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Special Member
Registriert seit: 02/2000
Beiträge: 3.571
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in aller ruhe, meine erklärung zum krieg
in der hoffnung einigen leuten meinen standpunkt begreiflich zu machen, warum ich eher für den krieg bin, versuche
ich dies hier nochmals zu erläutern. in der realpolitik gehört es leider oft dazu, zwischen schlechten und sehr schlechten lösungen entscheiden zu müssen. der fall irak offenbart genau dieses dillemma seit monaten. eine gute nachricht gibt es aber. sollte es den amerikaner gelingen den tyrannen ohne grosse verluste auszuschalten, wäre die welt von einem unerträglichen schreckenseregime befreit. saddam, das bestreiten nicht mal die franzosen, ist der alptraum des industrialisierten westens, ein psychotischer, unberechenbarer killer und schlächter, der es geschafft hat, ein nach totalitären gesteuertes, von kranken expansionsplänen beseeltes horrorreich zu errichten.während sich der schlächter in seiner hauptstadt eingräbt, um die mutter aller verteidigungschlachten vorzubereiten, zerbricht sich die welt den kopf darüber wie arrogant die usa bzw. herr bush seine ziele verfolgt. schauen wir uns doch mal ganz nüchtern saddams werdegang an: saddam hussein hat 2 kriege entfesselt, giftgas eingesetzt, erdöllquellen abgefackelt und über eine million tode auf dem gewissen. er verlor hoffnungslos den letzten golfkrieg, musste aber kurz darauf wieder durch präventive bombenattacken der briten und der usa daran gehindert werden, von neuem loszuschlagen. saddam war nahe drann, eigene atomwaffen zu entwickeln. wie weit er heute davon entfernt ist, weiss niemand. ich erinnere mich an pressebilder von 1990 auf dem er triumphierend seinen ersten nuklearzünder präsentierte. wir haben es mit einem mann zu tun, der sein volk opferte, um seinen zerstörungsarsenale zu schützen. entgegen dem landläufigen irrtum, erst das sanktionsregime der uno habe unsägliches elend über die irakische bevölkerung gebracht, war es der diktator selber, der sein volk gezielt verhungern und verelenden liess, um die katastrophe als pr-kampagne gegen die vereinten nationen einzusetzen. als spitäler und schulen verlotterten, führte saddam für teuere devisen luxugüter ein. saddam liess sich weder von den drohungen des sicherheitsrates noch den waffeninspektoren der uno beirren. der mann handelt nur wenn man ihm die pistole an die schläfe setzt. hätten die amerikaner ende letzten jahres nicht mit militärischer macht gedroht, notfalls auch ohne die uno, die saddam erfolgreich ausseinanderintrigiert hatte, wäre es nicht einmal zu jenen scheinkonzessionen gekommen, mit dem er seinen kopf aus der schlinge ziehen wollte. seit '91 sterben im irak laut unicef , rund 60'000 babys jährlich, laut uno-schätzungen sogar mehr als 700'000! würde man die eindämmungspolitik weiterhin 10 jahre weiter fortführen, würden laut unicef eine weitere million iraker ums leben kommen. wer den krieg wegen möglicher ziviler opfer unter allen umständen verhindern will, bejaht somit eine strategie, die mit sicherheit zivile opfer fordern wird. niemand geht leichtfertig in den krieg, auch die amerikaner nicht. man wünschte sich eine friedliche beseitigung des despoten, aber was nicht geht, geht nun mal nicht. die franzosen wünschten sich mehr zeit für die inspektoren, aber was wäre dadurch erreicht? wer die vereinten nationen jahrelang, selbst bei unmittelbarer gewaltandrohung, an der nase rumführt, wird dies auch in zukunft tun. ziemlich einfach nachvollziehbar. saddam hat seit 91' 17 uno resolutionen missachtet, er hat die waffenstillstandsabkommen des ersten golfkrieges verletzt, die wiederhaufnahme der kampfhandlungen provoziert, und er müsste laut uno resolution 1441 vom letzten november längst "ernsthafte konsequenzen " zu spüren bekommen. kommt euch das nicht irgendwie bekannt vor? die uno hat milosevic eine ganzen roman von drohungen vorgelegt, ohne diese umgesetzt zu haben. ein freipass für jeden diktator, ein wahrliches wunderland für sie. aber wie gehabt, ist nichts geschehen, die uno hat weder die kräfte noch den willen, ihren eigenen satzungen nachzuleben. es ist mit den bisherigen erfahrungen illusorisch zu glauben, der schlächter sei mit herkömmlichen methoden in die knie zu zwingen. was taugt die kritik der anti-bush fraktion? eines der meistgehörten argumenten lautet: die amis sind heuchler, zur kriegsführung gar nicht legitimiert, weil sie den bösen schurken selbst gezüchtet hätten. zur zeit seines aufstieges, war saddam die geringere gefahr als das iranische ajatholla-regime. nach dem abgang des des persischen regimes, waren die amis dringend auf einen neuen allierten angewiesen, da sie in teheran nun plötzlich als "grosser satan" galten. wie hätten sie anders handeln sollen? schon die briten unter churchil mussten sich mit stalin zusammtun um den gemeinsamen feind hitler zu bekämpfen. im kalten krieg wurden südamerikanische oder afrikanische diktatoren geduldet, um den einfluss der totalitären sowjets einzudämmen. was wäre die alternative gewesen? die aufrüstung saddam war ein riesiger fehler, aber das kann kein grund sein, ihn heute nicht aus dem verkehr zu ziehen. den amerikaner wird nun willkur bei der vernichtung der diktatoren vorgeworfen. warum saddam und nicht kim jong? warum jetzt? seit dem 11. september, als eine handvoll junger terroristen, den mächtigsten geheimdienst aushebelten, wurde vielen amerikanern bewusst, woher die bedrohung in erster instanz kommt. seither regieren nicht etwas allmachtswünsche, imperiale ambitionen oder religiöse andwandlungen das amerikanische verhalten, sondern eher bedrohungsängste. man mag es lächerlich und übertrieben finden. aber im grunde ist es nachvollziehbar, wenn ein staat, dessen bürger aus heiterem himmel in die luft gesprengt wurden, etwas vorsichtiger, unachgiebiger wird im umgang mit regimen die mit massenvernichtungswaffen unterstützen. ein solches risiko kann kein us präsident in kauf nehmen. den amerikanern sind nun mehrer fehler unterlaufen: die konstruierten verbindungen zwischen saddam, der al-qa-ida und dem 11. september hat verwirrung gestiftet und misstrauen gesät. jede woche ein neuer grund, neue indizien neue verurteilungen. dann haben sich die amis als chefankläger aufgespielt. anstatt saddam schwitzen zu lassen, haben sich die usa die beweislast selbst aufgebürdet und scheiterten ähnlich wie bisher alle uno inspektoren. damit halfen sie dem schlächter unfreiwillig zu seiner entlastung, der ruhig zusehen konnte wie das bizzare schauspiel seiner nicht-überführung diente. desweiteren haben sich die usa mit dem präventivdoktrin selbst auf ein minnenfeld bewegt, anstatt ihm direkt den krieg zu erklären, weil er zum x-ten mal das waffenstillstandsabkommen verletzt hat. es eint sich wieder eine tiefe ablehung des alten europas, sogar verachtung der amerikaner, die man in bester kulturpessimistischer tradition für dumm, für unkultiviert und für barbarisch hält. an g. bushs gesicht glaubt man die eigenschaften des amerikanischen volkscharakters abzulesen; bush, der mann mit den eng beieinanderliegenden augen als augeburt einer beschränkten intelligenz, als schmallipiger kriegstreiber und unaufgeklärter religiöser fundamentalist. das alles kann weitreichende konsequenzen für europa bedeuten, wenn sie sich wie die araber in einen schmollwinkel kindischer herablassung gegenüber den usa manövrieren. realpolitik lässt manchmal kein happy end zu. ich hoffe ich konnte meine sicht der dinge damit erklären. grant |
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#2 |
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night strike specialist
Registriert seit: 05/2001
Beiträge: 5.155
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Das ist ja schön und gut; ich glaube dir, dass obiger Text deine Ansicht widerspiegelt. Es ist nur so, dass man bezüglich der meisten oben genannten Einzelheiten gänzlich anderer Meinung sein kann. Die Frage bleibt, ob man gegenteilige Meinungen respektiert.
Das Gute ist: Wenn der Krieg schnell und sauber beendet werden kann, werden wir sicherlich umgehend all die chemischen und möglicherweise auch nuklearen Sprengköpfe direkt per Fernsehkamera vors Auge geliefert bekommen, die den Waffeninspektoren leider entgingen - und dankbare Stimmen von grausam unterdrückten Regimekritikern gibts gratis obendrauf. |
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#3 |
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night strike specialist
Registriert seit: 05/2001
Beiträge: 5.155
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P. S.: Man sieht sich im Leben immer mindestens zwei Mal:
http://www.heise.de/tp/deutsch/speci...92/14392_1.jpg Hussein und Rumsfeld beim freundlichen "shake hands" am 20.12.1983. |
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#4 | |
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Special Member
Registriert seit: 02/2000
Beiträge: 3.571
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Zitat:
grant |
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#5 | |
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night strike specialist
Registriert seit: 05/2001
Beiträge: 5.155
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Nein, kein Bild-Journalismus. Es bleibt nur vermessen, "die Schuld" für den Tod von über 1000000 Menschen allein Husain in die Schuhe zu schieben:
Zitat:
[edit] Wenn du Friedensbewegungen als verlogen bezeichnest, haben wir ein völlig konträres Verständnis davon, wo Verlogenheit anfängt und wirklich grausame Folgen hat. Geändert von Toktok (20.03.2003 um 18:32 Uhr) |
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#6 | |||
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Special Member
Registriert seit: 02/2000
Beiträge: 3.571
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Zitat:
Zitat:
Zitat:
richtig, wir sind ALLE verantwortlich für unser nichtstun. grant |
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#7 | ||||
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night strike specialist
Registriert seit: 05/2001
Beiträge: 5.155
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Zitat:
Den Kontext hast du doch selbst oben genannt - oder willst du nur offenbaren, dass du entweder gar nicht liest oder nicht verstehst, was du abschreibst? Zitat:
Zitat:
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#8 | ||
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Special Member
Registriert seit: 02/2000
Beiträge: 3.571
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Zitat:
Zitat:
hasta la vista grant |
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#9 |
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Golden Member
Registriert seit: 06/2000
Beiträge: 1.065
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Krieg.....
Krieg is nimmer Krieg.
Krieg is Massenvernichtung. Im Mittelalter wars da anders *gggg* Heut reicht ein Schluck Gift, und eine Stadt is dahin. Wer zuerst ausschenkt, hat gewonnen.... So kommt mir der Krieg vor, wenn ich die Waffen betrachte oder höre was es so schon alles gibt. Aber ich glaube meist is er nicht vermeidbar. Da gibts katholiken, und welche die sie hassen.... wie soll das gut gehen? (=> Glaubenskrieg?) Is wie in einer Beziehung, manche können einfach nicht miteinander oder nebeneinander. Und da Staaten und Präsidenten nicht einfach umziehen, krachts irgendwann. LEIDER zum Leid von vielen Zivilen, die keinen Funken interesse an den ganzen Konflikten haben. Mark |
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#10 | ||
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night strike specialist
Registriert seit: 05/2001
Beiträge: 5.155
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Zitat:
Das Foto visualisiert den Kontext, den du in obigem Text selbst hergestellt hast; es dient also nicht der Provokation. Damit du es (noch?) mal lesen kannst: Zitat:
Das einzige, worauf du permanent eingehst, sind leider Provokationen, wie auch ich sie dir hin und wieder liefere, und dabei überliest du stets gekonnt das, was in bestimmten Beiträgen eigentlich relevant ist. Beharre ruhig weiter auf deinem trugschlüssigen Standpunkt, den du scheinbar als göttlich ansiehst - andere Meinungen interessieren dich sowieso nicht, also brauchst du dich nicht wundern, wenn sie dir nicht mitgeteilt werden. God bless America! T. |
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