machen krank machen tot und lebendig machen kann daß die nähe eines menschen gut machen böse machen traurig und froh machen kann wußten sie schon daß das wegleiben eines menschen sterben lassen kann daß das kommen eines menschen wieder leben läßt daß die stimme eines menschen einen anderen menschen wieder aufhorchen läßt der für alles taub war wußten sie schon daß das anhören eines menschen wunder wirkt daß das wohlwollen zinsen trägt daß ein vorschuß an vertrauen hundertfach auf uns zurückkommt daß tun mehr ist als reden wußten sie das alles schon (wilhelm wilms) |
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#13 |
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Junior Member
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 47
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Liebe Annalisa,
es ist sooo schön, und noch mehr wahr... Jetzt werde ich noch mal das schöne Gedicht von Wolfgang Borchert aufschreiben. Vielleicht habe ich es Dir schon mal geschrieben, aber bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall ist es wert, hier niedergeschrieben zu werden. Versuch es Stell Dich mitten in den Regen, glaub an seinen Tropfensegen, spinn Dich in das Rauschen ein, und versuche gut zu sein! Stell Dich mitten in den Wind, glaub an ihn und sei ein Kind - lass den Sturm in dich hinein und versuche gut zu sein! Stell Dich mitten in das Feuer, liebe dieses Ungeheuer in des Herzens rotem Wein - und versuche gut zu sein! (Wolfgang Borchert) Ciao, und ein schönes Wochenende! Andy |
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#14 |
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Senior Member
Registriert seit: 10/1999
Beiträge: 771
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Lieber Andy,
mal was anderes.... Ich liebe die Möglichkeit, mit dir einen Weg gehen zu können, den ich nur mit wenigen gehen kann: den schmalen Grat zwischen Verlust und Besitz, zwischen freigeben und in der Freiheit verlorengehen, zwischen eigenständig sein und vereinsamen. Ich will ich bleiben, und nicht abhängig sein von deiner Zuwendung. Ich will dich nicht zuständig machen für mein Glück aber ich will mich dir gegenüber auch nicht verhärten, so als ob du mir nichts bedeutest. Ich will auch nicht zuständig sein für Dein Glück, sondern dich herausfordern, zu dir zu finden, so dass du dich selbst glücklich machen kannst. Und ich akzeptiere, dass du deinen Freiraum brauchst. Ich will über dich nicht bestimmen und nicht über mich bestimmen lassen. Ich will nicht jammerndes Mitleid haben oder geben Ich will frei auf dich zukommen udn nehme an, dass auch du so auf mich zugehst wenn du mir begegnest. (Ulrich Schaffer) |
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#15 |
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Junior Member
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 47
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... das Gebet und meiner Meinung nach der einzige Weg zu einer glücklichen und gesunden Partnerschaft. Wenn das nur so einfach gelebt werden könnte als man es lesen kann ... Annalisa, vielen Dank für die Zusammenfassung des Wesentlichen. Hoffentlich lesen es viele Andere. Alles Liebe, Andy |
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#16 |
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Junior Member
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 47
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Liebe Annalisa!
Magst Du zweifeln, daß die Sterne glühen, magst Du zweifeln, daß die Sonne sich bewegt, magst die Wahrheit Du für Lüge halten, zweifle aber niemals an der Liebe! (Shakespeare) Andy |
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#17 |
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Senior Member
Registriert seit: 10/1999
Beiträge: 771
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Lieber Andy,
zur Zeit entdecke ich gerade die Gedichte von Erich Fried..... Auf- und Abrechnung Also: Fünf halbe Lieben hast Du, sagst du, gehabt und vier geringere, die du nur als viertellieben betrachtest? Ja, und dazu kommen zwei große Lieben große, nicht ganz große, meinst Du und nennst sie dreiviertellieben. Das sei also sagst du dasselbe wie fünf ganz große Lieben Ja, alles zusammen gibt fünf Aber wie, wenn die Viertellieben und dreiviertellieben gegen die halben Lieben aufzurechnen sind? Das hebt sich dann auf und dann hast Du in deinem ganzen Leben nicht eine einzige wirkliche Liebe gehabt. (erich fried) Seine Gedichte gefallen mir sehr. Wie findest Du es? Ich melde mich bei Dir. Anna |
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#18 |
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Junior Member
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 47
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"Du darfst mich nie dafür verantwortlich machen, wenn du mir dein Herz schenkst. Wenn ich dir jetzt in Liedern mein Wort gebe und, nachdem der Sang verstummt ist, zu besonnen bin, es dir zu halten, mußt du mir verzeihen; denn die Gesetze des Maimondes gelten nicht im Dezember. Halte nicht immer an der Erinnerung fest, wenn du mir dein Herz schenkst. Wenn aus deinen Augen die Liebe singt und Lachen in deiner Stimme plätschert, dann werden meine Schwüre phantastisch sein und nicht kargend abwägen, was möglich ist,- du mußt ihnen auf ewig glauben und sie dann für immer vergessen." (Tagore, Indien) Liebe Annalisa, ich wünsche euch beiden von ganzem Herzen, daß die Gesetze eures Maimondes auch im Dezember noch gelten. Andy |
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#19 |
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Junior Member
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 47
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Liebe Annalisa!
Heute möchte ich mal nicht allzuernst werden. Neulich habe ich eine sehr schöne und treffende Feststellung über Musik und die Kunst gefunden. Ich empfinde diese Sätze als eine besondere Ehrung für alle wahren Künstler, egal ob professionelle Künstler oder einfache Menschen, die in ihrer Freizeit mit irgendeiner Fähigkeit Menschen verzaubern können. "Der Pianist, der immer auf die Noten sieht, der Dirigent, der seine Partitur nicht aus den Augen läßt, der Schauspieler, der ohne Souffleur verloren ist, der Redner, der unentwegt auf sein Manuskript blickt: Sie alle werden niemals Künstler sein." (Sándor Hevesi, Budapest) Was meinst Du dazu? Liebe Grüße, Andy |
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#20 |
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Member
Registriert seit: 02/2000
Beiträge: 50
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...und der niknäk ohne duden
in diesem sinne (ein legastheniker) |
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