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Alt 27.07.2000, 03:37   #1
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Beiträge: 1.336
"Interesse ist Teilnahme an dem Leiden und der Tätigkeit eines Wesens. Mich interessiert etwas, wenn es mich zur Teilnahme zu erregen weiß. Kein Interesse ist interessanter, als was man an sich selbst nimmt; so wie der Grund einer merkwürdigen Freundschaft und Liebe die Teilnahme ist, zu der mich ein Mensch reizt, der mit sich selbst beschäftigt ist, der mich durch seine Mitteilung gleichsam einladet, an seinem Geschäfte teilzunehmen."
(Novalis)



Hallo ihr unermüdlich Lesenden!

Da ist es endlich... mein eigenes Posting. Die meisten beginnen ihren Weg in dieses Forum wohl durch Lesen und dann mit dem Posten ihres Problems, dass sie mit sich herumtragen. Bei mir war es anders. Nicht dass ich geglaubt habe, keine Probleme zu haben, aber ich habe mich erst mal in das Schicksal anderer Leute eingelesen, hie und da eine Meinung geäußert, ein paar aufmunternde Worte und Verse gefunden und später ein wenig von mir erzählt...
Jedoch kann man dadurch nicht erwarten, dass man gelesen, verstanden oder gar kommentiert wird. Meine Beiträge waren ja meist selbst Kommentare. Doch nun denke ich ist trotz aller Bedenken und Ängste die Zeit gekommen, einen eigenen Beitrag zu starten. Möge er überhaupt bis zum Ende gelesen werden.

Worum geht es denn überhaupt? Wo anfangen? Wo aufhören?
Sind es die aktuellen Vorgänge oder ist es doch eher die Vergangenheit, die ihre finsteren Schatten wirft?
Vor kurzem habe ich wieder einmal mein Herz verloren... so wie es zur Zeit aussieht wohl unglücklich. Wir lernten uns zufällig im Chat kennen (einige werden das kennen, andere werden es jetzt abstempeln unter der Kategorie "Kein Wunder, dass es so endete") und haben eigentlich sofort die Telefonnummern ausgetauscht. Nachdem wir beide auch mal das Netz verlassen mussten, rief ich sie gleich an dem Abend an und wir telefonierten bis tief in die Nacht. Es war Sympathie und irgendwie auch schon mehr. Wir telefonierten auch die nächsten Tage sehr lange, meist vier Stunden täglich und es hatte sich sehr schnell das Bedürfnis aufgebaut, sich zu sehen. Bis dahin war ich noch recht vorsichtig, stand ich doch gerade im Abschluss meines Studiums und hatte schon einige schlechte Erfahrungen mit Chat-Bekanntschaften und Real-Live-Begegnungen gesammelt. Ich wollte erst mal das Treffen abwarten. Aufgrund meiner privaten Situation und dem Lernstress kam sie bei mir vorbei. Extra 250km für einen Tag... wir trafen uns und waren uns mehr als sympathisch auf den ersten Blick. Es war, als ob wir uns schon kannten (taten wir das nicht auch?). Es dauerte nicht lange und wir küssten uns und ... na ja den Rest kann man sich denken.

Der Abschied am nächsten Tag fiel schwer, aber sie wollte schon das nächste Wochenende wieder kommen, so dass es zu ertragen war... es war klar, dass wir jetzt ein Paar waren und es ging mir gut.
Trotz der Entfernung, die zwischen uns war, war sie mir nah, war da in Stunden der Not, als ich sie brauchte... Ich war glücklich, konnte mich mit der Entfernung arrangieren, da ich doch so lange Single war (umgewöhnen fällt da schwer *lächel*). Auch das zweite Treffen verlief wundervoll. Wir verbrachten schöne Stunden ganz allein, aber auch mit meinen Freunden, die sich alle für mich freuten, die sagten, wir wären ein schönes Paar. Alle hielten sie für selbstbewusst, sich ihrer Sache sehr sicher, und so tat ich es auch.

Als sie dieses Mal nach Hause fuhr, sollten zwei Wochen vergehen, bevor ich zu ihr fahren wollte, um einfach bei ihr zu sein, aber auch um zu erfahren, wie und mit wem sie lebt. zudem wollten ihre Freunde nun endlich den Typen kennenlernen, für den sie andere links liegen liess, ohne ihn überhaupt schon getroffen zu haben.
Es war also alles gut... so schien es jedenfalls. Sie hatte zwar gesagt, dass ihre bisherigen Beziehungen nie lange hielten, die längste vier Monate, aber ich wollte mit ihr neue Grenzen erobern...

Eine Woche danach musste sie zu der Beerdigung ihrer Oma... ich merkte, dass es ihr schwer fiel, dass es da etwas in ihrer Familiengeschichte gab, dass sie bedrückte, dass an diesem Tage wieder nach oben schwemmen würde.
Ich bot ihr also meine Unterstützung an, aber sie meinte, sie müsse da alleine durch, das wäre vor uns gewesen und sie müsse es allein aus sich heraus schaffen. Ich verstand es zwar nicht gänzlich, akzeptierte es aber und sagte ihr dennoch alle Unterstützung zu, wenn sie sie bräuchte...
Vielleicht hätte sie es gebraucht, sie forderte sie jedenfalls nicht an. Es ging ihr nicht gut, aber das war mir verständlich.
Zwischen uns schien sich auch nichts verändert zu haben, diese Beerdigung brachte uns nicht näher, aber auch nicht weiter auseinander.

Ich fuhr also frohen Gemutes zu ihr, war so gespannt auf alles und froh über die Ruhe, die auf mich zukam, die mich aus meinem Umfeld rausnehmen würde und meinen Kopf vom ewigen Grübeln befreien würde. Ich würde sie endlich nach endlosen zwei Wochen wiedersehen!
Aber es kam anders. Sie schien so fern. Sie sagte, es wäre ihr gerade nicht nach Zärtlichkeit oder gar mehr. Letzteres konnte ich gut akzeptieren, ersteres stimmte mich nachdenklich. Diese Beerdigung hing plötzlich zwischen uns. Irgendeine alte Wunde entfremdete uns...

Wir haben viel in der Zeit unternommen mit Freunden, was mir sehr gefiel, weil sie mir gefielen, diese netten lieben Menschen. Aber es war wohl auch der Drang von ihr, nicht alleine mit mir sein zu müssen... Denn dann wurde es irgendwie grausam. Aber dazu habe ich in einem anderen Posting (puestas) schon geschrieben. Ich blieb die ganze Woche wie geplant dort, hatte viel Zeit zu grübeln, viel Zeit, mir Fragen zu stellen, deren Antwort mir doch nur sie geben konnte. Wir lebten eigentlich eher nebeneinander als miteinander. Ich wurde stummer und versuchte kaum, ihr näher zu kommen. Ich war da, aber wartete auf ein Zeichen. Es kam der letzte Abend, aber noch immer kein Wort von ihr zur Situation. Schliesslich sprach ich an, was ich eigentlich schon wusste: dass es wohl aus ist.

Sie sagte ja. Sie hätte sich um diese Beziehung bemüht (dass es eine Mühe war, habe ich gemerkt), aber sie könne nicht. Sie hätte ja schon gesagt, dass sie wohl nicht beziehungsfähig sei. Ich wäre aber unschuldig, solle es mir nicht zu Herzen nehmen. Sie möge mich, aber für mehr würde es nicht ausreichen. Sie könne das nicht. Sie müsse da wohl erst einige Dinge klären, wahrscheinlich unter professioneller therapeutischer Begleitung, bis sie wohl eine Beziehung eingehen könne. Jedes ihrer Worte schmerzte mich wie ein Dolchstoss. Ich wusste ja, dass es aus war, stand aber da, und hatte nicht mal den Hauch einer Chance, es umzubiegen. Diese Nacht verbrachte ich eher wachend als schlafend neben ihr. Es ging ihr ähnlich. Ich hielt ihre Hand, um ihr zu zeigen, dass ich da bin, es immer sein werde, wenn sie mich braucht, aber mir war klar, dass sie dieses Angebot nicht annehmen würde. Nicht jetzt, nicht morgen, vielleicht nie...

Der nächste Tag, der Tag meiner Abreise, verlief wie die anderen, sie ging zur Arbeit, ich suchte hier nach menschlichen Kontakt, den ich vermisste..., sie kam wieder von der Arbeit und es wurde Small-Talk gehalten, auch wenn ich immer mehr schwieg...

Drei Tage nach meiner Abreise rief ich sie an, nachdem wir schon im Chat ein wenig geredet hatten (aber nur Belanglosigkeiten, es tat mir schon physisch weh und ich verliess den Chat, war sogar fast so weit, ihn vorerst ganz zu meiden). Dieses Telefonat war ebenfalls nur schmerzhaft. Hatte ich mir nach Aussagen einer Bekannten noch Hoffnungen gemacht, dass ich Geduld beweisen müsse, sie sich schon melden würde, wenn sie ihrer eigenen Gefühlswelt wieder sicher wäre, war das was sie sagte, ganz anders.
Sie stürze sich wohl wegen ihrer Probleme schnell in Beziehungen, muss sich dann aber auch schnell wieder zurückziehen, weil sie dem anderen nicht weh tun will. Es wäre nur ein Fake, nur Einbildung ihrer Gefühle... die Beziehung eigentlich nur eine Illusion, die sie sich macht, die aber an der Wirklichkeit schnell zerschellt. Dass es schon von Anfang an nicht echt gewesen sein soll, konnte und wollte ich nicht glauben. Aber es tat so weh. Wenn es doch wahr ist?

Ich weiss jetzt nicht, ob ich wirklich warten soll auf sie, wie mir viele raten. Es tut so weh. War ich ihr überhaupt jemals nah?
Ich will für sie da sein, ich will aber nicht in sie drängen. und sie wird sich nicht melden. Und ich kann es nicht... noch nicht.

Ich weiss auch nicht mehr, was ich fühlen soll. Ich denke an sie, ich mag sie. Liebe ich sie? Wer ist sie denn? Die Person, die ich zu kennen glaubte... oder die, die sie mir jetzt zu sein verstehen gibt.

Es ist noch lange nicht ausgestanden, der Schmerz noch viel zu frisch, die Wunden bluten noch...
der abermals gefallene Engel



"Wissen Sie, ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann und nicht beglückt sein kann, dass man ihn sieht? Wie mit einem Menschen sprechen und nicht glücklich sein, dass man ihn liebt! Oh, ich verstehe es nur nicht auszudrücken... aber wie viele Dinge begegnen einem auf Schritt und Tritt, die so schön sind, dass selbst ein Mensch, der sich schon ganz verloren hat, sie als schön empfindet? Sehen Sie ein Kind an, schauen Sie Gottes Morgenrot, betrachten Sie einen Grashalm, wie er wächst, schauen Sie in die Augen, die Sie ansehen und Sie lieben."
(Fjodor M. Dostojewski)
GefallenerEngel ist offline  
Alt 27.07.2000, 04:26   #2
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Beiträge: 481
hi gefallener engel !
traurige geschichte, manche passagen kamen mir bekannt vor, als hätte ich sie zum schluß in meiner beziehung auch schon mal erlebt. einen wirklichen rat kann ich dir nicht geben, aber auf Sie warten ist bestimmt eine schwere geschichte. andererseits verstehe ich nur zu gut, dass du immer noch ein kleines bißchen hoffnung hast. die entscheidung mußt du selber treffen, aber bedenke, wenn du weiter hoffst, kann es ein weiter weg der qual werden und du weißt nicht ob du am ende wenigstens dafür belohnt wirst.
ich wünsche dir, dass deine hoffnungen sich erfüllen...
@Klaus
klausk ist offline  
Alt 27.07.2000, 04:47   #3
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Hallo Klaus!

Ich weiss ja nicht, ob ich jetzt alles erfasst habe, alles aufgeschrieben habe, aber das würde auch den Rahmen sprengen...
Ich denke, ich werde warten, aber ich werde mich wohl auch nicht der Aussenwelt verschliessen, weil ich alles in diese Hoffnung setze. Dafür ist das Gerüst auch viel zu instabil, die Schmerzen, die sie mir bereitet hat, zu groß.
Aber sie ist es wert, meiner Meinung nach, den Kontakt zu halten, ihr beizustehen, wenn sie es annimmt.
Es ist ein langer harter Weg, nicht ohne Qual und Pein, das ist mir klar, aber noch erscheint er mir nicht zu bergig...
GefallenerEngel ist offline  
Alt 27.07.2000, 06:14   #4
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Registriert seit: 02/2000
Beiträge: 3.471
weißt du, was sie für probleme hat, was sie verarbeiten muß, warum sie denkt, nicht beziehungsfähig zu sein?
damian ist offline  
Alt 27.07.2000, 06:32   #5
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Golden Member
 
Registriert seit: 07/2000
Beiträge: 1.336
Nein, Damian, sie lässt überhaupt nichts davon raus... selbst, dass es familiär ist, war schon ein Akt des Ausfragens, der der Inquisition nahekommt... (naja ein wenig übertrieben jetzt)
Sie kann es mir einfach nicht sagen, sieht nicht, dass es mir wichtig sein könnte, dass ich ihr vielleicht durch mein Wissen und Verständnis darum helfen könnte...
GefallenerEngel ist offline  
Alt 27.07.2000, 06:42   #6
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durchgeblitzt
 
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Den Typ Mensch, der deine (ex)Freundin zu sein scheint,...kenn ich nur zu gut.
Es ist kein..."Loch", in das sie gefallen ist...und aus dem sie irgendwer irgendwann mit irgendeinem Mittel wieder rausholen kann. Nee...Es is wie, als ob sie ihre Seele häutet und wieder ganz von vorne beginnt. Wenn du sie wirklich gern hast, dann lass sie entgültig los und hoff nich auf ne Wiedergeburt eures Kontakts.

Musst allerdings selber wissen...

Says RaY
R@y ist offline  
Alt 27.07.2000, 06:56   #7
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Registriert seit: 02/2000
Beiträge: 3.471
weißt du, ich warte seit einem jahr auf jemand. aber ob die hoffnung berechtigt ist... wer weiß. Zur zeit glaube ich nicht mehr daran.
4 mal habt ihr euch gesehen, oder? Allgemein könnte man ja sagen: "okay, man muß sich erst mal kennenlernen, und gefühle, die am anfang da sind, müssen nicht auf dauer sein bzw müssen sich erst mal manifestieren. Warte also die erste hürde ab, und schau, ob sie bereit ist, die mit dir gemeinsam zu meistern."
Das war wohl bei euch nicht der fall.
Was denkst du: Lag es an der beerdigung, oder steht da was hintendran?
Steht ihr noch in kontakt oder hat sie den ganz abgebrochen?
Niemand weiß, wer jemand ist. Ich dachte auch mal: WOW, sie liebt mich! Kacke, ich sags dir. Ob sich warten lohnt? Ich weiß es nicht. Aber wenn sie dich abblockt und nicht mehr ran läßt (gefühlsmäßig)... was bleibt dir dann noch? Du kannst im grunde nichts tun außer warten. Und da steh'n wir wieder: Lohnt es sich?


damian ist offline  
Alt 27.07.2000, 06:56   #8
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Beiträge: 1.336
Schrieb ich jemals von einem Loch, in dem sie sich befindet? Aus dem nur ich sie rausholen kann? Irgendwie kann ich diese Worte hier nicht entdecken...
Zudem muss ich nicht auf einen Kontakt hoffen, denn den haben wir noch immer, nur gänzlich anders als vorher. Von meiner Seite vielleicht verkrampfter...
Aber du meinst mit Kontakt wahrscheinlich etwas anderes, etwas Intimeres, Näheres... nun ja, da ich auch in den letzten Tagen der Beziehung noch einigermassen mit dieser Distanz klarkam, ist es nicht dieser Kontakt, den ich suche...
Und das mit dem Häuten kann ich nicht nachvollziehen. Denn es ist bei ihr ein immer wiederkehrender Prozess... ich bin wohl nicht der erste in dieser Reihe, denke ich... Für mich steckt sie gerade eher in einer Widerholungsschleife, aber das kann wohl jeder sehen, wie er will...
GefallenerEngel ist offline  
Alt 27.07.2000, 07:04   #9
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Registriert seit: 07/2000
Beiträge: 1.336
Hallo Damian

1 Jahr ist eine lange Zeit, diese Geduld werde ich wohl erst noch aufbringen müssen. Du hast nur gewartet, dich nie anderweitig umgeschaut? Das bewundere ich, ich weiss nicht, ob ich es könnte, so ohne einen Hoffnungsschimmer, ein Zeichen.

Ich denke, die Beerdigung war es nicht so sehr, sondern die Begegnung dort mit den Verwandten war es eher. Aber sie redet ja wie gesagt gar nicht darüber, nicht mal der Hauch einer Andeutung. Gerade bei diesem Thema bin ich hellhörig...

Und wir treffen uns immer noch an dem Ort, an dem wir uns das erste Mal trafen, reden kurz miteinander und nebeneinander, aber diesmal ist es anders, diesmal gibt es halt eine Vergangenheit...
GefallenerEngel ist offline  
Alt 27.07.2000, 07:33   #10
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Registriert seit: 08/1999
Beiträge: 1.558
Hallo Engelchen,

weißt Du, irgendwie hat mich Dein Posting sehr, sehr traurig gestimmt. Und die Worte am Schluß...

"Wissen Sie, ich verstehe nicht, wie man an einem Baum vorübergehen kann und nicht beglückt sein kann, dass man ihn sieht? Wie mit einem Menschen sprechen und nicht glücklich sein, dass man ihn liebt! Oh, ich verstehe es nur nicht auszudrücken... aber wie viele Dinge begegnen einem auf Schritt und Tritt, die so schön sind, dass selbst ein Mensch, der sich schon ganz verloren hat, sie als schön empfindet? Sehen Sie ein Kind an, schauen Sie Gottes Morgenrot, betrachten Sie einen Grashalm, wie er wächst, schauen Sie in die Augen, die Sie ansehen und Sie lieben."
(Fjodor M. Dostojewski)

...finde ich sehr schön. Wie wahr sie doch sind.

Weißt Du, Engelchen, ich habe einmal gelesen, daß man am meisten damit erreicht, wenn man für den, den man liebt, da ist, auch wenn er noch nicht bereit ist, sich einem ganz zuzuwenden. Aber man muß ihm die Zeit geben, die er braucht, und da sein, wenn er jemanden wirklich braucht. Und irgendwann wird derjenige auch seine Liebe zu einem entdecken. Wird sich öffnen können.

Ich habe das in einer Zeit gelesen, als ich sehr, sehr traurig war und in der ich es auch nicht wahrhaben wollte, daß ein Mensch, der mich vorher zu lieben schien, nicht mehr haben wollte. Auf einmal, einfach so. Und ich habe versucht, nach diesem Grundsatz zu leben. Für den anderen da sein, ohne sich ihm aufzudrängen, ihn zu lieben, aber ihm die Wahl zu lassen, ob er mich auch lieben kann. Es hat nichts genützt, in meinem Fall, aber ich würde es wieder tun. Weißt Du, manchmal denke ich, wir sollten nicht mehr immer wieder in diese Fall gehen und immer wieder das gleiche Spiel mitmachen. Aber ich bin eben doch noch einer der Menschen, die zu sehr ans Gute im Menschen glauben und der Menschheit immer wieder eine Chance gibt, ihr Gutes zu beweisen. Und immmer wieder werde ich enttäuscht. Trotzdem. Ich glaube, es bringt nichts, gegen sein Gefühl zu handeln. Bleib ihr treu, steh zu ihr und laß ihr Zeit. Ich würde es versuchen. Aber Du darfst Dich dabei nicht kaputt machen. Wenn Du es nicht mehr kannst, mußt Du es lassen.

Engelchen, ich wünsche Dir alles Liebe, ich wünsche Dir, daß das was zwischen Euch steht ergründet und aus dem Weg geschafft werden kann. Nur das kann Euch helfen. Aber da muß sie den ersten Schritt tun.

Einen ganz lieben Gruß

von Vic!


victoria ist offline  
 

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