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Alt 16.07.2000, 01:38   #1
Havanna
Junior Member
 
Registriert seit: 04/2000
Ort: brd 22767 hamburg
Beiträge: 1
lic! ziemlich viel text!

Ich ändere doch noch etwas, indem ich das jetzt voran stelle. Danke, dass Du es doch lesen willst. Es fängt ziemlich versponnen und naiv an. Aber wenn Du wissen willst, wo ich stehe, lies.
Ich will Dich nicht einwickeln, ich will Dich nicht treiben – ich will, dass Du mich verstehst.
Weiter unten geht es noch einmal um diesen grandiosen Auftritt am Wochenende. Stimmt soweit, aber eigentlich fühle ich mich (zumindest im Moment) ganz anders. Tu es, mach, lass Dich nicht von mir abdrängen, auch wenn ich es versuche. Lebe Dein Leben. Aber vergiss bitte nie, was Dein Leben mir bedeutet.


Dienstag, 11. Juli

Nicht jede Entwicklung hält das, was Sie verspricht. Sie haben sich durch eigenes Verschulden in eine heikle Situation hinein manövriert. Seien Sie nicht zu enttäuscht, wenn sich Ihre Pläne nicht so leicht verwirklichen lassen, wie Sie zunächst vermutet hatten. Genaugenommen sollten Sie heute lieber kleine Brötchen backen, denn sogar die werden Ihnen heute nicht besonders gut gelingen! Im Zweifelsfall sollten sie beherzigen, dass Reden Silber und Schweigen Gold sein kann Vielleicht gelingt es Ihnen, sich in das Fahrwasser erfolgreicher Sternzeichen zu begeben? Von ihrem Partner können sie sich Verständnis erhoffen, ein harmonischer Abend ist machbar.

So ist also das Leben – das sind zwei zusammen gemixte Horoskope, die mir heute mein Organizer kund getan hat. Eins von mir – eins von Dir. Rate, welche Sätze aus deinem Horoskop stammen: Nein, der nicht und auch nicht der andere!
Im Zweifelsfalle Schweigen. Hmmm. Ist Schreiben eigentlich Reden oder zählt das auch als Schweigen.

Euer Telefon funktioniert ja wahrscheinlich immer noch nicht, sonst könntest Du vielleicht diese Adresse mal ausprobieren: http://www1.inetmail.de/virtual-angel/. Einige Sachen sind hier wirklich gelungen (andere schon fast schwachsinnig – aber das Positive überwiegt).

Vielleicht zwei, drei Kostproben?

Vieles

Vieles was ich für Dich empfinde
Kann ich nicht in Worten schreiben
Vieles was ich schreibe
Könnte ich Dir nicht sagen
Vieles was ich Dir sage
Wirst Du nicht verstehen
Vieles was ich nicht verstehe
Sind meine Gefühle für Dich
Viele meiner Gefühle
Versuchen in Deinem Herzen zu enden
Viele Enden hat mein Herz
Und doch nur ein Ziel
(Autor unbekannt)
Ich hoffe...
Ich hoffe, dass ich Deine Härte aushalte,
ohne mich zu verschließen und dich zu verachten.
Ich hoffe, dass Du nicht aus Willkür hart bist,
sondern Gründe hast, die ich einmal verstehen werde.
Ich hoffe, dass keine Wunde unheilbar ist
und keine Nacht so dunkel,
dass sie nicht durch Licht zu erhellen ist.
Ich hoffe, dass Du meine Grenzen erkennst,
so wie ich Deine, damit wir einander nicht zerstören
und dabei alles verlieren.
Ich hoffe, dass wir immer wieder
Wege zueinander finden werden
und bereit sind, die Schmerzen und Enttäuschungen
auf uns zu nehmen
um das Wunder der Begegnung zu erleben.
(Ulrich Schaffer)

Liebe ist ein Geschenk

„Ich bin ein Teil von Dir“, sagte die Eifersucht in vorwurfsvollem Ton zu der Liebe.
„Warum versteckst Du mich, als würdest Du Dich für mich schämen?“
„Du bist kein Teil von mir“, erwiderte die Liebe, „im Gegenteil. Wir sind wie Tag und Nacht.
Du entspringst der Angst und dem Misstrauen. Ich bin ein Kind der Freude und des
Vertrauens.
„Nein, ich bin Deine dunkle Seite, die Du nicht wahrhaben willst. Und ich gebe Dir die
Kraft, um das Herz eines Menschen zu kämpfen“, behauptete die Eifersucht.
„Du gibst mir gar nichts“, erwiderte die Liebe, „denn Du kommst, bin ich nicht mehr
da. Wann lernst Du endlich: Wer um das Herz eines Menschen kämpft, hat es bereits
verloren. Denn ich, die Liebe, bin ein Geschenk.“


Wie geht es Dir? (Jaja, ich gebe zu: Das ist mein Favorit!)

„Wie geht es Dir?“, fragte sie ihn am Telefon.
„Wenn es Dich wirklich interessiert, finde es heraus“,
sagte er. „Komm vorbei!“
Sie schwieg eine Weile. Dann sagte sie: „Gut. Aber
Wenn es Dir schlecht geht, gehe ich wieder.“
„Es geht mir jetzt schon schlecht“, sagte er.
„Du kannst Dir den Weg sparen.“

Erst dann (das ist für Denise – ich hoffe, es geht ihr nicht so)
"Ich möchte ein Kind zur Welt bringen, damit mein Leben einen Sinn hat", sagte eine Frau zu ihrem Freund.
"Du musst den Sinn deines Lebens in dir selbst finden", gab ihr Freund zur Antwort. "Erst dann kannst du einem Kind eine gute Mutter sein. Sonst würdest du nur versuchen , die Leere in dir mit einem Kind zu füllen. Mit der Zeit würdest du feststellen, dass ein Kind diese Leere nicht füllen kann. Es kann dich nur davon ablenken."
Da warf die Frau ihrem Freund vor, dass er sie nicht richtig lieben würde und verließ ihn bald darauf.

Mit dem entsprechendem Herzschmerz ließt sich das natürlich besonders reizvoll. So wie ich Dich kenne, hast Du die meisten Sachen wahrscheinlich schon mal gelesen. Naja, so verbringe ich jedenfalls meine Mittagspause. Und jetzt gehe ich erst einmal etwas essen – bis gleich.

Und schon fertig, meinen wirklich gigantischen Hunger gestillt. Und jetzt soviel so zu tun, dass keine Zeit mehr für heute bleibt.

Mittwoch, 12. Juli
Die wichtigsten Sachen sind erledigt – die Mittagspause naht (hurra!).
Ich stelle fest, dass meine Sehnsucht offensichtlich einen festen Tagesablauf ab. Nach dem Aufwachen ist sie extrem schlimm, bis ich dann endlich auf Arbeit angelangt bin – dann schläft sie wahrscheinlich und ruht sich aus, um mich mit Beginn der Pause wieder richtig zu piesacken. Dann das Nachmittagsschläfchen, ein bisschen Sehnsucht zum Abendbrot, eine kurze Verschnaufpause beim Spazieren im Park und dann der wirklich gemeine Showdown (Sehnsucht gegen Verstand!) bis ins Bett.
Die Gedichte von gestern sind wirklich hübsch. Das Horoskop gibt heute leider gar nichts her – außer, dass Du heute einen geselligen Abend mit Freunden verbringst, bei dem Du Dich gehen lassen sollst – und das wollte ich nun überhaupt nicht wissen.
In der aktuellen Ausgabe von GOLD.de ist übrigens die Kamasutra-Geschichte, in der Daniela Ebert (21), Barfrau aus Hamburg, der Welt von ihren sexuellen Ausschweifungen berichtet. Eigentlich steht Dir dafür ein (kleines) Honorar zu (die gehen momentan noch ziemlich großzügig damit zu Werke). Ich denke so 50/75 Mark. Brauche ich allerdings eine Rechnung von Dir mit Kontonummer und Bankleitzahl. Und das bis spätestens Ende des Monats – also wird das wahrscheinlich nichts.

Hab´ was gefunden!

Bilderschau


Das Bild von dir in dir.

Du liebst mich nicht.
Du liebst es, mich zu lieben.

Das Bild von dir in mir.

Du liebst mich nicht.
Du liebst es, dass ich dich liebe.

Das Bild von mir in dir.

Du liebst mich nicht.
Du liebst es, deine Liebe an mir zu entfachen.

Das Bild von uns.

Du liebst mich nicht.
Du liebst dich durch mich.

(also bei dem Gedicht weiß ich nicht so genau, wer von uns diese Verse denken könnte, aber irgendwie ist es interessant)

Break: Schluss mit Romantik
Die Realität ist eine durch Alkoholmangel hervorgerufene Scheinwelt.
Break out: Bitte keine Stammtisch-Parolen

Das diese romantischen Anwandlungen aber auch immer erst dann an die Oberfläche gelangen, wenn sie völlig sinnlos geworden sind. Sehr merkwürdig.
Heute morgen (wann auch sonst) hatte ich einen hübschen Gedanken: Wir nehmen uns ein oder zwei Tage für einander Zeit, fahren nach (z.B.) Berlin, buchen dort ein niedliches kleines Hotelzimmer und machen uns eine schöne Zeit. Gesetzt den Fall, wir entscheiden uns für zwei Tage: 48 Stunden Dani, und an einem Ort wo uns (vor allem Dich) keiner kennt – also, für mich ist das gegenwärtig eine traumhafte Vorstellung. Für Dich wahrscheinlich eher real gewordener Albtraum. Und es geht mir nicht um Sex, sondern um Nähe, wobei ich natürlich ziemlich viel probieren werde, um Dich ins Bett zu kriegen.

Wenn Du wüsstest mit wie vielen Männern ich schon im Bett war! – der Satz setzt sich so langsam in meinem Kopf fest – war völlig, unnötig, so etwas zu mir sagen.

Übrigens bin ich der Meinung, dass ich das richtig gemacht haben. Sicherlich war die Reaktion arg übertrieben, aber von der Schärfe und auch von der Entschlossenheit her angemessen. Auch wenn das Bunte Kuh und Konsorten und auch Du nicht verstehen – es war richtig. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass da vorher etwas passiert sein muss, dass irgendwie an mir vorüber gegangen ist. Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, dass Du irgend etwas weißt, oder hören willst oder wie auch immer, was ich nicht weiß, oder nicht sagen kann, oder wie auch immer.

Und eines muss ich dann auch noch los werden: Ich soll mich
wie ein anständiger Mensch verhalten? Meine liebe Dani, wenn ich ein anständiger Mensch wäre, würde ich spätestens seit meiner zuckersüßen Joyleen nichts mehr mit Dir zu tun haben. Und so tun, als ob, halte ich für falsch (falsch = verlogen). Weißt Du, ich habe manchmal Phasen, in denen Du sehr gut mit mir zurecht kommst. Das passiert dann, wenn ich (sehr genau) überlege, was ich mit Dir machen will, was ich in der Zeit mit Dir erreichen will – und zu einem Ergebnis komme, bei dem ich mir sicher sein kann, dass Du genau das machen wirst, was ich mir vorstelle.
Wahrscheinlich verstehst Du das unter anständig, und im Prinzip ist es ja auch nichts unanständiges. Aber meisten Worte und Handlungen sind dann fast schon einstudiert, um bloß keinen Fehler zu machen. Ich würde es nicht ablehnen, wenn wir von Zeit zu Zeit mal gemeinsam etwas entwickeln könnten. Oder Du überhaupt erst einmal von Dir aus auf mich zukommst.

So: ein Uhr. Ich habe Hunger. So schlecht kann es mir also nicht gehen. Das war eine Zeitlang ja wirklich schlimm mit der Esserei bzw. mit der Nicht-Esserei. Würde mich freuen, wenn es daran liegt, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauche. Ah ja, Sorgen machen um Dich – das wäre doch ein interessantes Thema für morgen.

Heute schreibe ich doch noch etwas (ist gerade nicht viel zu tun bzw. ich mache nicht viel).
Diese Nacht in der Videokabine. Plötzlich fand ich mich mit Dir in diesem wirklich lausigen Porno-Kino wieder. Eintritt 12 Mark pro Nase, wenn ich mich richtig erinnere. Verschwendet. Eine Atmosphäre wie aus dem drittklassigsten Ekelporno, der dicke Typ hinten links in der Ecke, die wahllos angeordnete Stühle und verlausten Sessel, die Großbild-Leinwand und der schmierige Streifen darauf – und Du sagst nicht von selbst, dass wir da nichts zu suchen haben. Das sind die Momente, in denen ich wirklich Angst vor Dir bekomme – wie machst Du das mit anderen Männern. Um so schöner die kurze Zeit danach. Wieder ein Porno-Laden, aber diesmal mit kleinen Videokabinen. Erst einmal nachschauen, ob die auch sauber sind. Bloß nicht in die Spermapfützen (oh, die Rechtschreib-Funktion von Word kennt das Wort Spermapfütze nicht?! Vielleicht mit Bindestrich: Sperma-Pfütze? Auch nicht. Also Sperma Pfütze. Das klappt!) also, bloß nicht in die Sperma Pfützen anderer Männer treten. Eine Kabine ist sauber. Ich setze mich, nehme Dich auf meinem Schoß. Ich werfe zwei Mark ein, das letzte Geld in meinen Taschen. Ich fange an, wahllos durch das Programm zu klicken – ein Film schauriger gedreht als der andere. Ich sage: „Drück Du!“ – aber viel zu sehen gibt es dann nicht mehr, weil die zwei Mark ablaufen. Wir küssen uns. Ich setze mich vor Dich auf die Knie. Und beginne Dich auszuziehen. Von oben nach unten, bis Du völlig nackt bist. In dem roten Licht der Videokabine siehst Du einfach atemberaubend aus. Deine Haut schillert warm und weich, die Brüste heben sich prall, zwischen Deinen Beinen schimmert dieses matte rosa Fleisch. Ich gebe Dir einen Kuss, dann noch einen – wir küssen uns, wie Du es gern magst. Nur die Lippen berühren sich. Ich küsse Deinen Hals, Deine Achseln, Deine Brüste, Deinen Bauch – dieses Fleisch im Mund. Wie sehr habe ich das gebraucht. Ich reibe Deine Klitoris. „Darf ich es Dir machen?“ Du drückst mich zurück. „Ich will Dich in mir!“ Ich stehe auf, und beginne mich auszuziehen. Als ich völlig nackt vor mir stehe, strahlst Du mich mit Deinen Augen an, und irgendwie höre ich ein kurzes Stöhnen von Dir – es klingt... ich weiß nicht wie es klingt, aber es macht unglaubliche Lust auf Dich. Ich setze mich wieder auf die Knie vor Dich und presse meinen Schwanz an Deine Schamlippen, reibe mich an ihnen. Ich habe das Gefühl, dass Du ausläufst – so nass fühlst Du Dich an. Ich lege mich halb auf Dich, wieder ein langer Kuss. Ich lehne mich zurück und schaue nach unten und beobachte, wie mein Schwanz langsam in Dich eindringt. In dem Moment kann ich es überhaupt nicht mehr aushalten. Und sage es auch. „Schhhhh!“, höre ich Dich leise und sanft in mein Ohr zischen. „Ganz ruhig!“, flüsterst Du. Ich halte still, beginne langsam meine Hüften zu bewegen, sehe meinen Schwanz in dich hinein und wieder hinaus gleiten, lehne mich an Dich. Es kommt. Wieder „schhhh!“. Du machst das Geräusch noch ein oder zweimal – es nützt nichts. Dieses Gefühl, in Dir zu sein, ist unglaublich – es macht so hilflos. Ich schaue Dich an, verlegen, aber eben auch nur einen Hauch von einem Orgasmus entfernt. Wahrscheinlich sehe ich glücklich aus. Es brennt, als mein Sperma in Dich spritzt, mein Schwanz ist völlig überreizt. Anlehnen, ausruhen, genießen. Du scheinst zufrieden. „Jetzt habe ich zum ersten Mal gesehen, wie Du aussiehst, wenn Du einen Orgasmus hast!“ Dieser Blick, den Du mir dabei schenkst! Wir reden über irgend etwas, irgend etwas zum lachen. Du fragst nach Markstücken – kein Kleingeld mehr für die Pornofilme. Wir wechseln die Plätze, wieder Du auf meinem Schoß. Wir rauchen eine Zigarette, reden. Ich streichele Dich – Du siehst sehr schön aus. Plötzlich beugst Du Dich vornüber, ganz tief – ich frage mich, was Du da unten tust. Du lehnst Dich wieder zurück. Legst den Arm um mich. „Jetzt kannst Du es mir machen?“ Ich nicke. „Wenn Du noch Lust dazu hast“, fügst Du hinzu. Lust – ich und keine Lust dazu – ich verhungere, wenn ich das nicht endlich tun darf. Wieder auf den Knien vor Dir, Du spreizt die Beine. Ich schmecke Deine Schamlippen, lecke mit meiner Zunge Deine Klitoris, so wie Du es Dir einige Male schon gewünscht hast. Ich presse meine Lippen an sie, atme tief durch Nase und Mund, um jeden noch so flüchtigen Geschmack zu genießen. Du hältst meinen Kopf in Deinen Händen, hebst ihn hoch. „Warte mal!“ „Warum?“ Eine kurze Pause, dann darf ich weitermachen. Wieder hebst Du meinen Kopf hoch. „Soll ich aufhören!“ Du sagst etwas, dass ich nicht so schnell machen darf. Dass es schöner ist, wenn ich es mit kurzen Pausen mache. Gut. Ich lecke mit meiner Zunge an Deinen Schamlippen, der glatten Haut daneben. Und widme mich immer wieder Deiner Klitoris. Irgendwann sagst Du, ganz plötzlich: „Jetzt kannst Du aufhören!“ Ich schaue Dich an. „War es das jetzt!“ Du lächelst und nickst. Ich schaue wieder auf meinen Schwanz. Von oben sieht er groß und schwer aus. Er ist glitschig und steif. Ich führe ihn an Deine Schamlippen. „Darf ich noch mal?“ Du hast nichts dagegen. Ich mache schnelle Bewegungen, greife mit meinen Händen unter Deine Oberschenkel, presse Deine Knie so weit wie möglich gegen Deine Schultern. Ich drücke Dich mit meinem Körper gegen die Kabinenwand. Ich lasse mir keine Zeit. Nach ein paar wilden Stößen ist es vorbei. „Es tut mir leid.“ „Was tut Dir leid?“ „Das ich so ruppig war!“ „Das ist schon in Ordnung!“ Von draußen ruft eine Stimme: „Ich sag es zum letzten Mal – kommt endlich raus oder werft Geld ein.“ Die Stimme hat sich schon einige Male beschwert. Wir ziehen uns an. Noch einmal ein Kuss. Wir gehen raus und Du gibst der Stimme einen Schein in die Hand. Trinkgeld für die Geduld. Das ist der letzte Moment dieser Nacht, an den ich mich erinnern kann. Mann, das war eine Nacht.

Bis morgen um die gleiche Zeit.


Donnerstag, 13. Juli 2000
Von wegen um die gleiche Zeit. 15 Uhr ist das schon. Aber jetzt muss ich einfach auch mal was für mich tun, und nicht nur für das Blatt.

Das Horoskop von heute passt ja wieder sehr – soweit es Dich betrifft, finde ich.
Bringen Sie wieder etwas Ordnung in Ihr Gefühlschaos! Heute ist weniger mehr, halten Sie den Ball flach. Ihre Gefühlswelt wirkt so ungeordnet, wie ein wilder Ameisenhaufen. Das macht Ihnen doch mehr zu schaffen, als Sie sich eingestehen wollen. Hören Sie auf, ständig den Problemen auszuweichen und in Ablenkungsmanöver zu verfallen. In der Ruhe liegt die Kraft. Hören Sie auf Ihre innere Stimme – das bringt Sie wieder zurück ins Spiel.
Das hat doch bestimmt etwas mit dem gestrigen Abend zu tun, wie gesellig warst Du denn?

Bei mir steht, dass ich reichlich Oberwasser habe und dem Leben zur Zeit so manches Sahnehäubchen entlocken kann. Lassen Sie Ihren Partner an Ihrem Glück teilhaben. Wie wäre es mit einer leidenschaftlichen Liebeserklärung. Wie bitte? Leidenschaftliche Liebeserklärung? Meine lieben Sterne – dafür ist ja wohl noch ein wenig zu früh. Außerdem schreibt das Horoskop auch gleich dazu, dass ich mir keine schmerzhaften Prozeduren zumuten soll – also was jetzt: Liebeserklärung oder schmerzfrei durch den Tag? Sterne!

Allerdings: Die Sterne lügen bekanntlich nicht. Wie könnte ich das mit der Liebeserklärung am besten anstellen. Machen würde ich es ja schon sehr gern. Anrufen! Genau, erst einmal anrufen und prüfen, wie es Dir geht (äh, falls Du das nicht verstanden hast – bei dem Wort Partner kann ich nur an Dich denken).

Wie sieht so ein Anruf aus:

Dani (fröhlich): „Hallo?“
Enrico (abwartend): „Ja, hallo – hier ist Enrico!“
Dani (genervt): „Was willst Du?!“
Enrico (eine Millisekunde schweigend): „... Ich...!“
Dani (unterbrechend und äußerst genervt): „Enrico! Ich möchte nicht mit Dir reden. Wann begreifst Du das endlich?“
Enrico (in den letzten Satz fallend und unterwürfig beipflichtend): „Ja, Dani, aber...“
Dani (höhnisch): „Außerdem habe ich jetzt keine Zeit!“ Klack! Aufgelegt.

Das wäre quasi die Standard-Variante. Nicht sehr vielversprechend. Aber vielleicht verläuft das Gespräch ja auch so.

Dani (fröhlich): „Hallo?“
Enrico (abwartend): „Ja, hallo, hier ist Enrico!“
Dani (entschieden): „Hallo! Wie geht´s Dir!“
Enrico (Böses ahnend): „Naja, geht so. Und Dir!“
Dani (selbstzufrieden): „Gut! Kann nicht klagen!“
Enrico (misstrauisch): „Hmmm...!“
Dani (nach einigen Sekunden das Schweigen unterbrechend): „Also, was gibt´s?“
Enrico (hoffnungslos): „Ich wollte gern mal mit Dir reden!“
Dani (genervt stöhnend): „Warum?“
Enrico (ausweichend): „Das sage ich nicht am Telefon!“
Dani (gelangweilt): „Dann lass es!“
Schweigen
Dani (entschieden): „Also, wenn Du mir am Telefon nichts zu sagen hast – dann lege ich jetzt auf!“
Enrico (hastig): „Na ja, hast Du nicht Lust, Dich mit mir zu treffen?“
Dani (befehlend): „Nein. Zwischen uns gibt es nichts mehr zu bereden. Ich möchte, dass Du mich in Ruhe mein eigenes Leben lässt. Mir geht es gut, und immer wenn Du auftauchst, geht es mir schlecht. Außerdem habe ich heute schon etwas vor.“
Enrico (gereizt): „Ich denke schon, dass wir miteinander reden sollten. Gut, wenn das heute nicht möglich ist, dann vielleicht morgen.“
Dani (gebetsmühlenhaft): „Ich weiß noch nicht, was ich morgen mache. Aber ich glaube nicht, dass ich mit Dir reden will.“
Enrico (gedemütigt): „...“
Dani (spitz): „Also, dann! Tschüß!“
Enrico (sauer): „Tschüß!“
Klack! Aufgelegt.

Auch kein sehr schönes Gespräch. Zumindest nicht für mich. Vielleicht funktioniert ja die dritte, auch nicht gerade unwahrscheinliche Variante.

Dani (gespannt): „Hallo!“
Enrico (betreten): „Ja, hallo, hier ist Enrico!“
Klack! Aufgelegt.

Gibt es wirklich keine schönere Möglichkeit, wie so ein Gespräch statt finden könnte. Ich meine, immerhin möchte ich Dir eine leidenschaftliche Liebeserklärung machen und das magst Du doch eigentlich.

Dani (ruhig): „Hallo!“
Enrico (ruhig): „Hallo, hier ist Enrico!“
Dani (mit ruhiger, dunkler Stimme): „Hallo!“
Enrico (knapp): „Na, wie geht´s Dir!“
Dani (lieb): „Gut, und Dir!“
Enrico (hoffnungsvoll): „Naja, es geht. Im Prinzip geht es mir gut! Störe ich gerade!“
Dani (abwartend): „Nein!“

Tja, und spätestens hier müsste mir dann etwas ganz Geschicktes einfallen, um Dich aus dem Haus und in meine Arme zu locken. Aber das wäre zumindest ein guter Anfang. Allerdings: Wenn ich es mir recht überlegen – ein Anruf bringt nichts. Die Chancen stehen 1:3, dass sich hinterher nicht mindestens einer von uns beiden ärgert. Du merkst vielleicht, dass ich die „Wir machen uns jetzt erst einmal gegenseitig Vorwürfe“-Variante nicht erwähnt habe – nach dem Stress ist mir momentan überhaupt nicht zu Mute. Ganz im Gegenteil, ich komme mir vor, als hätte ich ein Beruhigungsmittel verabreicht bekommen.

Ich könnte auch die geheimnisvolle Nummer abziehen. Nachts, Dunkelheit, Mondlicht flimmert durch neblige Gassen... Ein Wagen fährt vor. Der Fahrer steigt aus. Er wirft hastige Blicke um sich. „Rehmsstraße“, murmelt er leise. „Nummer 7. Ich bin richtig!“ Er geht auf die Tür zu, tastet nach dem Klingelbrett. Er drückt den Knopf unter dem Schild „E./Z.“. Der Summer ertönt. Der Mann wirft die Tür auf und ist meinem Satz über die Treppen vor der Wohnungstür. Im Spion erkennt er ein prüfendes Auge. Nach einigen Sekunden öffnet sich die Tür. Nur einen Spalt. Ein Wuschelkopf lugt hindurch. „Ja?“, fragt der Wuschelkopf. „Taxi für Z.!“, brummt der Mann. Der Wuschelkopf öffnet die Tür einen Spalt weiter: „Wir haben kein Taxi bestellt!“ „Doch“, behauptet der Mann. „Rehmsdorfstr. 7, Z.. Ist doch hier richtig, oder?“ „Ja, schon, aber... Moment mal!“ Der Wuschelkopf macht die Tür zu. In der Wohnung hört man Stimmen tuscheln. Nach einer Weile öffnet sich die Tür wieder. Diesmal ganz. In der Tür stehen der Wuschelkopf und ein schwarzhaariges Mädchen eng beieinander. Die Schwarzhaarige sagt: „Ich habe kein Taxi bestellt!“ Die beiden glucksen vergnügt vor sich hin. Der Taxifahrer versucht, den beiden Mädchen nicht auf die spärlich bedeckten Brüste zu starren und wird vertraulich: „Das Taxi wurde auf Ihren Namen bestellt. Es ist auch schon bezahlt. Sie sollen sich nur....“ Jetzt riskiert er doch einen Blick auf die Brüste. „Sie sollen sich nur anziehen und einsteigen.“

Na ja, soweit so gut. Das Taxi würde Dich jedenfalls in irgendein nettes Lokal bringen und da sitze ich dann und mache Dir eine leidenschaftliche Liebeserklärung (irgendwie bin ich heute recht zynisch, liegt wohl am Wetterumschwung). Wäre das eine Idee? Würdest Du einsteigen? Wahrscheinlich würdest Du gern Denise mitnehmen, aber der Taxifahrer weiß, dass er genau das nicht zu lassen soll. Irgendwie witzig – die Idee, aber funktioniert eigentlich nur, wenn wir uns vielleicht mal wieder so zusammen finden, wie es früher der Fall der war (oder besser der Fall gewesen wäre). Ich merke es auf jeden Fall vor, denn sollte es doch noch einmal klappen, gibt es bestimmt auch wieder Krisen – da kann das vielleicht eine nette Geste sein.

Ich sehe schon, dass wird heute Abend wieder ein langer Aufenthalt im Park, um den richtigen Dreh zu finden. Die leidenschaftliche Liebeserklärung wird sich wohl vertagen müssen.

Gestern hatte ich mir ja eigentlich vorgenommen, über die
Sorgen, die ich mir um Dich mache, zu schreiben. Ich glaube, dass tue ich doch nicht. Es gibt eigentlich keinen rechten Grund für diese Sorgen. Ich glaube schon, dass Du in der Lage bist, Situationen richtig einzuschätzen und einen vernünftigen Weg durchs Leben zu finden. Was bleibt mir auch anderes übrig? Pannen und Fehler passieren. Zuhauf, kann ich da aus meiner eigenen Erfahrung sagen. Was mir fehlt, ist, dass ich, wenn Dir diese Fehler passieren, nicht dazu in der Lage bin, meine Klasse auszuspielen und einfach darüber zu stehen. Anstatt mich voll auf dieses (dann aber auch – und das musst Du zugeben – wirklich unterst klassige) Niveau ziehen lassen, sollte ich eigentlich dazu in der Lage sein, Dich mit ein paar Tricks und Kniffen oder einfach nur mit einem vernünftigen Gespräch dahin zu führen, dass es Dir selbst keinen Spaß mehr macht. Das muss ich lernen – und das nehme ich mir auch vor. Normalerweise habe ich ja eigentlich die Ruhe in mir – warum ich bei Dir immer gleich durchdrehe, verstehe ich auch nicht wirklich.

Ach, da fällt mir noch etwas ein: Gestern nacht, so gegen elf Uhr bin ich vom Geldautomaten runter Richtung Deine Wohnung gestiefelt. Nichts gutes ahnend. „Vielleicht keine gute Idee, ausgerechnet hier entlang zu gehen – das kann dumm enden.“ Jedenfalls komme ich an die Ecke (bei Dir brannte kein Licht) und überlege vor mich hin: „Gehe ich jetzt die Paul-Roosen-Straße runter und in die Bunte Kuh!“ Risiko, Enrico, Risiko, warnt mich mein Verstand. Und wird natürlich gleich bestätigt, weil Denise entgegenkommt. Dann bin ungefähr einen Kilometer Umweg gelaufen, um in die Bunte Kuh zu kommen. Weil, wo Denise ist, bist Du oft nicht weit. Und auf diese Art und Weise will ich Dich im Moment nicht unbedingt sehen. Es ist einfach zu früh für so ein Kalte-Dusche-Treffen (bei meinem Glück, hält Dich dann sowieso so ein unnützer Typ im Arm). Und dann beginnt der Trip wieder von vorn.

Langt für heute – die Arbeit strahlt mich an. Bis morgen.


Freitag, der 14. Juli
Also, von Mittagspause kann man jetzt eigentlich nicht reden. Bin erst um 12 Uhr hier aufgekreuzt. Jetzt ist es 14 Uhr. Ich schreibe trotzdem mal ein wenig.

Hm! Das war ja wieder ein Auftritt. Also, leidenschaftlich schon. Liebeserklärung? Na ja. Du warst ganz schön betrunken. Ich auch – natürlich. Das Haus kann mich nicht leiden. Letzte Woche breche ich mir fast die Nase an der Tür, gestern klopfe ich gegen dieses (Miststück von einem) Fenster und die ganze Hand ist zerschnitten. Aber eingeschlagen habe ich das Fenster ja wohl nicht. Wieso ist die Hand kaputt – Antje hat ziemlich gegrinst.
Mensch, Dani. Ist doch alles nicht so schlimm. Aber jetzt darfst Du auch nicht zu machen. Ich bin dabei, zu begreifen. Das dauert, das musst Du doch verstehen können. Und so viel Gelassenheit in mich zu pumpen, dass ich ruhig bleibe, wenn Du Unsinn machst – das braucht Zeit. Und vor allem keinen Alkohol.

Ich hatte gestern Recht mit dem Anruf, nicht wahr. Wieso Du die Tür nicht aufgemacht hast, ist mir andererseits ein Rätsel. Und Du hast meine schönen Zettel nicht wirklich in die Mülltonne geworfen, oder?! Vielleicht sollte ich das, was ich jetzt vorhabe unter ein Motto stellen. Wie könnte das Motto lauten? „Dani so schnell wie möglich ins Bett kriegen!“ Nein, nur ein Scherz. Robin Williams vielleicht. „Let me entertain you!“ Das passt gut. Also lass Dich von mir unterhalten. Kostet natürlich Eintritt. Der Eintritt bist Du.

Ich gebe zu – irgendwie hat mir das gestern Spaß gemacht. Ich bin im Park gewesen, habe keine Idee gehabt (wg. Liebeserklärung). Bin in Rosis Bar gewesen – wo mich eine Mulattin derart massiv angebaggert hat – also wirklich, Frauen gibt es. Und ich hatte nicht die geringste Lust, nur Dich im Kopf. Dann bin ich in die Bunte Kuh gestiefelt, habe Zeitung gelesen, und getrunken natürlich. Und dann hatte ich die seltsame Idee, zu Dir zu gehen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, das ist ein guter Gedanke. War es auch. Ich habe mich unter Euer Küchenfenster gestellt und Euch zugehört. Macht man nicht – weiß ich. War aber beruhigend. War es wirklich. An meiner Meinung ändert sich nichts, klar. Aber Du warst in Ordnung, das war wichtig zu wissen. Ja, und dann hatte ich das Gefühl, das Du mich unbedingt sehen musst – das ist das, was ich als Flash bezeichne. Da setzt dann jeglicher Verstand aus, sorry. Tja, und den Rest hast Du ja dann erlebt. Tut mir leid für Denise. Was war das eigentlich mit Sven. Sitzt nachts um drei da rum und wartet auf ein Taxi, schien ziemlich geknickt. Ich habe ihm meinen Wachturm verraten, von dem aus sich am besten in Dein Fenster gucken lässt. Bin nicht allzu oft dort, keine Sorge. Nur wenn es ganz schlimm wird (also wahrscheinlich doch ziemlich oft).

Ich schaue mal schnell in meinen Organizer, was das Horoskop sagt.

Nä! Das gefällt mir nicht. Passt nicht. Bei mir steht: Sie sollten heute Konfrontationen nicht aus dem Weg gehen. Heute meistern Sie alle Herausforderungen souverän. Egal, was die anderen an Unkenrufen parat haben. Wer zuletzt lacht, lacht heute. Daran sollte ich unbedingt denken.

Und bei Dir? Ihrem Fleiß ist es zu verdanken, dass es zumindest beruflich einigermaßen läuft – das bringt Sie ein Stück weiter. ... Mit ein bisschen Glück treffen Sie einen alten Bekannten wieder. Motto: Alte Liebe rostet nicht. Also da wird mir schon wieder ganz anders. Bitte, bloß das nicht.

Soviel zu den Sternen.

Mir fällt gerade etwas ein. Ich gebe mal das Stichwort „Daniela“ in meine bevorzugte Suchmaschine (Alta Vista) ein. Mal sehen, was passiert.
Huch, 165880 Treffer werden angezeigt. Mal sehen, ob was hübsches dabei ist.
Scheint nicht sehr ergiebig zu sein. Lauter private Homepages von allen möglichen Danielas dieser Welt. Übrigens gibt´s auch eine Homepage http://www.schaudrauf.de/daniela - die habe ich eingerichtet. Ist aber noch nichts zu sehen. Weiß noch nicht so richtig, was ich damit anfangen soll. Das nimmt schon irgendwie manische Züge mit Dir – das Passwort zu meinem Organizer ist auch Daniela, und vieles andere auch. Wahrscheinlich ist jetzt der richtige Zeitpunkt, einfach zuzugeben, dass ich verrückt werde.

Ich probiere noch etwas aus. „Daniela +Z.“. Alta Vista fand keine Dokumente, die meiner Suche entsprachen. Und „Enrico +W.“. Gibt es da Dokumente. Tatsächlich: 237415 Webseiten.
Mir fällt nichts ein – die Nacht liegt noch schwer im Magen.

Schnell aufschreiben... Nee, geht nicht, zu nervös. Wir haben gerade telefoniert. Das übliche Gespräch siehe oben. „Dann lass es“, was soll ich lassen. Dich bei mir haben zu wollen. Wirft einfach meine Zettel weg und weigert sich sie zu lesen. Na, so was. Wie stelle ich das jetzt an, dass Du wenigstens mal einen Blick drauf wirfst. Gerade noch einmal bei Dir angerufen. Du hast sogar abgenommen – und ihn wohl beiseite gelegt (hatte gerade ein Gespräch auf der anderen Leitung). Und im Hintergrund hast irgendetwas englisch vor Dich her geplappert. Wohnen die jetzt bei Dir. Flash. Flash. Nein, nicht schon wieder.

Das war jetzt ein Gespräch. Wütend bist Du. Du wirfst mir vor, dass ich mich wie ein ******* benehme, wie ein Verrückter, stinkend und besoffen durch die Gegend renne. Stimmt, alles richtig. Aber, dass Du deswegen nichts mehr mit mir zu tun haben willst – das ist doch schwachsinnig. Du treibst mich in diese Falle, und spuckst dann auf mich. Also, so was habe ich auch noch nicht erlebt. Egal, mein Leben funktioniert – und es geht sicher auch ohne Dich. Aber es nicht schön ohne Dich. Nicht so schön, wie ich es gern möchte. Eines muss ich Dir unbedingt in Erinnerung rufen. Damals, als wir uns kennen gelernt haben – nach etwa zwei Wochen. Ich beschreibe mal die Situation. Ich hocke auf der Matratze. Du stehst an der Wand gegenüber. Wir streiten. Ich weiß nicht genau worüber. Aber es ging um uns. Irgendwann habe ich Dich wütend angeschrieen, dass Du doch gar nichts zu befürchten hast, sondern, dass ich am Ende der Dumme sein werde. Ich werde derjenige sein, der zusammen bricht, nicht Du. Den Punkt habe ich erreicht – das ist Zusammen brechen, nichts anderes. Ich kriege Dich nicht mehr zu fassen, und ich bin langsam wirklich überzeugt, dass ich Dich auch nie wieder zu fassen kriege. Zwei Jahre. Verschwendet für nichts. Für gar nichts. Außer einigen (sehr schönen, aber auch sehr hässlichen) Erinnerungen. Ich denke, Du weißt, wo ich hin will. Quatsch, ich weiß, dass Du es weißt. Ich will wieder mit Dir zusammen sein. Dani, Du kannst Dir nicht vorstellen, wie es für mich ist, wenn Du nicht da bist. Dann lieber Telefonterror, da höre ich wenigstens Deine Stimme und weiß, dass Du mich zur Kenntnis nimmst. Und was die Sauferei betrifft. Ich glaube, wenn ich richtig betrunken bin, bin ich nicht halb so erledigt, wie zum Beispiel jetzt. Da fehlt dann nämlich was – ich kann nicht mehr denken. Und das tut ganz gut. Ich brauche Dich, Dani und ich kriege Dich nicht – das macht mich wahnsinnig. Ich denke auch, dass Du Dir gar nicht richtig darüber im Klaren bist, wie schwierig meine Situation ist. Das ist wirklich nicht lustig, das ist überhaupt kein Spaß, das blutiger Ernst. Es wäre nicht das erste Mal, dass bei so etwas jemand drauf geht. Ich gehe jeden Schritt zurück, Dani. Jeden. Wenn Du mir einen entgegen kommst. Auch jetzt, oder besser gerade jetzt. Und das, was Du als lästig empfindest – das ist doch nur Oberfläche. Schau mal in mich rein. Versuche es! Bin gespannt, was Du da findest. Es ist so schlimm, dass inzwischen sogar Antje der Meinung ist, dass ich mit Dir zusammen sein sollte. Antje! Kannst Du Dir das vorstellen? Antje! Ich kann Dich nicht dazu zwingen, mich zu lesen.

So, und jetzt höre ich lieber auf. Weil, das artet mit der Schreiberei auch schon wieder in einen Flash aus.

Ein Fazit: Dani, ich weiß genau, was Dich an mir stört. Ich kann das aber nicht abstellen, wenn Du mir nicht hilfst. Du machst den Bock zum Gärtner, wenn Du mir vorwirfst, dass ich mich widerlich verhalte, aber gleichzeitig nicht akzeptierst, dass Du der Grund dafür bist. Das ist nun mal so. So ist das Leben. Leider.

So, nach dem letzten Anruf. Ein Nachtrag. Dani, es gibt einen Grund für das Theater. Du machst etwas mit mir, dass bis jetzt, in meinem ganzen Leben nicht, niemand geschafft hat. Du zwingst mich dazu, mich zu ändern, um etwas zu erreichen. Du zwingst mich, mich zu ändern! Ich muß mich ändern! Und das machst Du einfach so. Einfach so! Unglaublich, ungeheuerlich! Was soll ich anderes tun, als Dich zu lieben. Und alles, was vor diesem Absatz steht, hätte ich mir eigentlich schenken können, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen.

Du hast mich geknackt. Du bist da, wo niemals jemand hin gelangen sollte. Mein Gott! Mein halbes Leben verbringe ich damit, meine Seele in eine Art Hochsicherheitstrakt zu verwandeln und dann kommst Du, überschreitest jede Grenze und gehst durch jedes Minenfeld. Du fügst Dir Verletzungen zu, sicherlich, aber Du kommst da an, wo eigentlich nur ich bin. Wie hast Du das gemacht? Wie hast Du das, zum Teufel, gemacht? Wie, wie, wie?!
Du hast gewonnen, Dani! Ich gebe mich geschlagen. Was auch immer ich Dir jemals geschrieben habe – wirf es weg. Was auch immer ich Dir gesagt habe – vergiss es. Es ist Unsinn. Es stimmt nicht. Selbst, was in diesem Brief steht, ist falsch. Ich kann Dir nichts entgegensetzen. Nichts. Ich konnte es noch nie. Ich beuge mich (und das ist kein Witz)... Ich beuge mich in Demut dem Sieger. Und kann nur eines verlangen: Bewahre mir meinen Stolz – er gehört Dir.
Enrico!



Es wirkten mit:

Enrico (das bin ich)
Daniela (mein Liebling)
Antje (meine Ex-Freundin)
Joyleen (meine Tochter)
Denise (Danis beste Freundin)
Sven (Denise´Ex-Freund und Vater ihres künftigen Babys)
[Geändert von Havanna am 15.07.2000 um 17:09 Uhr]
Havanna ist offline  
Alt 16.07.2000, 01:38 #00
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