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Alt 29.01.2000, 01:23   #1
SaraSalome
Member
 
Registriert seit: 01/2000
Beiträge: 419
Ich frage Euch:
lohnt es sich, auf dieser Welt danach zu streben, was man möchte, wenn man doch nur das Gegenteil davon bekommt?
Lohnt es sich, sich vorwärtszukämpfen, um dann nach einiger Zeit zu merken, daß man auf der Stelle getreten ist oder gar Schritte zurück getan hat?

Ich weiß, was ich will, was ich mir sehnlichst wünsche, doch egal, was ich tue, ich bekomme immer das Gegenteil davon.
Ich suche ein wenig Ruhe, Frieden und ein kleienes Glück - doch bekommen habe ich Schmerzen und Gefühle, mit denen ich nicht umgehen kann, die mich umzubringen drohen.
Ich weiß, daß ich eigentlich nur schreiben möchte, daß ich hier weg möchte, daß ich in einem anderen Land leben möchte - doch mein Verstand erklärt mir ständig, daß dies mein Untergang sein wird.
Ich hasse es, nach den Regeln der sogenannten Gesellschaft zu spielen! Das macht mich wahnsinnig, weil ich merke, daß es mich kaputt macht, unterdrückt, zerstört, mir die Luft zu atmen, zum Leben nimmt.
Doch wenn ich gegen diese Regeln lebe habe ich auch keine Chance zu überleben. Brotlos auf der Straße zu leben ist nun mal nicht besonders witzig.

Ich will nicht mehr nach den Vorstellungen der anderen leben! Es ist doch schließlich mein Leben - oder nicht?! Wie kann ich dann Dinge tun, die nur die Erwartungen anderer erfüllen und befriedigen? Anstatt daß ich meine Erwartungen erfülle kämpfe ich dafür, so zu leben, wie es andere von mir erwarten!!

Beziehungen... Zwischenmenschliche Beziehungen sind doch nur noch beschissen, weil dadurch nur noch mehr Druck auf den anderen ausgeübt wird - jeder versucht sein eigenes Ding durchzuziehen! Jeder versucht den Partner so zu formen, wie er ihn haben möchte!
Menschen können so grausam sein - und die meisten sind es auch! Diejenigen, die es nicht sind, die verstehen mich, aber die wollen trotzdem nichts mit mir zu tun haben.

So viele Gefühle habe ich in mir - nicht nur negative! Und ich darf sie nicht ausleben!! Ich DARF das nicht, weil es unter UMSTÄNDEN jemandem weh tun könnte!! Aber wenn ich sie nicht auslebe tut es MIR weh!
Ich frage Euch: was ist wichtiger? Welches Verbrechen ist größer: anderen oder mir selbst weh zu tun?
Wenn ich anderen weh tue stehe ich wieder - oder immer noch - alleine da und weiß nicht wohin, habe niemanden zum reden, keiner der mich versteht, der mir zuhört. Und wenn ich mir selbst weh tue... Tja, damit zerstöre ich mich selbst.

Egal wie ich mich drehe und wende: Ich kann nicht gewinnen - und das macht mich nochmal zusätzlich kaputt!
Lebe ich meine Gefühle nicht aus, drücke ich meine Gedanken und Vorstellungen nicht aus - dann zermürben die mich auf lange Sicht, machen mich kaputt, zerstören mich, machen mich arbeits- und lebensunfähig.
Und wenn ich Gefühle und Gedanken ausdrücke und auslebe zerstöre ich mich wieder, nur schneller. Warum? Weil ich anderen damit weh tue, ihnen zu viel zumute und sie "zwinge" sich von mir zu entfernen. Und: dann bin ich wieder alleine mit mir und meinen Problemen!

Es gibt Momente, wo ich mir nichts sehnlicher als den Tod wünsche, obwohl tief in mir diese unglaubliche Sehnsucht nach dem echten Leben steckt... Und nach Liebe...

Keiner merkt, was in mir vorgeht, keiner versteht es, wenn ich es versuche auszudrücken - niemand! Alle geben mir gute Ratschläge, wie z.B. "jammer nicht rum - tu was!"
Es kapiert einfach keiner... Und ich muß damit alleine fertigwerden...

Dieses Leben ist es manchmal wirklich nicht wert gelebt zu werden...

SaraSalome
SaraSalome ist offline  
Alt 29.01.2000, 01:23 #00
Administrator
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Alt 29.01.2000, 01:44   #2
Rain
Member
 
Registriert seit: 12/1999
Beiträge: 378
SaraSalome,

ich habe auch oft solche Gedanken. Besonders dann, wenn ich aus manchmal unterschiedlichen Gründen starke Schmerzen empfinde.
Ich versuche dann, wieder Kraft im Glauben zu finden. Meinen Glauben prägt stark der Taoismus. Ich möchte Dir einen kleinen Ausschnitt aus dem Tao Te King schreiben, vielleicht hilfts Dir auch ein klein wenig.


Breche mit dem Lernen - du bist leben
Ja und Jawohl
- wie wenig unterscheiden sie sich?

Recht und Unrecht
- wie sehr unterscheiden sie sich?

Was die Menschen fürchten
Das fürchten sie.
Ihre Verlorenheit,
Sie ist noch nicht zu Ende!

Die Menschen strahlen
Wie bei der Feier des großen Stieropfers,

Wie beim Besteigen der Höhen im Frühling.
Ich allein liege still
Mir wurde noch nicht geweissagt
Wie dem kleinen Kind, das noch nicht lacht,
Schläfrig, einfach schläfrig
Wie einer ohne Heimat...

Die Menschen haben Überfluß
Doch ich allein bin wie übriggelassen:
Ich habe eines Narren Herz!

WIRRWARR, WIRRWARR

Die Menschen der Welt - sie sind erleuchtet
Ich allein bin sehr im Dunklen...

Die Menschen der Welt - sie sind so von Klarheit
Ich allein bin ganz trübe.
- Wogend wie das Meer
- Verweht wie das Blatt

Die meisten Menschen haben alle ein Warum
Ich allein bin anders als die Anderen,
Ich preise die nährende Mutter.
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Rain ist offline  
Alt 29.01.2000, 03:03   #3
SaraSalome
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 01/2000
Beiträge: 419
Rain,

danke für Deine Worte!!

Ich hoffe nur für mich, daß diese Momente, daß diese Gefühle nicht irgendwann doch so groß und mächtig in mir werden, daß ich völlig verzweifle und mir irgendwann doch wieder etwas ernsthaftes antun werde!

Ich habe das Gefühl, daß ich so langsam immer mehr am verzweifeln an mir selbst bin - so verzweifelt, daß ich irgendwann zu ALLEM fähig bin!!

SaraSalome
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SaraSalome ist offline  
Alt 29.01.2000, 03:30   #4
sahib
Junior Member
 
Registriert seit: 01/2000
Beiträge: 17
hey du!
nicht verzagen. du bist mit deinem schmerz nicht allein. auch bei mir ist im moment kein licht am horizont zu sehen. auch ich habe vor einiger zeit versucht mir das licht auszupusten (ohne erfolg wie du siehst). aber wenn es hätte sein sollen, wäre ich nicht mehr hier. ich weiß nicht ob es dir was hilft, aber ich schicke dir licht, liebe und kraft, zumindest was bei mir noch davon übrig ist. wenn dir danach ist, melde dich doch, bevor dir der himmel auf den kopf fällt (wendlandt@altavista.net)
alles liebe,
der sahib
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sahib ist offline  
Alt 29.01.2000, 03:42   #5
Airman
Member
 
Registriert seit: 01/2000
Beiträge: 193
Hi SaraSalome!

Mir sind diese Gedanken ebenfalls sehr vertraut. Ich schätze, daß der kleine Funke Hoffnug, der von Tag zu Tag immer schwächer und blasser wird, der Grund dafür ist, daß ich mir diese Qualen überhaupt noch antue.

Die Leute verstehen einfach nicht mehr!!!! Ich weiß nicht woran das liegt; sind sie einfach nur blind, sind sie Opfer der selbsterlernten Hilflosigkeit, wollen sie nicht sehen, können sie nicht begreifen?
Eines ist offensichtlich, sie würden unseren Tod ebenso wenig verstehen und wahrnehmen, wie sie unsere "Philosophie" akzeptieren. Du könntest noch nicht einmal etwas mit Deiner Selbstaufgabe bewirken!
Ich halte mich derzeit damit über Wasser, indem ich diesen kleinen Funken Hoffnung hüte wie den kostbarsten Schatz, den ich davor schütze, daß man ihn mir nicht raubt. Ich habe meinen Glauben schon lange verloren, aber die Hoffnung stirbt zuletzt! Vielleicht finden wir ja doch noch alle unser Glück!?!

Airman
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Airman ist offline  
Alt 29.01.2000, 07:19   #6
SaraSalome
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 01/2000
Beiträge: 419
Airman...

Deine Worte haben mich sehr berührt! Schön zu wissen, daß ich nicht alleine mit meiner Verzweiflung bin!
Die wenigsten Menschen verstehen das, was ich ausdrücken möchte!!
Ich weiß so gut, was ich mir wünsche, was ich tun müßte um glücklich zu sein, um zufrieden zu sein, um so zu leben, daß ich es mit mir vereinbaren kann. Doch das System, die Gesellschaft und die ganzen notwendigen Voraussetzungen um überhaupt überleben zu können machen es notwendig, von diesen Dingen Abstand zu nehmen.
Wenn ich im System überleben will muß ich dem entsprechen, ich muß meine Träume, die lebenswichtig für mich sind, aufgeben - zumindest zum größten Teil - und muß mich Tag für Tag unterwerfen, eine Arbeit tun, die mir in Wirklichkeit gar nichts bringt.

Es ist ein Kampf zwischen den Bedürfnissen des Instinktes, meiner Seele und zwischen den Anforderungen der realen Welt, die in erster Linie von Geld regiert wird!

Geld ist leider das Wichtigste Element in der heutigen Zeit - nur leider hält es mich davon ab, meinem Seelenbedürfnis zu entsprechen!!
Was ich auch tue - ich kann nicht gewinnen!


DANKE, für Deine Worte! Sie bedeuten mir sehr, sehr viel!!

SaraSalome
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SaraSalome ist offline  
Alt 29.01.2000, 09:15   #7
Nordi
Golden Member
 
Registriert seit: 01/2000
Ort: Schleswig-Holstein
Beiträge: 1.307
Moin SaraSalome.

Auch ich kann, glaube ich, deine Gedanken verstehen. Man hat einfach kein Ziel mehr vor Augen. Man hat keine Perspektive mehr und sieht ein, daß man nur noch vor sich hin leben kann, ohne das es einen Sinn hätte oder einen Zweck erfüllen würde. "Wie schön muß doch das Leben des Narren sein, der nicht dachte sondern einfach nur lebte!"
Ich sehnte mich nach Liebe und erhielt nur Schmerz. Nach dem drittenmal in Folge ist der Spaß wirklich vorbei und die Frage erhebt sich: Warum das alles noch länger ertragen? Warum dieses Elend noch länger mitansehen? Mein eigendes Elend, in dieser elenden Gesellschaft auf dieser elenden Welt.
Die Natur ist prima und auch die Erde ist klasse. Alles würde wunderbar funktionieren, wenn da nicht der Mensch wäre. Wer "The Matrix" gesehen hat, weiß vielleicht noch, was der Agent über die Menschen gesagt hat:
Sie sind wie ein virus. Sie nisten sich ein und zerstören alles, nur um dann weiterzuziehen und wieder alles Leben zu zerstören.
Er hatte unrecht. Der Mensch ist schlimmer als ein Virus, denn er vernichtet sich sogar noch selbst.

Also, was soll mein Existenz hier noch?
Warum nicht einfach schlußmachen? Es wäre doch alles viel toller ohne mich. Und diese Schmerzen würden endlich aufhören.
Ja, ich habe schon einmal meinen Frieden mit dem Leben geschlossen. Aber irgend etwas hielt mich von schlimmeren ab. Ich weiß nicht was es war. Vielleicht hatte ich nicht genug Mut? Vielleicht, weil ich meinen Frieden mit Gott nicht machen konnte? Dabei bin ich doch gar nicht so ein gläubiger Mensch. Der letzte Kirchenbesuch liegt auch schon ein paar Jahre zurück. Also, was ist das?

Eigentlich will ich ja noch gar nicht sterben. Was heißt eigentlich? Nö, irgendwie tut das doch noch nicht Not! Hey ich bin erst 16 (bzw. jetzt 17)! Moment mal, so geht das aber nicht!
Es muß ihn geben, diesen einen kleinen Funken Hoffnung. Diesen kleinen tapferen Funken, der es jeden Tag schafft, daß ich aufstehe, obwohl ich nicht weiß wieso.
Diesen mutige Funken, der alle Gedanken an den Tod weit weg von mir hält.

Wie sehr will die Sehnsucht nach Liebe, diese unterdrückte Leidenschaft, aus meiner Brust herausbrechen, doch ich kann sie nicht freilassen. Es geht einfach nicht.
Und so muß ich kämpfen, Tag für Tag kämpfen. Für mein Glück; wider die Gefühle.
Gegen diese Leidenschaft und gegen die Gefühle zu ihr, denn sie sind sinnlos.
Kämpfen um mich von ihr, und von der Trauer, zu lösen.
Doch ich bin des Kampfes so müde. . .
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Nordi ist offline  
Alt 29.01.2000, 09:42   #8
SaraSalome
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 01/2000
Beiträge: 419
Nordi...

Du bist erst 17 und drückst genau das aus, was ich meine...
Glaub mir - ich kenne Deine Müdigkeit! Ich kenne das sooo gut!!

Ich kann nicht mehr viel dazu sagen - ich hoffe nur, wir beide - wir alle - schaffen es, diese Müdigkeit, diese Hoffnungslosigkeit zu überwinden!!!

SaraSalome
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SaraSalome ist offline  
Alt 29.01.2000, 19:18   #9
Bluey
Member
 
Registriert seit: 09/1999
Beiträge: 71
Es fehlt uns etwas, ich habe keinen Namen dafür - aber wir werden es einander nicht aus den Eingeweiden herauswühlen, was sollen wir uns darum die Leiber aufbrechen?
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Bluey ist offline  
Alt 30.01.2000, 00:37   #10
Nordi
Golden Member
 
Registriert seit: 01/2000
Ort: Schleswig-Holstein
Beiträge: 1.307
SaraSalome, Danke.
Es tut so gut endlich verstanden zu werden.

Nordi
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Nordi ist offline  
 

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