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Alt 05.08.2000, 19:57   #1
Joey B.
Junior Member
 
Registriert seit: 08/2000
Beiträge: 5
Hallo Ihr da draussen,

ich würde mich freuen, wenn der/die ein oder andere seine Meinung abgibt, ob ich in meiner Situation richtig gehandelt habe oder wie Ihr reagiert hättet.

Ich fasse mich kurz:
Ich war 3 Jahre mit meiner Ex-Freundin zusammen. Vor ca. 10 Monaten hat sie mich verlassen, weil sie sich in einen anderen verliebt hatte. Doch schon damals konnte sie nicht loslassen und wußte nicht, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat.

Nach einigen Monaten Funkstille trafen wir uns wieder. Erst zaghaft, aber dann immer öfter. Bis sie mir vor ca. 2 Monaten gestand, was sie mich die Zeit davor schon hat spüren lassen: sie liebt mich noch immer und sie wolle wieder mit mir zusammen kommen. Sie sagte mir, dass sie mit ihrem neuen Freund nicht glücklich ist.

Es folgte eine Zeit, die man als halbe Dreiecksbeziehung formulieren könnte: Wir trafen uns regelmäßig, hatten aber keinen Sex und haben uns nicht geküßt. Aber viel gekuschelt und im Arm gehalten. Sie zog mich ihrem Freund vor, war lieber mit mir zusammen als mit ihm. Sie war von ihm genervt, konnte aber noch nicht mit ihm schlußmachen.

Aber das ganze war wie Ebbe und Flut. Mal war ich ihr ein und alles, dann hörte ich wieder eine Woche lang nichts von ihr, weil sie hin- und hergerissen war.
Sie bat mich, ihr Zeit zu geben. Das tat ich auch. Ich setzte sie nicht unter Druck.

Vor nicht einmal 3 Wochen noch sah ich wie der endgültige Gewinner aus: sie sagte mir klipp und klar, dass sie mit mir alt werden und mit mir Kinder kriegen will. Ich glaube, das lag auch daran, weil ich in den Monaten viele tiefe Gespräche mit ihr geführt und ihr viel zugehört und ihr das Gefühl gegeben habe, für sie da zusein. Aber noch immer setzte ich sie nicht unter Druck.

Doch dann geschah das Unfassbare: sie meldete sich nach einer Woche. Wir telefonierten und alles schien noch gut. Als sie sich in der weiteren Woche auch nur 1 x per SMS meldete, spürte ich, dass wohl gerade wieder Ebbe ist.

Ich schrieb ihr eine E-Mail, in der ich sie fragte, was passiert ist? Sie war sich doch vor 2 Wochen noch so sicher, hatte Kinder mit mir geplant. Ich schrieb, dass ich nicht verstehen kann, wie das alles jetzt schon wieder zusammengebrochen sein kann. Und dass sie mich jetzt endlich loslassen soll.

Sie antwortete, dass alles, was sie mir gesagt hat wirklich wahr war und sie in diesem Moment auch so gefühlt hatte. Auf die Frage, was passiert ist, antwortete sie: sie hat von ihrem Freund ein paar Mails bekommen, als dieser für ein verlängertes Wochenende mit dem Motorrad in Italien war. Darin schrieb er, dass er sich so frei fühle und dass er diese Freiheit gerne öfters spüren möchte. Wenn sie das nicht versteht, wisse er auch nicht weiter. Sie hat diese Mails von ihm so aufgefasst, dass er gut und gerne auch ohne sie auskommen kann. Sie schrieb, dass ihr diese Mails näher gingen, als sie es sich hätte denken können. Deswegen hat sie sich von mir zurückgezogen. Weiter schrieb sie, dass sie mich immer noch liebt. Es sei ein Gefühl tief in ihr drin, das mich festhält und mich nicht loslassen kann - mit dieser Tatsache müsse ich leben. Ich stehe auf einem Sockel, von dem mich keiner runterstoßen kann.

Ich antwortete ihr in einer lieben Mail, dass ich nun aussteigen werde, diesmal für immer. Ich dachte, wir könnten es nochmal schaffen, habe mich aber getäuscht. Außerdem schrieb ich, dass ich es diesmal schaffen werde, loszulassen. Das spürte ich.

Das ist nun 4 Tage her. Heute ist sie mit ihrem Freund in den Urlaub gefolgen.

So das war meine Geschichte. Habe ich richtig gehandelt? Ich habe Zweifel. Denn, wie ich schon schrieb, war das alles wie Ebbe und Flut. Wir näherten uns an, dann entfernten wir uns wieder voneinander. Aber die Ebbe wurde immer leichter und die Flut jedesmal stärker. Mit jeder Flut wurde es wieder mehr zu Liebe, und mit jeder Flut entfernete sie sich mehr von ihrem Freund. Jetzt war wieder Ebbe, diesmal eine starke Ebbe. Vielleicht aber auch nur das letzte Aufbäumen der Gefühle zu ihrem Freund?

War es richtig, jetzt aufzugeben? Oder sollte ich gerade jetzt, wo sie in Unentschiedenheit schwebt, nachhaken, ihr zu spüren geben, dass ich immer noch für sie da bin, sie liebe. Oder soll ich in diesem Schwebezustand ihrem Freund allein das Feld überlassen. Vielleicht macht er es sich selbst ganz kaputt oder er gewinnt sie endgültig zurück.

Ihr seht, Fragen über Fragen. Wäre glücklich über ein paar Antworten. Vielleicht ist der Text "Loslassen", den ich in dieses Forum gestellt habe, jetzt auch besser zu verstehen. Ich glaube, wer "Loslassen" jetzt liest, weiß, wie ich mich wirklich fühle.

Danke für´s Zuhören

Joey
[Geändert von Joey B. am 05.08.2000 um 11:29 Uhr]
Joey B. ist offline  
Alt 05.08.2000, 19:57 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 05.08.2000, 20:45   #2
elsie
Junior Member
 
Registriert seit: 07/2000
Beiträge: 29
hallo joey b

wie du weisst, stehe ich gerade am anfang dieses wegs, den du schon lange gehst - nur dass ich nicht in diese richtung gehen will.
dir zu raten ist schwer, man kann ja nur vom eigenen standpunkt ausgehen. meinen kennst du: lass es, hör auf sie zu treffen, füll die lücke, die sie hinterlassen hat, mit was anderem. mach dich frei, sieh zu, dass du irgendwann zu einer neuen beziehung fähig sein wirst. solange du ihr nachtrauerst und jede annäherung von ihr dir neue hoffnung gibt, wirst du dich nicht von der stelle bewegen, kannst nicht nach vorn schauen.
ich weiss nicht, ob es funktionieren kann, sich nach einer trennung wieder aufeinander einzulassen. ich kenne eigentlich nur die umgekehrten beispiele (was nich heissen muss, dass es nicht doch geht). falls ja, dann wäre es natürlich den versuch auf jeden fall wert, nach dem motto: wer kämpft, kann verlieren. wer nicht kämpft, hat schon verloren.
ist eben die frage, ob es ein aussichtsreicher kampf ist. ich kann dir nur sagen, find raus, wie es dir bei all dem hin- und her geht. es scheint dich zu belasten, sonst würdest du hier nicht posten.
es dauert manchmal recht lang, diese irrationale hoffnung loszuwerden, aber es geht, habe ich selbst mal erlebt. du reisst dich zusammen, meldest dich nicht, lässt den kontakt auslaufen, und irgendwann - wenn es sich doch wieder ergibt, den anderen zu sehen- bist du enttäuscht, weil der andere ja gar nicht so ist, wie du dir das in deiner erinnerung zurechtgelegt hast. diese erkenntnis ist super! man fühlt sich frei und bereit für was neues.
dahin zu kommen, ist im moment auch mein ziel, aber da muss man wohl erstmal durch die phase des vermissens, und so diszipliniert sein, sich wirklich nicht mehr zu melden!
elsie ist offline  
Alt 05.08.2000, 20:47   #3
MinniMaus
Senior Member
 
Registriert seit: 03/2000
Ort: Deutschland, 26197 ahlhorn
Beiträge: 502
Hi Joey,

ich kenne diese Spiel, denn ich war mal in derselben Situation, in der Deine "Freundin" steckt. Auch ich hatte einen festen Freund und einen "Liebhaber" nebenbei. Mein Freund gab mir damals zu verstehen, das er mich nur als eine Art Putzfrau halten würde, und trotzdem blieb ich bei ihm. Mein Bekannter allerdings war immer für mich da, hörte mir Stundenlang zu und ließ mich sogar Nachts rein, wenn ich es zu Hause mal wieder nicht aushielt. Aber obwohl er so lieb zu mir war, wollte ich mich von meinem Freund nicht trennen. Warum? Gute Frage. Vielleicht weil ich Angst hatte, was die Leute, insbesondere meine Eltern denken würden, vielleicht auch, weil ich Angst hatte, das wenn ich mich trennen würde und eine Beziehung zu meinem Bekannten anfangen würde, das dann alles anders wäre. Ich nicht mehr so gut mit ihm reden könnte.
Diese ganze Geschichte lief ca. 10 Monate (!!!!), bis ich mich dann zu Beiden gesagt habe, das ich Abstand bräuchte und das ich erst mal zu meinen eltern ziehen werde. Mein Freund hat in den 2 Wochen nicht einmal angerufen, mein Bekannter allerdings 3 Mal die Woche, weil er wissen wollte wie es mir geht.
Was ist draus geworden? Naja, ich hab mich mit meiner Mutter unterhalten, die mir sagte, ich solle nicht an andere denken, sondern an mich, und das tun, was für mich am besten wäre. Heute bin ich mit meinem damaligem Bekanntem verheiratet und habe einen kleinen Sohn. Die Geschichte ist jetzt 3 Jahre her, und vielleicht kannst Du so ein bischen die Situation deiner "Freundin" verstehen.
Klar, es kann nicht immer so enden, aber kleiner Tip: Zieh Dich zwar zurück, aber gib ihr trotzdem das Gefühl, das Du immer für sie da bist, jederzeit und egal weswegen, denn Vertrauen ist sehr wichtig!!!!!

cuu Minni
MinniMaus ist offline  
 

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