![]() |
|
|
#1 |
|
Special Member
Registriert seit: 02/2000
Beiträge: 3.571
|
hi ihr, wie ihr zum teil ja schon wisst, stamme ich aus der schweiz, und bei uns wieder das alte thema abtreibung politisch aktuell. wie seht ihr die situation? soll oder darf eine frau selbst entscheiden ob sie ihr kind behalten will oder nicht? welche sachlichen argumente gibt es in dieser hinsicht? Jeder scheint hier seine eigene grenzen zu stecken, aber irgendwie sollte man doch zu einem entscheid kommen, die der akzeptanz der mehrheit entsprechen würde…eine illusion?
grant |
|
|
|
|
#2 |
|
Member
Registriert seit: 06/2000
Beiträge: 349
|
Auch nach vielen Jahren des Nachdenkens über das Thema bin ich zu keinem endgültigen Schluss gekommen. Doch, zu einem: es gibt in meiner Überzeugung weder ein unbedingtes "Ja", noch ein unbedingtes "Nein" in punkto Abtreibung.
Ich habe das Gefühl, dass oft aus egoistischen Gründen abgetrieben wird, das werdende Kind dabei als "Sache" betrachtet wird - zur Gewissensberuhigung? Je schärfer und damit unsachlicher die Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern wird, desto mehr tritt dabei das Kind, welches die Ursache dieser Diskussion ist, in den Hintergrund. Gegner verunglimpfen die Frauen als verantwortunglose Verbrecherinnen, während die betroffenen Frauen derart eindringlich auf ihr persönliches Recht beharren, dass es mir vorkommt, es geht ihnen auch nicht mehr darum, was aus dem Kind wird. Die Zwischenlösung, die bis zur - ich weiss im Moment nicht, welcher Woche - die Abtreibung erlaubt, gefällt mir nicht, da ich glaube, dass das Leben im Moment der Zeugung entsteht. Vielleicht ist die einzige Lösung ein generelles Verbot oder eine generelle Erlaubnis. Aber, wie gesagt - ich komme zu keinem Schluss. |
|
|
|
|
#3 |
|
Special Member
Registriert seit: 02/2000
Beiträge: 3.571
|
hab was dazu gefunden (kunstück das internet ist ja auch voll damit) was sich zu überlegen lohnt:
"Der Bauch ist ein Teil der Mutter. Das Kind aber nicht. Es ist ein einmaliger und eigenständiger Mensch mit eigenen körperlichen und geistigen Anlagen, die vom Augenblick der Befruchtung an eingeprägt worden sind. Das Kind ist bei der Mutter zu Gast, um von ihr Herberge und Nahrung zu erhalten." meiner meinung nach ist das zwar eine lohnenswerte überlegung und so gesehen kann ma wohl kaum widersprechen, aber wird man damit allen schicksalen gerecht? grant [Geändert von Grant31 am 23.06.2000 um 10:15 Uhr] |
|
|
|
|
#4 |
|
Golden Member
Registriert seit: 12/1999
Beiträge: 1.048
|
hmmm
.
[Geändert von Sculda am 27.02.2001 um 18:59 Uhr] |
|
|
|
|
#5 |
|
-
Registriert seit: 08/1999
Beiträge: 3.700
|
"Und ich habe oft gehört daß es einen das ganze Leben lang belastet." - ich hoffe nicht, sculda, sonst werde ich verrückt. und es ist ein sehr trauriges thema.
ein mensch hat mir mal gesagt, es ist im endeffekt egal, ob der mann seine wichse in ein kondom spritzt und es dann wegschmeißt, oder in den leib der frau, wo "es" dann einige zeit gebährt. weg ist weg,,, jede spermienmasse hätte ein kind werden können, wenn das "schicksal" es so wollte. ja - wenn ich das verinnerlichen könnte, dann würde es sicher nicht so quälend und belastend sein. doch es geht halt nicht. man fühlt sich so schuldig als frau. wenn es frauen gibt, die sich normal fühlen danach und das wachsene kind als "sache", die man mal eben wegmacht betrachtet, so kann ich es nicht verstehen. nein,,, das kann ich nicht verstehen. wieso fühlt sich der vater nie so schuldig? |
|
|
|
|
#6 |
|
misanthrophil
Registriert seit: 04/2000
Beiträge: 3.378
|
Hi an alle und vor allem
hi Grant, danke für's bussi, damit hat sich der Zweck meines Daseins erfüllt! ![]() Aber nun Scherz beiseite, das Thema hier ist ja eher ernst. Ich ecke mit meiner Meinung bezüglich Abtreibung oft an, denn ich vetrete sie doch ziemlich vehement. Meiner Meinung nach besteht eine große Gefahr, daß Frauen Abtreibung als so eine Art "Verhütung" benutzen, das hab ich leider immer wieder so erfahren bzw. empfunden, wenn es in meinem Bekannten- oder Freundeskreis zu einem Schwangerschaftsabbruch kam. Ich finde, das ist ein ziemlich verantwortungsloses Verhalten, da ich den Standpunkt vertrete, daß der Bauch der Frau vielleicht ihr gehört, aber nicht das Kind bzw. der Foetus darin (siehe Grants Ausführung oben). Wer meint, es ist alt und verantwortungsbewußt genug Sex zu haben, sollte auch genau Verantwortungsgefühl haben, einer Schwangerschaft vorzubeugen. Es gibt doch nun weiß Gott genug Verhütungsmethoden! Ich will hier jetzt nicht über die Fälle, die trotz Pille und Kondom passieren, Schwangerschaft nach Vergewaltigung oder Lebensgefahr für Mutter und/oder Kind diskutieren, denn das sind Einzelfälle! Aber andere ungewollte Schwangerschaften, finde ich, sollten nicht passieren! Klar, Sex macht Spaß und ich gönn ihn jedem, aber ich denke, man muß für jede seiner Handlung bereit sein die Verantwortung zu übernehmen. Am besten ganz einfach durch Verhütung!!! Mein Ziel ist es nicht durch die Verbreitung dieser Meinung Frauen zu verurteilen, die abgetrieben haben, sondern zu verhindern, daß es überhaupt soweit kommt. Das muß doch möglich sein, oder? *hoff* Und - Gina, wieviel hat der Vater denn schon zu sagen in so einer Situation? Ist ja schließlich nicht sein Bauch! Gruß! puesta del sol aka ashara |
|
|
|
|
#7 |
|
Quelle der Weisheit
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 3.118
|
Also, als Verhütung sehen das wohl nur die allerwenigsten Frauen.
Alleine deshalb schon weil so viele nachher Probleme damit haben. Zu den Vätern will ich nur das sagen: Die Frauen haben mit Zähnen und Klauen dafür gekämpft, daß der Mann in der Sache nichts zu sagen hat, er darf nur (muß gefälligst) den Standpunkt der Frau unterstützen, egal was er selber fühlt. das das zu einer gewissen "Wurschtigkeit" führt, ist auch klar. Denn ich denke, daß ein Vater, der das Kind will, durchaus auch darunter leidet (aber der ist dann ein Reaktionär, der seine Frau nur an den Herd stellen will, etc.) Den Aspekt haben sich die Frauen selbst zuzuschreiben (alleinige Entscheidung=alleinige Verantwortung). Dafür oder dagegen? Keine Ahnung, ich verstehe beide Linie, will und kann aber keine allgemeine Lösung für dieses Dilema schaffen. |
|
|
|
|
#8 |
|
Senior Member
Registriert seit: 04/2000
Beiträge: 857
|
Zu einem eindeutigen Ja oder Nein komme ich auch nicht. Prinzipiell bin ich der Meinung, dass die schwangere Frau die letzte Entscheidung fällen darf und muss! Unter keinen Umständen ein Staat mit Gesetzen oder gar die Kirche.
Was allerdings richtig ist, dass der werdende Papa oft bei der Entscheidung unberücksichtigt bleibt. Dazu sollte man aber vielleicht auch sehen, dass das Kind 20 Jahre bei der Mutter leben wird und der Vater, nicht gerade selten, die nächsten Jahre nur noch zum Zahlen zur Verfügung steht und höchstens jedes 2. Wochenende mal ein paar Stunden Verantwortung übernimmt. Bei den vielen geschiedenen Ehen bzw. zerbrochenen Beziehungen unserer Zeit sollte das mit in die Überlegung der schwangeren Frau fallen. Nein Männer - zerfleischt mich nicht. Glücklicherweise ist das ja nicht immer so. Aber ich persönlich bin in dieser Hinsicht verhältnismässig pessimistisch. Allerdings in einer Ehe (die ja eigentlich fürs ganze Leben geschlossen wird) sollte der Mann unbedingt gleichberechtigt mit der Frau entscheiden können. Aber was machen, wenn einer das Kind will und der andere nicht? |
|
|
|
|
#9 |
|
Quelle der Weisheit
Registriert seit: 11/1999
Beiträge: 3.118
|
Also was jetzt Dani? Bei Eheschließung beide oder nur die Frau? Oder kennst du eine Methode (aus Frau im Spiegel?), wie man feststellen kann, ob die Beziehung hält?
Und was ist mit den Kindern, die beim Mann bleiben, darf da die Frau nicht mitreden? ![]() Leider muß der Staat die Rahmenbedingungen schaffen, denn irgenwer muß z.B. festlegen, ob ein Embrio bereits als Mensch gilt. Sonst könnten wir auch diskutieren: Wenn Großmutter krank wird und ich mir das Altersheim nicht leisten will/kann, darf ich dann "Abtreiben"?
|
|
|
|
|
#10 |
|
Member
Registriert seit: 01/2000
Beiträge: 72
|
Ich will noch einen neuen Gedanken einbringen.. was ist mit Familiene, die eine Genkrankheit haben. Familie X hat ein Kind, das diese Genkrankheit hat. Sie will jetzt gerne noch ein 2, aber die chancen, dass es auch krank ist stehen 3:1. Soll in diesem Fall Abtreibung erlaubt sein, wenn bei dem Embryo eine Gekrankheit erkannt wird, oder muss die Familie versuchen damit zu leben??
|
|
|