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#21 |
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Senior Member
Registriert seit: 09/1999
Beiträge: 825
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Leutchens,
seid mir nicht böse, aber diese ganze Diskussion wird, so finde ich, auf einem sehr naiven Niveau geführt. "Schneller Tod", die Realität ist doch, daß z.B. in den USA die Verurteilten manchmal JAHRZEHNTE im Todesblock darauf warten, daß alle formalen Mühlen gemahlen haben... das ist doch der blanke Horror! Und "milde Strafen", also ich persönlich möchte nicht einmal für einen MONAT ins Gefängnis, ich glaube, Ihr macht Euch gar keine Vorstellung davon was es heißt, für Jahre in den Bau zu gehen. Mal abgesehen von der Langeweile, ich sage Euch, das macht Euch kaputt. Soviel dazu. Zurück zur Todesstrafe. Fragen wir doch mal, welche Gründe DAFÜR sprechen könnten: - Abschreckung: Wie schon gesagt, Fehlanzeige. - Prävention: Mal davon abgesehen, daß Wiederholungstäter z.B. bei Mord in der Regel Profis sind und wohl sowieso nie gefaßt werden, müßte man genaue Zahlen darüber kennen, wieviele Vergewaltigunstäter z.B. Ersttäter sind. Ich glaube, Ihr würdet lange Gesichter machen. Beispiel auch hier wiederum Länder, in denen die Todesstrafe vollstreckt wird, und die z.B. wie die USA sehr viel höhere Mord- und Gewaltverbrechensraten haben als z.B. die BRD. Also? - Vielfach wird z.B. die Kostenersparnis angeführt. Hier zeigen aber auch Untersuchungen, daß ein zum Tode verurteilter mitsamt seines Hochsicherheitsgewahrsams und der (um Unschuldige zu schonen)hochkomplexen juristischen Verwaltung den Staat i.d.R. wesentlich teuerer kommt als selbst lebenslang Inhaftierte! - Sind wir so ehrlich und diskutieren im folgenden also darüber, ob der Staat/der Bürger RACHE nehmen darf. Das ist es doch, Genugtuung und Rache. Und da bin ich dagegen! Ebenso sollten Gefängnisstrafen nicht der BESTRAFUNG sondern der Resozialisierung dienen! Natürlich eine Utopie, aber ich wünsche es mir nichtsdestotrotz. |
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#22 |
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Quelle der Weisheit
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 3.118
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Rick: Endlich kommt mal jemand auf den Punkt.
Worum geht es bei der Strafe? Um Vergeltung, um Wiedergutmachung, um Besserung des Schuldigen oder um Schutz der Gesellschaft. Ob nur die Todesstrafe kostensparend ist oder nicht, weiß ich nicht. Wenn sie schneller vollstreckt werden würde, wäre sie es wohl. Ein echtes "lebenslang" ohne die Möglichkeit auf Freiheit gilt in unseren Breiten als zu grausam und würde wohl auch die Motivation für einen Ausbruchversuchs deutlich erhöhen. Gerade im Triebtäterbereich gibt es eine große Menge von Wiederholungstätern. Diese Menschen sind krank, wissen es teilweise auch und können sich nur beschränkt dagegen wehren. Eigentlich verdienen sie unser Mitgefühl und man kann ihnen (und damit uns) nur sehr schwer helfen. Es gäbe zwar in einigen Fällen die Möglichkeit der Kastration, aber die ist politisch ähnlich schwer umzusetzen wie die Todesstrafe. Bei uns in Österreich gab es vor einiger Zeit einen Mord von einem als Mörder verurteilten Freigänger, der mal wieder die Diskussion über den humanen Strafvollzug entfacht hat. Ich denke den verrang sollte der Schutz der Gesellschaft sein, ob man den mit der Todesstrafe erreichen kann ist aber sehr zweifelhaft (siehe USA). (Wenngleich ich persönlich wenig Probleme damit habe, wenn sich ein Täter selbst richten will und den "einfachen" Weg wählen will, um "sich der Strafe zu entziehen". Da bigt es ja die "lustigen" Fälle, daß jemand den Selbstmordversuch verletzt uberlebt, gesundgepflegt wird um dann hingerichtet zu werden.) |
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#23 |
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Senior Member
Registriert seit: 04/2000
Beiträge: 857
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Hier eine eindeutige Antwort zu geben, fällt mir schwer. Einerseits tendiere ich schon dazu zu sagen, dass ein Mensch sterben sollte, der andere Menschen aus Trieb, Geistesgestörtheit, Geldgier oder einfach purer Mordlust tötet.
Andererseits, wer gibt einem Menschen das Recht über das Leben anderer zu entscheiden. Dann setzt sich ja die Justiz mit den Mördern gleich. Sehr schwierig. Müsste ich mich entscheiden, wäre ich gegen die Todesstrafe. Jedoch sollte ein Mörder niemals die Chance haben, wieder in Freiheit zu leben. Egal ob er bereut oder nicht. Obwohl, da würde ich schon wieder Ausnahmen machen. Es gibt natürlich Notwehr oder Affekthandlungen. Und das würde ich nicht mit dem weiter oben erklärten Mord auf eine Stufe stellen. Trotzdem, ich bin gegen die Todesstrafe. |
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#24 |
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Quelle der Weisheit
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 3.118
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Mit dem Strafmaß ist das so ein Problem: Ab einer gewissen Länge ist es für den Häftling kein großer Unterschied mehr, ob 7 oder 9 Jahre.
Wenn ein Mensch Reue empfindet wegen seiner Tat, dafür brauchst du ihn nicht einsperren. Durch Strafverschärfung etc. wird er höchstens bereuen, daß er sich hat erwischen lassen. Wenn du findest, die Todeststrafe sei zu human: 1) Was hat das Opfer, die Familie, die Gesellschaft davon ihn einzusperren, ob er nun bereut oder nicht, wenn er sowieso nicht mehr in die Gesellschaft eingegliedert werden soll? 2) Warum nicht gleich körperliche Folter hinzunehmen? Dann müßte er ja noch mehr bereuen, oder? Dieses Prinzip der seelischen (und auch körperlichen) Erniedrigung, ja Folter, versuchen sie in Amerika in den Boot-Camps. Klappt auch nicht. Das schwierige ist ja, daß es für einen Menschen, der jahrelang ausgeschlossen war in die Gesellschaft zurückfinden zu lassen, sonst wird er wieder in das alte Verhaltensmuster zurückfallen (bezogen auf z.B. Diebe etc., nicht so sehr Mörder). Als was sehen wir jemanden, der ein Gesetz übertritt? Als bösen Menschen, der bestraft werden muß, oder als jemanden, den wir helfen müssen "auf den rechten Weg" zu kommen? |
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#25 |
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Senior Member
Registriert seit: 03/2000
Beiträge: 502
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Hi Leute,
Toff, ich wollte damit nicht sagen, das man den Täter leiden lassen sollte, sondern ihm die Chance geben sollte, über seine Tat nachzudenken, und zu bereuen. Wenn man ihn umbringt kann er ds nicht. Toff, du fragst mich, was die Familie des opfers davon hat, wenn man den Täter jahrelang einsperrt. Gegenfrage, was hat die Familie davon, wenn man den Täter umbringt? Das macht das Opfer auch nicht wieder Lebendig!! Natürlich sind die Strafen dafür da, abschreckend auf die zu wirken, die sowas eventuell planen (oder so), nur ist die Todesstrafe eine Anschreckung? Ich denke nicht, denn sonst würden in Amerika nicht so viele Morde passieren. Weisst du, wie voll die Todeszellen in Amerika sind? Die viele in der Bevölkerung empfinden das auch noch als Volksbelustigung. Sorry, aber das ist mir zu hoch, und für mich absolut nicht denkbar. cuu Minni |
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#26 |
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Senior Member
Registriert seit: 09/1999
Beiträge: 825
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Boot-Camps: Ich glaube nicht, daß hier darum geht, Menschen körperlich/seelisch zu foltern. Mag sein, daß es die Realität ist, aber es ist nicht die Idee, die dahintersteckt.
Die Idee ist, jungen Menschen, die noch nie Grenzen gesetzt bekamen, an Vorstellungen wie Disziplin, Struktur und geregelten Tagesablauf zu gewöhnen. Ich gebe zu, ich persönlich halte das für eine gute Sache, und meines Wissens nach sind die BootCamps sogar relativ erfolgreich! Um welchen Preis, das wäre ein anderes Posting wert. Toff: "Gerade im Triebtäterbereich gibt es eine große Menge von Wiederholungstätern." Die Frage ist nicht unbedingt, wie viele der bereits straffällig gewordenen WIEDER straffällig werden, sondern, wieviel TATEN werden von Erst-/Wiederholungstätern begangen, verstehst Du? Außerdem muß man ja zwischen denen unterscheiden, die man erwischt. Die Frage ist, und ich glaube, die Fakten sprechen dagegen, ob die Zahl der Opfer reduziert werden kann, indem man die Täter hinrichtet. Nochmal: Vergewaltigungen usw. sind SELTEN sexuell motiviert, hier geht es um krankhaft veränderte Persönlichkeiten, die in aller Regel wenn schon nicht unser Mitleid, so doch zumindest Hilfe benötigen (ein Großteil der Täter war selbst in der Kindheit Opfer usw. usf.). Da hilft auch keine Kastration, da geht es um Macht, Unterwerfung, Projektion... nicht um Sex. Humane Gesellschaften benötigen die Todesstrafe nicht. |
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#27 |
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Member
Registriert seit: 01/2000
Beiträge: 72
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Ich höre hier immer wieder den Vergleich zu den USA, wo die Todesstrafe angesichts vieler Morde anscheinend nicht abschreckt.
Aber überlegt mal, wie hoch die Mordrate in den USA wohl wäre, wenn es die Todesstrafe nicht gäbe ! Wir sind angesichts deutscher Verhältnisse von den Mordraten in USA entsetzt und können und uns gar nicht vorstellen, daß dies zu übertreffen ist...aber ich bin überzeugt, daß die USA mit Gewalttoden noch wesentlich mehr zu tun hätten, wenn sie Mörder nicht ihrem gerechten Schicksal zuführten. CU Flush |
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#28 |
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Quelle der Weisheit
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 3.118
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Minni: Zu deiner Gegenfrage:Völlig richtig! Weder das eine, noch das andere bringt dem Opfer/dessen Familie wirklich etwas.
Sind die Strafen primär zur Abschreckung da? Bist du der Meinung die Todesstrafe ist weniger abschreckend als Gefängnis? ("Das Gericht hat entschieden: Wegen Einbruch werden Sie zu 2 Jahren Haft verurteilt. Da Sie aber geständig waren, werden wir Sie als einen Gnadenakt hinrichten." So etwa?). Tatsache ist, daß Abschreckung noch nie so richtig funktioniert hat. Wenn etwas wirklich abschrecken kann, dann eine höhere Aufklärungsrate. (So ganz neben bei, habe ich jemals gesagt ich wäre für die Todesstrafe? *g*) Rick: Boot-Camps: Es geht darum den Menschen zu brechen, ihm jeden Widerstandswillen, jede persönliche Meinung, jede Entscheidung zu nehmen. Und laut den Berichten, die ich gesehen habe, sind in erster Linie die Betreiber dieser Camps vom Erfolg überzeugt. Die Statistik spricht ein anderes Bild, ebenso wie Psychologen und sogar Menschenrechtler. Sollten die Häftlige sich so verändern, wie es geplant ist (aber die meisten sowieso nicht tun), brauchen sie ständig jemanden, der ihnen sagt was sie tun sollen (z.B. wann und wie sie aufs Klo sollen). Zu den Wiederholungstätern: Also, es ist völlig klar, daß die Zahl der Opfer durch Hinrichtungen sinken würde, denn wenn einer von 100.000 Verurteilten erneut ein derartiges verbrechen begeht und du statt dessen alle 100.000 hingerichtet hättest, wäre die Zahl der Opfer um 1 gesunken, die Zahl der insgesamt getöteten um 99.999 gestiegen (soviel zur Mathematik). Daß das nicht sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber bevor ich hier endgültig mißverstanden werde: Ich bin gegen die Todesstrafe, gegen den Schwerpunkt auf Strafe im Sinne der Vergeltung (der soll dafür zahlen), gegen Gehirnwäsche (siehe Bootcamps). Ich bin für solche Dinge wie außergerichtliche Einigungen und Ersatzdienste (wo das möglich ist), bin dafür den Täter mit der Tat zu konfrontieren (wo dies sinnvoll ist). Vielleicht war das System der Römer nicht das dümmste (dort gab es in republikanischer Zeit keine Gefängnisse): Wenn du ein Verbrechen begehst mußt du Wiedergutmachung leisten und verlierst je nach schwere, deine Bürgerrecht (bis hin zum Exil oder der Sklaverei (zu der ich auch noch referieren könnte, das spar ich mir aber *g*)). Die Aussage dahinter: Durch dein Verhalten zeigst du uns, daß du nicht nach unseren Regeln in unserer Gemeinschaft leben willst, also werden wir dich nicht in unserer Gemeinschaft dulden. Nur in extremen Fällen gab es die Todesstrafe. Das Verbrechen ausrotten kann keine dieser Maßnahmen. Es geht immer nur darum es nicht überhand nehmen zu lassen, dafür zu sorgen, daß sich der Großteil der Gesellschaft an den Großteil der Gesetze hält. |
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#29 |
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Quelle der Weisheit
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 3.118
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Flush: Was ist das gerechte Schicksal? Nach welchem Recht (geRECHTes Schicksal)?
Meinst du dein persönliches Empfinden, ein heiliges oder ein juristisches Recht? Das Recht des Stärkeren? |
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#30 |
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puer aeternus
Registriert seit: 05/2000
Beiträge: 6.718
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Flush,
das ist Unsinn, denn man kann den "Erfolg" der Todesstrafe in den USA sehr gut beurteilen, weil sie nämlich in einigen Staaten ausgesetzt war bzw. nicht verhängt wurde und wird; und es ergeben sich keine signifikanten Unterschiede zu den Staaten, in denen sie verhängt wird. Fakt ist, sie wirkt nicht als Abschreckung. Das ist ein Mythos! Davon abgesehen, das kannst Du an allen anderen möglichen Straftatbeständen sehen, daß Strafe und Gesetz alleine nicht abschreckt. Die Mörder in den Todeszellen haben wohl nicht bewußt ihren eigenen Tod in Kauf genommen, sondern wohl vielmehr gehofft, nicht erwischt zu werden, bzw. sowieso nicht so weit gedacht. Toff: Du hast Recht! http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/wink.gif |
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