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Alt 17.04.2003, 11:50   #31
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Ich bin auch nicht auf Dinge stolz, fuer die ich nix kann, deswegen bin ich auch nicht stolz Deutsche zu sein.
Aber dann könntest su nur stolz auf deine Familie/Eltern sein, insofern du selber was beigetragen hast, könntest eigentlich nur auf deine eigene Leistungen (z.B. im Beruf) stolz sein, auch nicht auf deine Talente, denn die sind "natürlich" wenn man besondere Talente hat!

Du redest aber hier mehr von Vor- und Nachtteile in Deutschland, Spanien usw.
Ich meine eher stolz auf die Deutscheigenschaft, die Kultur, die Geschichte, die Menschen. Natürlich gehört der "Erfolg" oder der Standard des Lebens dazu, aber man könnte auch aus Somalien kommen und stolz darauf sein, obwohl es ein Drittweltland mit erheblichen Problemen die wir in Europa und Australien nicht haben ist - einfach weil es um seinen eigenen Stamm, sein eigenes Volk geht.

Also warum man froh ist, in Deutschland zu wohnen, das ist ein verwandtes Thema, ist ein bisschen anders.
 
Alt 17.04.2003, 11:50 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hallo AndrewAustralien,
Alt 17.04.2003, 11:59   #32
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Was macht man mit den schlechten Dingen - ignorieren, nicht erwähnen, verschweigen?
Das machen sicher einige (oder viele) Menschen. Aber jedes Land hat gute Aspekte!

Zitat:
Wie geht man damit um, wenn man plötzlich gar keinen Grund zum Stolzsein hat? Verliert man seine Nationale Identität?
Ich glaube, jeder, egal aus welchem Land, kann stolz auf etwas sein, aber wenn etwas passiert oder die Lage so sclecht wie möglich ist, so z.B Deutschland 1945, nein man verliert die nationale Identität nicht - genau ein Grund, warum man Mühe machen muß, ein besseres Land aufzubauen. Außerdem gehört man zu/in einem Land wegen der nationalen Identität, und nicht die ganze Geschichte eines Landes kann so "beschissen" sein.

Luthor, ich nehme von deinem Beitrag an, du bist British? Wohnst du dort oder in Deutschland? Oder bist du in beiden Ländern zuhause? (Wenn ich fragen darf )

Ich glaube, du könntest stolz auf diese positive Aspekte haben, und zur gleichen Zeit die negative Aspekte zugeben, ohne dein Stolz zu "verlieren" und ohne zu meinen, andere Länder seinen schlechter, weil sie diese positive Aspekte nicht haben, bzw weil sie weniger positive Aspekte überhaupt haben.

In manchen Bereichen (Lebensstandard, Bildungsstandard zum Beispiel) kann man objektiv messen, ob es in einem Land besser geht als in einem anderen, aber stolz (hier auch auf die Kultur) ist was anderes, was man fühlt und nur schwer beschreiben kann.
 
Alt 17.04.2003, 19:31   #33
Luthor
jolly cynic
 
Registriert seit: 02/2003
Ort: NW1
Beiträge: 16.696
Zitat:
Original geschrieben von AndrewAustralien
Außerdem gehört man zu/in einem Land wegen der nationalen Identität, und nicht die ganze Geschichte eines Landes kann so "beschissen" sein.
Zugehörigkeit zu einem Land definiert die nationale Identität. Stolz wird dadurch nicht definiert (imo)
Natürlich ist kein Land nur beschissen. Aber genau deshalb kann ich auch nicht auf ein ganzes Land stolz sein, sondern nur auf einen Teil der Errungenschaften.

Zitat:
Original geschrieben von AndrewAustralien
[B]
Luthor, ich nehme von deinem Beitrag an, du bist British? Wohnst du dort oder in Deutschland? Oder bist du in beiden Ländern zuhause? (Wenn ich fragen darf )
Du darfst. Aber bitte erkläre mir diesen Smilie erst! -
Zuhause bin ich dort wo ich wohne oder wo ich mich wohl fühle (home is where the heart is).
Geboren bin ich in England. Aufgewachsen auch. Dann nach Deutschland gekommen. Jahre dort gelebt. Dann nach England, Canada, US, NZ, und zuletzt wieder lange in England.
Vor kurzem wieder nach Deutschland zurück. Hier bleibe ich jetzt. Nach England nur noch alle 2-3 Monate.

Ich kann dir auch sagen worauf ich stolz bin. Auf meine eigenen Leistungen.
Luthor ist offline  
Alt 17.04.2003, 20:09   #34
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zugehörigkeit zu einem Land definiert die nationale Identität
"Jein". Beispiel: zwei in Australien geborene und aufegwachsene Personen: der eine Person ist vietnamesischer Abstammung, der andere Person ist angelsächsischer Abstammung.
Diese 2 Personen haben den gleichen Akezent/die gleiche Sprache, haben immer in der gleichen Stadt gewohnt. Lebenslang.
Deshalb soll die nationale Identität "australisch" sein.
Aber in der Praxis, obwohl diese 2 Personen enge Freunde sein könnten, bleiben die beiden total anders wegen der Volkszugehörigekeit - der Nation der sie gehören. Diese 2 Nationen sind völlig anders, die 2 Menschen deshalb auch.
Sowas passiert sehr oft in Australien, und, ich glaube es passiert auch oft in Deutschland (und anderen eruop. Staaten unter der ethnischen Minderheiten (Einwandererkinder usw).



Zitat:
Aber bitte erkläre mir diesen Smilie erst!
Eine Art Fragevorsicht!!! Denn "Körpersprache" gibts im Forum nicht, und ich wollte nicht den Eindruck gebe, ich verlange eine Antwort!
 
Alt 17.04.2003, 20:15   #35
Luthor
jolly cynic
 
Registriert seit: 02/2003
Ort: NW1
Beiträge: 16.696
Zitat:
Original geschrieben von AndrewAustralien

Zitat:
Aber bitte erkläre mir diesen Smilie erst!
Eine Art Fragevorsicht!!! Denn "Körpersprache" gibts im Forum nicht, und ich wollte nicht den Eindruck gebe, ich verlange eine Antwort!
good

Ich glaube, du sprichst über ethnische Zugehörigkeit, nicht über nationale Zugehörigkeit?
Luthor ist offline  
Alt 17.04.2003, 20:25   #36
AndrewAustralien
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Ich glaube, du sprichst über ethnische Zugehörigkeit, nicht über nationale Zugehörigkeit?
Ethnische Zugehörigkeit bestimmt meines Erachtens die nationale Zugehörigkeit.
Mag kontroversiell im heutigem Zeitalter sein, aber so ist es!

Ich, z.B bin 50% Schweizer und fast 50% British.
Fals einer mir nach meiner Nationalität fragt (was oft passiert, obwohl ich und er beide den australischen Akzent haben) dann sage ich das "half Swiss half Anglosaxon".

Das ist ja das Gute an das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht.
Kind eines Deutschen ist, egal wo geboren, Deutsch. Auch wenn der Elterneteil selbst nicht einmal in Deutschland war.
Fals der deutsche Elternteil durch Einbürgerung in einem anderen Land die deutsche Staatsangehörigkeit verloren hat, dann darf das Kind mit 16 ohne weiteres die Einbürgerung beantragen - es muß nicht zuerst nach Deutschland, und Deutschkentnisse sind nicht verlangt.
Gemäß dem Bundesvertirebenengesetz sind die Volksdeutschen auch deutsche Bürger (nach dem Aufnahmeverfahren).

In diesem Sinne wiederspricht das deutsche Recht der Realität.
In den meisten europ. Staaten ist es so.

Australien ist keine "Nation" im wahren Sinne des Wortes.
Ein Land, ein Staat ists schon, nicht mehr.
(Wobei man legitim fragen darf, ob die Schweiz oder Belgien ein Land ist, aber das ist komplizierter)
 
Alt 17.04.2003, 22:56   #37
Anjuscha
Member
 
Registriert seit: 04/2003
Ort: Berlin
Beiträge: 61
Auch ich sehe das so, dass man nur auf etwas stolz sein kann, was man selbst erreicht hat. Ich bin froh, mit bestimmten Talenten geboren worden zu sein und ich bin stolz darauf, durch meinen eigenen Fleiß eine Menge erreicht zu haben. Ich bin nicht stolz auf meine Eltern oder meinen Bruder, sondern ich freue mich für sie, ich freue mich mit ihnen. Aber wieso sollte ich stolz auf sie sein? Habe ich irgendetwas zu ihrem Erfolg beigetragen? Genauso kann ich mich mit der Kultur einer Nation identifizieren, aber was habe ich Nennenswertes dazu beigetragen, um stolz darauf zu sein?

Zitat:
1. Wer nach dem Jahre 1945 geboren ist, der kann keine Schuld an die Geschichte haben. (Auch nicht wer vor 1945 minderjärig war oder nur wegen Todesbedrohung gehandelt hat)
Selbst wenn jemand bestimmte Handlungen zu Hitlers Zeiten vollzogen hat, derer er sich heute schämt - es ist seine persönliche Schuld. Sie hat nichts mit dem Stolz oder Nicht-Stolz auf sein Land zu tun.
Zitat:
2. Seit der Gründung der Bundesrepublik 1949 gibt es in Deutschland eine starke Demokratie. Leider wohnt die Mehrheit der Weltbevlkerung immernoch nicht in einem demokratischen Rechtstaat.
Wäre das ein Grund, um auf Deutschland stolz zu sein, so dürften die Bürger diktatorischer Staaten auf ihre Nationalität auf keinen Fall stolz sein. Irgendwie widersprichst du hier dir selbst.
Zitat:
3. Deutschland hat sich an die Kosten des Wiederaufbaus in Kriegszonen und Drittweltstaaten mehr als viele andere „reiche“ Nationen beteiligt.
Meist wahrscheinlich aus (übertriebener) Scham vor seiner Geschichte, nicht aus lauter Gutmütigkeit. Außerdem hat sich Deutschland ja gerade deswegen oft auch aus den Kampfhandlungen eher herausgehalten.
Zitat:
4. 1945 lag Deutschland in Ruinen, wie viele andere Staaten in Europa, und jetzt ist die BRD eine der reichsten Ländern der Welt – und das nicht nur wegen des Marshallplans.
Ich würde nicht gern wissen, was Deutschland heute ohne die Unterstützung durch die Alliierten wäre - ohne den Marshallplan, ohne die Hilfe GB's sofort nach dem Krieg (zugegebenermaßen, aus Angst vor dem Sieg des Kommunismus' in Deutschland) etc.
Zitat:
5. Die Völker aller Deutschlands Nachbarstaaten dürfen stolz auf das Land bzw. die Volkszugehörigkeit sein. Die Australier auch.
Das dürfen Deutsche auch. Nur haben sich viele Deutsche etwas mehr Gedanken zum "Stolz"-Begriff gemacht als Angehörige anderer Nationalitäten - sicher geschichtsbedingt. Aber das Ergebnis ist meiner Meinung nach durchdachter ausgefallen - oftmals kein blinder Stolz oder gar "Patriotismus" à la die USA, sondern die Erkenntnis, dass man selbst zu der Kultur und dem Wohlstand doch kaum was beigetragen hat.
Zitat:
6. Der Sozialstaat in der BRD ist einer der besten und erfolgreichsten der Welt. (Nach Skandinavien)
Du widersprichst dir ja schon wieder: Dann könnte ein Bürger Somalias ja nicht stolz auf sein Land sein.
Zitat:
7. Jedes Jahr beantragen mehrere tausend Ausländer in Deutschland Asyl. Egal, was man von der ganzen Sache betr. Asylpolitk hält, diese Leute wollen nicht nach Deutschland weil es ein Haufen Scheiße ist, sondern, weil es ein erfolgreiches reiches Land ist.
siehe oben, mit den Bürgern Somalias. Das gilt übrigens auch für Punkt 8 und 9.
Zitat:
10. Die Deutschen haben, mindestens in Australien, keinen schlechten Ruf mehr wegen der Geschichte. Man hat hier zwar Vorurteile, generell aber nicht gegen Deutsche.
11. Auch die Russen sind, und dürfen, stolz auf Rußland sein. Obwohl Stalin auch KZ Lager hatte und mehrere Millionen getötet hat. (in anderen Staaten wo es wegen des Staates zu Massenmord gekommen ist, ists auch so)
Na ja, welchen Ruf die eigene Nation wo hat, sollte für das eigene Stolz-Gefühl ja nun wirklich nicht entscheidend sein - man soll sich ja bekanntlich nicht immer an die anderen anpassen. Und zur Nr. 11 mal wieder - auch die Deutschen DÜRFEN stolz auf ihr Land sein, verbietet ihnen ja keiner. Und wie gesagt, persönliche Schuld hat nichts mit dem Stolz aufs Land zu tun.

Wie gesagt, meine Meinung ist - den Deutschen verbietet keiner, stolz auf Deutschland zu sein. Aber ich finde, es sollte nicht wie so eine Art Herdentrieb ablaufen, nach dem Motto: die anderen sind ja auch alle stolz auf ihre Nationen, also sollte ich es ebenfalls sein. Ich finde es sogar sehr lobenswert, dass gerade die Meinungen der Deutschen zu diesem Thema meist etwas durchdachter und abwägender ausfallen - man merkt, die haben sich mehr Gedanken dazu gemacht (wohl zwangsläufig).
Anjuscha ist offline  
Alt 18.04.2003, 22:07   #38
Goatrance
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
[QUOTE]Original geschrieben von AndrewAustralien
Zitat:


Und wer in Osteuropa wohnt und gemäß dem Bundesbvertriebenengesetz (BvG) 1953 nachweisen kann, daß er "deutsche Ahnen" hat, der bekommt den deutschen Paß, darf zu Euch. ((Und hier reicht der "Ahnenpaß" des NSDAP Regimes aus!!) (Lies mal das Gesetz!)
"

Soll heißen; jeder aus Osteuropa...dessen Vorfahren oder Eltern mal einen Deutschen Schäferhund hatten, oder wo Opi besonders blonde Haare hatte...der darf sich in Zukunft Deutscher nennen oder wie?

Ich wäre froh wenn ich diese Nationalität ablegen könnte.
 
Alt 18.04.2003, 22:12   #39
Sailcat
lass das!
 
Registriert seit: 01/2001
Beiträge: 35.240
nationalitäten kann man doch ablegen. nach ein paar jahren ist das machbar!
Sailcat ist offline  
Alt 18.04.2003, 22:14   #40
Goatrance
Forumsgast
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Original geschrieben von Sailcat
nationalitäten kann man doch ablegen. nach ein paar jahren ist das machbar!
Naja, Staatenlos zu sein ist auch doof...
 
Alt 18.04.2003, 22:14 #00
Verbraucherinformant

Registriert seit: 21.08.2005
Ort: Litfaß
Beiträge: 4692

Hey Goatrance,
 

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