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Alt 26.05.2000, 08:33   #1
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Quelle der Weisheit
 
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 3.118
Wurde nicht gerade ein Numerus Clausu für Informatik in Deutschland eingeführt?
Korrigiert mich, wenn ich da was verwechsle.
Toff ist offline  
Alt 26.05.2000, 08:56   #2
Forengast
Platin Member
 
Registriert seit: 11/1998
Beiträge: 1.788
Da wird auch rumgelogen was das Zeug hält. Von den "hochqualifizierten" Indern können manche nicht mal ein strukturiertes Programm schreiben, das ist von oben bis unten einfach nur runtergehackt, ohne Punkt und Komma. Das ist allerdings schon was her, da wird heute sicher besser ausgebildet sein, gerade im Unix-Bereich. Damals hatten wir aber ein paar davon, die konnten zwar in C programmieren, aber wie ein Basic-Hacker, und vom ganzen Umfeld, von der Systematik, Spezialwissen und dergleichen hatten die keine Ahnung. Und dann könnte man auch ehemalige Mainframer nehmen und kurz schulen, das kommt auf dasselbe raus. Die "Experten" werden nur als solche verkauft, weil es in Deutschland nicht genug "variable Masse" gibt, Leute die sich im Body-Leasing verdingen und alles machen was man denen sagt. Um wenn sie nicht mehr benötigt werden weil das Projekt zu Ende ist oder eingestampft wurde, schnell zu verschwinden und nicht mit Weiterbeschäftigung und so auf die Nerven zu gehen. Ich denke man kann die Lücken nicht mit jugendlichen Hackern füllen, die wissen wie man umsonst ins Internet kommt oder Viren zusammenhackt, aber es gibt genug Fachkräfte aus dem Großrechnerbereich, die die Arbeitssystematik haben die man braucht, und nur umgeschult werden müßten auf Unix und WinXY-Umfeld. Die IT-Branche ist voll von Blendern, da ist es wohl kein Wunder daß Schröder und Konsorten auf das Geweine reingefallen sind, es gäbe keine qualifizierten Fachkräfte mehr. So wahnsinnig qualifiziert waren die Inder nicht, denen ich begegnet bin, außer die haben sowieso in Deutschland studiert oder schon Jahre hier oder in den USA gearbeitet. Ich glaube nicht daß man von einigen Superhirnen, die es in allen Ländern gibt, auf "die Inder" schließen kann. Da werden sich manche noch Wunder, oder die Ausbildung ist um einiges besser geworden. Nur, wenn man die arbeitslosen Fachkräfte in Deutschland nicht in einem Jahr so schulen kann, daß sie halt E-Commerce oder Windoof entwickeln können, dann ist das ein Armutszeugnis für die Schulungsbranche, sonst nix.
Da geht es mehr darum, daß die Branche die Gehälter nicht zahlen will die man müßte, oder eben nicht an fest Angestellte. Sondern eben an Leute, die man einfach wieder nach Hause schicken kann, ohne Rentenansprüche, etc. Zahlen die in die Sozialkassen ein, wenn sie über eine Firma in Indien "ausgeliehen" sind ? Nein ? Ob das nicht einfach nur billiger ist ?
Klaus ist offline  
Alt 26.05.2000, 19:12   #3
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Registriert seit: 05/2000
Beiträge: 92
Hallo!

Mich interessiert mal eure Meinung über die derzeitige Diskussion über die Wehrpflicht und den Zivildienst und deren Abschaffung etc.

Ich selbst bin in der IT-Branche tätig. Meinen Zivildienst muss ich noch ableisten. Ich bewarb mich nach meiner Ausbildung bei einigen Firmen und bekam auch tolle Job-Angebote. Selbst die Tatsache, das mein Zivildienst noch aussteht, hat die Firmen nicht daran gehindert, mir einen Arbeitsvertrag anzubieten.

Aber ich bin der Meinung es wäre besser, jungen Nachwuchs zu fördern und in der Branche einzusetzen als 70.000 Menschen aus dem Ausland reinzulassen (Anmerkung: habe nichts gegen Ausländer!!). Was meint ihr dazu.

Junge Deutsche aus der Berufswelt rausholen um sie teilweise sinnlos rumsitzen zu lassen (in der Zivildienstordnung steht geschrieben, das jede Zivildiensstelle ihre Arbeit so zu organisieren hat, dass sie auch ohne einen Zivildienstleistenden auskommen muss) oder Ausländer reinkommen lassen, damit die Wirtschaft angekurbelt wird.

Gruss
x_max
x_max ist offline  
Alt 26.05.2000, 19:43   #4
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Registriert seit: 02/1999
Beiträge: 576
Hallo x_max,

Dein Name klingt nach einer Variable in einem Computerprogramm http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/wink.gif, war das Absicht? Also das sind gleich zwei Sachen, die Du da anbringst. Zum einen die Sinnhaltigkeit (bzw. -losigkeit) eines Jahres, was man noch ableisten muss und die Problematik Greencard.

Also zum ersten, die Moeglichkeit aml fuer ein Jahr was voellig anderes zu machen, sahen viele als Bereicherung an. Nichtdestotrotz kenne ich viele Beispiele, wo Maenner eingezogen wurden, als sie mit anderen eine Firma aufbauten, oder zu Beginn des Studiums. Dann ist es sicher aergerlich, weil man schon einen Weg eingeschlagen hat und das Ganze nur noch als laestig ansieht. Allerdings muss man auch sehen, dass die meisten, die keinen Antrag auf Musterung bekommen haben, darauf spekulierten, herumzukommen. In dem Fall waere es besser gewesen, selber einen Antrag auf Musterung zu stellen (hat glaub ich einen bestimmten Namen), um nach der Schule wenigstens das hinter sich zu haben und man kein Damokles-Schwert ueber einen hat.

Und nun zum Thema "Greencard". Ich glaube, da sind verschiedene Sichtweisen moeglich. Nur eins ist klar, totale Ablehnung oder Dauerloesung ist nicht angebracht. Fakt ist, dass es zu wenig Informatik-Abgaenger gibt. Es gibt aber eine Reihe von arbeitslosen Akademikern, die die Faehigkeit besitzen im IT-Bereich zu arbeiten. Es muss auch die Bereitschaft dasein. Die Zahl von 70.000 war etwas zu hochgegriffen, geplant sind wohl 10.000 evtl. 20.000. Nur muss man sehen, dass beispielsweise ein Informatik-Student in Indien lieber nach UK oder die USA gehen wird, zum einen wegen der Sprache, zum anderen die breuflichen Chancen. In den USA herrscht im Moment ein noch viel groesserer Bedarf, was eine grosse Sog-Wirkung haben wird, (auch auf deutsche Informatiker). Ich finde es in Ordnung, kurzfristig Auslaendern die Mogelichkeit auf Arbeit hier zu geben, weil es eine begrenzte und gezielte Aktion ist. Der Bedarf ist eben emenz gross, was sich selbst hier noch nicht rumgesprochen hat. Aber wo ich das grosse Manko sehe ist, dass die Universitaeten nicht in der Lage sein werden mit einem Schlag doppelt so viele Informatiker auszubilden. An meiner ehemaligen Uni werden die Dozentenstellen weiter gekuerzt, wie soll man mit weniger mehr leisten? Da liegt die Schuld an den Bundeslaendern. Es war schon traurig zu sehen, wie in einer Fachrichtung ploetzlich ueber 5 Doktoranten gehen mussten, weil die Stellen nicht verlaengert wurden. Das war auch ein Grund, weshalb ich schnell die Hoffnung aufgab an der Uni zu bleiben.

So, das sollte fuer die Ankurbelung des Threads reichen.

Viele Gruesse
BartS
BartS ist offline  
Alt 26.05.2000, 22:50   #5
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Beiträge: 3.571
ich kann euch nur sagen, ihr könnt zufrieden mit der bundeswehr sein. in der schweiz kommt man unter umständen ins gefängnis, wenn man verweigert. zwar ist es nicht mehr ganz so schlimm wie vor 10 jahren, aber immer noch schlimm genug. ich habe zwar erfolgreich verweigert, aber jetzt darf ich zahlen.
grant
Grant31 ist offline  
Alt 26.05.2000, 23:35   #6
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Hallo, da ist ja jetzt einiges zusammengekommen. Also dann mal los mit dem Senf verspritzen http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/wink.gif.

@Toff: Den Ueberblick habe ich auch nicht mehr, seit ich mit dem Studieren fertig war. 1993 war die Situation so, dass Informatik teilweise als NC galt, d.h. der Studienplatz war sicher, aber nicht der Ort. Durch die ruecklaeufigen(!) Anfaengerzahlen war diese Regelung nicht mehr notwendig. Das es jetzt wieder NC ist zeigt ja eigentlich nur, wie schwer es die Unis haben, die Kapazitaeten zu steigern.

@Klaus: Zunaechst sprichst Du ja viele Sachen an, allerdings scheint Deine Meinung innerhalb Deines Postings zu schwanken, naja, so kam es mir zumindest vor. Deshalb ist es schwierig zu Deinen Zeilen eindeutig Stellung zu beziehen. Aber man muss sagen, dass Deine Inder *g* sicher nicht den Normalfall darstellten. Scheint fast so, als wenn sie durch ihr deutsches Studium so ein paar nette, deutsche Bequemlichkeiten angeeignet haben (kann ja auch ganz wichtig sein, um im Umfeld sich zu integrieren). Unser Unternehmen verfuegt ueber enge Kontakte nach Indien. Ein Kollege war jetzt 3 Monate dort und berichtete ganz ausfuehrlich. Er hat die Inder als wirklich intelligente Informatiker erlebt. Die Probleme die auftauchten waren anderer Natur, dort herrscht mehr die Mentalitaet vor dem "Untergebenen" genau das zu sagen was sie machen, sprich programmieren sollen. Wenn man das so macht, dann kommen wirklich die besten Resultate raus, nur mangelt es ihnen, eigene Entscheidungen zu treffen.

Nun gut, das soll mal dazu genuegen.

@Grant: (jetzt zur Armee) ist ja interessant in der Schweiz. Welche Moeglichkeiten hat man, wenn man keinen Dienst an der Waffe leisten will? Inwieweit musst Du jetzt draufzahlen?

P.S.: Vor einigen Monaten stand in einer SZ-Beilage ein interessanter Artkel ueber die Fahrradstaffel in der schweizerischen Armee. Tja, die Schweizer sind manchmal wirklich anders als die anderen http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/wink.gif.
BartS ist offline  
Alt 27.05.2000, 00:09   #7
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Beiträge: 3.571
barts,
die schweiz ist nun auch daran, nen sogenannten ersatzdienst anzubieten.
man zahlt so an die 1000-2000 fränkli pro jahr. allerdings musste ich mir damals schon was einfallen lassen, damit ich nicht ins gefängnis kam. ich blieb einfach im bett liegen und liess mich 2 tage lang anschreien bis sie mich nachhause geschickt haben. schliesslich landete ich bei nem seelendoktor welcher mir meine moralischen bedenken, mit ner waffe auf menschen zu zielen, bestätigte.
obwohl ich selbst seit fast 20 jahren kickboxe, halte ich nix von gewalt gegen menschen. das was ich schon auf der strasse gesehen habe, finde ich zum kotzen, meistens wird da ohne rücksicht geprügelt, auch wenn der andere schon am boden liegt. ich musste mich zwar auch schon verteidigen, aber da ist niemand ernsthaft verletzt worden, ich konnte den anderen meistens irgendwie besänftigen. daher habe ich umso mehr probleme mit waffen, die "NUR" zum töten da sind.


ja die fahrradstaffel ist nicht zu unterschätzen, da sie extrem mobil sind und lautlos überall vorstossen können. ausserdem sind das meistens ziemliche tiere, die körperlich in sehr gutem zustand sind. na ja, das einzig gute daran ist wohl die sportliche betätigung.
grant
Grant31 ist offline  
Alt 11.06.2000, 13:53   #8
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Beiträge: 106
Hi, Hi.

Was die Zahlen betrifft, wieviel letztendlich an Informatiker gesucht werden, schwankt zwischen 20.000 und 30.000.
Toff: Was den NC betrifft, habe ich gehört, daß sie den in Berlin wieder zum Wintersemester einführen wollen, weil das liebe Geld nicht ausreicht.

Aber ich denke auch das Problem mit den Indern liegt dadran, daß in Indien nochmehr freie Stellen sind wie in Deutschland, weil vielleicht die Inder alle in den USA oder UK arbeiten wollen. Wodurch natürlich die Informatiker aus den ehemals Ostblockländern jetzt die Möglichkeit haben nach Deutschland zu kommen, was zuteil auch schon passiert.

Clive
deClive ist offline  
Alt 12.06.2000, 22:53   #9
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Beiträge: n/a
.... wirklich interessant.......... ich sage mal.... ein gesundes Halbwissen......

Um die Problematik mal auf den Boden der Tatsachen zurückzuführen fange ich mal an Euch an die Grundzüge unseres demokratischen Staatssystems zu erinnern. Artikel 17a des Grundgesetzes ist verfassungsmäßige Grundlage ein Gesetz über den Wehrdienst zu erlassen. Dies hat unser Gesetzgeber dann auch getan.
In § 1 des Wehrpflichtgesetzes kann man die genaue Definition – wer der Wehrpflicht unterliegt, nachlesen. Jedoch hat der Gesetzgeber auch sogenannte Wehrdienstausnahmen definiert, eben um wehrpflichtige junge Männer, die entweder besondere Gründe anführen können und somit von der Wehrpflicht zurückgestellt oder gar befreit zu werden, oder aber nicht wehrdienstverwendungsfähig/wehrdienstunfähig im Sinne der §§ 9, 10 oder 11 WPflGes sind. Bei Studium oder Ausbildung des Wehrpflichtigen ist sich der Gesetzgeber durchaus der wirtschaftlichen Gesamtsituation und der Arbeitsmarktlage bewusst. Er hat dem Rechnung getragen und die Ausbildung (auch das Studium unter gewissen Vorraussetzungen) mittels § 12 Abs.4 Nr. 3 a-c WPflGes unter eine besondere Form des Schutzes gestellt. Auf Antrag wird der Wehrpflichtige dann für die Dauer der Ausbildung ( unter Berücksichtigung der besonderen Altersgrenzen) zurückgestellt. Soviel mal zum Thema Wehrpflicht und Ausbildung...... ach ja...... interessant ist, dass bei Bewerbungen und der Vergabe von Ausbildungsplätzen immer noch sehr großer Wert auf das Ableisten der Wehrpflicht gelegt wird.... nur so am Rande....

Auslandssemester oder der Aufenthalt außerhalb der Bundesrepublik Deutschland ist dann wohl in Bezug auf die Greencard das nächste Thema........ viele Heranwachsende wissen nicht, das die Wehrüberwachung bereits im Laufe des 17. Lebensjahres beginnt und mit Vollendung des 17. Lebensjahres bereits eine Genehmigung des zuständigen Kreiswehrersatzamtes erforderlich ist um die Bundesrepublik Deutschland für einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten zu verlassen (§3 Abs.2 WPflGes). Auch hier ist der Gesetzgeber, nach dessen Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien die Wehrersatzbehörde ja handeln muss, äußerst großzügig geworden..... denkt er dabei doch auch an Vorgänge wie die Europäische Integration oder die sozioökonomischen Entwicklungsprozesse. Jeder Wehrdienstberater in jedem Kreiswehrersatzamt wird Dich umgehend beraten und Dir helfen die Befreiung oder Genehmigung zu erwirken.
Zur Thematik Wehrpflicht oder nicht, möchte ich mich abschließend sehr kurz halten; in einem Sozialstaat, der ohnehin schon ein engmaschiges Netz anbietet indem auch echte Schmarotzer und arbeitsscheue Staatsbürger, die man mittlerweile immer schlechter von wirklich Bedürftigen unterscheiden kann, aufgefangen werden, halte ich persönlich unbedingt an der Pflicht, einmal etwas für den Staat zu leisten unbedingt fest. Die Verwendungsmöglichkeiten der Bundeswehr verändern sich ständig. Im Bereich Informationstechnik, Kryptographie, Fernmeldetechnik und Waffensysteme ist die Bundeswehr eine der modernsten Armeen der Welt. Mittlerweile hat man auch langsam gelernt, die Neigungen und Wissenspotentiale, die die Wehrpflichtigen in die Bundeswehr mitbringen auch zu nutzen. Soldaten werden berufsorientiert verwendet, Interessengruppen werden bundesweit zu Forschungs- und Entwicklungsteams zusammengefasst und Ausbildung, auch außerhalb der militärischen Möglichkeiten werden permanent gefördert.
Einfach mal unverbindlich zum Wehrdienstberater des Kreiswehrersatzamtes tapern und wirklich mal ein Beratungsgespräch führen...... und keine Angst....... der gibt Dir den Einberufungsbescheid nicht gleich mit......

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung .... einfach mailen...... TH-Mail@Web.de

So long
Timbo
 
Alt 13.06.2000, 04:39   #10
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Sag mal, bist du ein Wehrdienstberater? http://xlovetalk.futurequest.net/ubb/wink.gif

*Toff ist untauglich, und kann gut damit leben*
Toff ist offline  
 

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