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Alt 21.12.2001, 19:32   #1
Schwarzer Falke
Member
 
Registriert seit: 12/2001
Beiträge: 332
Also, ich weis ja nicht (noch nicht) wie ihr das seht, aber meiner meinung nach hat die Pisa-studie völlig recht!! Deutsche schüler sind dumm! :heulen: :heulen:
Als ich das in der Zeitung las war ich geschockt, so ein schwachsinn dachte ich! Aber dann beobachtete ich meine Mitschüler einmal während der Deutschstunde. Wir habens grad mit Grammatik, deshalb brachte unsere Lehrerin einen Text von Heinrich Kleist mit ("Sonderbare Rechtsfall in England") um mit uns Schachtelsätze zu üben. Und jetzt kommts: Ein Mitschüler und ich mussten der gesamten Klasse den Inhalt erklären!! Obwohl wir den Text mehrmals lasen verstand ihn keiner! Ich möchte mich jetzt nicht als "Superbrain" hinstellen, aber wenn man schon so einen leichten Text nicht versteht ist es wirklich bedenklich!
:heulen: :heulen:
Schwarzer Falke ist offline  
Alt 21.12.2001, 19:32 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Alt 21.12.2001, 19:50   #2
Thor Walez
unholy undead
 
Registriert seit: 10/2000
Ort: Essen
Beiträge: 6.902
Methodik muss den Blagen eingehämmert werden; Methodik und eine angemessene Schriftsprache.
Dies als Grundlage ist unabdingbar, wenn auch zukünftig noch redlich Wissenschaft betrieben werden soll.

Dies gilt natürlich nur für unseren elitären Schulzweig.
Auf Realschulen und Hauptschulen muss der Unterricht natürlich ganz anders aussehen.

Thor Walez ist offline  
Alt 22.12.2001, 02:26   #3
[Suppa] Fränsch
Queen of Narf
 
Registriert seit: 06/2000
Ort: Vollkaff
Beiträge: 3.966
Ich hab in der Schule seit n paar Jahren PCB und GSE (physik, chemie + bio zusammengefasst und geschichte, sozialkunde und erdkunde)
alle themen werden nurnoch oberflächlich behandelt

WAS IS DAS FÜRN SCHULSYSTEM?
[Suppa] Fränsch ist offline  
Alt 22.12.2001, 02:42   #4
Dominic
Senior Member
 
Registriert seit: 05/2000
Beiträge: 572
Zitat:
Geschrieben von Fränschi


WAS IS DAS FÜRN SCHULSYSTEM?
was sind das für schüler, die aus der schule kommen und deren lernprozess für diesen tag bis auf erledigung der hausaufgaben abgeschlossen ist?

wenn man sich für etwas interessiert, reicht das, was man in der schule gehört hat, nicht aus. die schule schafft ein angebot und erklärt einiges, es liegt auch in der selbstverantwortung des schülers, mehr daraus zu machen!

trotz alle, möchte ich die repräsentativität der studie anzweifeln.

diese studie trifft für die schule, die ich besuche, nicht zu!
Dominic ist offline  
Alt 23.12.2001, 13:28   #5
Schmusetoifel
Senior Member
 
Registriert seit: 08/2001
Beiträge: 539
Ich weiß noch, daß wir in dem Deutsch-Grundkurs, in dem wir eigentlich auf die Abiturprüfung vorbereitet werden sollten, mit dem Lehrer mehr Kaffee trinken gegangen sind, bzw. dieser krank war, anstatt zu lernen. Und so sah es auch in Sozialwissenschaften, Biologie und Literatur aus. Und der Rest war auch nicht so besonders anspruchsvoll, abgesehen von meinen LKs (Geschichte und Englisch) und meinem Mathe-GK, die doch ganz schön happig waren.

Das größte Problem war aber, daß bei uns auch die größten Pfeifen mit durchgezogen wurden, und von denen ganze 2! das Abi nicht gepackt haben. Bei einer Abiturentia von 140 Schülern ist das doch ne gute Leistung oder? Eben nicht! Es hat schon seinen Grund, warum früher 3% aller Leute Abitur gemacht haben, und heute ganze 30& aller Schüler die Reifeprüfung ablegen, und das liegt weder daran, daß die Schüler schlauer der fleißiger geworden wären, oder daß sich die sozialen Bedingungen radikal verändert hätten (was natürlich auch ein Grund ist...), sondern daß das Curriculum so sehr vereinfacht worden ist, daß es in manchen Bundesländern wirklich einfach ist, die Hochschulreife zu erlangen. Ein gutes Beispiel dafür ist, daß in der Schweiz das Bremer Abitur wegen seines Schwierigkeitsgrades nicht mehr anerkannt wird... Und in Berlin, Hamburg, NRW und Brandenburg sieht es auch nicht anders aus. Es fehlt das Bekenntnis, daß Eliten gebraucht werden, und nicht Horden von Abiturienten, die größtenteils eben nicht reif sind für eine Akademikerlaufbahn! Es sollte wirklich so sein, daß die Abiturienten die Oberschicht unserer Gesellschaft bilden, als Ärzte, Architekten oder Anwälte, und das Ganze nicht so inflationär betrieben wird, wie heute Gang und Gäbe ist.
Schmusetoifel ist offline  
Alt 23.12.2001, 13:46   #6
Thor Walez
unholy undead
 
Registriert seit: 10/2000
Ort: Essen
Beiträge: 6.902

Thor Walez ist offline  
Alt 24.12.2001, 13:18   #7
Schwarzer Falke
Member
Themenstarter
 
Registriert seit: 12/2001
Beiträge: 332
was sind das für schüler, die aus der schule kommen und deren lernprozess für diesen tag bis auf erledigung der hausaufgaben abgeschlossen ist?

wenn man sich für etwas interessiert, reicht das, was man in der schule gehört hat, nicht aus. die schule schafft ein angebot und erklärt einiges, es liegt auch in der selbstverantwortung des schülers, mehr daraus zu machen!

Da gebe ich dir vollkommen recht Dominic! Zu viele Schüler haben einfach keinerlei interesse am lernen, ich gebe zu das es manchmal langeweilig und öde ist aber da muss man durch!
Auserdem finde ich, sollten die Lehrer härter durchgreifen können wenn Schüler den Unterricht stören, und so diejenigen vom lernen abhalten die es möchten!
Schwarzer Falke ist offline  
Alt 24.12.2001, 13:37   #8
Sailcat
lass das!
 
Registriert seit: 01/2001
Beiträge: 35.369
also, wenn ihr mir hier jetzt alle erzählen wollt ihr hättet/würdet euch im alter zwischen 13-17 alle uneingeschränkt auch noch in der freizeit mit irgendwelchen kurvendiskussionen oder sonstigem schulischen zeigs beschäftigen, bis ihr abends totmüde ins bett fällt - dann lügt ihr aber wunderbar!

ich kann mich noch sehr gut an meine schulzeit erinnern und ich habe nicht mehr gemacht als nötig war. aus jetziger sicht weiß ich, daß ich um vieles hätte besser sein können, aber damals hat einfach die motivation gefehlt. ich hatte andere dinge im kopf.

die wahrheit liegt wohl irgendwo in der mitte. es gibt eine menge unfähiger lehrer. kaffeetanten und krankfeierkönige/innen hatten wir auch. und damals war es uns immer recht, wenn eine stunde ausfiel.
genauso gibt es aber auch wirklich tolle lehrer, die mit einem haufen ignoranter kids zu kämpfen haben.

es wäre ja schon begrüßenswert, wenn sich die "schüler" wenigstens während der schulzeit einigermaßen interessieren würden. ich stelle aber fest, daß bei vielen überhaupt kein fünkchen bereitschaft dazu besteht. genauso wenig ist bei einigen der wille zur bildung da. lieber spaß haben, da ist es egal, wenn man dumm und ungebildet ist.

grundsätzlich stimme ich mit schmusetoifel überein, was das bilden von eliten angeht. nur, heute will ja jeder alles haben, egal ob er/sie dazu in der lage ist oder nicht.
dieser gedanke klingt zuerst auch mal unbequem und wohlmöglich auch ausgrenzend.
aber: es ist eine tatsache, daß nicht jeder das gleiche talent für gewisse dinge hat. warum sollte es verwerflich sein, wenn man jene, die die anlagen dafür haben, fördert?

es fängt in der schule an, und setzt sich auf der uni fort. kaum zu glauben, daß dort leute sitzen, studieren und eine elite bilden sollen, ohne daß sie gescheit lesen, schreiben oder einen zusammenhängenden satz laut formulieren können, wenn das publikum sie selbst übersteigt. (freies reden ohne "äh" und "ömm" kann man übrigens trainieren!)

das alles bedeutet nicht, daß ein mensch schlechter oder besser ist, wenn er diese oder jene schule/uni nicht besucht hat. es geht lediglich darum, potentiale zu erkennen und entsprechend zu fördern. und was ganz wichtig ist, derjenige muß natürlich lust dazu haben, sonst nützt es alles nix!
Sailcat ist offline  
Alt 25.12.2001, 22:06   #9
littleJack
Junior Member
 
Registriert seit: 10/2001
Beiträge: 15
Pflege in sozialer Absüscht
littleJack ist offline  
Alt 26.12.2001, 09:32   #10
nick5
Member
 
Registriert seit: 10/2001
Beiträge: 69
ein tehma für´s megaposting

hi ihr lieben

ich werde mich gleich zu beginn offenbaren: ich bin lehrer!
zwar momentan aus persönlichen gründen nicht mehr im schuldienst tätig hängt dennoch mein herz an dem von mit gewählten und früher gern augeübten beruf.

viele der bereits genannten punkte sind einzelne gründe für den verfall unseres bildungssystemes, einige sind lediglich im kontext, im zusammenspiel mit den gesamt-gesellschaftlichen entwicklungen zu erkennen.

schmusetoifel bemerkte sehr richtig, daß die zahl der abiturienten in unserem land stark angestiegen ist (1970 besuchten lediglich 20% aller schüler ein gymnasium, heute liegt dieser schnitt bei etwa 50%!). von diesen Abiturienten erlangen heute ca. 90% tatsächlich das abitur.

warum?

zunächst möchte ich die schuld nicht auf schüler schieben: die ausprägung von interessen und lernfleiß verantworten lehrer und eltern. bisher ist kein kind als "streber" oder "dummkopf" zur welt gekommen. dieses formen der sichtweisen kann dem kind nicht vorgeworfen werden.

andererseits gibt es sehr viele lehrer, denen diese bezeichnung eigentlich nicht angediehen werden sollte: heute kann eigentlich jeder lehrer werden, besondere qualifikationen werden erstaunlicherweise nicht gefordert (pädagogik ist nicht einmal prüfungsrelevant).

meiner meinung nach ist die entwicklung unseres bildungssystemes ein abbild unserer gesamtheitlichen gesellschaftlichen entwicklung: alles muß schneller werden, es zählen nur die besten ergebnisse und (am wichtigsten!) es muß sich rechnen!

also wird im kultusministerium eine durchschnittliche schulzeit errechnet, deren schnitt jede schule einzuhalten hat. weiterhin gibt es, unabhängig von individuellen ausprägungen, zuschüsse für jeder schule, die sich nach schülerzahlen richten (neuzugänge und abgänger bilden hierfür die rahmendaten).

folglich ist jede schule bemüht, so attraktiv als möglich zu erscheinen ("hier kriegt jeder seinen abschluß"!) und tatsächlich auch hohe quoten von prüflingen mit bestandenem abschluß vorzuweisen. also werden auch jene "durchgezogen", welche eigentlich keinen abschluß verdient hätten.

hierunter leiden eigentlich alle: desinteressierte schüler, frustrierte lehrer, ratlose eltern und die gesamte gesellschaft, weil solche studien diese entwicklung bestätigen.

darin liegt meiner meinung nach unsere problemstellung.
nick5 ist offline  
Alt 26.12.2001, 09:32 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

 

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